ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an zwei gefolterte Männer auf BARBADOS 
Die beiden Männer Adrian Mottley und Jamar Headley, die in einen Raubüberfall involviert waren, wurden am 17.3. festgenommen. Am selben Tag wurden sie im Polizeigewahrsam gefoltert.  Der Anwalt der beiden Männer traf einige Stunden nach der Festnahme Adrian Mottley. Er war sehr verzweifelt, hatte eine Verletzung an der Lippe und Erbrochenes war am Mund zu sehen. Kurz darauf verlor er das Bewusstsein, und es trat Schaum aus seinem Mund. Adrian Mottley sagte seinem Anwalt später, dass Polizeibeamte ihn bis zum Hals in Plastikfolie eingewickelt und dann am ganzen Körper geschlagen hätten. Jamar Headley sagte aus, er sei nach der Festnahme mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen worden. Beide Männer geben ihre Schuld an dem Raubüberfall zu. Weiterhin geben sie an, man habe versucht, sie mit Schlägen dazu zu bringen, die Verantwortung für weitere Raubüberfälle zu übernehmen. Sie unterschrieben unter Zwang ein "Geständnis", nach dem sie bei dem Überfall Schusswaffen bei sich getragen haben sollen. Die beiden Männer wurden in das Zentralgefängnis überstellt und sollen am 16. April wieder vor Gericht erscheinen. Sie stehen in Gefahr, misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, sei bei den misshandelten Männern Adrian Mottley und Jamar Headley. Schenke ihnen Kraft und Heilung. Begegne den Folterern und den Verantwortlichen, damit auf Barbados neue Wege im Umgang mit Gefangenen gegangen werden.

Denken wir an verfolgte und getötete Menschen in NIGERIA
Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat ihre Angriffe auf Christen in den letzten Wochen noch verstärkt. So wurde der Pfarrer einer Gemeinde im Landkreis Gulak und zehn seiner Gemeindemitglieder getötet. Im gleichen Landkreis drangen während eines Freitagabend-Gottesdienstes mehrere Angreifer in die Eyin-Kirche ein und töteten den Pfarrer sowie die anwesenden Gemeindemitglieder. Kurze Zeit später griffen Islamisten das Dorf Zangan im Süden von Kaduna an. Zahlreiche Bewohner wurden getötet und das Dorf teilweise niedergebrannt. Die neuesten Angriffe richten sich aber nicht allein gegen Christen, sondern auch gegen Muslime, die sich gegen das Vorgehen von Boko Haram wenden. So wurde der Anführer einer muslimischen Gemeinde in Zaria mit seiner Familie Opfer der Terroristen und auch Scheich Muhammad Awwal Adam mit seiner Frau und seinem Sohn. Der Scheich war der Anführer einer salafistischen Gemeinde und galt als furchtloser Prediger und einer der wichtigsten Gegner von Boko Haram.
Gebet: Gott, wir fühlen uns ohnmächtig angesichts des erschreckenden Ausmaßes von Gewalt und Zerstörung. Sei bei deinen gequälten Menschen und stärke in ihnen die Hoffnung auf Frieden und auf Erneuerung unserer Welt in deinem Geist.

Denken wir an zwei von Tod bedrohte Gefangene in JAPAN 
Hakamada Iwao wurde am 27. März 2014 vorläufig freigelassen. Ein Bezirksgericht hat seinem Antrag auf Wiederaufnahme des Beweisverfahrens endlich nach mehreren Anläufen stattgegeben. Er war 1968 nach einem unfairen Verfahren und durch Folter erzwungenem Geständnis, das er widerrief, wegen Mordes an der Familie seines Vorgesetzten zum Tode verurteilt worden. 46 Jahre lang war er in Einzelhaft im Todestrakt. Okunishi Masaru sitzt seit 1969  im Todestrakt ein. Auch er war in einem unfairen Verfahren und nach erzwungenem Geständnis für den Mord an fünf Frauen zum Tod verurteilt worden, obwohl Beweise für seine Unschuld vorgelegt wurden. Die Rechtsbeistände beider Männer wollen mit Hilfe neuer Untersuchungen die Verurteilungen anfechten.
Gebet: Gott, es erschreckt uns zutiefst und wir können es kaum nachvollziehen, was es heißt, ein ganzes Menschenleben isoliert in einer Todeszelle zu verbringen. Wir können nur auf deine barmherzige Güte bauen, die allein die Wunden in den Seelen der beiden Gefangenen heilen kann. Hilf du, dass Okunishi Masaru und Hakamada Iwao in der letzten Zeit ihres Lebens die Güte ihrer Mitmenschen erfahren dürfen.

Denken wir an bedrohte Menschen in SRI LANKA
In Asgiriya im Distrikt Kandy haben in den vergangenen Tagen über 250 aufgebrachte Buddhisten unter Leitung buddhistischer Mönche einen protestantischen Pastor und seine Frau in ihrer Wohnung überfallen. Sie wurden aus der Wohnung geschleppt und aufgefordert, die christlichen Aktivitäten und religiösen Feiern einzustellen. Dabei wurden sie verprügelt, als Verräter beschimpft und bedroht. Die Mönche, die der extremistischen Organisation “Bodu Bala Sena“ angehören, riefen auch die Einwohner der anderen Dörfer dazu auf, den Kontakt zu dem Pastor abzubrechen. Bereits im Januar wurden zwei Kirchen und ein Gebetszentrum überfallen.
Information: Vor dem Hintergrund sozialer und politischer Spannungen kommt es auch zu Gewalt gegen religiöse Minderheiten. Noch immer ist die Diskriminierung der tamilischen Bürger nicht beendet. In Sri Lanka sind rund 70% der Einwohner Buddhisten, 6,1% Christen, 9,7% Muslime und 12,6% Hindu.
Gebet: Herr, unser Gott, wir danken dir, dass dein lebendiges Wort in diese Welt gekommen ist. Gib, dass Menschen, die Irrwege gehen wie die Mönche von “Boku Bala Sena“, zurückfinden auf deinen Weg der Liebe. Schenke dem bedrohten Pastor, seinen Angehörigen und Glaubensbrüdern Kraft und Mut im Vertrauen auf dich.

Denken wir an bedrohte Aktivisten in der RUSSISCHEN FÖDERATION 
Am 2.3. nahmen die Friedensaktivisten Svetlana Chernova, Alexander Lashmankin und Igor Titarenko in der Stadt Samara an Ein-Personen-Protesten gegen die russische Militärintervention auf der Krim teil. Diese Form der Proteste erfordert nach russischem Recht keine vorherige Genehmigung. Danach erhielten sie mehrere Morddrohungen von anonymen Mitgliedern einer Onlinegruppe, die sich selbst "Anti-Maydan" nennt. Die Gruppe nutzte dafür VKontakte, die russische Variante von Facebook. Die Gruppe stellte dort Fotos der Protestierenden ein und bat die Nutzer, die Namen und Kontaktdaten zu identifizieren und "psychischen und körperlichen" Druck auf sie auszuüben. Später wurden persönliche Angaben und Kontaktdaten von den drei oben genannten und mindestens zwei weiteren Protestierenden online veröffentlicht - ergänzt durch Drohungen. "Mädels, reißt ihr die Knochen raus", so lautete der Eintrag vom 4.3., der ein Foto der Wohnung von Svetlana Chernova zeigte und ihre Adresse enthielt. Die Aktivisten haben Anzeige bei den Behörden erstattet. Bislang hat nur Svetlana Chernova eine Antwort erhalten.
Gebet: Herr, wir bitten dich um Schutz für die Friedensaktivisten in Russland, der Ukraine und auf der ganzen Welt. Bewahre sie vor Unheil, und gib uns und Ihnen den Mut, gegen Unrecht aufzustehen.

Denken wir an eine Gefangene in VIETNAM 
Frau Tran Thi Thuy, 42 Jahre alt,  ist seit 2010 inhaftiert, zurzeit im Lager K5 Xuan Loc in der Provinz Dong Nai. Frau Tran Thi Thuy wurde im August 2010 in einem nicht öffentlichen Prozess zusammen mit 6 anderen Aktivisten zu 8 Jahren Haft wegen Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt. Sie hatten sich für Menschen eingesetzt, die illegal von ihrem Land vertrieben worden waren. Frau Tran Thi Thuy muss im Lager schwere Arbeit verrichten. Eine medizinische Untersuchung im Herbst 2013 hatte ergeben, dass sie an Verkalkung der Wirbelsäule leidet und Gallensteine hat. Die Gefängnisleitung verweigert ihr jedoch  jegliche medizinische Hilfe und zwingt sie weiter zu schweren Arbeiten, solange sie sich weigert, ihre Schuld anzuerkennen. Dieser Entzug medizinischer Versorgung widerspricht der vietnamesischen Verfassung wie auch der Konvention der UNO, die Vietnam 2013 unterzeichnet hat.
Information: Die Bedingungen in den Arbeitslagern sind äußerst hart. Den Gefangenen fehlt es an Trinkwasser, ausreichender Ernährung und ärztlicher Hilfe. Die Gefangenen werden oft misshandelt und wochenlang in Isolationshaft gesperrt.
Gebet: Guter Gott, wir beten für Frau Tran Thi Thuy, hilf, dass ihre Haft erleichtert wird und sie ärztliche Hilfe erfährt. Stärke ihre Hoffnung darauf, dass ihr in einem fairen Prozess Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an einen Gefangenen in TUNESIEN, der sich im Hungerstreik befindet 
Seit dem 12. Februar befindet sich Taoufik Elaiba im Gefängnis von Mornaguia im Hungerstreik, wo er eine 7 jährige Haft wegen Schwarzhandels mit Autos verbüßt. Er wurde am 1.September 2009 in seinem Haus in Tunis durch die Nationalgarde verhaftet. Er wurde dann in den ersten 6 Tagen seiner 11 tägigen Untersuchungshaft in den Räumen der Nationalgarde gefoltert, bis er ein Geständnis unterschrieben hatte. Als er dann dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde, hat er diesem von seinen Folterungen berichtet. Aber dieser ignorierte dies. Der spätere Richter hat ihn auf der Grundlage des erzwungenen Geständnisses verurteilt, ohne die Folterungen zu berücksichtigen. Eine Berufung wurde abgelehnt. Da die tunesische Justiz keine Untersuchung der von Taoufiks Anwalt eingereichten Klage wegen Folterung eingeleitet hat, hat ACAT bei dem Menschenrechtsgerichtshof der Vereinten Nationen eine Klage gegen Tunesien eingereicht. Das Verfahren kann Jahre dauern.
Gebet: Guter Gott, steh Taoufik Elaiba in seiner Not bei. Schütze sein Leben und stärke seine Hoffnung auf einen fairen Prozess. Hilf, dass Polizei und Justiz in Tunesien auf das unmenschliche Mittel der Folter verzichten.

Denken wir an eine von Folter bedrohte Inhaftierte in
SRI LANKA  
Die Menschenrechtsaktivistin Balendran Jeyakumari wurde am 13.3. festgenommen und von der Abteilung der Polizei für Terrorismusermittlungen (TID) in der Haftanstalt von Boosa inhaftiert. Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle von Folter und Misshandlung durch Beamte des TID in den Haftanstalten in Colombo und Boosa. Laut Behörden wurde die Menschenrechtlerin festgenommen, weil sie einem Verdächtigen Unterschlupf gewährt habe. Sie selbst streitet dies jedoch ab. Die Behörden des Landes werden beschuldigt, den Vorfall inszeniert zu haben, um ihr eine Straftat anzuhängen. Balendran Jeyakumari hatte bereits im Februar Menschen vor Ort und die internationalen Medien  darüber informiert, dass sie von einer Gruppe unbekannter Personen verfolgt wurde und große Angst habe. Im Norden Sri Lankas sind mehrere Menschenrechtsverteidiger inhaftiert und bedroht worden. Die Vorfälle fallen mit der derzeitigen Sitzungsperiode des UN-Menschenrechtsrats in Genf zusammen. Dabei wird eine Resolution geprüft, die eine internationale Untersuchung der in Sri Lanka mutmaßlich begangenen Kriegsverbrechen fordert.
Gebet: Gott, bewahre Balendran Jeyakumari vor Folter. Stärke die Menschenrechtler im Norden Sri Lankas für ihren wichtigen Einsatz.

Denken wir an 11 von Folter bedrohte Demonstranten im SUDAN
Nach einer Demonstration an der Universität Khartum gegen die zunehmende Gewalt in Darfur sind zwischen dem 12. und dem 20. März elf Männer vom Geheimdienst festgenommen worden. Es handelt sich um Studenten, Aktivisten und Anwälte. Ihre Namen sind Ibrahim Salih Ibrahim, Elzaoubir Abdelmajeed, Eisa Salih Ibrahim, Hamdan Abdallah, Ghazi El Rayeh Elsanhori, Mohamed Idris Jido, Abdelaziz Eltoum Ibrahim, Abdelmoniem Adam Mohamed, Mohammed Salah Abdelrahman, Ashraf Mohamed Osman und El Radi Ali Ibrahim. Sie befinden sich ohne Anklageerhebung an einem unbekannten Ort in Haft und stehen in der Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Guter Gott, schütze die Männer vor Folter und Misshandlung. Stehe ihnen und ihren Familien in ihrer Ungewissheit bei.

Denken wir an einen Gefangenen in KAMERUN
In den Räumen der Gendarmerie von Ngaoundéré wurde am 23.November 2013 der Präsident der Menschenrechtsliga für Jugendliche von Touboro, Herr Célestin Yandal, verhaftet. Er hatte sich zuvor in Douala am 19. November mit Mitgliedern der zentralafrikanischen Menschenrechtsvereinigung getroffen, um über Angriffe auf Jugendliche zu beraten. Häuptling Lamido, 2.Vizepräsident des Senats von Kamerun, hatte die lokalen Behörden und den Staatsanwalt von Tcholliré beauftragt, 14 Jugendliche zu verhaften. Sie sollen angeblich die öffentliche Ordnung gestört haben, als sie gegen die Handlanger des Häuptlings, die die Bevölkerung erpressten, protestiert hatten. Herr Yandal wurde am 5. Dezember von Ngaoundéré ins Gefängnis von Tcholliré gebracht und dem Staatsanwalt von Tcholliré vorgeführt. Dieser informierte ihn über 5 Anklagepunkte: Zerstören von Bildern des Staatschefs während der Wahlen, Zerstören des Grenzzauns von Lamido und des Hauses eines Dorfchefs, versuchter Mord an einem Anhänger von Lamido und Diebstahl an einem Soldaten von Lamido. Er wurde dann in das zentrale Gefängnis von Garoua überführt. Am 20. März 2014 sollte die Anhörung stattfinden und zwar vor dem Staatsanwalt von Tcholliré. Sein Anwalt hat den höchsten Gerichtshof gebeten, dass die Sache seines Klienten in Garoua verhandelt werden soll, weil der Staatsanwalt von Tcholliré nicht unparteiisch sein könne. Es wird befürchtet, dass die willkürliche Verhaftung und die fadenscheinigen Anschuldigungen die Vergeltung für die Aktivitäten von Herrn Yandal als Menschenrechtler sind.
Gebet: Guter Gott, gib, das sich in dieser undurchsichtigen Affäre von Beschuldigungen und Übergriffen das Recht durchsetzt, Herr Yandal einen fairen Prozess erhält und er seine Arbeit als Verteidiger der Menschenrechte fortsetzen kann.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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