ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen getöteten Mann in MEXIKO
Als am 1.März 2014 José Rolando Perez de la Cruz, 21 Jahre, und seine Frau gegen 15 Uhr in der Stadt Acala nach Hause kamen, wurde der junge Mann von 8 Polizisten der städtischen Polizei in einem Polizeiwagen verschleppt. Zeugen berichten, dass Herr Perez de la Cruz erst um 17 Uhr auf der städtischen Polizeiwache erschien. Mit nackten Füßen und ohne Hemd wurde er von einem Polizisten hereingezerrt. Später wurde er wieder gesehen, wie er leblos in einen Polizeiwagen transportiert wurde, um in die Klinik gebracht zu werden. Dort wurde er für tot erklärt. Die Untersuchung der Leiche ergab, dass der Tod durch Ersticken beim Aufhängen eingetreten sei und dass er keine äußeren und inneren Verletzungen habe. Die Behörden erklärten, dass er Selbstmord verübt habe und nicht gefoltert worden sei. Mehrere Personen, die den Leichnam gesehen haben, bezeugen jedoch, dass er Blutergüsse an den Seiten und auf der Wange und Blut in der Nase gehabt habe. Allen Einschüchterungen trotzend hat die Familie des Opfers 5 Monate lang vor dem Rathaus campiert, um die Eröffnung einer Untersuchung wegen Folter, die den Tod zur Folge hatte, zu fordern. Bisher ist der Richter nur bereit, Haftbefehle wegen Missbrauchs der Autorität auszustellen, aber nicht wegen Anwendung von Folter. Nur einer von den 8 Polizisten wurde verhaftet.
Information: Seitdem 2006 der „Krieg gegen das Verbrechen“ erklärt wurde, nehmen die Klagen wegen Folter und Misshandlung durch Polizei oder Militär in einem ungewöhnlichen Ausmaß zu.
Gebet:
Guter Gott, hilf der Familie des Opfers, indem der gewaltsame Tod von Herrn Perez nicht ungesühnt bleibt. Hilf auch, dass Militär und Polizei in Mexiko die Menschen schützen und Ihnen kein Leid zufügen.

Denken wir an gefangene missbrauchte Frauen im IRAK
Berichten zufolge werden z. Zeit im Gefängnis Badush in Mosul Hunderte von christlichen, yezidischen und turkmenischen Frauen und Kinder gefangen gehalten, die von IS sexuell missbraucht werden. Die gefangenen Frauen werden vor die Wahl gestellt, sich zum Islam zu bekehren oder täglich vergewaltigt zu werden. Andere werden zu Preisen von 20€ bis120€ als Sexsklavinnen verkauft. UNO-Mitarbeiter im Irak schätzen, dass dort bereits rund 1.500 christliche und yezidische Frauen und Kinder in die sexuelle Sklaverei gezwungen wurden.
Gebet:Wir beten mit und für die Opfer dieser unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung: Psalm 71,2: Herr, ich traue auf dich, errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir!“

Denken wir an zwei entführte Bischöfe in SYRIEN
Am 22. April 2013 wurden zwei Bischöfe, der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder Erzbischof Mor Boulos Yazigi, in der Nähe von Aleppo im Norden von Syrien von bewaffneten islamistischen Rebellen entführt. Beide waren auf dem Rückweg von der syrisch-türkischen Grenze, wo sie Verhandlungen mit Rebellen zur Freilassung eines entführten Priesters geführt hatten. Sämtliche Bemühungen zur Freilassung der Bischöfe blieben bislang erfolglos. Es fehlt noch immer jede Spur von ihnen. Beide Würdenträger haben immer wieder zur friedlichen Koexistenz von Religionsgemeinschaften und Volksgruppen in Syrien und zu Versöhnung und Dialog aufgerufen.
Gebet: Gott, möge deine Gegenwart und Nähe Bischof Gregorios und Bischof Boulos stärken. Wo sie auch sind, in deiner Liebe wissen wir sie geborgen.

Denken wir an gefolterte Indigene in MEXIKO
Drei Indigene aus dem Volk der Tzeltaler Juan Antonio Gomez Silvano, Roberto Gomez Hernandez und Mario Aguilar Silvano wurden am 16.September 2014 von etwa 40 Polizisten in der Stadt Chiapas festgenommen, als sie von der Feier des Nationalfeiertages nach Hause kamen. Die Polizisten beschuldigten sie, einen ihrer Kollegen angeschossen zu haben. Sie traten sie mit Füßen, schlugen sie und verletzten sie mit Tränengas. Dann zerrten sie sie in den Polizeiwagen, warfen sie dort auf den Bauch und traten auf Rücken und Hände. Auf der Polizeiwache setzten sie ihre Peinigungen fort. Als die Opfer am nächsten Tag dem Staatsanwalt vorgeführt wurden, wurden sie in Anwesenheit eines Beamten des Ministeriums wieder geschlagen. Herrn Aguilar Silvano wurde eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, um eine Erstickung vorzutäuschen, Herr Gomez Hernandez wurde psychologisch unter Druck gesetzt, damit er gegen die beiden Kameraden aussagt. Obwohl die drei Männer weder lesen noch schreiben können, wurden sie gezwungen, ihren Fingerabdruck unter eine Erklärung zu geben. Sie hatten nicht die Hilfe eines Anwalts. Bei der richterlichen Anhörung am 18.September hat der Richter die Verletzungen festgestellt und eine öffentliche Untersuchung angeordnet aber die unter Folter erzwungenen Geständnisse weiter gelten lassen.
Gebet: Guter Gott, hilf den 3 Männern, dass ihre Unwissenheit nicht ausgenutzt wird, um ihnen Straftaten anzulasten, die sie nicht begangen haben. Schütze sie vor weiterer Misshandlung.

Denken wir an zum Tode verurteilte Christen in PAKISTAN
Am 16. Oktober 2014 hat ein pakistanisches Gericht die mehrmals verschobene Berufungsklage von Asia Bibi, Mutter von 5 Kindern, abgelehnt. Sie ist zum Tod durch Erhängen verurteilt. Im Juni 2009 war während der Feldarbeit ein Streit um religiöse Fragen zwischen muslimischen und christliche Arbeiterinnen entstanden. Daraufhin wurde Asia Bibi, verhaftet und beschuldigt, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sie wurde in Anwendung des Gesetzes zur Blasphemie zum Tod verurteilt. Direkt nach dem Gerichtsurteil von 2010 hatte der damalige Präsident der Republik angekündigt, er könne sie begnadigen. Darauf hatte es aber heftige Proteste im Land gegeben, so dass der Präsident einen Rückzieher machte und sagte, das Hohe Gericht von Lahore müsse entscheiden. Die Verteidigung von Asia Bibi wird nun Berufung vor dem Höchsten Gericht, der letzten Instanz in Pakistan, einlegen.
Information: Bei der Solidaritätsaktion für bedrängte Christen von Missio in Fulda wurde auch auf das Schicksal von vier weiteren in Todeszellen befindlichen Gefangenen in Pakistan aufmerksam gemacht: Anvar Kenneth, Sawan Masih und das Ehepaar Emmanuel Shafgat und Kasuar Shagufta.
Gebet: Guter Gott, schenke Asia Bibi und den anderen von Todesstrafe bedrohten Menschen Kraft von Deiner Kraft. Hilf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt und Christen und Muslime in Frieden miteinander leben können.

Denken wir an einen Gefangenen in TUNESIEN
Am 20.September 2014 wurde der Student Zyed Younes, 25 Jahre, im Rahmen einer Verhaftungswelle festgenommen, die durch die Antiterrorbrigade von Gorjani durchgeführt wurde. Wie 22 andere junge Männer, die am gleichen Tag verhaftet wurden, wurde er während der 6-tägigen Untersuchungshaft gefoltert, damit er ein Geständnis unterschrieb. Er wurde zuerst nach Kasserine gebracht. Dort mussten er und ein anderer Mann sich ausziehen. Dann wurden sie mit Faustschlägen, Fußtritten und mit einer Eisenstange traktiert. Danach wurde er mit vielen anderen Gefangenen in einer unerträglichen Hitze nach Tunis gebracht. In den Räumen der Antiterrorbrigade wurden sie mehrfach wieder geschlagen. Sie litten unter Schlaf- und Essensentzug und wurden mit Elektroschocks gequält. Nachdem Zyed Younes ein Geständnis unterschrieben hatte, wurde er am 5.Tag in ein Krankenhaus gebracht, wo ihm der Arzt nur ein Medikament verschrieben hat. Der Untersuchungsrichter hat zwar die Folterspuren zur Kenntnis genommen, es aber abgelehnt, eine medizinische Untersuchung einzuleiten und verfügt, dass der Beschuldigte in vorläufige Haft genommen wurde. Es ist zu befürchten, dass er auf Grund eines erzwungenen Geständnisses verurteilt wird.
Gebet: Guter Gott, stärke Zyed Younes in der. Hilf auch, dass ihm ein fairer Prozess gemacht wird.

Denken wir an verurteilte Geistliche im IRAN
Am 5. Juli 2014 verhafteten Sicherheitskräfte den Pastor Matthias Haghnejad in seinem Haus in Bandar-e-Anzali am Kaspischen Meer. Bibeln, christliche Literatur und der Computer wurden konfisziert. Am 3. August wurde er unter dem Vorwurf “Kampf gegen Gott“ und “Verderben stiften auf Erden“ angeklagt. Am 19. Oktober sind er und zwei weitere führende Mitglieder der iranischen Hauskirchenbewegung Pastor Behnam Irani und Diakon Reza „Silas“ Rabbani zu jeweils sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Alle drei müssen ihre Strafen in weit abgelegenen Strafanstalten verbüßen, die über tausend Kilometer von ihren Heimatorten entfernt liegen und die für ihr unerträglich heißes Klima berüchtigt sind. Besuche durch Angehörige würden so enorm erschwert.
Information: Im Iran gibt es unter den 75 Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben nur rund 280.000 Christen.
Gebet: Gott, wir beten für die drei verurteilten Geistlichen im Iran. Steh ihnen bei in Not und Gefahr.

Denken wir an eine bedrohte Frau in der DOMINIKANISCHEN REPUBLIK
Nachdem Ana Patricia Fermín öffentlich gemacht hatte, dass zwei Verwandte von ihr in Polizeigewahrsam gefoltert worden waren, wurden ihr Mann und einer der Betroffenen im September von Polizeikräften erschossen. Sie selbst wird von Angehörigen der Polizei mit dem Tod bedroht.Am 24. September wurde sie festgenommen. Sie war in der Vergangenheit bereits zwei Mal festgenommen und auf die örtliche Polizeiwache gebracht worden. Sie wurde allerdings nie offiziell angeklagt oder der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Zwischen Mai und September hat die Polizei neun Mal ihr Haus durchsucht, sie sah bereits einige Male einen roten Lieferwagen ohne Nummernschild vor ihrem Haus. Sie vermutet, dass es sich um Polizisten handelt, die sie einschüchtern wollen.Sie befindet sich in Lebensgefahr.
Gebet: Guter Gott, bitte sei mit deiner Kraft bei Ana Patricia Fermín. Schütze ihr Leben.

Denken wir an verschleppte Personen in RUANDA
Am 16.April 2014 wurde Hassani Bizema, ruandischer Kaufmann, ohne Haftbefehl vom Militär in Gisenyi festgenommen. Seither gilt er als verschollen. Seit März wurden vom Militär 13 weitere Personen verschleppt, die verdächtigt wurden, Sympathisanten der sogenannten demokratischen Befreiungskräfte zu sein, die vom Kongo aus operieren. Im Juli wurden etwa 40 Leichen, in Säcke verpackt, von dem Fluss Kagera an die Grenze zwischen Ruanda und Burundi angeschwemmt. Ihre Identität wurde nicht aufgeklärt. Die ruandischen Behörden, die nie eine unabhängige Untersuchung eingeleitet haben, behaupten, dass es keine gewaltsamen Verschleppungen gebe und dass die Toten keine Ruander sein können.
Information: Seitdem 1994 Paul Kagame durch eine bewaffnete Rebellion an die Macht gekommen ist, kontrolliert die Armee alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Jegliche Opposition wird gewaltsam erstickt.
Gebet: Guter Gott, steh Herrn Hassani Bizema und den Verschleppten bei. Hilf, dass das Morden und die Verschleppungen ein Ende haben und die Menschen in Ruanda in Freiheit und Frieden leben können.

Denken wir an einen misshandelten Studenten in VENEZUELA
Daniel Quintero, ein 21 Jahre alter Student, wurde am 21. Februar 2014 in Maracaibo von der Nationalgarde festgenommen, weil er gegen die Regierungspolitik protestiert hatte. Er wurde geschlagen, eingeschüchtert und mit Vergewaltigung bedroht.
Danach musste er sich bis auf die Unterhose ausziehen und wurde an Händen und Füßen zusammengebunden. In dieser Position verharrte er neun Stunden lang. Sobald er sich bewegte, wurde er wieder geschlagen. Der Befehlshaber drohte zudem damit, ihn bei lebendigem Leib zu verbrennen. Ein Benzinkanister und Streichhölzer standen in Sichtweite. Es liegen auch andere Berichte vor, wonach die venezolanischen Sicherheitskräfte mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Personen vorgegangen sind, die sich an den Protesten Anfang des Jahres beteiligt haben. Zwar ist Daniel Quintero nicht mehr in Haft, die Umstände seiner Misshandlung wurden aber nicht untersucht, niemand wurde zur Rechenschaft dafür gezogen.
Gebet: Gott, wir sind betroffen von der Grausamkeit der Sicherheitskräfte. Schenke Daniel Quintero Heilung von den demütigenden Erlebnissen und Umkehr bei den Sicherheitskräften.

Denken wir an einen Gefangenen in den VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN
Mohammed al-Roken, ein bekannter Menschenrechtsanwalt, wurde 2012 festgenommen. Ihm und 68 weiteren Personen wurde vorgeworfen, eine geheime Organisation gegründet zu haben, um die Regierung zu stürzen. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Gefangenen hatten in Untersuchungshaft keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand und wurden in Einzelhaft gehalten. Einige von ihnen gaben vor Gericht an, gefoltert worden zu sein - dennoch wurden die mutmaßlich durch Folter erzwungenen "Geständnisse" als Beweismittel verwendet. Mohammed al-Roken hat in der Vergangenheit Personen in prominenten Menschenrechtsfällen vor Gericht vertreten und war zum Zeitpunkt seiner Festnahme als Rechtsbeistand für einige Reformbefürworter tätig, denen man die Staatsangehörigkeit entzogen hatte.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten für Mohammed al-Roken um Schutz vor Folter und Kontakt zu seiner Familie und erhoffen seine Freilassung. Wir sind dankbar für die wertvolle Menschenrechtsarbeit, die er und andere trotz der großen Gefahren leisten.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/