ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Monatsgebete 2015 Monatsgebet Mai 2015

Monatsgebet Mai 2015

Drucken
Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an zwei inhaftierte Menschenrechtler in ANGOLA
Jose Marcos Mavungo und Arao Bula Tempo werden willkürlich in der Provinz Cabina, einer Enklave Angolas zwischen der demokratischen Republik Kongo und dem Kongo, gefangen gehalten. Jose Marcos Mavungo ist seit langem Mitglied der 2006 verbotenen Menschenrechtsorganisation Mpalabanda. Er wurde am 14.März 2015 während eines Gottesdienstes in einer Kirche verhaftet. An diesem Tag sollte er eine friedliche Protestaktion gegen die Menschenrechtsverletzungen und gegen die Verwendung öffentlicher Gelder in der Provinz Cabinda anführen. Der Gouverneur von Cabinda hatte diese Aktion verboten, sie zeuge von mangelndem Respekt gegenüber staatlichen Organisationen.
Arao Bula Tempo, Präsident der Anwaltskammer in Cabinda, wurde am gleichen Tag verhaftet. Eine Woche vorher hatte er eine Rede gehalten, in der er gefordert hatte, dass die Unabhängigkeit der Anwälte in Angola garantiert werden müsse. Er wurde am 16.März beschuldigt, zum Aufruhr aufgefordert zu haben.
Beide Menschenrechtsverteidiger haben keine Straftat begangen, sondern nur von der Freiheit des Wortes Gebrauch gemacht.
Gebet: Guter Gott, stärke die beiden Männer, die mutig für die Freiheit des Wortes in Angola eingetreten sind, in ihrer Haft. Gib ihnen die Hoffnung, dass ihr Eintreten für die Freiheit nicht umsonst ist.

Denken wir an einen inhaftierten Geschäftsmann in ALGERIEN 
Der algerisch-luxemburgische Geschäftsmann Medjdoub Chani wurde 2009 von Agenten in Zivil verhaftet, als er in Algier ankam, um ein Fest mit seiner Familie zu feiern. Während seine Frau und sein Sohn, wohnhaft in Luxemburg, vergeblich versuchten, ihn zu finden, wurde er in einem geheimen Zentrum 20 Tage lang vom Geheimdienst misshandelt (Schläge, Schlaf-und Nahrungsentzug, Demütigungen), um ein Geständnis von ihm zu erpressen, in dem er sich der Korruption beschuldigt. Er wurde dann in vorläufige Haft gebracht. Seine Klage wegen Folterung blieb ohne Wirkung. Auch die Bemühungen seines Anwalts aus Luxemburg stocken, weil die algerische Justiz nicht kooperieren will. Im Juni 2012 wurde er zu 18 Jahren Haft, in der Berufung auf 15 Jahre reduziert, verurteilt. Er wird nun in einer zweiten Affäre belangt und läuft Gefahr, wieder auf Grund eines unter Folter erpressten Geständnisses verurteilt zu werden.
Gebet: Guter Gott, lass Herrn Chani Deine Nähe spüren. Schütze ihn vor weiterer Misshandlung und hilf, dass ihm die Justiz in einem fairen Prozess Gerechtigkeit widerfahren lässt.

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten tibetischen Schriftsteller in CHINA 
Am 19. März 2015 wurde der junge tibetische Schriftsteller und Blogger Druklo – auch bekannt als Shokjang – im Kreis Tongren im autonomen Bezirk der Tibeter in der nordchinesischen Provinz Qinghai von Sicherheitskräften abgeführt und ist seitdem ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand inhaftiert. Verwandten und Freunden wurden weder die Gründe für seine Inhaftierung noch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe mitgeteilt. Am 16. März hatte Druklo einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem er auf die verstärkte Präsenz von chinesischen Polizeipatrouillen im Kreis Tongren einging. Er war 2010 schon einmal festgenommen worden, weil er über die tibetischen Unruhen 2008 geschrieben hatte. Ethnische Tibeter werden in China diskriminiert und ihre Rechte auf Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Es ist zu befürchten, dass ihm Misshandlungen und Folter drohen.
Gebet: Gott, gib den Machthabern die Einsicht, dass Gewalt den Willen zur Freiheit nicht brechen kann und nur Gerechtigkeit dem Frieden dient. Sei bei Druklo mit deiner Kraft, hilf ihm das Unrecht zu ertragen und stärke in ihm die Hoffnung auf Freiheit.

Denken wir an bedrohte indigene Menschen in BRASILIEN

Jakarewyj, eine indigene Frau aus der Gruppe der Awá-Indianer, leidet unter Grippe und schweren Atemwegserkrankungen, nachdem sie und ihre Gruppe von illegalen Holzfällern kontaktiert wurden. Ihr Ehemann und andere Mitglieder der Gruppe sind inzwischen schon verstorben. Die Indianer-Gruppen, die bisher keinen Kontakt zu anderen Menschen hatten, sind verschiedenen Infektionen hilflos ausgeliefert, da sie dagegen keine Abwehrkräfte haben. Obwohl besondere Schutzmaßnahmen und Gesetze die Ge­biete der indigenen Bevölkerung vor dem Eindringen von illegalen Holzfällern, Viehzüchtern und Siedlern schützen sollten, haben es die brasilianischen Behörden bisher nicht geschafft, einen langfristigen Schutzplan um­zu­setzen. Unkontaktierte Völker gehören zu den bedroh­tes­ten Gesellschaften unseres Planeten  und sind von Genozid bedroht. Zum “Tag des Indianers“ protestierten 1.500 Indigene aus vielen indigenen Völkern in Brasiliens Hauptstadt für ihre Rechte.
Gebet: Gott, sieh auf deine armen Menschen. Wir bitten dich, wende den Sinn der  Mächtigen, denen die indianischen Menschen schutzlos ausgeliefert sind, zu Einsicht und  verantwortlichem Handeln.

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten Gefangenen in USBEKISTAN
Azamjon Formonov, der ehemalige Leiter der Zweigstelle Syrdarya der usbekischen Menschenrechtsgesellschaft, war am 29. April 2006 verhaftet und wegen seiner Menschenrechtstätigkeit zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seither befindet er sich in dem Spezialgefängnis U/Ya 64/71, das wegen extrem harter Bedingungen “Todeszone“ genannt wird. In den Jahren seiner Gefangenschaft wurde er immer wieder schwer gefoltert. Nach zuverlässigen Informationen wurde Herr Azamjon Formonov 15 Tage vor seiner regulären Haftentlassung zu einer vorgerichtlichen Isolierstation gebracht. Zwei Tage später wurde seine Frau darüber informiert, dass ein neues Strafverfahren gegen ihren Mann eingeleitet wurde wegen angeblicher Verstöße gegen die Gefängnisregeln. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm Haft bis zu drei weiteren Jahren Haft. In usbekischen Gefängnissen sind brutale Folterungen an der Tagesordnung.
Gebet: Herr, wir bitten dich für Azamjon Formonov, der so lange schon unter Willkür und Gewalt leidet, nimm dich seiner an. Deiner heilenden Güte befehlen wir alle Gequälten und Gefolterten an.  Wir beten für die Folterer. Wende sie zu dir und lass sie deine Liebe erkennen und nach ihr handeln.

Denken wir an einen Gefangenen in MAROKKO
Am 17.März 2015 sind 10 Polizisten in Zivil gewaltsam in die Wohnung von Herrn Hicham Mansouri in Rabat eingedrungen. Sie hatten keinen Haftbefehl. Herr Mansouri wurde geschlagen und entkleidet und in eine Polizeistation gebracht, wo er erst am nächsten Tag dem Haftrichter vorgeführt wurde. Am 30.März 2015 hat ihn ein Gericht in Rabat zu 10 Monaten Haft und 2.000 Euro Strafe wegen Beihilfe zum Ehebruch verurteilt. In dem Prozess wurden weder von der Verteidigung zitierte Zeugen angehört, noch wurden Beweise für sein Vergehen vorgelegt. Es wird vermutet, dass Herr Mansouri deswegen belastet und verfolgt wird, weil er in Menschenrechtsorganisationen tätig ist und weil er sich der Vereinigung marokkanischer Journalisten, die im Sinne des arabischen Frühlings einen Ermittlungsjournalismus fördert, angeschlossen hat.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Mansouri die Chance für einen fairen Prozess. Hilf auch, dass Menschen, die sich für eine freie Presse und für die Rechte ihrer Mitmenschen einsetzen, dies überall ungehindert tun dürfen.

Denken wir an zwei verhaftete Pastoren im SUDAN 
Yat Michael, Pastor der Presbyterianischen Kirche des Süd­sudans, war im Dezember 2014 in die sudanesische Hauptstadt Khartum gereist, um medizinische Hilfe für seinen Sohn zu erhalten. Dort predigte er in einer presbyterianischen Kirche und wurde nach dem Gottesdienst vom sudanesischen Geheimdienst (NISS) ohne nähere Erklärung festgenommen. Sein Kollege im Südsudan, Pastor Yein Reith, kam nach Khartum, um Nachforschungen zum Verbleib seines Kollegen im Büro für religiöse Angelegenheiten zu stellen und wurde am 11. Januar 2015 ebenfalls festgenommen.
Im Juli 2011 hatte der mehrheitlich christliche Südsudan seine Unabhängigkeit erklärt. Seither hat sich die Lage der etwa zwei Millionen Christen im Norden des Sudan, stetig verschlechtert. Kirchen in der Hauptstadt wurden auf staatliche Anordnung hin teils geschlossen, teils abgerissen. Nach vorliegenden Informationen sollen die beiden Pastoren ohne Grundlage wegen Evangelisierung unter Muslimen angeklagt werden.
Gebet: Herr, wir beten darum, dass die Behörden die beiden Pastoren Yat Michael und Yein Reith, die keine strafbare Tat begangen haben, gerecht behandeln. Gib beiden Kraft und Trost durch deine Nähe. Beschütze sie vor Folter und Misshandlung.

Denken wir an einen bedrängten Gefangenen in KOLUMBIEN
Seit dem 12.März 2015 wird Herr Medina Payan von einem Wärter besonders gequält. Er hindert ihn, an Aktivitäten teilzunehmen, die eine Verminderung der Strafe zur Folge haben, indem er verlangt, dass Her Payan sich zuvor den Kopf rasieren lassen müsse. Herr Payan ist Afro-Kolumbianer und besteht darauf, sein Haar lang zu tragen wie es zu seiner Kultur gehört, ein Recht, das die Verfassung garantiert. Seit 2011 ist Herr Payan mehrfach von Wärtern bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen worden. Er wurde danach immer für einige Zeit in Isolationshaft gesperrt. Er hat jeweils Klage erhoben wegen Folterung, aber seine Klagen haben bis heute keine Wirkung. Es wurden keine Disziplinarmaßnahmen gegen die folternden Wärter eingeleitet.
Gebet: Guter Gott, schütze Herr Payan vor Misshandlungen seiner Wärter und hilf, dass ihm und allen, die in den Gefängnissen gequält werden, Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an inhaftierte Menschenrechtler in der Demokratischen Republik Kongo
Seit dem 15. März sind mindestens fünf Menschenrechtsaktivisten ohne Kontakt zur Außenwelt an unbekannten Orten in Kinshasa in Haft. Um ihre Freilassung zu bewirken, rief eine Jugendorganisation in Goma zu täglichen fünf Minuten dauernden Pfeifaktionen auf. Als sie Passanten dazu aufforderten, sich zu beteiligen, wurden am 7. April Tresor Akili, Vincent Kasereka, Gentil Mulume und Sylvain Mumbere festgenommen. Am 13. April unterzeichnete der Staatsanwalt einen vorläufigen Haftbefehl und klagte die Aktivisten wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit, des Aufrufs zur Rebellion und der Teilnahme an illegalen Protesten an. Die vier wurden ins Gefängnis Munzenze in Goma gebracht. Sie sind allein wegen der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit inhaftiert.
Gebet: Gott, wir sorgen uns um die Situation in der Demokratischen Republik Kongo. Immer wieder hören wir von inhaftierten Menschen, die sich für die Sache der Demokratie und der Menschenrechte einsetzen. Sei bei ihnen und stärke auch uns, dass wir nicht ermüden, uns für sie einzusetzen.

Denken wir an zwei angeklagte Menschenrechtler im LIBANON
Gegen Marie Daunay und Wadel al-Asmar, zwei Mitglieder des libanesischen Menschenrechtszentrums CLDH, wurde am 15.März der Prozess wegen Verleumdung eröffnet. Sie müssen mit einem Jahr Haft und einer Strafzahlung rechnen, nur weil sie für die Ausrottung der Folter gekämpft haben. Im Februar 2011 hat der CLDH einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel „Willkürliche Haft und Folter im Libanon“. Der Bericht stützt sich auf eine Untersuchung von Nichtregierungsorganisationen, die sich auf Aussagen von Gefangenen berufen. Er beschuldigt mehrere Sicherheitsdienste und auch Täter, die nicht der Regierung unterstehen wie z.B. Mitglieder der Partei „Amal“, die von Nabih Berry, dem Präsidenten des libanesischen Parlaments geleitet wird. Sie hätten systematisch zur Folter gegriffen, um etwa Geständnisse zu erpressen, oder auch, um angebliche Vergehen zu bestrafen. Bald nach dem Erscheinen des Berichts hat Nabih Berry Klage wegen Verleumdung und falscher Anschuldigung erhoben. Das Gericht hat nicht gegen die Folterer ermittelt, sondern gegen die führenden Mitglieder der Menschenrechtsorganisation, die den Vorwurf der Folter erhoben haben.
Gebet: Guter Gott, steh den Menschen, die den Mut hatten, auf schwere Missstände aufmerksam zu machen, in dem Prozess bei. Hilf auch, dass Foltern grundsätzlich geächtet wird.

Denken wir an zum Tod Verurteilte in Ägypten
Das Oberste Militärgericht für Strafsachen hat am 24. März die Todesurteile von Abdel Rahman Said Rizk, Hany Mostafa Amer, Mohamed Ali Afifi, Khaled Farg Mohamed, Mohamed Bakry Haroun, Islam Said Ahmed und Ashraf Ali Hassnain Al Gharably bestätigt. Damit können sie nun jederzeit hingerichtet werden. Die sechs Männer waren für schuldig befunden worden, zwischen dem 13. und 19. März 2014 neun Soldaten bei Angriffen getötet zu haben. Mindestens drei von ihnen, vermutlich aber alle sechs, waren jedoch zur mutmaßlichen Tatzeit an geheimen Haftorten inhaftiert.
Gebet: Guter Gott, wir bitten um die Freilassung oder faire Gerichtsverfahren für diese Männer. Sei bei den Verantwortlichen, begegne ihnen, schenke Veränderung.

 

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/