ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen von der Polizei bedrängten Mann in Tunesien
Ramsi Romdhani war unter dem Regime des ehemaligen Präsidenten Ben Ali willkürlich verhaftet und im Gefängnis gefoltert worden. Seitdem er 2013 bei der tunesischen Justiz Klage wegen der erlittenen Folter erhoben hat, lehnt die Polizei es ab, ihm den Personalausweis, der bei seiner Verhaftung 2007 eingezogen worden war, wieder auszuhändigen, so dass er keine Arbeit finden kann. Den Termin, an dem er wegen seiner Klage als Opfer vor Gericht aussagen sollte, konnte er nicht wahrnehmen, weil die Polizei ihn vorher auf Grund von fadenscheinigen Anschuldigungen kurzfristig inhaftiert hatte. Ramsi Romdhani ist daraufhin mit seiner Familie von Tunis weggezogen und hat sich in Kairouan niedergelassen. Auch dort wird er von der Polizei nicht in Ruhe gelassen. Die Polizei hat den Vermieter gedrängt, ihm zu kündigen, weil er ein Terrorist sei. Sein 7-jähriger Sohn wurde nach der Schule von Beamten in ein Auto gezogen und stundenlang festgehalten, was ihn traumatisiert hat.
Ramsi Romdhanis Wohnung wurde durchsucht. Als er am 28.Februar nach Tunis fahren wollte, um bei einem Anwalt Klage wegen Belästigungen zu erheben, wurde er von einer Antiterrorbrigade daran gehindert.
Gebet: Guter Gott, gib Ramsi Romdhani und seiner Familie Schutz vor den Willkürmaßnahmen der Polizei. Hilf auch, dass ihm die Justiz wegen der erlittenen Folter Gerechtigkeit widerfahren lässt. Hilf dem tunesischen Volk trotz seiner terroristischen Bedrohung die Menschenrechte zu achten und damit die Schatten der Vergangenheit zu überwinden.

Denken wir an einen verschwundenen Mann in BANGLADESCH

Wie der diensthabende Mann des Gebäudesicherheitsdienstes angab, haben am Abend des 10. März 2015 fünf bewaffnete Männer in Zivilkleidung das Gebäude in der Hauptstadt Dhaka um 22:15 betreten und 20 Minuten später aus einer Wohnung im ersten Stock Salahuddin Ahmed, den Generalsekretär der Oppositionspartei BNP (Bangladesh Nationalist Party) abgeführt. Zwei Zeugen, die aus Angst untergetaucht sind, haben der Familie berichtet, dass die Männer angegeben hatten, sie wären von der Polizei Sondereinheit Detective Branch of Police. Die Ehefrau von Salahuddin Ahmed wollte bei der Polizei Strafanzeige erstatten, aber die Polizei weigerte sich, die Anzeige aufzunehmen und bestreitet die Festnahme. Dies entspricht dem Muster, nach dem nahezu alle Fälle von Verschwindenlassen behandelt werden. Das Hohe Gericht, an das sich die Familie gewandt hat, forderte die Regierung auf, den Aufenthaltsort  bis zum 8. April zu nennen. Das Verschwinden von Herrn Ahmed könnte mit seiner Tätigkeit als Sprecher der BNP zusammenhängen.
Gebet: Gott, wir bitten dich, bewahre Salahuddin Ahmed vor Misshandlung. Gib der Familie Trost und stärke in ihnen die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Denken wir an eine Mutter mit ihrem Sohn in Abschiebehaft in den USA
Aus Guatemala sind Celia Primero Ismalej und ihr 18 Monate alter Sohn Jhordan Lajuj Primero in die USA geflohen, um dort Asyl zu beantragen. Dort befinden sie sich nun seit über acht Monaten in Abschiebehaft, obwohl sie die Voraussetzungen für eine Freilassung erfüllen. Beide leiden unter der fortdauernden Haft. Bei der Mutter wurde ein Psychotrauma diagnostiziert und sie zeigt Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Sie leidet unter einer schmerzhaften chronischen Erkrankung des Darms und einem entzündeten Zahn. Sie ist nicht diesbezüglich behandelt worden und hat keine Medikamente erhalten. Ihr Sohn leidet an einer chronischen Ohrenentzündung sowie abwechselnd unter Verstopfung und Durchfall. Die Haft der beiden verstößt sowohl gegen das Völkerrecht als auch gegen internationale Menschenrechtsstandards.
Gebet: Gott, wir wollen uns einsetzen für barmherzige Aufnahmeregelungen und menschenfreundliche Unterbringung für Flüchtlinge. Lass Celia Primera Ismalej und ihren Sohn deine Gegenwart spüren und schenke ihnen Heilung.

Denken wir an einen Angeklagten in der Demokratischen Republik KONGO
Der Menschenrechtsverteidiger Christopher Ngoyi Mutamba wurde am 21.1. in Kinshasa festgenommen, nachdem er an Protesten gegen die Regierung teilgenommen hatte. Danach hielt man ihn 20 Tage ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft. Offiziell steht er wegen Verbreitung falscher Gerüchte, Propaganda, Aufwiegelung zu rassistisch motiviertem Hass, zivilem Ungehorsam und Plünderung unter Anklage. Die strafrechtliche Verfolgung könnte allerdings politisch motiviert sein, weil er sich gegen Verfassungsänderungen wendet, die Präsident Kabila eine weitere Amtszeit erlauben würden. Da er zu Beginn seiner Haft keinen Kontakt zu einem Rechtsbeistand aufnehmen konnte, besteht die Gefahr, dass er kein faires Verfahren erhalten wird. Ihm drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für den mutigen Einsatz von Menschenrechtlern wie Christopher Ngoyi Mutamba. Dein Geist unterstützt uns dabei, uns ebenfalls mutig für Gerechtigkeit einzusetzen.

Denken wir an einen inhaftierten Journalisten in SYRIEN
Das Syrische Zentrum für Medien und Freie Meinungsäußerung (SCM) beobachtet die Entwicklungen innerhalb der syrischen Opposition, veröffentlicht Berichte über Menschenrechtsverletzungen und die Lage der Medien in Syrien. Nicht zuletzt dokumentiert es die Namen aller während des Syrien-Konflikts Verhafteten, Verschwundenen und Getöteten. Der Leiter des SCM in Damaskus, Mazen Darwish, wurde am 16. Februar 2012 während einer Razzia im Zentrum von Angehörigen des Luftwaffengeheimdienstes festgenommen. In den letzten 3 Jahren wurde er in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert. Nun sollte am 25.3. eine Anhörung vor einem Sondergericht für Terrorismus stattfinden. Wie von seiner Frau Yara Bader erwartet, wurde der angesetzte Verhandlungstermin wieder verschoben. Sie vermutet, dass sie nichts gegen ihn vorbringen können. Das ist in den letzten drei Jahren schon viele Male geschehen.
Gebet: Gott, wir danken Dir für Menschen, die wie Mazen Darwish ihr Leben riskieren, um in Syrien Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Sei mit deiner Kraft bei ihnen. Bewahre sie vor Folter und unfairen Gerichtsverfahren.

Denken wir an einen verurteilten Missionar in NORDKOREA
Der 50-jährige Baptist und Missionar Kim Jong-Wook wurde am 30. Mai 2014 zu lebenslanger Haft in einem Arbeitslager verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, am Aufbau einer Untergrundkirche gearbeitet und Spionage betrieben zu haben. Zu einem Geständnis ist er vermutlich gezwungen worden. Kim Jong-Wook hatte von 2007 bis 2014 in der chinesischen Grenzstadt Dangdong gelebt und Nordkoreanern zur Flucht nach Südkorea verholfen. Als die chinesische Polizei im August 2012 zwölf Frauen festnahm, die sich in der Obhut des Missionars befanden und sie nach Nordkorea zurückschickte, folgte er ihnen, um ihnen zu helfen. Im Oktober 2013 wurde er festgenommen. Der Missionar habe für die Nordkoreaner nur humanitäre Hilfe leisten und ihr Recht auf Religionsfreiheit unterstützen wollen. Von den geschätzten 200.000 bis 400.000 Untergrundchristen befinden sich bis zu 70.000 in Arbeitslagern, wo sie bei Schwerstarbei grausamer Folter ausgesetzt sind.
Gebet: Gott, wir bitten dich, sieh auf die gefolterten Menschen, die wir deiner Güte anvertrauen. Gib Kim Jong-Wook und allen, die um ihres Glaubens willen verfolgt und unterdrückt werden, Trost durch deine Nähe.  

Denken wir an einen verschleppten Regierungskritiker in SIMBABWE
Itai Dzamara, Demokratieverfechter und Leiter der Protestbewegung Occupy Africa Unity Square, wurde am 9.3.2015 in einem Vorort von Harare verschleppt. Fünf Männer, die mit einem weißen Lieferwagen mit verdeckten Nummernschildern unterwegs waren, beschuldigten ihn, Vieh gestohlen zu haben, legten ihm Handschellen an und fuhren mit ihm davon. Am 7. März hatte er auf einer Demonstration in Harare dazu aufgerufen, in einer Massenaktion auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen Verhältnisse in Simbabwe aufmerksam zu machen. Als Leiter von Occupy Africa Unity Square hatte er kürzlich eine Petition beim simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe eingereicht, die ihn aufforderte, als Präsident zurückzutreten und den Weg zu Neuwahlen zu ebnen. Für sein Eintreten für Demokratie wurde er bereits früher festgenommen und brutal geschlagen. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.
Gebet: Gott, wir sind besorgt um Itai Dzamara. Schütze ihn. Sei bei den Machthabern und Präsidenten, lass sie deinen Willen erkennen und ihre Macht für das Wohl der Völkergemeinschaft einsetzen.

Denken wir an einen Gefangenen in ÄQUATORIAL-GUINEA
Der italienische  Geschäftsmann Roberto Berardi, ist seit Januar 2013 im Gefängnis von Bata inhaftiert. Er wurde im August 2014 wegen Diebstahls und Betruges zu zwei Jahren Haft nach einem ungerechten Prozess verurteilt. Herr Berardi ist ein lästiger Zeuge in einer Korruptionsaffäre, in die TheodorinNguema Obiang, der älteste Sohn des Präsidenten der Republik, verwickelt ist. Herr Berardi hatte 2011 mit Theodorin die Gesellschaft Eloba Constructions gegründet. Im Januar 2013 hatte er festgestellt, dass geheime Banküberweisungen auf Konten in den USA gingen. Die Verhaftung von Herrn Berardi sollte nach Aussage seines Anwaltes dazu dienen, die Zeugenaussage von Herrn Berardi vor dem amerikanischen Justizministerium zu verhindern. Die Gesundheit von Herrn Berardi hat sich auf Grund der miserablen Haftbedingungen stark verschlechtert. Er wurde mehrfach von den Wärtern geschlagen und musste häufig lange Phasen in Einzelhaft verbringen.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, gib Herrn Roberto Berardi Kraft in der qualvollen Haft und gib ihm die Chance, dass seine Sache in einem fairen Prozess neu verhandelt wird.

Denken wir an eine gefangene Frau in CHINA
Am 9. 12. 2014 kamen fünf Polizisten in die Wohnung der 67 Jahre alte pensionierten Ingenieurin Ye Julan in Shanghai, beschlagnahmten Informationsmaterial über Falun Gong sowie ihren Drucker und brachten sie ohne einen Haftbefehl vorzuweisen in das Untersuchungsgefängnis des Bezirks Putuo. Der Ehemann bekam keinerlei Nachricht über den Verbleib seiner Ehefrau. Erst am 9. Januar 2015 wurde ihm der offizielle Haftbefehl zugestellt, in dem seiner Frau vorgeworfen wird, dass sie der Falun Gong Organisation angehöre und sie bei der Ausführung der Gesetze gestört habe. Über den Verbleib und den Gesundheitszustand von Frau Ye bekommt weder der Ehemann noch die in Hamburg lebende Tochter Auskunft. Die Meditationsschule Falun Gong, die ursprünglich zugelassen war, ist seit Juli 1999 offiziell verboten, und ihre Mitglieder werden seither verfolgt, verschwinden in Arbeitslagern, wo sie bis zu 18 Stunden täglich sieben Tage die Woche arbeiten müssen. Zum Alltag gehören Gewalt und Folter, ungenügende Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten. Es besteht große Sorge um Gesundheit und Leben von Frau Ye.
Gebet: Gott, wir bitten dich für die Menschen, die in Gefängnissen und Arbeitslagern Misshandlungen und Folter erleiden. Gib ihnen und Frau Ye Kraft und Hoffnung.

Denken wir an eine inhaftierte Frau in SRI LANKA
Seit nunmehr einem Jahr ist Frau Jeyakumari Balendran inhaftiert, weil sie nicht aufhörte, Auskunft über das Verschwinden ihres Sohnes zu verlangen, der seit 2009 vermisst wird. Als sie Ende 2013, während einer Visite des britischen Premiers David Cameron ihm ihr Anliegen vor laufender Kamera vortrug, wurde sie bald darauf verhaftet. Sie wurde in der Untersuchungshaft geschlagen und in das Gefängnis von Boosa gebracht, in dem sie als tamilische Frau besonders Gefahr lief, Misshandlungen zu erleiden. Sie wurde 1 Jahr gefangen gehalten, ohne dass sie wegen eines Vergehens angeklagt wurde. Sie konnte ihr Kind, das in ein Kinderheim gebracht worden war, einmal im Januar für 10 Minuten sehen. Sie wurde später in das Frauengefängnis von Welikada in Colombo gebracht, was eine Verbesserung bedeutete. Nach dem überraschenden Regierungswechsel im Januar 2015 scheint es weitere Verbesserungen zu geben. Der neue Premierminister hat zudem angekündigt, dass mehrere Hundert tamilische politische Gefangene entlassen werden.
Gebet: Guter Gott, gib, dass Frau Jeyakumari Balendran wie auch die vielen anderen politischen Gefangenen bald freigelassen werden. Hilf auch, dass das Schicksal ihres vermissten Sohnes geklärt wird.

Denken wir an zum Tode verurteilte Menschen
Nach der Beendigung des Hinrichtungsmoratoriums in Pakistan wurden viele Menschen hingerichtet. Nun befürchtet man, dass auch das Urteil von Asia Bibi vollstreckt wird. Shafqat Hussain wurde als 14-jähriger unter zweifelhaften Bedingungen zum Tode verurteilt. Am 18.3. wurde die bevorstehende Hinrichtung ausgesetzt.
Im Iran gab es im vergangenen Jahr eine erschreckende Anzahl von Hinrichtungen. Die Familie des zur angeblichen Tatzeit noch minderjährigen Saman Naseem befürchtet ebenfalls die Vollstreckung des Urteils.
Die Hinrichtung der in den USA zum Tod verurteilten Kelly Gissendaner ist zum zweiten Mal im letzten Moment aufgeschoben worden.
1984 hat ein weißes Geschworenengericht Glenn Ford wegen Mordes verurteilt. 30 Jahre lang saß Ford in der Todeszelle. Zu Unrecht, wie sich nun herausstellte. Ein Gericht sprach den 65-jährigen frei. Schon 1984 wusste der Staatsanwalt von entlastenden Beweisen. Doch er schwieg. Heute entschuldigt er sich für dieses Verhalten.
Gebet: Wir wissen um die Ängste und Nöte der Verurteilten und deren Angehörigen. Schenke ihnen und uns Kraft von Deiner Kraft. Gib, dass wir in dem Bemühungen im Kampf gegen die Todesstrafe nicht ermüden.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/