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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet November 2015

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an die Indigenensprecherin Relmu Namku aus ARGENTINIEN
Frau Namku ist am 26. Oktober 2015 wegen versuchten Mordes vor Gericht gestellt worden. Sie soll 2012 eine Polizistin verletzt haben, als ihre indigene Gemeinschaft Widerstand gegen die Räumung ihres angestammten Landes in der argentinischen Provinz Neuquén geleistet hatte. Zunächst war ihr nur „Körperverletzung“ vorgeworfen worden. Es droht ihr nun ein unfaires Verfahren und bei einem Schuldspruch bis zu 15 Jahre Haft.
Hintergrund: Am 28. Dezember 2012, als Angehörige der Winkul Newen-Gemeinschaft an einer traditionellen indigenen Begräbnisfeier teilnahmen, erschienen Polizeibeamte mit einem Räumungsbefehl auf ihrem Land in Paraje Portezuelo Chico. Zahlreiche Lastwagen und Bulldozer des Ölkonzerns Empresa Apache trafen gegen 15 Uhr mit der Anordnung ein, auf das Land der indigenen Winkul Newen-Gemeinschaft zu fahren. Angehörige der Gemeinschaft bewarfen die Bulldozer mit Steinen und eine Polizeibeamtin wurde dabei verletzt. Nach diesem Vorfall wurden die drei Angehörigen der indigenen Gemeinschaft Relmu Ñamku, Martín Maliqueo und Mauricio Raín wegen "Körperverletzung" angeklagt. Die Anklage gegen die Indigenensprecherin Relmu Ñamku wurde später in "versuchten Mord" umgewandelt.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich für Relmu Namku und ihre Mitstreiter. Steh ihnen bei in ihrem Kampf gegen die Vertreibung aus ihren angestammten Gebieten. Es ist der Einsatz für den Erhalt der Schöpfung gegen die sich immer weiter ausbreitende Wirtschaft.

Denken wir an einen Mann in FRANKREICH, der durch die gewaltsame Festnahme zu Tode gekommen ist
Am 6. März 2015 ist Amadou Koume, 34 Jahre alt, im Kommissariat Louis Blanc im 10. Arrondissement in Paris erstickt. In der Nacht des 5. März wurde er in einer Bar festgenommen. Nach Zeugenaussagen hat ein Polizist der Antikriminalitätsbrigade gegenüber dem sich friedlich verhaltenden Amadou äußerst gefährliche Praktiken angewendet, um ihn bewegungsunfähig zu machen. Halb bewusstlos wird Amadou mit dem Polizeiwagen ins Kommissariat gebracht. Beim Aussteigen ringt er mit dem Tod. Zwei Stunden später unterzeichnet ein Kommandant der allgemeinen Polizei den Totenschein. Bei der Autopsie werden der Tod durch Ersticken und zahlreiche Hämatome im Gesicht und am Körper festgestellt. Der Staatsanwalt hat eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, aber die Untersuchung, die in Händen der Polizei liegt, ist schleppend. Sechs Monate nach dem Tod von Amadou wurde noch kein Untersuchungsrichter mit dem Fall betraut, kein Verantwortlicher wurde identifiziert.
Information: ACAT hat festgestellt, dass bei der Anwendung solch gefährlicher Praktiken bereits 8 Personen gestorben sind. Das französische Gesetz erlaubt weiterhin ihre Anwendung.
Gebet: Guter Gott, nimm Amadou Koume auf in Dein Reich. Hilf, dass die Umstände und Gründe seines Todes aufgeklärt werden und dass mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Hilf, dass die Polizei ihre Methoden immer wieder überprüft.

Denken wir an Zainab Al-Khawaja, eine Menschenrechtsaktivistin in BAHRAIN
Frau Al-Khawaja war zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ein Foto des Königs zerrissen hatte. Im Berufungsverfahren am 21. Oktober 2015 wurde die Strafe auf ein Jahr und eine hohe Geldstrafe reduziert. Sollte sie die Geldstrafe allerdings nicht zahlen, wird die reduzierte Gefängnisstrafe um 18 Monate erhöht. Sie ist nun in unmittelbarer Gefahr, in Haft genommen zu werden. Dabei hat sie nur friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen. Die Familie von Zainab Al-Khawaja hat mitgeteilt, dass sie im Falle ihrer Inhaftierung ihren fast einjährigen Sohn mit ins Gefängnis nehmen werde.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für den mutigen Einsatz von Menschenrechtlern wie Zainab Al-Khawaja. Dein Geist unterstützt uns dabei, uns ebenfalls mutig für Gerechtigkeit einzusetzen. Mögen die bahrainischen Behörden Frau Al-Khawaja und ihren Sohn vor dem Gefängnis bewahren.

Denken wir an einen Journalisten, der in USBEKISTAN inhaftiert ist

Der 61jährige Journalist Mukhammed Begjanov ist seit 16 Jahren und sechs Monaten in Haft, die längste Haft, die je ein Journalist erlitten hat. Er war Mitglied der oppositionellen Partei ERK und Chefredakteur der Parteizeitung. Seine Haft betrug eigentlich 12 Jahre. Er hätte am 13. Dezember 2011 freigelassen werden sollen. Seine Angehörigen haben vergeblich auf ihn gewartet. Wochen später wurde seine Familie darüber informiert, dass er 5 weitere Jahre Haft erhalten habe, weil er angeblich 3 Mithäftlinge geschlagen habe. Er wurde mehrfach gefoltert. Seine Gesundheit verschlechterte sich. ACAT unterstützt seit einigen Jahren Herrn Begjanov und nach Angaben seiner Angehörigen habe der Druck von ACAT zusammen mit dem Druck anderer internationaler Vereinigungen zu Verbesserungen der Haftbedingungen geführt. Es gebe besseres Essen und mehr Kontakte zu seiner Familie.
Gebet: Guter Gott, gib Mukhammed Begjanov Deinen Trost und die Kraft, bis zum Ende seiner Haft auszuharren. Hilf, dass wir nicht nachlassen, für ihn Gerechtigkeit zu fordern.

Denken wir an die willkürlich inhaftierte Menschenrechtsverteidigerin Nargess Mohammadi im IRAN
Frau Nargess Mohammadi ist Sprecherin und Vize-Präsidentin der „Defenders of Human Rights“. Sie wurde am 5. Mai 2015 inhaftiert, angeblich, um den Rest einer 6jährigen Gefängnisstrafe anzutreten. Diese Gefängnisstrafe hatte sie im April 2012 angetreten, wurde aber schon am 31. Juli 2012 gegen Kaution aus medizinischen Gründen entlassen. Frau Mohammadi leidet an Muskellähmungen und Lungenkomplikationen und hatte am 6. Oktober 2015 einen schweren Rückfall, der zur Taubheit ihres Körpers führte. Erst am 11. Oktober wurde sie, gefesselt an Händen und Füßen,  ins Krankenhaus gebracht. Dort wird sie, weiterhin gefesselt an Händen und Füßen, von 3 Sicherheitskräften bewacht und kann nur sehr eingeschränkt Besuch von ihren Verwandten bekommen.
Schon zweimal sollten Gerichtsverhandlungen zu ihrem Fall stattfinden. Beide Termine wurden ohne Begründungen abgesagt. Offensichtlich wird das unmenschliche Anketten an ihr Bett und weitere gerichtliche Schikanen wegen ihrer Aktivitäten zur Förderung der Menschenrechte durchgeführt.
Gebet: Gott, lass auch uns aufstehen gegen Unterdrückung und Unrecht. Wir bitten dich für Nargess Mohammadie und für alle Menschen, deren Rechte mit Füßen getreten werden. Stärke sie und sei Ihnen Kraft und Trost.

Denken wir an den von willkürlichen Festnahmen und richterlichen Schikanen betroffenen Umweltaktivisten Ven Vorn in KAMBODSCHA
Herr Vorn wurde am 7. Oktober 2015 verhaftet und nach Koh Kong in das Provinzgefängnis gebracht. Ihm wird vorgeworfen, illegal Holz geschlagen zu haben und Beweismittel vernichtet zu haben. Er hatte sich an einer Kampagne gegen den geplanten Bau eines Wasserkraftwerks im Tal Areng beteiligt. Das Wasserkraftwerk würde das Land, den Lebensunterhalt und die natürliche Umwelt bedrohen. Herr Vorn hatte etwa 10 Kubikmeter Holz von einem Anbieter gekauft, um ein kleines Besucherzentrum für lokale Aktivisten zu errichten. Die Behörden behaupteten bei der Festnahme, er habe illegal Holz beschafft.
Wegen seiner Menschenrechtsaktivitäten wurde Herr Vorn von den kambodschanischen Behörden verfolgt. Am 2. September 2015 gehörte er zu den 17 Menschen, die bei einer Protestaktion für die Freilassung von inhaftierten Aktivisten kurzzeitig selbst inhaftiert wurden. Es ist davon auszugehen, dass die Inhaftierungen darauf abzielten, seine legitimen Menschenrechtsaktivitäten zu sanktionieren.
Gebet: Gott, wir bewundern den Mut und die Entschlossenheit der bedrohten Menschenrechtsaktivisten wie Herr Ven Vorn in Kambodscha. Steh ihm und allen anderen bei, die sich für die Umwelt einsetzen und dass sie in ihrem Kampf für den Erhalt der Schöpfung nicht mutlos werden.

Denken wir an einen Gefangenen in ANGOLA
José Marcos Mavungo, Menschenrechtsverteidiger, lebt in der Provinz Cabinda, einer Gegend, die reich an Erdöl ist und in der seit der Unabhängigkeit Angolas im Jahr 1975 immer wieder separatistische Bewegungen aktiv sind. Die Mehrheit der 400 000 Einwohner lebt in Armut und profitiert nicht von den Einnahmen aus dem Erdöl. Die Regierung unterdrückt jede Art von oppositioneller Meinung. Am 4.März 2015 wurde Herr Mavungo verhaftet. Er wollte an dem Tag an einer friedlichen Demonstration gegen die Verletzung der Menschenrechte und gegen die fehlende Transparenz in der Verwaltung der öffentlichen Gelder der Provinz teilnehmen. Die Demonstration wurde von dem Gouverneur der Provinz verboten, weil sie mangelnden Respekt vor den Regierungsinstitutionen beweise. Herr Mavungo wurde des Aufruhrs beschuldigt. Am 14. September 2015 hat ihn das Gericht trotz mangelnder Beweise wegen Rebellion zu 6 Jahren Haft verurteilt.
Gebet: Guter Gott, steh Herrn Mavungo bei, der von einem ungerechten Urteil betroffen ist. Hilf, dass er eine neue Chance in einem fairen Prozess erhält.

Denken wir an einen verschwundenen Soldaten in der
UKRAINE
Ivan Bezyazykov, Oberst des militärischen Nachrichtendienstes der Ukraine, wurde am 16. August 2014 gefangen genommen. Er hatte von dem befehlshabenden Offizier die Anordnung erhalten, eine weiße Fahne zu hissen und sich der anderen Seite zu nähern, um einen vorübergehenden Waffenstillstand auszuhandeln. Dieser sollte dazu dienen, nach zweitägigen Kämpfen in der Nähe der Ortschaft Stepanivka die Toten und Verletzten zu bergen. Die prorussischen separatistischen Kämpfer entwaffneten ihn und zwei weitere Soldaten und nahmen sie gefangen. Die beiden anderen Männer wurden wieder entlassen und berichteten, Ivan Bezyazykov sei geschlagen und gefoltert worden, er habe Rippenbrüche gehabt und sei mehreren Scheinhinrichtungen ausgesetzt worden. Über seinen Aufenthaltsort und sein Schicksal ist nichts bekannt. Seine Frau weiß nicht einmal, ob er noch lebt. Er hat drei kleine Kinder.
Gebet: Vater, schütze das Leben von Ivan Bezyazykov und schütze ihn vor weiterer Folter. Gib ihm und seiner Familie Kraft und Hoffnung in dieser Situation der Ungewissheit. Du kannst Veränderung schaffen bei den Folterern und bei den Verantwortlichen, wir hoffen auf diese Veränderung.

Denken wir an eine Inhaftierte Parlamentskandidatin in MYANMAR
Die Ärztin Myat Nu Khaing steht bei den anstehenden Parlamentswahlen als unabhängige Kandidatin im Township Phyu zur Wahl. Am 17.10.2015 nahm der Polizeichef von Phyu sie in einem Restaurant fest, wo sie gerade zwischen Wahlkampfveranstaltungen ihre Mittagspause verbrachte. Ihre Festnahme wird mit ihrer Teilnahme an einer friedlichen Protestveranstaltung im Dezember 2014 begründet, bei der die Behörden von Myanmar aufgefordert wurden, den Tod einer Demonstrantin zu untersuchen. Diese war bei einer Demonstration gegen Landwegnahme für ein Kupferminenprojekt von Polizisten erschossen worden. Gegen Myat Nu Khaing wurde Anklage in mehreren Punkten erhoben, ihr drohen bis zu 9 Jahren Haft. Sie gilt für Menschenrechtsorganisationen als gewaltlose politische Gefangene, die vermutlich wegen ihrer Kandidatur inhaftiert wurde.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich um Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Myanmar. Wir bitten auch für Gerechtigkeit für die Bürger, die unter der Macht der Bergbaukonzerne leiden. Schenke die Freilassung von Myat Nu Khaing.

Denken wir an einen Gefangenen in ANGOLA, der sich im Hungerstreik befindet

Luaty Beirao, 33 jähriger Rapper aus Angola, ist seit dem 21.September 2015 im Hungerstreik. Am 20.Juni 2015 waren 15 junge Männer, darunter Luaty Beirao, Mitglieder einer Jugendbewegung, die für einen demokratischen Machtwechsel in Angola eintritt, ohne Haftbefehl festgenommen worden und zwar in der Wohnung von Luaty, wo die jungen Männer über mögliche friedliche Protestaktionen gegen das Regime von Präsident Jose Eduardo dos Santos, der seit 1979 regiert, berieten. Obwohl nach dem Gesetz die Untersuchungshaft nur 90 Tage dauern darf, sind die 15 jungen Männer schon mehr als 100 Tage in Untersuchungshaft. Luaty Beirao ist aus Protest in einen Hungerstreik getreten. Sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert. Am 5. Oktober wurde er darüber informiert, dass er wegen eines Umsturzversuchs angeklagt werde, was 3 Jahre Haft bedeuten würde. Er hat viel Gewicht verloren und starke Bauchschmerzen. Er wurde ins Gefängnishospital von Sao Paulo gebracht und an den Tropf gehängt. Seine Familie sorgt sich um seine Gesundheit.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Luaty Beirao. Gib ihm Hoffnung auf ein baldiges faires Verfahren. Hilf den Menschen in Angola, dass es zu einer friedlichen Veränderung der politischen Verhältnisse kommt.

Denken wir an einen Menschenrechtler in USBEKISTAN
Am 26.10.15 fand der Menschenrechtsverteidiger Dmitry Tikhonov sein Büro abgebrannt und verwüstet vor. Seine elektrischen Geräte wie Laptops, Handys und Kameras sind zerstört, ebenso alle Papiere, die mit Fällen von Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang stehen. Die anderen Räume des Hauses blieben unverwüstet. Er hatte sich u.a. für Fälle von Folter und Zwangsarbeit eingesetzt. Dieser Vorfall folgt auf eine Reihe anderer Schikanierungen, die besonders im Zusammenhang mit seiner Verfolgung von Fällen von Zwangsarbeit auf Baumwollfeldern stehen. Von den Massenmedien wird er verleumdet und beschimpft. Im September wurde er verhaftet und geschlagen, nachdem er Interviews und Fotos von Menschen machte, die auf Baumwollfeldern in Zwangsarbeit arbeiteten. Nach 5 Stunden wurde er wieder freigelassen.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für die wichtige Arbeit von Dmitry Tikhonov. Gib ihm weiterhin Kraft und Mut dafür. Hilf auch uns, mutig gegen Unrecht einzustehen.

 

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/