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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Oktober 2015

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an zum Tode Verurteilte in SAUDI-ARABIEN
Im Februar 2012 kam Ali al-Nimr ins Gefängnis, weil er an Protesten gegen das saudische Königshaus teilgenommen haben soll. Er war damals 17 Jahre alt. Der junge Mann stammt aus einer der prominentesten oppositionellen Familien Saudi-Arabiens. Er gehört der schiitischen Minderheit an, die von den streng sunnitischen Herrschern unterdrückt wird. Sein Onkel Nimr al-Nimr ist einer der Anführer der Protestbewegung in der Provinz Qatif. Auch er wurde 2012 verhaftet und wartet im Gefängnis auf seine Hinrichtung.  Sein Neffe Ali teilt dieses Schicksal. Er unterzeichnete in Haft ein Geständnis, das er nach Angaben seiner Familie unter Folter abgegeben hat. Ein Scharia-Gericht verurteilte ihn am 27. Mai 2014 zum Tode, weil er einer Terrorzelle angehört und Molotowcocktails auf Polizisten geworfen haben soll. Im September 2015 sind alle Rechtsmittel gegen das Urteil ausgeschöpft. Er kann jetzt sofort hingerichtet werden.
Menschenrechtsexperten der UNO forderten die saudische Regierung auf, al-Nimr zu verschonen. „Urteile, die die Todesstrafe auf Personen anwenden, die zum Zeitpunkt der Straftat Minderjährige waren, und deren Vollstreckung, sind unvereinbar mit Saudi Arabiens internationalen Verpflichtungen“, äußerten sie in einem Statement und verwiesen auf die UN-Kinderrechtskonvention, die auch Saudi Arabien ratifizierte.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Ali al-Nimr, der als junger Mann von der Hinrichtung bedroht ist. Steh ihm und seinem Onkel in dieser schweren Zeit bei. Uns gib die Kraft, nicht nachzulassen in unserem Einsatz gegen die Todesstrafe, weltweit.

Denken wir an einen palästinensischen Gefangenen, der in ISRAEL im Hungerstreik ist
Mohammed Allan, palästinensischer Anwalt, 31 Jahre alt, ist seit November 2014 in israelischer Administrativhaft. Er befindet sich im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Er befindet sich ohne Anklage seit seiner Gefangennahme am 6.November 2014 in Haft auf der Basis von Anschuldigungen, die weder ihm noch seinem Anwalt bekannt gemacht wurden. Er ist am 16.Juni 2015 in den Hungerstreik getreten. Da er jede medizinische Kontrolle ablehnte, wurde er in Einzelhaft und nacheinander in 4 verschiedene Gefängnisse verlegt. Am 10.August wurde er in das medizinische Zentrum von Soroko bei Beerscheba gebracht. Das medizinische Personal lehnte es ab, ihn zwangszuernähren. Daraufhin wurde er nach Askelon verlegt. Er ist am 14.August ins Koma gefallen. Als er nach 4 Tagen aufwachte, wies er schwere Funktionsstörungen des Gehirns auf. Am 20.August hat er den Hungerstreik beendet, nachdem das oberste israelische Gericht die Aufhebung der Administrativhaft angeordnet hatte, falls die Störungen sich nicht bessern würden. Der Militärstaatsanwalt hat die Freilassung von Mohammed Allan für November vorgeschlagen, dem Zeitpunkt, in dem die Administrativhaft ausläuft, aber unter der Bedingung, dass er das Land für 4 Jahre zu verlassen habe. Mohammed Allan lehnte ab und ist wieder ins Koma zurückgefallen.
Information: Zurzeit befinden sich 5750 Palästinenser in israelischen Gefängnissen, 400 davon in Administrativhaft.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Mohammed Allan. Gib den Gefangenen in Administrativhaft Hoffnung auf ein baldiges Ende ihrer Haft und den Verantwortlichen in Israel den Willen, die Menschenrechte gegenüber Gefangenen zu wahren.

Denken wir an einen inhaftierten Christen in KASACHSTAN
Am 14. August 2015 verhaftete die Polizei in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, den Christen Yklas Kabduakasov. Zuvor wurden bei einer Hausdurchsuchung religiöse Bücher beschlagnahmt Am selben Tag musste sich die Baptisten-Kirche, zu der er gehört, einer Überprüfung unterwerfen. Bei einer Anhörung am 21. August wurde ihm die “Verbreitung religiöser, sozialer und nationaler Zwietracht“ nach Artikel 174 des kasachischen Strafrechts vorgeworfen, weil er seinen Glauben mit anderen diskutiert und christliche Bücher angeboten hatte. Das Religionsgesetz in Kasachstan sieht ein komplexes Registrierungssystem vor. Während seines Besuches im Frühjahr 2014 stellte der UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt fest, dass das Recht zur Ausübung der Religionsfreiheit nicht von einer staatlichen Erlaubnis abhängig ist, da Kasachstan 2006 den “Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert hatte, wo in Artikel 18 das Recht auf Glaubensweitergabe garantiert sei. Dennoch überwachen die Behörden die christlichen Gemeinden streng. Wer seinen Glauben weitergeben will, riskiert die Verhaftung. In Kasachstan gehören rund 70% der 18 Millionen Einwohner dem Islam an, 26% sind Christen.
Gebet: Gott, wir bitten dich, sei deinen Menschen nahe, damit sie den Mut nicht verlieren, deine Botschaft der Liebe und Versöhnung zu verkünden. Gib Yklas Kabduakasov Kraft von deiner Kraft für seine Arbeit und sei du ihm Hilfe und Schutz.

Denken wir an gefolterte Inhaftierte in KUWAIT
Der 35-jährige schiitische Imam Mohammad al-Hussaini und sein Bruder Abdullah al-Hussaini wurden am 13. und 16. August im Rahmen einer Razzia im Haus ihrer Familie von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen. Die Festnahmen weiterer 20 Männer erfolgten unter ähnlichen Umständen. Die Sicherheitskräfte legten weder Haftbefehle vor noch begründeten sie die Festnahmen. Sie beschlagnahmten Computer, Handys und weitere elektronische Geräte. Erst nach den Verhören, nach ca. 2 Wochen, konnten Angehörige und Rechtsbeistände die Männer im Gefängnis besuchen. Während dieser Besuche gaben sie an, durch Schläge, Aufhängen an Armen oder Beinen sowie Elektroschocks gefoltert worden zu sein, um Geständnisse zu erzwingen. Zusätzlich war einigen damit gedroht worden, weibliche Familienangehörige ins Gefängnis zu holen und diesen Schaden zuzufügen. Manche erklärten, sie seien gezwungen worden, vorformulierte "Geständnisse" vor laufender Kamera vorzulesen. Allen wurde eine ärztliche Untersuchung verweigert. Die Männer befinden sich derzeit in Einzelhaft. Ihnen wird Spionagetätigkeit für den Iran und die Hisbollah sowie die Planung von Angriffen gegen den Staat vorgeworfen. Alle Angeklagten weisen sämtliche Vorwürfe zurück.
Gebet: Gott, wir bitten dich um faire Gerichtsverfahren für die Brüder Mohammad und Abdullah al Hussaini und ihre Mitgefangenen. Schenke Heilung für ihre von der Folter erlittenen Schäden. Wir bitten dich auch für die Folterer und die Verantwortlichen für diese Taten, lass sie Mitgefühl und Achtung vor Mitmenschen finden.

Denken wir an einen verschwundenen Anwalt in CHINA
Zhang Kai, 37 Jahre alt, Anwalt in Peking, ist seit Ende August verschwunden. Er trat für eine große christliche Gemeinde in Wenzhou ein, die sich gegen die Kampagne der Regierung wehrte, die die Zerstörung christlicher Kirchen zum Ziel hat. Die Regierung will die Zahl der Kirchen und ihren Einfluss im Land reduzieren. Am 28. August wurde Zhang Kai von der Polizei mitgenommen und an einen unbekannten Ort verschleppt. Einige Tage später erfuhr ein Anwaltskollege, dass Zhang  Kai 6 Monate Haft an einem geheimen Ort drohte, weil „er die Sicherheit des Staates gefährdet habe“. Es wurde jedoch keine offizielle Anklage erhoben. Es ist kein Kontakt zu seiner Familie oder einem Anwalt möglich. Zhang Kai war bereits am 10.Juli von der Polizei verhört, aber am nächsten Tag wieder freigelassen worden. Am 8.August schrieb Zhang Kai im Internet: „Ich habe meine Wahl getroffen. Das Schlimmste, was sie mir antun können,  ist, mich ins Gefängnis zu sperren. Aber wenn ich schweige, werde ich es mein Leben lang bereuen.“ So wie Zhang Kai sind bereits in diesem Sommer 300 Menschenrechtler festgenommen worden und ohne Anklage verschwunden. Die Regierung geht in einem bisher nicht gekannten Maße gegen Menschenrechtsverteidiger vor, indem sie sie einschüchtert und inhaftiert. Sie geht sogar gegen Familienmitglieder vor.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Zhang Kai bald freigelassen oder dass ihm ein fairer Prozess gemacht wird. Führe die chinesische Regierung zu der Einsicht, dass die Freiheit des Glaubens nicht auf Dauer unterdrückt werden kann. Schütze alle Religionsgemeinschaften. Schütze unsere Schwestern und Brüder in den christlichen Gemeinden.

Denken wir an von Folter bedrohte Inhaftierte in TADSCHIKISTAN
Am 16. und 17. September sind 13 Mitglieder der Partei der Islamischen Wiedergeburt Tadschikistans festgenommen worden. Ihnen werden Verbindungen zu "kriminellen Gruppen", die für Anschläge auf Regierungsgebäude verantwortlich gemacht werden, vorgeworfen. Die strafrechtliche Verfolgung der 13 Mitglieder der Oppositionspartei steht offenbar im Zusammenhang mit ihrem politischen Engagement. Den Festnahmen voraus gingen jahrelange Drangsalierungen von Mitgliedern der Partei sowie eine Anordnung des Justizministeriums aus dem August, die Partei aufzulösen. Den Inhaftierten drohen Folter, Misshandlungen und unfaire Gerichtsverfahren.
Gebet: Gott, schütze die 13 Parteimitglieder vor Folter und anderer Misshandlung. Wir hoffen auf Änderungen in den Gefängnissen Tadschikistans, in denen Misshandlungen und Folter oft angewandt werden, um Geständnisse zu erzwingen oder Beweismittel zu erhalten

Denken wir an einen brutal geschlagenen Aktivisten in ANGOLA
Raul Mandela ist ein in Angola bekannter Menschenrechtsaktivist, der sich u.a. für das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Versammlungsrecht einsetzt. Er hat verschiedene Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen organisiert. Am 15. September nahm er an einem friedlichen Protest gegen die Inhaftierung von 16 Menschenrechtsverteidigern und gegen die Verurteilung des Menschenrechtlers José Marcos Mavungo zu sechs Jahren Haft teil. Dort wurde er von Polizisten brutal geschlagen. Er wurde bewusstlos und in ein Krankenhaus gebracht. Er erlitt schwere Kopfverletzungen und klagt noch immer über Schmerzen an den inneren Organen. Raul Mandela äußerte sich am 12.09. in einer Radiodebatte kritisch über die von der angolanischen Polizei ausgeübte Gewalt. Er vermutet, dass der brutale Angriff auf ihn mit seinen kritischen Äußerungen in Zusammenhang steht.
Gebet: Vater, wir bitten dich, sei bei Raul Mandela und schütze seine Gesundheit. Wir sind dankbar für die wichtige Menschenrechtsarbeit, die er und die anderen Menschenrechtler in Angola leisten. Bewahre sie vor Gewalt und unfairen Gefängnisstrafen.

Denken wir an einen willkürlich verurteilten Politiker in VENEZUELA
Am 9. September 2015 wurde der venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und neun Monaten verurteilt. Die Anklage (u.a. Brandstiftung, Anstiftung zum Verbrechen, Verschwörung) ist nach Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) konstruiert. Der Prozess fand hinter geschlossenen Türen statt, der Ausgang des Prozesses stand bereits vor der Verhandlung fest. Die Richterin Susana Barreiros ließ für die Anklage 108 Zeugen zu, für die Verteidigung nur zwei und keine Entlastungsbeweise. Leopoldo López ist seit dem 18. Februar 2015 in Haft und befindet sich derzeit im Militärgefängnis Ramo Verde am Stadtrand von Caracas. Er sagt aus, dass er mehrmals von Wärtern gefoltert wurde. Rund ein Drittel seiner bisherigen Haft verbrachte er in einer Einzelzelle, wo er weder von seinen Angehörigen noch von seinen Anwälten besucht werden durfte. Leopoldo López hatte immer wieder zu friedlichen Protesten gegen die Willkür der Regierung Maduro und für das Recht auf freie Meinungsäußerung aufgerufen. 
Gebet: Gott, lass uns aufstehen gegen Unterdrückung und Unrecht für das Recht. Wir bitten dich für Leopoldo López und für die Menschen, deren Rechte mit Füßen getreten werden. Stärke sie und sei Ihnen Kraft und Trost.

Denken wir an drei Menschenrechtsverteidiger in MAURETANIEN
Am 20. August 2015 hat das Berufungsgericht in Mauretanien entschieden, dass die zweijährige Haftstrafe für Biram Dah Abeid, Brahim Bilal Ramadane und DjibySow rechtens ist. Sie waren im November 2014 gefangen genommen worden, weil sie im Süden Mauretaniens eine Kampagne veranstaltet hatten, in der sie in vielen Dörfern am Fluss Senegal die Bevölkerung aufgerufen hatten, gegen die Sklaverei anzugehen, von der vor allem der Stamm der Haratin betroffen ist. Sie wurden im Januar 2015 verurteilt wegen Teilnahme an nicht genehmigten Versammlungen, Rebellion und Mitgliedschaft in einer staatlich nicht anerkannten Organisation, der IRA, Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffung der Sklaverei. Biram Dah Abeid und Brahim Bilal Ramadane, Präsident und Vizepräsident der IRA, sind weiterhin im Gefängnis.
Gebet: Guter Gott, steh den mauretanischen Menschenrechtlern in ihrer Haft bei. Hilf, dass immer mehr Menschen in Mauretanien die Sklaverei als unmenschlich ächten.
 
Denken wir an attackierte Menschenrechtsaktivisten in PERU
Am 15. September kam es zu einem Attentatsversuch gegen die Menschenrechtsaktivisten Cesar Estrada Chuquilin und Walter Castañeda Bustamante. Die beiden Männer waren auf dem Rückweg von einer Inspektionsreise im Norden des Landes. Dort hatten sie überprüft, ob das Unternehmen Yanacocha, das für eine geplante Ausweitung ihrer Goldminen ein umstrittenes Tagebau-Projekt in der Region starten möchte, schon mit Bergbauarbeiten begonnen hat, obwohl noch keine Genehmigung dafür erteilt wurde. Dieser geplante Tagebau würde einige Lagunen, die für die Wasserversorgung der Region wichtig sind, schädigen. Auf der Rückfahrt von dieser Inspektion schossen Männer auf das Auto und warfen Steine. Die Rückscheibe des Autos zerbrach, und eine Kugel traf das Nummernschild des Wagens. Die Insassen wurden nicht verletzt. Sie vermuten, dass Mitarbeiter des Bergbauunternehmens hinter dem Anschlag stehen. Schon zuvor gab es zahlreiche Einschüchterungsversuche gegen die beiden Männer und andere Gegner des Bergbauprojekts.
Gebet: Guter Gott, schütze die Aktivisten in Peru, die so mutig gegen Ungerechtigkeit eintreten. Wir bitten um Gerechtigkeit für die Bevölkerung in der Region. Die geplanten Bergbauprojekte gefährden die Umwelt und die Versorgung mit sauberem Wasser.

 

 

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/