ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen aus FRANKREICH abgeschobenen pakistanischen Asylbewerber 
Der 20jährige Ali Sher kam mit 15 Jahren alleine aus Pakistan nach Frankreich, nachdem sein Bruder und seine Schwester von den Chefs des Dorfes ermordet worden waren. Seine Eltern haben alles geopfert, um Ali zur Flucht zu verhelfen. Wenige Monate nach seiner Ankunft in Frankreich sind sie gestorben. Ali wurde zunächst durch die Kindernothilfe in Frankreich betreut. Aber bei seiner Volljährigkeit entschieden die Behörden, dass er „ohne Papiere“ sei und dass er nach Pakistan zurück müsse. Ali beantragte Asyl in einem extremen Notfall und erhielt am 30.März 2015 einen vorläufigen Schutz von dem französischen Amt für Flüchtlings- und Staatenlosenhilfe (OFPRA). Es war das erste Mal, dass er einer amtlichen Behörde erklären konnte, dass er nicht nach Pakistan zurück könne, weil er dort in Gefahr sei. Nun, da er sich geschützt fühlte, ging er voll Vertrauen in die Präfektur, um seine Aufenthaltsgenehmigung abzuholen. Aber in der Präfektur erklärte man ihm, dass der Schutz durch die OFPRA zurückgezogen worden sei. Er wurde verhaftet und in ein Zentrum für Administrationshaft geführt. Am 23.April wurde er gewaltsam in ein Flugzeug gebracht. Das Bordpersonal weigerte sich, ihn mitzunehmen. Zwei Tage später, einige Stunden vor seiner Anhörung bei einem Richter, wurde Ali früh morgens geweckt und, anstatt ihn zu der Anhörung zu bringen, setzte man ihn in ein Flugzeug nach Pakistan. Seither gibt es keine Nachricht von ihm.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Ali Sher in Sicherheit leben kann. Steh allen Verfolgten bei, dass sie eine sichere Zukunft in einem anderen Land finden können. Hilf uns, dass wir unsere Verantwortung für Asylsuchende wahrnehmen und dass ihre Anliegen in einem transparenten, fairen Verfahren verhandelt werden.

Denken wir an einen gefangenen Journalisten in USBEKISTAN
Vor 16 Jahren, 1999, wurde Muhammad Bekzhanov, Journalist und Herausgeber einer verbotenen oppositionellen Zeitung, aufgrund eines Geständnisses, zu dem er unter Folter gezwungen wurde, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er beschreibt, dass er bei den Folterungen schwer verletzt wurde, tagelang in einer Blutlache lag, ohne Essen, ohne Wasser, damit er “staatsfeindliche“ Straftaten gestehen sollte. Sein Rechtsbeistand und seine Familie haben zahlreiche Klagen eingereicht, dennoch wurden die Foltervorwürfe nie untersucht. Seit 16 Jahren befindet er sich in Haft. Kurz vor seiner Freilassung 2015 wurde er jedoch unter dem Vorwurf, gegen Gefängnisregeln verstoßen zu haben, zu weiteren vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. In Usbekistan wird oft Folter eingesetzt, um Männer und Frauen zu Geständnissen zu zwingen, die vor Gericht als Beweismittel verwendet werden.
Gebet: Gott, wir sehen, wie Diejenigen, die Macht haben, mit Menschen spielen und ihre Macht an ihnen auslassen. Schenk uns die Kraft, immer wieder aufzustehen gegen Unrecht und Willkür. Gib Herrn Bekzhanov Kraft stärke in ihm Hoffnung auf Freiheit. Möge dein Geist die Gedanken und Tun der Folternden zu dir wenden.

Denken wir an einen willkürlich inhaftierten Menschen im TSCHAD
Djeralar Miankeol, Vorsitzender des Vereins Ngaobuobu­randi (ASNGA), musste am 15. Juni 2015 vor dem Staatsan­walt in Moundou erscheinen. Dieser befragte Herrn Miankeol zu dem Radiointerview, das Herr Miankeol am 7. Juni dem Radiosender FM Liberté gegeben hatte, in dem er Kritik an Justizbeamten geäußert hatte. Nach einem 15-minütigem Verhör wurde er verhaftet. Bereits am nächsten Tag klagte ein Gericht in Moundou ihn wegen “Missachtung des Gerichts“ an. Er wurde ins Gefängnis von Moundou überführt. Auf Anfrage von Amnesty teilte der Staatsanwalt mit, dass am 30. Juni eine Anhörung stattfinden werde. Es besteht die Sorge, dass es in absehbarer Zeit keinen Gerichtstermin geben wird und Herr Miankeol willkürlich festgehalten wird, bis das Interview analysiert wurde, in dem er nur seine Meinung frei geäußert hat.
Gebet: Guter Gott, hilf Herrn Miankeol in der Hoffnungslosigkeit mit deiner Kraft. Lass ihn bei aller Willkür, die er erdulden muss, die Hoffnung nicht verlieren. Beschütze ihn und seine Familie.  

Denken wir an eine Menschenrechtsaktivistin in ÄGYPTEN
Am 11. Mai 2015 hat ein Gericht in Alexandria die Menschenrechtlerin Mahienour el-Massry nach einer Berufungsverhandlung erneut inhaftiert. Sie und neun weitere Menschenrechtsaktivisten waren im Februar 2015, nachdem sie friedlich vor einer Polizeiwache für die Freilassung politischer Gefangene protestiert hatten, wegen angeblichem „Protestieren ohne Genehmigung“ “Gewalt gegen Sicherheitskräfte“ und weiterer angeblicher Verbrechen zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie war bereits in den Jahren 2013 und 2014 mehrere Monate im Gefängnis. Der Sprecher von IGFM erklärte, der sogenannte “Kampf gegen den Terror“ unter dem jetzigen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi richte sich nicht nur gegen die tatsächlichen Terroristen und die Muslimbruderschaft, sondern gegen jede demokratische Alternative und die Zivilgesellschaft. Frau el-Massry ist 2014 mit dem “Ludovic Trarieux International Human Rights Prize“ für ihr gewaltfreies Engagement ausgezeichnet worden.
Gebet: Gott, wir bitten dich, gib Mahienour el-Massry und allen, die sich wie sie gegen Willkür und Gewalt einsetzen, weiterhin Mut und Kraft und deinen Schutz.

Denken wir an einen Verurteilten Oppositionellen in BAHRAIN
Sheikh `Ali Salman, der Generalsekretär der größten Oppositionsgruppe al-Wefaq, wurde am 16. Juni 2015 vom Hohen Strafgericht in Manama in einem unfairen Gerichts­verfahren zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Er befindet sich inzwischen im Jaw-Gefängnis. Amnesty International ist der Ansicht, dass die Anklagepunkte gegen Sheikh `Ali Salman lediglich in Zusammenhang mit friedlichen Kundgebungen stehen und dass er weder Gewalt angewandt noch befürwortet hat. Seine Rechtsbeistände wurden vom Richter in jeder Weise bei der Verteidigung ihres Mandanten gehindert, Entlastungszeugen wurde die Aussage verweigert. Sheik `Ali Salman ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der nur sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat.
Gebet: Gott, wir bitten dich, gib Sheikh `Ali Salman Kraft, damit er den Mut nicht verliert trotz der bitteren Erfahrung von Unrecht. Sei ihm nahe in der Einsamkeit des Gefängnisses und schütze ihn vor Misshandlungen.

Denken wir an Menschen, die in MEXIKO von der Polizei misshandelt wurden
Am 7.Juni 2015 wurden kommunale Wahlen in Mexiko abgehalten. Nachdem in Ocosingo (im Staat Chiapas) eine Urne verbrannt worden war, haben 200 Polizisten Personen, die in der Nähe waren, angegriffen. Das waren demonstrierende Mitglieder einer Lehrergewerkschaft und Einwohner des Ortes. 11 Personen, darunter 2 indigene Tzeltaler und ein Minderjähriger, wurden verhaftet, mit Gummiknüppeln und Metallstangen geschlagen, mit Füßen getreten und mit dem Tod bedroht. Sie wurden an einen unbekannten Ort gebracht und während des Transports immer wieder geschlagen. Im Ministerium von Palenque wurden sie unter Androhung von erneuten Schlägen gezwungen, ein weißes Blatt zu unterschreiben. Bis zum Nachmittag des folgenden Tages wurden sie an einem geheimen Ort festgehalten. Man konnte ihnen kein Vergehen nachweisen. So wurden 4 von ihnen freigelassen, die anderen 7 wenige Tage später. Es wurde keine Untersuchung der Misshandlungen vorgenommen.
Gebet: Guter Gott, heile die körperlichen und seelischen Wunden der willkürlich Verhafteten und Misshandelten. Hilf, dass ihre Peiniger zur Rechenschaft gezogen werden. Hilf auch, dass die Polizei in Mexiko bei allem notwendigen Vorgehen gegen die hohe Kriminalität im Land die Würde der Menschen achtet.

Denken wir an eine verurteilte Menschenrechtlerin in CHINA
Su Changlan ist eine bekannte Aktivistin in Südchina, die sich für Frauen- und Kinderrechte einsetzt. Dabei geht es um Themen wie Kinderhandel, Kinderbräute, Familienplanung und Gewalt gegen Frauen. Weiterhin setzt sie sich für Landrechte und gegen rechtswidrige Zwangsräumungen ein. Im Oktober 2014 wurde sie verhaftet und im Dezember 2014 Anklage gegen sie erhoben wegen "Anstiftung zum Umsturz". Gemäß dem chinesischen Strafgesetz droht ihr bei einem Schuldspruch eine lebenslange Haftstrafe. Vermutlich steht ihre Verhaftung und Anklage in Verbindung mit ihrer Menschenrechtsarbeit. In der Vergangenheit ist sie bereits mehrfach wegen ihres friedlichen Eintretens für Menschenrechte inhaftiert worden. Ihre Familie erhält keine Erlaubnis, sie zu besuchen. Einen Rechtsbeistand sah sie nur einmal.
Gebet: Gott, steh Su Changlan bei und gib ihr weiterhin Kraft. Stärke auch uns in unserem Einsatz für die Rechte benachteiligter Gruppen.

Denken wir an zwei inhaftierte Menschenrechtler in SYRIEN
Khalil Ma'touq arbeitet als Menschenrechtsanwalt und verteidigt bereits seit Anfang der 1990er Jahre friedliche politische Aktivisten. Am 2.10.2012 verließ er sein Haus in Sahnaya, einem Vorort von Damaskus, und machte sich zusammen mit seinem Kollegen Mohammed Thatha auf den Weg zur Arbeit. Die beiden Männer kamen jedoch nie in ihrem Büro an. Vermutlich wurden sie an einem der zahlreichen Kontrollpunkte festgenommen. Es wird befürchtet, dass man sie wegen ihrer Menschenrechtsaktivitäten festgenommen hat. Sie wurden in verschiedenen Haftanstalten der syrischen Behörden gesehen, unter anderem in einer Abteilung, die dem Militärgeheimdienst untersteht. Die syrischen Behörden haben bisher keine Auskunft zum Verbleib der Männer gegeben und bestreiten, dass sie sich in ihrem Gewahrsam befinden. Khalil Ma'touq leidet an einer fortgeschrittenen Erkrankung der Lunge und hat große Schwierigkeiten beim Atmen. Ehemalige Mithäftlinge berichteten von seinem sehr schlechten Gesundheitszustand.
Gebet: Vater, wir sind dankbar für den mutigen Einsatz von Khalil Ma’touq und Mohammed Thatha. Stärke sie und alle anderen, die sich wie sie trotz großer Gefahren für die Rechte anderer einsetzen. Schütze ihr Leben.

Denken wir an verurteilte Journalisten in MYANMAR
Nachdem in der Zeitung "Unity" über eine mutmaßliche geheime Chemiefabrik in der Region Magwe berichtet worden war, wurde der Journalist Lu Maw Naing am 31.01.2014 festgenommen. Einen Tag später nahm man drei weitere Journalisten der Zeitung, Yarzar Oo, Paing Thet Kyaw und Sithu Soe, sowie den Geschäftsführer, Tint San, in ihrem Büro fest. Sie wurden am 10.07.2014 zu jeweils zehn Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt. Inzwischen wurde das Strafmaß auf je sieben Jahre reduziert. Staatliche Medien bestätigten, dass die Anklage ihnen "Offenlegung von Staatsgeheimnissen, widerrechtliches Betreten des Sperrgebiets der Fabrik, Fotografieren und Beihilfe zu einem Verbrechen" vorwarf. Die Männer befinden sich alle im Gefängnis von Pakokku in der Region Magwe.
Gebet: Gott, wir hoffen auf Pressefreiheit und weitere bürgerliche Freiheiten in Myanmar. Sei bei den inhaftierten Journalisten und lass sie deine Gegenwart spüren.

Denken wir an zwei inhaftierte Aktivisten in CHINA
Die beiden Aktivisten Guo Bin und Yang Zhangqing sind am 12. Juni festgenommen worden. Guo Bin ist der Direktor der Organisation „ACTogether“, die sich für die Rechte von benachteiligten Gruppen einsetzt. Yang Zhangqing setzt sich mit seiner Arbeit für die Rechte von an Hepatitis-B erkrankten Personen ein. Beide Aktivisten haben in der Vergangenheit für die Organisation Yirenping, gearbeitet, die sich gegen die Diskriminierung von Frauen, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Bisexuelle usw. einsetzt. Dies ist vermutlich der Grund der Inhaftierung. Die chinesischen Behörden gehen repressiv gegen zivilgesellschaftliche Gruppierungen vor. Der genaue Aufenthaltsort der beiden Männer ist nicht bekannt. Es besteht die Gefahr, dass sie gefoltert oder anderweitig misshandelt werden.
Gebet: Guter Gott, wir bringen das Schicksal dieser beiden Männer vor dich. Schütze ihre Gesundheit. Begegne auch den Verantwortlichen und schenke ihnen Liebe zu den Menschen.

Denken wir an einen verschleppten Jungen in GAMBIA
Yusupha Lowe ist 16 Jahre alt. Sein Vater, Bai Lowe, soll am 30.Dezember 2014 in einen Staatsstreich verwickelt gewesen sein, bei dem der Präsidentenpalast von bewaffneten Männern angegriffen wurde. Bai Lowa ist aus dem Land geflohen. Am 1.Januar 2015 wurde Yusupha Lowe mit zwei weiteren Familienmitgliedern im Haus seines Vaters durch Männer in Zivil ohne Haftbefehl festgenommen. Yusupha wurde zum nationalen Sicherheitsdient in Banjul gebracht. Er wurde hier mehrere Monate lang ohne Anklage gefangen gehalten, ohne dass er mit einem Anwalt oder seiner Familie in Kontakt treten konnte. Heute befindet er sich nicht mehr im Sitz des Sicherheitsdienstes. Sein Aufenthalt ist unbekannt. Die gambische Regierung leugnet, dass er gefangen gehalten wird und verweigert jegliche Information. Es muss befürchtet werden, dass Yusupha misshandelt wird.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass das Schicksal von Yusupha Lowe bald aufgeklärt wird. Gib ihm Kraft in dieser Zeit und lass ihn die Hoffnung auf baldige Freilassung nicht verlieren.

 

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/