ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an eine misshandelte Studentin in ANGOLA  
Am 23.November 2014 wurde die Studentin Laurinda Gouveia 2 Stunden lang gefoltert. Sie ist Mitglied der Grup­pe „Zentral-Angola 7311“, die gegen das Regime von Jose Eduardo dos Santos, seit 34 Jahren an der Macht, oppo­niert. Laurinda wurde von der Polizei verhaftet, als sie 3 an­dere Mitglieder ihrer Oppositionsgruppe filmen wollte, die in Luanda demonstrierten, um eines vor einem Jahr getö­te­ten Oppositionellen zu gedenken. Laurinda wurde geschla­gen, in ein Auto gezerrt und in Handschellen gelegt. Ein hö­herer Offizier der Polizei beschimpfte sie als Hure und schlug ihr ins Gesicht. 6 weitere anwesende Polizisten haben sie dann mit Schlagstöcken, Kabeln und Eisenstangen geschla­gen. Laurinda wurde mehrfach während ihrer zweistündigen Peinigung bewusstlos und schließlich in hilflosem Zustand auf die Straße geworfen. Passanten haben sie zu einem Krankenhaus gebracht. Die Polizisten hatten ihr auch zu verstehen gegeben, dass sie ihre Adresse kennen und sie töten würden, wenn sie ihre politischen Aktivitäten fortsetzen würde.
Information: Während Angola nach dem bis 2002 dauern­den Bürgerkrieg einen wirtschaftliche Aufschwung genom­men hat, wurden unter dem Regime von dos Santos die Forderungen nach Beachtung der Menschenrechte und einer demokratischen Öffnung unterdrückt. Jugendliche, die sich gegen Korruption wenden, werden verfolgt.
Gebet: Guter Gott, lass die seelischen und körperlichen Wunden der Studentin Laurinda Gouveia bald heilen. Gib den angolanischen Studenten Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft in ihrem Land.

Denken wir an einen Verurteilte Mann in CHINA/Autonome Uigurische Region
Im Berufungsverfahren gegen den uigurischen Wissenschaft­ler Prof. Ilham Tohti  bestätigte das hohe Volksgericht von Xinjiang am 21. November 2014 das Urteil  der ersten Instanz vom 23. September: lebenslange Haftstrafe wegen “Separatismus“. Seine Rechtsbeistände waren bei dem Ver­fahren nicht anwesend. Am 12. Dezember 2014 wurde Ilham Tohti in das Gefängnis Nr. 1 der Region Xinjiang überführt. Im Oktober 2014 hatten wir uns für ihn eingesetzt. Aber bereits vor einem Jahr war der Wissenschaftler von Sicherheits­kräf­ten festgenommen worden, weil er seit Jahren den Umgang der chinesischen Regierung mit der uigurischen Minderheit auf seiner Webseite kritisierte. Über fünf Monate war er ohne Kontakt zur Außenwelt, zehn Tage ohne Nahrung. 20 Tage lang musste er Fußfesseln tragen. Den Rechtsbeiständen wur­de der Zugang zu Beweismitteln verwehrt. Ilham Tohti hatte sich trotz seiner Kritik immer für einen Dialog und Ausgleich mit China eigesetzt.
Gebet: Gott, wir beten dafür, dass Ilham Tohti von Folter und Misshandlungen verschont bleibt. Wir hoffen, dass durch deine Hilfe Menschen, die Macht ausüben, sich zu gerechtem Tun wenden. Gib Ilham Tohti Kraft durch diese Hoffnung.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler im KONGO (DRK)
Am 21. Januar 2015 haben bewaffnete Männer, die Uniformen der Militärpolizei trugen, den Menschenrechtsverteidiger Christopher Ngoyi Mutamba festgenommen.
Die Männer zwangen ihn, in einen weißen Geländewagen ohne Nummernschild zu steigen. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.  Auch seine Familie und sein Rechtsbeistand wissen nichts von ihm. Bisher liegt auch keine Anklage gegen ihn vor. Es besteht die Gefahr, dass er dem Verschwindenlassen zum Opfer fällt. Am Tag nach seiner Verhaftung kamen bewaffnete Männer in seine Wohnung und nahmen mehrere Dokumente mit. Herr Mutamba ist Vorsitzender einer Menschenrechtsorganisation und Mitglied eines Netzwerks von Oppositionsparteien, die sich gegen Änderung der Verfassung wenden, die eine Verlängerung der Amtszeit des jetzigen Präsidenten ermöglichen würden. Er ist in großer Gefahr, gefoltert, misshandelt oder getötet zu werden.
Gebet: Gott, wir wollen beten für alle Opfer von Gewalt und Willkür. Wir bitten dich, sei bei Christopher Ngoyi Mutamba mit deiner Kraft, gib ihm Trost durch deine Nähe.

Denken wir an einen Gefangenen in TUNESIEN 
Die Tunesier feiern den 4.Jahrestag des demokratischen Umbruchs in ihrem Land. Für Taoufik Elaiba jedoch blieb der gesellschaftliche Wandel folgenlos. Der Vater von 4 Kindern wurde 2009, also vor dem Umbruch, durch die Nationalgarde verhaftet und während der 6 tägigen Untersuchungshaft gefoltert. Er unterschrieb ein unter Folter erzwungenes Geständnis. Der Richter, vor dem er auf die Folterung hingewiesen hat, nahm davon keine Notiz und verurteilte ihn im Oktober 2011 wegen Autodiebstahls zu 22 Jahren Haft. Die Strafe wurde durch das Berufungsgericht auf 7 Jahre verkürzt. Später fand nach mehreren Klagen der Anwälte Taoufiks eine Anhörung statt, aber es wurde keine medizinische Untersuchung eingeleitet. Die Folterer wurden bisher nicht belangt.
ACAT-France hat für Taoufik Elaiba eine Internetunterschriftenaktion gestartet. Sie können sich daran beteiligen. Folgen Sie bitte diesem Link: http://www.acatfrance.fr/action/je-soutiens_taoufik_elaiba
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Taoufik Elaiba Gerechtigkeit widerfährt. Gib, dass in der jungen tunesischen Demokratie Folter geächtet wird, dass es zu rechtsstaatlichen Verfahren und zur Wiederaufnahme von fragwürdigen Prozessen kommt.

Denken wir an überfallene und gefolterte Menschen in INDONESIEN/WESTPAPUA
In der Nähe der Grasberg-Mine, der weltweit größten Goldmine im Hochland von Westpapua, drangen Polizis­ten und Soldaten am 7. Januar 2015 in das Dorf Utikini ein, nachdem zwei Polizeibeamte und ein Mann vom Sicherheitsdienst der Mine getötet worden waren.  Fotos, die von Soldaten offenbar als “Trophäen“ gemacht wurden, zeigen Papua-Männer mit nacktem Oberkörper und auf dem Rücken gefesselten Händen. 116 Personen wurden festgenommen, darunter 48 Frauen und drei Kinder. Die Polizei verhörte und folterte viele von ihnen. Zwölf verbleiben weiterhin in Polizeigewahrsam. Ihnen droht Misshandlung und Folter. In einem benachbarten Dorf haben Polizei und Soldaten Häuser und Zelte nie­der­gebrannt. Die Polizei fand Material, das die Selbstbestim­mung der Papua unterstützt. Allein der Besitz der West-Pa­pua-Flag­ge kann zu mehrjährigen Gefängnisstrafen führen.
Gebet: Herr, sieh in deiner barmherzigen Güte auf die leiden­den Papua. “Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Erfreue uns nun wieder, nachdem wir so lange Unglück leiden. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.“ (Ps. 90,13-15)

Denken wir an einen Gefangenen in ISRAEL
Am 5.Januar 2015 haben die israelischen Behörden die Ad­mi­nistrationshaft des Palästinensers Khader Adnan um 6 Monate verlängert. Damit gehört Khader Adnan zu den 32 Häftlingen, deren Administrationshaft im Januar 2015 verlängert wurde. Khader Adnan wurde am 8.Juli 2014 in Zu­sammenhang mit den Maßnahmen nach dem Mord an 3 Isra­e­lis verhaftet. Er ist in einen erneuten Hungerstreik ge­tre­ten, um gegen seine willkürliche Haft zu protestieren. Khader Anan, 36 Jahre alt, Bäcker und Student der Wirtschafts­wis­sen­schaften, wurde bereits zum 10. Mal verhaftet. Zweimal wurde er von der palästinensischen Polizei wegen seiner Teilnahme an Studentendemonstrationen und 8-mal von der israelischen Armee inhaftiert, die in ihm einen Wortführer des islamischen Dschihad sieht. Er hat insgesamt 6 Jahre im Gefängnis verbracht, davon die meiste Zeit in Administra­tionshaft, eine Haft, die die israelische Armee für 6 Mona­te verhängen darf, ohne Anklage erheben oder Gründe nennen zu müssen. Diese Haft kann zudem immer wieder verlängert werden. Khader hatte 2011 bereits 66 Tage lang einen Hungerstreik durchgeführt, bis die israelischen Behörden auf die Verlängerung der Administrationshaft verzichtet haben.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Khader Adnan und steh ihm in seiner Verzweiflung über die als rechtlos empfun­dene Haft bei. Führe die Verantwortlichen dazu, dass sie niemand ohne einen fairen Prozess im Gefängnis halten.

Denken wir an bedrohte Menschen in SRI LANKA
Brito Fernando, Phillip Dissanayake und Prasanga Fernan­do, Partner von ACAT, wurden während des 6 wö­chigen Wahlkampfes auf Sri Lanka (November 2014 – Janu­ar 2015) mit dem Tod bedroht. Diese drei Männer sind als Menschenrechtler bekannt und haben bei den Präsidentschafts­wahlen am 8. Januar 2015 den Kandidaten der Oppo­sition unterstützt. Es wurden Köpfe von Hunden vor ihr Haus gelegt. 3 Tage später erhielten sie Anrufe mit Mord­dro­hungen. Ein Anrufer sagte, er wisse wo die Kinder von Phillip Dissanayake zur Schule gingen. Den Bedrohten wur­de gesagt, dass sie ihre Beerdigung vorbereiten sollten. Zur allgemeinen Überraschung hat der Kandidat der Opposition die Wahl gewonnen.
Gebet: Guter Gott, schenke den 3 Männern den Mut, ihre Arbeit fortzusetzen. Stärke alle, die in Sri Lanka für die Beachtung der Menschenrechte, für demokratisches Verhalten und für Aussöhnung der ethnischen Gruppen kämpfen.

Denken wir an zwei getötete Frauen in MYANMAR 
Zwei christliche Frauen aus dem Volk der Kachin, die 20-jäh­rige Maran Lu Ra und die 21-jährige Tangbau Hkawn Nan Tsin arbeiteten freiwillig für die “Kachin Babtist Convention“ im Dorf Shabuk-Kaunghka in der birmanischen Provinz Shan. In der Nacht vom 19. Januar 2014 wurden sie von einer Gruppe von Soldaten der birmanischen Regierung überfallen, brutal vergewaltigt und schließlich ermordet. Dorfbewohner, die die Schreie der Frauen hörten und herbeieilten, mussten die grauenvolle Tat mitansehen ohne helfen zu können. CWS (Christian Solidarity Worldwide), einheimische und internationale Organisationen fordern die Suche nach den Schuldigen und ihre Bestrafung. CWS merkt an, dies sei ein weiteres Beispiel der anhaltenden Menschenrechtsverstöße in Myanmar und der Straffreiheit für Angehörige des Militärs im Krieg gegen das Volk der Kachin und fordert von der Regierung die Beendigung des Krieges und Bemühungen um Dialog und Frieden.
Gebet: Gott, wir sehen  die gemarterten Frauen, Opfer des Krieges und der Willkür. Wir hoffen, dass sie bei dir sind, wo “der Tod nicht mehr sein wird noch Leid, noch Schmerz.“ Wir bitten dich, nimm dich der Täter an, gib ihnen Einsicht, wende sie zu dir und deinem Gebot der Liebe. Lehre uns zu leben für eine Welt des Friedens.

Denken wir an ein Opfer des Verschwindenlassens in SRI LANKA
Der Journalist und Karikaturist Prageeth Eknaligoda verschwand am 24. Januar 2010 im Vorfeld der damaligen Präsidentschaftswahlen. Zeugenaussagen zufolge soll ungefähr zum Zeitpunkt seines Verschwindens ein weißer Lieferwagen ohne Kennzeichen vor seinem Haus gesehen worden sein. Amnesty International befürchtet, dass er we­gen seiner journalistischen Arbeit Opfer des Verschwin­den­lassens wurde. Seine Ehefrau Sandya Eknaligoda hat beim Obersten Gerichtshof in Colombo einen Antrag auf Haftprüfung eingereicht und eine sofortige und umfassen­de Untersuchung beantragt. Die Polizei hat bisher jedoch wiederholt um Aufschub gebeten. Als der Fall im Dezem­ber 2012 gehört wurde, betonte der Vorsitzende Richter, dass die Ermittlungen starke Defizite aufwiesen. Seither hat das Verfahren keine Fortschritte gemacht und die Anhörungen vor Gericht sind immer wieder vertagt worden.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Gerechtigkeit für Prageeth Eknaligoda. Schütze ihn in der Haft, sei mit deiner Kraft bei ihm und seiner Frau.

Denken wir an einen inhaftierten Mönch in CHINA
Der tibetische Mönch Karma Tsewang wurde am 6. De­zember 2013 während einer Reise in der Provinz Sichuan festgenommen. Er wurde im Juli oder August 2014 in einem geheimen Verfahren wegen der "Beherbergung von Kriminellen" zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er ist in Tibet dafür bekannt, dass er sich für eine Förderung der tibetischen Sprache und Kultur einsetzt. Seinen Rechtsbeiständen wird seit seiner Verurteilung immer wieder der Zugang zu ihm verwehrt, und seiner Familie sind keine Besuche gestattet worden. Karma Tsewang leidet an Hepatitis, und es ist unklar, ob er die nötige medizinische Behandlung erfährt. Ihm drohen weiterhin Folter und Misshandlungen in der Haft.
Gebet: Gott, schütze Karma Tsewang vor Folter und ande­rer Misshandlung. Wir hoffen weiterhin auf Möglichkeiten des Zusammenlebens in gegenseitigem Respekt in Tibet.

Denken wir an bedrohte Menschenrechtler in Mexiko
Silvia Pérez Yescas ist Angehörige der indigenen Gruppe der Zatopeken in der Gemeinde Matías Romero im mexi­kanischen Bundesstaat Oaxaca und erhielt in den letzten Jahren immer wieder Morddrohungen. Die mexikanische Regierung sicherte ihr 2013 Schutz­maßnahmen zu. Diese erwiesen sich aber als wirkungslos. Silvia Pérez Yescas kann so nicht nach Matías Romero zurückkehren und ihre legitime Menschenrechtsarbeit wieder aufnehmen.
Am 13. Januar erfuhr sie, dass Mitglieder ihrer Organisation "Indigene Frau­en für Naturschutz, Forschung und Nutzung der natür­lichen Ressourcen" von Personen bedroht worden sind, die nach eigener Aussage von einem örtlichen Polizeichef beauftragt worden waren. Den Mitgliedern der Organisation sagten sie: "Hört mit dieser Scheiße auf, für eure Kom­plizenschaft zu Silvia könnt ihr ins Gefängnis ge­steckt werden; sie wird dafür bezahlen, dass sie sich in die Landprobleme einmischt. Es gibt Leute, die nur darauf warten, dass sie zurückkehrt."
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich um Gerechtigkeit. Wir danken für die mutige Arbeit von Silvia Pérez Yescas und ihren Mitstreiterinnen. Wir bitten dich um Kraft und um Schutz in dieser Lage der Bedrohung.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/