ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an Christen in VIETNAM
Im November 2010 verurteilte ein vietnamesisches Gericht Ksor Y Du, den damals 47-jährigen Evangelisten der Hauskirchenbewegung “Vietnam Good New Mission“, zu sechs Jahren Gefängnis und zwei Jahren Hausarrest. Es wurde berichtet, dass er an der Decke aufgehängt und geschlagen wird und zum Steine schleppen gezwungen wird. Er war bereits früher wegen seines Einsatzes für Religionsfreiheit und ethnischen Minderheitsrechten vier Jahre im Gefängnis. Sowohl er, wie auch seine Frau, die ebenfalls stark unter Druck gesetzt wurde, lehnen es standhaft ab, ihren christlichen Glauben zu verleugnen. Der UNO-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauung des UN-Menschenrechtsrates, Prof. Dr. Heiner Bielefeldt besuchte im Juli 2014 Vietnam. Er schrieb: „Ich erhielt glaubhafte Informationen, dass Personen, die ich treffen wollte, gewarnt, eingeschüchtert oder schikaniert, oder durch die Polizei am Reisen gehindert wurden…Die Bedingungen, unter denen Individuen oder Gruppen ihre Religion oder ihren Glauben ausüben können, sind willkürlich und hängen vom Goodwill der staatlichen Behörden ab.“ Örtliche Behörden haben die Vollmacht, Christen zum Widerruf ihres Glaubens zu zwingen. Diskriminierung, Verbannung, Zerstörung von Eigentum, brutale Gewaltanwendungen sind die Methoden, um gegen die wachsende Zahl der Christen vorzugehen.
Gebet: Wir bitten dich, o Gott, sei deinen leidenden Menschen nahe, damit sie nicht den Mut verlieren, trotz aller bitteren Erfahrungen. Stärke sie in ihrem Überlebenskampf und in ihrem Glauben. Sei du bei ihnen mit deiner Liebe und Güte.

Denken wir an einen Verschwundenen in MEXIKO
Seit dem 11. August 2015 ist Artemio Duarte Martinez spurlos verschwunden. Er gehört zu einer Gruppe von 25 Polizeibeamten der Stadt Tijuana im Bundesstaat Baja California, die im März 2009 willkürlich verhaftet worden waren. Auf richterliche Anordnung wurden sie wegen des angeblichen Verdachts auf Verbindung zum organisierten Verbrechen auf einem Militärstützpunkt 41 Tage festgehalten ohne Zugang zu einem Richter und einem Rechtsbeistand. Während dieser Zeit wurden sie gefoltert und misshandelt, um Geständnisse zu erzwingen. Seitdem kämpfen die 25 Polizisten für Gerechtigkeit. Sie fordern die strafrechtliche Verfolgung der Personen, die für ihre Folter  verantwortlich sind und die Wiedereinstellung als Polizeibeamte. Sie werden seither immer wieder von Angehörigen der Polizei in Tijuana drangsaliert und auch direkt bedroht, wie einer der Männer erst im Juni 2015 meldete, damit sie die Anzeige zurücknehmen. Die Nationale Menschenrechtskommission erließ daraufhin am 12. Juni für alle 25 Folteropfer Schutzmaßnahmen.
Information: Folter und Misshandlungen durch Ordnungskräfte, Entführungen und Verschwindenlassen sind in Mexiko weit verbreitet. Derzeit gelten 25.000 Menschen als vermisst. In den meisten Fällen bleiben die Täter straffrei.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich, sei mit deinem Schutz bei Artemio Duarte Martinez, gib ihm Kraft durch deine Nähe.

Denken wir an eine gefangene Frau in ERITREA
Aster Fissehatsion wird seit September 2001 ohne Anklage und Gerichtsverfahren in Haft gehalten. Sie war gemeinsam mit 10 weiteren Personen, darunter ihr früherer Ehemann Mahmoud Ahmed Sheriffo, die alle der regierungskritischen “G-15-Gruppe“ angehörten, inhaftiert worden. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt, ihre Angehörigen haben seither nichts von ihr gehört. In vielen Einrichtungen befinden sich die Häftlinge in unterirdischen Zellen, häufig auch in metallenen Schiffscontainern, in denen sie tagsüber extremer Hitze und nachts strenger Kälte ausgesetzt sind. Zudem gibt es im Land nach Schätzungen über 200 Hafteinrichtungen, die ehemalige Häftlinge als “höllisch“ bezeichnen. Bei Verhören und zur Bestrafung werden Häftlinge gepeitscht, getreten und systematisch gefoltert.
Eritrea gehört zu den repressivsten, am wenigsten zugänglichsten Staaten der Welt.
Gebet: Gott, wir wollen wachen und beten für alle gefolterten Gefangenen, für alle unschuldigen Opfer von menschlicher Kälte und Hass. Dir befehlen wir die Menschen in Rechtlosigkeit und schlechter Regierung an. Besonders legen wir das Schicksal von Aster Fissehatsion ans Herz. Lass sie deine Nähe und Liebe spüren.

Denken wir an verurteilte Menschenrechtler in ASERBAIDSCHAN
Im Juni 2015 fanden in Aserbaidschan die ersten Europäischen Olympia-Spiele statt. Während die Regierung das Sportereignis in der Hauptstadt Baku für ihr eigenes Prestige zu instrumentalisieren versuchte, befinden sich nahezu alle Oppositionellen, regimekritischen Journalisten und Menschenrechtsverteidiger in Haft oder im Exil. So wurde der junge Menschenrechtsverteidiger Rasul Jafarov im April zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Er hatte anlässlich der Europaspiele eine Kampagne „Sport für Menschenrechte“ initiiert.
Nun wurden auch die Menschenrechtsverteidigerin Leyla Yunus und ihr Ehemann Arif Yunus zu achteinhalb bzw. sieben Jahre Haftstrafe verurteilt. Sie befinden sich schon über ein Jahr in Haft und sind auch körperlichen Drangsalierungen ausgesetzt. Beide erhalten trotz ernster Erkrankungen keine angemessene medizinische Versorgung.
Gebet: Guter Gott, gib den Verantwortlichen in der Politik den Mut und das Durchhaltevermögen sich für die inhaftierten Menschenrechtler in Aserbeidschan einzusetzen.

Denken wir an einen Mönch aus TIBET, der im Gefängnis verstorben ist
Am 12. Juli starb im Alter von 65 Jahren nach 13 Jahren Haft der tibetische Mönch Tenzin Delek Rinpoche noch unter ungeklärten Umständen im Gefängnis von Chuandong. Er war Anhänger des Dalai Lama und in der tibetischen Bevölkerung für seinen Einsatz in den 80-iger und 90-iger Jahren für den Bau von Schulen, eines Klosters und Waisenhauses bekannt. Er setzte sich auch gegen die Entwaldung des Landes ein. Dies hatte den Widerstand der lokalen Behörden zur Folge. 2002 wurde er zu 20 Jahren Haft wegen Terrorismus und Separatismus verurteilt. Der Prozess entsprach nicht rechtsstaatlichen Prinzipien. Während seiner Haft wurde er mehrfach gefoltert, so dass sich sein Gesundheitszustand verschlechterte. Als sich die Nachricht von seinem Tod verbreitete, strömten Tausende Tibeter zu den Provinzbehörden und erbaten die Herausgabe des Leichnams an seine Familie. Die Polizei versuchte gewaltsam die Versammlung aufzulösen. Sein  Leichnam wurde von der Gefängnisverwaltung am 16.Juli 2015 verbrannt und nicht der Familie übergeben, die ihn nach buddhistischen Riten in seiner Heimatregion bestatten wollte. Alle Habseligkeiten wurden verbrannt.
Gebet: Guter Gott, gib dem geschundenen Mönch Tenzin Dulek Rinpoche Deinen Frieden. Gib den Verantwortlichen die Einsicht, dass der Wunsch eines Volkes, nach seinen Traditionen zu leben, auf Dauer nicht unterdrückt werden kann.

Denken wir an eine von Auspeitschung bedrohte Frau im SUDAN
Die Studentin Ferdous Al Toum wurde am 16. August wegen des Tragens „anstößiger Kleidung“ zu 20 Peitschenhieben und einer Geldstrafe verurteilt. Es kommt im Sudan immer wieder zu Fällen, in denen Frauen und Mädchen wegen "anstößiger oder unmoralischer Kleidung" nach dem Paragraf 152 des Strafgesetzbuches verurteilt werden. Die Bestimmung wird in diskriminierender und unverhältnismäßiger Weise gegen Frauen angewandt.
Gebet: Herr, schütze Leben und Gesundheit von Ferdous Al Toum. Bewahre sie vor der Durchführung der Auspeitschung. Wir hoffen auf eine Änderung der Gesetze dahingehend, dass Frauen vor Diskriminierung geschützt und Körperstrafen verboten werden.

Denken wir an einen Verschwundenen in den VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN 
Der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Dozent Dr. Nasser bin Ghaith wurde am 18. August in Abu Dhabi von Angehörigen des Staatssicherheitsdienstes festgenommen und sein Haus durchsucht. Anschließend wurde er an einen unbekannten Ort gebracht. Ein Grund für seine Verhaftung und sein Aufenthaltsort wurden bisher nicht genannt. Er hatte öffentlich politische Reformen und Menschenrechte in den VAE gefordert. Schon früher war er als gewaltloser politischer Gefangener inhaftiert. Er leidet an Bluthochdruck und benötigt regelmäßig Medikamente. Ihm drohen Folter und anderweitige Misshandlungen.
Gebet: Vater, hilf Nassser bin Ghaith und seiner Familie in dieser belastenden Situation. Wir bitten um Freilassung oder ein faires Gerichtsverfahren, medizinische Versorgung und Zugang zu seiner Familie.

Denken wir an ein inhaftiertes Ehepaar in MEXIKO
Am 12. August 2013 wurden Cristel Fabiola Pina Jasso und ihr Ehemann Leonardo de la O-Ramos ohne Haftbefehl gefangen genommen und von Polizisten des Staates Chihuahua gefoltert. Sie wurden nacheinander vor den Augen des anderen gefoltert, Cristel wurde sexuell missbraucht. Sie wurden in Gegenwart der Gerichtspolizei und eines staatlich bestellten Anwalts gezwungen, ein Geständnis zu unterschreiben, dass sie Geld erpresst hätten. Cristels Vater besuchte sie am nächsten Tag, sah ihre Hämatome und protestierte. Auch ihm wurde gedroht, dass man ihn anklagen würde. Vor dem Richter hat Cristel ihr Geständnis widerrufen und Klage wegen der Folterung erhoben. Es wurde aber keine Untersuchung eingeleitet und das Geständnis wurde als gültig anerkannt. Cristel und Leonardo sitzen seitdem in Haft und warten auf den Prozess. Bei der Menschenrechtskommission des Staates Chihuahua haben die Eltern eine Klage erhoben. Diese hat lange gezögert, eine Untersuchung einzuleiten. Das Ergebnis wurde nicht bekannt gemacht. Seither werden das inhaftierte Paar und die Eltern unaufhörlich bedroht und eingeschüchtert. Leonardo wird von seinen Wärtern und Mitgefangenen bedroht.
Gebet: Guter Gott, steh den Gefangenen Cristel und Leonardo in der Haft bei. Gib dem mexikanischen Volk die Kraft, die Struktur von Justiz und Polizei grundlegend zu reformieren und an den Menschenrechten zu orientieren, damit faire Prozesse möglich werden.

Denken wir an einen von Folter bedrohten Ukrainer in der RUSSISCHEN FÖDERATION
Gennady Afanasiyev, ukrainischer Staatsbürger und Bewohner der Krim, wurde im Mai 2014 verhaftet und nach Moskau gebracht, um dort vor Gericht gestellt zu werden. Das stellt einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. Im Dezember 2014 wurde er zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Er gab zu auf Organisationen, die die Besetzung der Krim unterstützen, Brandanschläge begangen zu haben. Er bestreitet aber, dass es sich dabei um Terroranschläge gehandelt habe. Er ist ein entscheidender Zeuge der Anklage in einem Verfahren gegen zwei andere ukrainische Krimbewohner, gegen die dieselben Anschuldigungen erhoben werden. Nach seiner Festnahme hatte er unter Folter gegen die beiden ausgesagt. Im späteren Prozess, am 31. Juli, weigerte er sich jedoch, gegen sie auszusagen und zog seine unter Folter entstandene Aussage zurück. Jetzt wird er bedroht und ist in Gefahr, wieder gefoltert oder auf andere Weise misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, schütze Gennady Afanasiyev und seine Mitangeklagten vor Folter. Wir beten auch für die Folterer, bewirke Einsicht und Änderung.

Denken wir an einen inhaftierten Filmproduzenten im IRAN
Der iranische Schriftsteller und Filmproduzent Mostafa Azizi, der in Kanada lebt, reiste Ende Dezember 2014 in den Iran ein und wurde am 01.02.15 in Teheran in Haft genommen. Am 1. Juni wurde er im Zusammenhang mit der Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung zu acht Jahren Haft verurteilt. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bezogen sich unter anderem auf von ihm erstellte Beiträge bei Facebook. Mostafa Azizi verbrachte 33 Tage im Evin-Gefängnis in Einzelhaft, ohne Kontakt zu seiner Familie oder einem Rechtsbeistand. Er leidet an gesundheitlichen Problemen wie Asthma, Ekzemen, Rheuma und hohen Blutzuckerwerten. Die Zellen in der Abteilung 8 des Evin-Gefängnisses sind überfüllt, schmutzig und von Insekten befallen. Zudem gibt es weder angemessene sanitäre Einrichtungen noch ausreichende Schlafmöglichkeiten.
Gebet: Guter Gott, sei bei Mostafa Azizi im Evin-Gefängnis. Gib ihm Kraft. Hilf auch uns dabei, dass wir bei unserem Einsatz für Gefangene nicht nachlassen.

 

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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