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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Home Monatsgebete 2014 Monatsgebet Dezember 2014

Monatsgebet Dezember 2014

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an Gefangene in MAROKKO
Vom 27.bis 30.November 2014 fand in Marokko die Weltversammlung zum Schutz der Menschenrechte statt. Jedoch gibt es in den Gefängnissen von Marokko viele von Folter Gequälte, deren Schicksale bei Gericht nicht zur Kenntnis genommen werden. Zu ihnen zählen der sahrouische Menschenrechtler Naâma Asfari und 24 weitere Mitgefangene des Stammes. Die Sahrouis, Bewohner der Westsahara, die unter marokkanischer Verwaltung  steht, hatten 2010 ein Lager für etwa 20.000 Personen in Gdeim Izik gegründet. Sie wollten gegen die wirtschaftliche und soziale Diskriminierung protestieren. Bei der gewaltsamen Auflösung des Lagers durch marokkanische Sicherheitskräfte waren 9 marokkanische Soldaten getötet worden. Als Vergeltung wurden Hunderte Sahrouis festgenommen. 25, darunter Naâma Asfari, wurden nach 9-tägigen Verhandlungen im Februar 2013 zu langen Haftstrafen verurteilt und zwar von einem Militärgericht, obwohl die Verurteilten Zivilpersonen sind. Die Urteile basieren auf unter Folter erpressten Geständnissen. Die Richter nahmen keine Kenntnis von dem Vorwurf der Folterungen und ließen keine medizinische Untersuchung der Angeklagten zu.
Gebet: Guter Gott, gib, dass die Regierung des marokkanischen Staates ihr Versprechen hält, die Menschenrechte zu achten und eine ehrliche Untersuchung von Foltervorwürfen zulässt. Hilf den Verurteilten, dass sie eine neue Chance für einen fairen Prozess erhalten.

Denken wir an verhaftete Menschenrechtler in MAURETANIEN
Am 11.November 2014 wurde Herr Biram Dah Abeid, Mitbegründer der Initiative zur Abschaffung der Sklaverei, zusammen mit 7 weiteren Menschenrechtlern verhaftet. Im Juni 2014 hatte er bei der Präsidentschaftswahl überraschend mit 9% der Stimmen, das zweitbeste Ergebnis bei dieser Wahl erzielt.  Herr Abeid hatte am 7.November 2014 eine Rundreise zu mehreren Dörfern im Tal des Flusses Senegal organisiert, um gegen die Enteignungen zu protestieren, von denen die von Sklaverei betroffene und diskriminierte Volksgruppe der Harratin (muslismische Negro-Mauretanier) betroffen ist. Die Nutznießer dieser Enteignungen sind die Bidhan (muslimische Berber, zum großen Teil Befürworter der Sklaverei). Bei der Rückkehr von dieser Rundreise haben Sicherheitskräfte ihn und 6 weitere Mitglieder der Antisklavereibewegung in der Stadt Rosso verhaftet, wo sie bis heute in der Polizeistation gefangen gehalten werden. Bereits mehrfach waren diese Menschenrechtler verhaftet, bedroht, geschlagen und eingeschüchtert worden. Obwohl seit 2007 Sklaverei in Mauretanien unter Strafe steht, wird sie weiterhin praktiziert und geduldet. Opfer sind Personen aus der Volksgruppe der Harratin.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Verhafteten, die mutig für das Lebensrecht unterdrückter Menschen eingetreten sind, bald freigelassen werden. Schütze die Menschen in Mauretanien vor Missachtung und Sklaverei.

Denken wir an einen gefangenen Deutschen in CHINA
Robert Rother, der seit dreieinhalb Jahren in China inhaftiert ist und für den wir uns  mehrfach durch Briefe, Intervention und Dringlichkeitsaktion und Gebet eingesetzt haben, befindet sich seit Juli 2014 in einem Gefängnis in Dongguan, das faktisch ein Arbeitslager ist. Von dort durfte er erst einen Brief schreiben und einmal seine Mutter anrufen. Ein Angehöriger des deutschen Konsulats in Kanton hat ihn dort bisher zweimal besucht. Der Gesundheitszustand von Herrn Rother ist schlecht.
Gebet: Herr, sei bei Robert Rother in der Einsamkeit des Gefängnisses. Ohne die Nähe und den Beistand seiner Familie ist er der Willkür des Gefängnispersonals ausgeliefert. Gib ihm Trost durch deine Nähe.

Denken wir an einen Gefangenen in KOLUMBIEN 
Herr Polo Carillo wurde mit 17 Jahren zu 29 Jahren Haft verurteilt und ist in dem Hochsicherheitsgefängnis la Tramacua von Valledupar inhaftiert. Die harten Haftbedingungen und die wiederholten Misshandlungen haben zu einer psychischen Erkrankung geführt, die im März 2011 diagnostiziert wurde. Zweimal hat er in einem Anfall von Schizophrenie versucht, sich umzubringen. Seitdem wurde er mindestens dreimal durch die Wärter misshandelt, 2011, indem sie ihn verprügelt oder Tränengas in seine Zelle gesprüht haben. Im Januar 2013 wurde er mit dem Gewehrkolben geschlagen und dabei ernsthaft verletzt, im Dezember 2013 hat man ihn außerdem durch Elektroschocks misshandelt. In allen 3 Fällen hat seine Familie Klage erhoben, aber die betreffenden Wärter wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Herrn Carillo wird nicht die nötige medizinische Behandlung gewährt.
Gebet: Guter Gott, hilf Herrn Carillo in seiner Krankheit und schütze ihn vor der Brutalität der Wärter. Wecke in deren Herzen das Gefühl der Mitmenschlichkeit.

Denken wir an einen politischen Gefangenen in KUBA 
Iván Fernández Depestre wurde am 30. Juli 2013 während eines Protestmarsches zu Ehren eines im Gefängnis verstorbenen Regimekritikers in Placetas festgenommen. Drei Tage nach seiner Verhaftung wurde er wegen “potenzieller sozialer Gefährdung“ auf Grundlage von Artikel 72-79 des kubanischen Strafrechts zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Diese Artikel dienen dazu, unliebsame aber unbescholtene kubanische Bürger mundtot zu machen. Seit dem 9. Oktober 2014 protestiert Herr Depestre mit einem Hungerstreik. Deshalb wurde er in das Guajamal-Gefängnis in Santa Clara verlegt und befindet sich dort in einer so genannten “Strafzelle“, wo man ihn misshandelt und droht, ihn umzubringen. Diese “Strafzellen“ sind meist zu klein, um aufrecht darin zu stehen oder ausgestreckt zu liegen, die hygienischen Verhältnisse sind unmenschlich. Das Leben von Herrn Depestre ist in Gefahr.
Gebet: Gott, wir beten für Iván Fernández Depestre. Gib ihm Kraft von deiner Kraft, damit er die furchtbaren Haftbedingungen überlebt. Sei ihm nahe und gib ihm Trost.  

Denken wir an eine ermordete Frau in BRASILIEN 
Marinakva Manoel, eine 27-jährige indigene Gemeindesprecherin der Guaraní im zentral-westlichen Brasilien, wurde vermutlich vergewaltigt und erstochen. Ihre Leiche wurde am 4. November 2014 im Graben neben einer Schnellstraße gefunden. Im vergangenen Monat war sie mit einer Delegation von Guaraní-Sprechern 1.000 Kilometer weit in die Hauptstadt Brasilia gereist, um von den Behörden zu  fordern, dass sie ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen und den Guaraní ihr Land zurückgeben, bevor weitere Indigene getötet werden. Sprecher der Guaraní werden regelmäßig von Söldnern, die von Viehzüchtern und Farmern angeheuert werden, attackiert und getötet. Diese nehmen das Land der Guaraní in Besitz, erzielen große Gewinne, während die Guaraní in Reservate und Lager abgedrängt werden und unter Mangelernährung und Gewalt leiden. Die Suizidrate unter den Guaraní steigt an.
Gebet: Herr, wir beten für die indigenen Menschen in Brasilien, die unter Unrecht und Gewalt leiden. Du bist es, der den Gewalttätern den Weg der Liebe zeigt. Wende sie zu dir, damit das Leiden  ihrer Mitmenschen ein Ende nimmt. Möge Marinalva Manoel und die anderen getöteten Menschen in deinem Frieden ruhen.

Denken wir an ein getötetes Ehepaar in PAKISTAN 
Extremistische Muslime umstellten am 4. November 2014 ein kleines christliches Dorf südwestlich von Lahore. Sie rissen dem 27-jährigen Ziegeleiarbeiter Shahzad Masih und seiner schwangeren Frau Shama die Kleider vom Leib, fesselten sie, schlugen sie halb tot und warfen die beiden schließlich lebendig in den Brennofen der Ziegelei. Der Ziegeleibesitzer hatte sie festgehalten, weil sie angeblich den Koran entweiht haben sollen. Der eigentliche Hintergrund war, dass  Shahzad Masih vom Eigentümer der Ziegelei den gesetzlichen Mindestlohn gefordert hatte, um den Vorschuss, den ihm der Eigentümer gegeben hatte, zurückzahlen zu können.  Die Zinsen für solche Vorschüsse sind so hoch, dass die völlig unterbezahlten Arbeiter auf dem Lande oft ihr Leben lang in Schuldknechtschaft leben. Das Ehepaar hinterlässt drei Kinder zwischen eineinhalb und sechs Jahren.
Gebet: Barmherziger Gott, wir können voller Entsetzen über diese Tat dich nur bitten, diesen Menschen deine Liebe zu zeigen, damit sie das unmenschliche ihres Tuns erkennen und deinen Weg der Liebe finden. Shahzad und Shama wissen wir in deiner Ewigkeit geborgen und ihre Kinder unter deinem Schutz.

Denken wir an einen verurteilten Mann in USBEKISTAN
Der usbekische Produzent und Geschäftsmann Mirsobir Khamidkariev wurde am 18. November 2014 von dem Strafgericht Taschkent in einem unfairen Verfahren wegen angeblicher Gründung von verbotenen Organisationen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Ursprünglich war die Verhandlung auf den 20. verschoben worden, dann aber ohne Wissen seines Anwalts wieder auf den 18. zurückverlegt worden. Herr Khamidkariev war 2010 nach Russland geflohen, nachdem ihn die usbekischen Behörden der Gründung einer islamistischen Terrorgruppe beschuldigt hatten, was er vehement bestreitet.
Am 9. Juni 2014 wurde er im Zentrum von Moskau von Angehörigen des Sicherheitsdienstes FSB entführt und am folgenden Tag nach Usbekistan abgeschoben. Berichten zufolge wurde er in Usbekistan zwei Monate lang schwer gefoltert. Dabei wurden ihm sieben Zähne ausgeschlagen und zwei Rippen gebrochen.
Gebet: Gott, dir befehlen wir Mirsobir Khamidkariev an, verschleppt und zu Unrecht verhaftet, monatelang gefoltert und verurteilt. Gib ihm Kraft, damit er nicht verzweifelt. In der Trostlosigkeit des Gefängnisses sei du ihm Trost und Hilfe.

Denken wir an einen inhaftierten Ugander in der DEMOKRATISCHEN REPUBLIK KONGO (DRK)
Der ugandische politische Aktivist Sam Mugumya wird in der DR Kongo von Angehörigen des Militärs ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Er ist Mitglied der ugandischen Oppositionspartei "Forum für Demokratischen Wandel". Die ugandische Regierung wirft ihm Planung einer Rebellion vor. Ein hochrangiger kongolesischer Militärangehöriger hat ugandische Medienberichte vom 13. November bestätigt, nach denen sich Sam Mugumya in der DRK in Haft befindet. Weder seine Familie noch Parteimitglieder haben Informationen über seinen Verbleib. Er wird an einem unbekannten Ort ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und ist daher in großer Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, die lang anhaltende Krisensituation im Ost-Kongo macht uns ratlos, wir bitten dich um Frieden im Kongo. Wir sorgen uns um Sam Mugumya. Gib ihm und seiner Familie Kraft in dieser Ungewissheit.

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in BANGLADESCH 
Mohammad Kamaruzzaman, stellvertretender Generalsekretär einer Oppositionspartei in Bangladesch, wurde im Mai 2013 zum Tode verurteilt. Er war für schuldig befunden worden, an Tötungen beteiligt gewesen zu sein, die während des Unabhängigkeitskriegs von 1971 verübt wurden. Er legte Rechtsmittel ein, doch das Todesurteil wurde am 3. November vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Die Regierung Bangladeschs hat mit den Vorbereitungen seiner Hinrichtung begonnen, obwohl er noch nicht das ihm zur Verfügung stehende Rechtsmittel, den Antrag auf Überprüfung des Urteils, ausgeschöpft hat. Ein genauer Termin der Hinrichtung ist unbekannt, es wird aber befürchtet, dass sie bald stattfinden wird.
Gebet: Herr, wir beten für die Verantwortlichen in Bangladesch, lass sie erkennen, dass nicht wir Menschen Herr über Leben und Tod sind, sondern dass dies in deiner Hand liegt. Wir beten auch für Mohammad Kamaruzzaman, sei bei ihm und schütze sein Leben.

Denken wir an eine inhaftierte Frauenrechtlerin in SAUDI-ARABIEN
Die bekannte Frauenrechtlerin Souad Al-Shammari wurde am 28. Oktober 2014 während einer Vernehmung verhaftet und befindet sich seither im Briman-Gefängnis in Jeddah. Sie wird beschuldigt, durch Twitter arabische Frauen dazu anzustiften, gegen das System der Vormundschaft zu rebellieren. Sie ist bekannt wegen ihres Widerstandes gegen dieses System, das Frauen ihrem männlichen Vormund unterordnet und ist Vorsitzende des Netzwerks “Saudi-arabische Liberale“. Frau Al-Shammari ist Mutter von sechs Kindern und arbeitete als Schuldirektorin in Jeddah, bis sie 2011 gezwungen wurde, in Rente zu gehen, Berichten zufolge aufgrund ihres Aktivismus. Ihr Ruhegehalt wird ihr verwehrt.
Gebet: Gott, gib Souad Al-Shammari Kraft von deiner Kraft für ihre schwere Aufgabe. Hilf, dass sie vor Misshandlungen bewahrt bleibt. Wir beten darum, dass in Saudi-Arabien ein Umdenken  stattfindet, damit Frauen in Freiheit und selbstbestimmt leben können.

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/