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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Oktober 2014

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an sieben misshandelte Gefangene in MAROKKO
Mohamed Baber, Abdessalam Loumadi, Mahmoud El Haissan, Abdelmoutaleb Sarir, Aaliayne El Moussaoui, Abdelkrim Bouchalga und Abdelfattah Dallal gehören der ethnischen Gruppe der Sahraui an. Sie befinden sich im Gefängnis von Laayoune. Dort sollen sie am 17. September 2014 von etwa 16:30 Uhr bis 23 Uhr durch Angehörige des Gefängnispersonals gefoltert und anderweitig misshandelt worden sein. Man soll den sieben Männern Handschellen angelegt und sie vor anderen Häftlingen im Gefängnishof geschlagen und beschimpft haben. Alle haben erhebliche Blutergüsse und Verletzungen, einer der Männer hat einen gebrochenen Arm, ein anderer humpelt. Rechtsbeiständen war es möglich, am selben Nachmittag fünf der Männer zu besuchen. Sie gaben an, dass alle sieben von ihnen aus Protest gegen ihre Misshandlung in den Hungerstreik treten würden. Sechs der sieben Häftlinge hatten bereits nach ihrer Festnahme Anfang 2014 über Misshandlungen berichtet. Obwohl sie wegen ihrer Behandlung wiederholt Beschwerde bei den Justizbehörden einlegten, sind bisher weder Ermittlungen zu ihren Vorwürfen noch rechtsmedizinische Gutachten angeordnet worden.
Gebet: Guter Gott, bitte schütze die sieben Männer vor weiterer  Demütigung und Misshandlung. Wie ihnen geht es vielen anderen in den Gefängnissen Marokkos, wir bitten um Einsicht und Veränderung bei den Verantwortlichen und den Tätern der Misshandlungen.

Denken wir an eine bedrohte Menschenrechtlerin in TUNESIEN
Frau Lina Ben Mhenni, eine im Internet engagierte und international dafür anerkannte Menschenrechtlerin, wurde Opfer eines gewaltsamen Polizeiangriffs. Sie steht seit 13 Monaten unter Polizeischutz, den der Innenminister verfügt hat, weil sie Morddrohungen erhielt. Als sie am Abend des 30.August 2014 mit ihren Eltern und dem Leibwächter ihr Auto in der Nähe des Sicherheitsdistrikts in Djerba geparkt hatte, wurde sie gewaltsam von 4 Beamten aus dem Auto gezerrt und in die Polizeistation gebracht. Dort haben etwa 10 Beamte sie beschimpft, ins Gesicht geschlagen und, als sie am Boden lag, mit Füßen getreten. Ihr Vater wurde auch geschlagen, ihre Mutter und der Leibwächter beschimpft. Erst durch die Ankunft des Polizeichefs wurde die Aggression beendet. Frau Ben Mhenni und ihr Vater haben Klage erhoben. Frau Mhenni ist seit 2011 mehrfach Opfer von Diffamierung und Aggression gewesen. Dieser Missbrauch der polizeilichen Gewalt gegen Menschenrechtler ist zu sehen auf dem Hintergrund eines angespannten Klimas angesichts der im Oktober bevorstehenden Parlamentswahlen.
Gebet: Guter Gott, gib, dass Frau Ben Mhenni vor weiterer Aggression geschützt ist. Hilf auch, dass die Menschen in Tunesien ohne Einschüchterung und Misshandlung ihre politischen Rechte wahrnehmen können.

Denken wir an einen inhaftierten deutschen Bürger in CHINA
Das Urteil im Berufungsverfahrens gegen Robert Rother, für den wir uns mehrfach durch Gebet, Briefe und Intervention eingesetzt haben, hat Ende Juni 2014 das erstinstanzliche Urteil (acht Jahre Gefängnis) bestätigt, obwohl die Beschuldigungen durch das Geständnis der Büroleiterin, den Betrug  begangen zu haben, widerlegt sind. Herr Rother, dessen Gesundheit schwer geschädigt ist, befindet sich seit Juli im berüchtigten Gefängnis von Dongguan, einem Arbeitslager, in dem Gefangene regelmäßig gefoltert werden, wenn sie das vorgeschriebene Arbeitspensum nicht erfüllen.
Gebet: Barmherziger Gott, wir bitten für Robert Rother, der allein und der staatlichen Willkür ausgesetzt, der Verzweiflung nahe ist. Sei du ihm nahe mit deiner Kraft, bewahre ihn und sei ihm Trost durch deine Nähe und Liebe.

Denken wir an einen schwerkranken Gefangenen in BURUNDI
Herr Pierre Claver Mbonimpa, Präsident der Organisation zum Schutz der Menschenrechte und der Gefangenen in Burundi, für den im September gebetet wurde, ist nun schwer erkrankt. Er war im Mai 2014 verhaftet worden, weil er in einem Radiointerview die Existenz von Ausbildungscamps für Kindersoldaten  angeprangert hatte. Er wurde angeklagt wegen Angriffs auf die Sicherheit des Staates. Obwohl sein Anwalt auf die Diabeteserkrankung von Herrn Mbonimpa hingewiesen hatte, musste er in Untersuchungshaft bleiben. Nun hat sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert. Er wurde am 29.August 2014 als Notfall in die Klinik von Bujumbura gebracht. Herr Mbonimpa genießt hohes Ansehen in Burundi. Er ist ein Symbol für den Kampf um Gerechtigkeit in seinem Land.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Herrn Mbonimpa. Gib ihm Kraft und Lebensmut in seiner Krankheit und die Hoffnung auf baldige Freilassung.

Denken wir an eine gefangene Frau in SRI LANKA
Am 13.März 2014 wurde Frau Jeyakumari Balendran verhaftet und in das Gefängnis von Boosa gebracht. Sie war den Behörden zu lästig geworden, weil sie immer wieder nach dem Verbleib ihres Sohnes gefragt hat. Im Bürgerkrieg zwischen Tamilen gegen die singalesische Armee 2009 waren zwei ihrer Söhne bereits getötet worden. Ihr 15 jähriger Sohn war kurz vor Ende des Konfliktes bedrängt worden, sich den tamilischen „Tigern“ anzuschließen. Er  hat sich jedoch als Freiwilliger der Armee Sri Lankas angeschlossen. Seitdem hat Frau Balendran keine Nachricht mehr von ihm. Sie weiß nicht, ob er getötet oder gefangen genommen wurde. Frau Balendran wurde durch ihre Beharrlichkeit zu einem Symbol für die Familien der Verschwundenen. Auf der Grundlage eines Gesetzes zur präventiven Terrorismusbekämpfung ist sie seit nunmehr 6 Monaten inhaftiert ohne angeklagt worden zu sein. Sie wurde während ihres Verhörs geschlagen. Als Hindu und Tamilin gehört sie in Boosa zu der Kategorie von Gefangenen, die besonders gefährdet ist, misshandelt zu werden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Frau Balendran bald freigelassen wird und dass sie nicht länger in Ungewissheit über das Schicksal ihres Sohnes sein muss.

Denken wir an einen Gefangenen in BAHRAIN,
der sich im Hungerstreik befindet. Der Menschenrechtler Abdulhadi al Khawaja ist seit dem 24.August 2014 im Hungerstreik, um gegen seine willkürliche Inhaftierung zu protestieren. Er wurde am 9.April 2011 in Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen das Regime ohne Haftbefehl eingekerkert. Während seines einmonatigen Aufenthaltes im Militärgefängnis d’Al Quareen wurde er genauso gefoltert wie auch während der Zeit der Verhandlungen vor dem Sicherheitsgerichtshof, der ihn im Juni 2011 zu lebenslänglicher Haft verurteilte auf Grund von Geständnissen, die unter Folter erzwungen worden waren. Das Urteil wurde inzwischen mehrfach bestätigt. Die Vereinten Nationen, die EU wie auch eine vom König von Bahrein 2011 eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission haben gegen das Los von Abdulhadi und seinen 12 Mitangeklagten, die ebenfalls gefoltert und zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, protestiert. Aber das Regime von Bahrein stellt sich gegenüber dieser Kritik taub.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Abdulhadi. Gib ihm und seinen 12 Mitgefangenen die Hoffnung, dass das Gericht einen neuen, fairen Prozess zuläßt. Gib den Verantwortlichen ein Herz für ihre Mitmenschen.

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten im IRAN
Der 21-jährige Saman Naseem gehört der kurdischen Minderheit im Iran an. Er ist im April 2013 von einem Strafgericht in Mahabad in der Provinz West-Aserbaidschan wegen "Feindschaft zu Gott" und "Verdorbenheit auf Erden" zum Tode verurteilt worden. Grund waren seine Mitgliedschaft in der bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe "Partei für ein Freies Leben in Kurdistan" (PJAK) und seine Teilnahme an bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Revolutionsgarden. Zum Zeitpunkt der ihm angelasteten Tat, ein Schuss auf ein Mitglied der Revolutionsgarde, war er minderjährig. Das gegen ihn verhängte Todesurteil wurde im Dezember 2013 durch den Obersten Gerichtshof des Iran bestätigt und ist nun an die Behörde zur Vollstreckung von Strafen weitergeleitet worden. Er kann nun jederzeit hingerichtet werden.
Gebet: Himmlischer Vater, schütze das Leben von Saman Naseem.

Denken wir an zwei von Folter bedrohte Männer im JEMEN
Anwar Ismail und Khaled al-Junaidi, zwei politische Aktivisten, sind seit dem 28. bzw. 31.08. verschwunden. Am 28. August verschwand Anwar Ismail, nachdem er an einer Demonstration in der südjemenitischen Stadt Aden teilgenommen hatte. Khaled al-Junaidi wurde Augenzeugenberichten zufolge am 31. August an einer Tankstelle in Aden zusammengeschlagen und von bewaffneten, unbekannten Männern in ein Zivilfahrzeug gezogen. Man geht davon aus, dass es sich bei diesen Männern um Sicherheitsbeamte handelte. Beide Männer sind führende Aktivisten der Bewegung Southern Movement, einem Zusammenschluss verschiedener politischer Gruppierungen im Süden des Jemen, von denen viele die Abspaltung des ehemaligen Südjemen vom übrigen Teil des Landes fordern. Sie waren bereits in den vergangenen Monaten unter ähnlichen Umständen über mehrere Wochen festgehalten worden, bevor man sie ohne Anklage oder Gerichtsverfahren wieder freiließ. Sie sind in Gefahr, misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, bitte sei mit deiner Kraft bei den beiden Männern, wo auch immer sie sich befinden. Bewahre sie vor Misshandlung und schenke ihnen Freiheit.

Denken wir an misshandelte junge Christen in KUBA
Wegen ihres Glaubens werden in Kuba junge Christen während ihres Militärdienstes regelmäßig geschlagen. Ein besonders schwerer Fall betrifft den 18-jährigen Sohn des Pastors der Ortschaft “Central Felton“ im Distrikt Holguin. Er wurde in eine Gefängniszelle mit drei anderen Jugendlichen eingesperrt, damit diese ihn verprügeln. Der junge Mann wurde drei Stunden lang schwer geschlagen. Dabei wurde sein Rückgrat so schwer verletzt, dass er nun trotz intensiver Krankenhausbehandlung gelähmt ist. Er leidet unter Depressionen und wollte nicht mehr weiter leben. In der Provinz Villa Clara starb ein anderer junger Christ an den Folgen der brutalen Misshandlungen. Der Landesleiter der Gemeinschaft “Asamblea de Dios“, Herr Eliseo Villa Acosta, hat beim Zentralbüro der Kommunistischen Partei Kubas diesbezüglich eine Beschwerde eingereicht.
Gebet: Gott, wir sind mit unserem Gebet bei den misshandelten jungen Menschen. Wir hoffen, dass deine Kraft sie stärkt und deine Nähe und Liebe vor der Verzweiflung bewahrt. Den getöteten jungen Christen wissen wir in deiner Liebe geborgen.

Denken wir an einen verurteilten uigurischen Professor in CHINA
Das Gericht in Urumtschi verurteilte am 23. September 2014 den uigurischen Wirtschaftswissenschaftler Professor Ilham Tohti aufgrund unglaubwürdiger so genannter “Beweise“ zu lebenslanger Haft wegen angeblicher Anstiftung zum Separatismus. Sein Eigentum soll beschlagnahmt werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nennt dies “ein Unrechtsurteil einer Gesinnungsjustiz, die systematisch unbequeme Mahner zum Schweigen bringt; ein schwarzer Tag für alle Bemühungen um mehr Rechtsstaatlichkeit in China “. Ilham Toti hat sich immer für einen Dialog und für Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen eingesetzt.
Gebet: Guter Gott, hilf uns, gegen alle Vernunft und Erfahrung zu hoffen, dass das vernichtende Urteil gegen Ilham Toti revidiert wird, damit er sich weiter für den wichtigen Dialog zwischen Uiguren und Han-Chinesen einsetzen kann. Gib ihm Kraft von deiner Kraft.

Denken wir an bedrohte Indigene in PERU
Am 1. September wurden die Indigenensprecher Edwin Chota Valera, Jorge Ríos Pérez, Leoncio Quinticima Meléndez und Francisco Pinedo getötet. Sie waren gerade aus der Region Ucayali im peruanischen Amazonasgebiet unterwegs nach Brasilien, wo sie auf einem Treffen über Möglichkeiten zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags auf ihrem Land sprechen wollten. Bei den Männern handelte es sich um Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Asháninka. Man vermutet, dass sie von illegalen Holzfällern getötet wurden. Ihre Familien und andere Angehörige der Gemeinschaft befinden sich in Gefahr, ebenfalls getötet zu werden. Sie verlangen, dass umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet werden und nach langfristigen Lösungen für die unsichere Situation gesucht wird, der sie nun schon seit Längerem ausgesetzt sind.
Gebet: Gott, sei bei den Familien der Getöteten in ihrer Trauer und Angst. Wir erhoffen auch Gerechtigkeit und Schutz für die Gemeinschaft der Asháninka.

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/