ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen albanischen Journalisten in NORWEGEN
Am 19.11.2014 wurde der investigativ arbeitende Journalist Genci Angjellari in Albanien von zwei Männern auf einem Motorrad angegriffen. Die Männer schlugen ihn, hielten ihm ein Messer an die Kehle und forderten ihn dazu auf, seine Recherchen bezüglich mutmaßlicher Verbindungen zwischen der Mafia und wirtschaftlichen und politischen Akteuren einzustellen. Am folgenden Tag näherten sich zwei Männer, ebenfalls auf einem Motorrad, seiner Frau Fatjona und drohten, ihren Mann und ihre 14 Monate alte Tochter umzubringen und sie selbst zu vergewaltigen, wenn ihr Mann nicht aufhöre "mit dem Feuer zu spielen". Die Familie floh am 22.11.2014 nach Norwegen, um dort Asyl zu beantragen. Nun sind sie dort in unmittelbarer Gefahr, nach Albanien abgeschoben zu werden. Die Behörden finden die Schilderungen der Familie zwar glaubwürdig, meinen aber, dass sie auch in Albanien Polizeischutz erhalten könnten. Dieser Schutz wurde ihnen aber in der Vergangenheit verwehrt. Viele andere Fälle sind bekannt, in denen kritischen Journalisten kein Polizeischutz gewährt wurde. Bei einer Abschiebung droht der Familie Schikane und Mord.
Gebet: Vater, schütze das Leben der Familie Angjellari. Hilf uns in Europa, menschenfreundliche und Leben schützende Entscheidungen in der Asylpolitik zu finden.

Denken wir an einen verfolgten Christen in LAOS und VIETNAM
Thomas (Name geändert) musste bereits als Kind erfahren, dass Christsein ständige Bedrohung bedeutete. Seine Mutter stammt aus Vietnam, sein Vater aus Laos. Als der Vater in Laos wegen seiner christlichen Aktivitäten im Gefängnis war und dort gefoltert wurde, kehrte er nach seiner Freilassung nach Vietnam zurück zu seiner Familie. Dort verkündigten Vater und Sohn gemeinsam das Evangelium. Doch auch da litten sie unter ständiger Beobachtung und Verfolgung durch die Behörden. Der Vater floh zurück nach Laos. Weil Thomas weiterhin versuchte, das Evangelium zu verkünden, steht er auf der Todesliste der laotischen Regierung. Mit Hilfe von Freunden konnte er fliehen und lebt nun im Ausland. Er leidet darunter, dass er seine Familie zurücklassen musste. In den kommunistischen Ländern Vietnam und Laos haben es Christen sehr schwer, ihren Glauben zu praktizieren. Die Regierungen der beiden Länder versuchen, durch  Behinderungen und Gefängnis die rasche und zunehmende Ausbreitung des Christentums zu verhindern.
Gebet: Herr Jesus, wir bitten dich, sei du mit deiner Hilfe bei den Verfolgten. Stärke sie im Glauben und gib ihnen Kraft dazu durch deine Liebe. Wir beten für die Verfolger, damit sie die Grundlosigkeit ihres Hasses einsehen und durch deine Güte zur Menschenliebe finden.

Denken wir an zwei Aktivisten in Foltergefahr in CHINA
Zwei Männer aus China waren nach Thailand geflüchtet. Jiang Yefi hatte chinesische Behörden kritisiert. Daraufhin war er inhaftiert und gefoltert worden. Dong Guangping hatte an einer Gedenkfeier für die Opfer von 1989 auf dem Tiananmen-Platz teilgenommen und war danach inhaftiert worden. Beide waren nach ihrer Flucht nach Thailand vom UN-Hochkommissar als Flüchtlinge anerkannt worden, dieser wollte für sie die Aufnahme in einem sicheren Drittstaat organisieren. Während sie darauf in einem Gefängnis warteten, wurden sie abgeschoben, vermutlich in ihr Heimatland China. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt, sie sind in Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Gott, schenke den beiden Männern Kraft und Hoffnung. Schütze sie vor Folter. Stärke uns, uns weiter gegen Unrecht und Folter einzusetzen.

Denken wir an Studenten in Foltergefahr im SUDAN
Acht Studenten wurden am 14.11.15 in der Stadt Omdurman vom Geheimdienst festgenommen. Sie hatten zuvor im Okto­ber an einem Sitzstreik teilgenommen. Es wurde dabei gegen eine Entscheidung der Universität, dass Studenten aus der Region Darfur nicht länger von den Studiengebühren befreit sein sollen, protestierten. Seit ihrer Festnahme ist der Aufenthaltsort der Gefangenen unbekannt, sie sind in Gefahr, misshandelt oder gefoltert zu werden. Der sudanesische Geheimdienst ist mit umfangreichen Befugnissen ausgestattet, eine Strafverfolgung ihrer Taten ist so gut wie ausgeschlossen. Die Befreiung von Studiengebühren für Nachkommen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen aus der Region Darfur ist gesetzlich verankert und leitet sich aus dem Darfur-Frie­dens­vertrag von 2006 ab.
Gebet: Vater, schenke den Studenten Gerechtigkeit und schütze sie vor Folter und Misshandlung. Wir bitten um Änderungen im Sudan hin zu Rechtsstaatlichkeit und Schutz vor staatlicher Willkür.

Denken wir an einen zum Tode verurteilten Mann in SINGAPUR
Der 2010 zum Tode verurteilte Malaysier Kho Jabing wartet derzeit auf die Entscheidung eines Berufungsgerichts in Singapur. Nachdem er alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hatte, reichte der 31-jährige am 27. April 2015 beim Präsidenten von Singapur ein Gnadengesuch ein. Zuvor hatte das Berufungsgericht mit einer knappen Mehrheit von 3 zu 2 entschieden, seine lebenslange Haftstrafe in ein Todesurteil umzuwandeln. Am 19. Oktober lehnte der Staatspräsident das Gnadengesuch Kho Jabings ab. Die Hinrichtung wurde auf den 6. November angesetzt. Am 5. November gewährte ihm das Berufungsgericht jedoch einen Aufschub, um zwei verschiedene Einsprüche zu behandeln, die zu seinen Gunsten eingelegt worden waren. Am 23. November hat das Berufungsgericht die beiden Beschwerden geprüft. Für die Urteilsverkündung wurde noch kein Termin festgelegt.
Gebet: Gott, wir denken an die Ängste  des Verurteilten Kho Jabing. Schenke ihm Kraft von Deiner Kraft. Stärke uns im Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe.

Denken wir an einen gefolterten Mann in KOLUMBIEN
Hosman Polo Carrillo, für den sich ACAT bereits vor einem Jahr eingesetzt hat, hat das berüchtigte Gefängnis von Valledupar verlassen und ist danach nicht weiter bedroht worden. Aber seine Wunden sind immer noch nicht behandelt worden und die Bearbeitung seiner Klage wegen Folter geht nicht voran. Er wurde mit 17 Jahren zu einer Haftstrafe von 29 Jahren verurteilt. Die Haftbedingungen waren extrem hart. Er wurde wiederholt misshandelt und hatte daraufhin Anfälle von Schizophrenie. Zweimal hat er versucht, sich umzubringen. Seine Krankheit wurde 2011 diagnostiziert. Dennoch wurde er weiterhin durch Schläge, Elektroschocks und Tränengas, das in seine Zelle gesprüht wurde, misshandelt. Er hat Wunden und Prellungen an Kopf und Körper und eine Hodenentzündung behalten. Nach den drei Misshandlungen hat seine Familie jeweils Klage erhoben. Aber es haben noch keine Untersuchungen stattgefunden und weder seine Verletzungen noch seine Krankheit sind behandelt worden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Peiniger von Hosman Polo Carrillo zur Rechenschaft gezogen werden und dass er eine gute medizinische Behandlung erfährt, damit er wieder Freude am Leben gewinnt.

Denken wir an einen Gefangenen in USBEKISTAN, der nach 21 Jahren Haft freigelassen wurde
Murad Jouraev, 63 Jahre alt, für den sich ACAT bereits mehrfach eingesetzt hat, wurde am 12.November 2015 nach 21 Jahren Haft freigelassen. Herr Jouraev, ehemaliger Parlamentarier, wurde 1994 inhaftiert. Die ursprüngliche Strafe betrug 9 Jahre Haft, sie wurde immer wieder um insgesamt 12 weitere Jahre verlängert, weil Herr Jouraev gegen die Gefängnisordnung verstoßen haben soll. Er wurde mehrfach gefoltert und ist daraufhin schwer an Tuberkulose erkrankt. Trotz seines schlechten Gesundheitszustands wurde er zu schwerer Arbeit in einer Ziegelei gezwungen. Er braucht dringend ärztliche Pflege. Er fordert, dass die Behörden eine Untersuchung wegen der Folterungen einleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Gebet: Guter Gott, schenke Herrn Jouraev, dass er ärztliche Hilfe bekommt und wieder Freude am Leben in Freiheit gewinnt. Hilf, dass die für die Haft und Folter Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden

Denken wir an Menschenrechtler in BURUNDI, die in ihrer Arbeit massiv behindert werden
Am 19. November 2015 hat der Generalstaatsanwalt der Republik Burundi, Herr Valentin Bagorikunda, angeordnet, dass die Bankkonten von 10 Nichtregierungsorganisationen, die im Bereich der Menschenrechte oder der Bekämpfung der Korruption tätig sind, “eingefroren” werden. Zu den Organisationen gehört auch die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter in Burundi (ACAT Burundi). Offensichtlich sollen Menschenrechtsaktivisten und die Zivilgesellschaft eingeschüchtert und in ihrer Arbeit behinderte werden. Seit dem Beginn der Krise im April 2015 versuchen die burundischen Behörden die Aktivitäten verschiedener Organisationen der Zivilgesellschaft und deren nationalen Vertreter zu behindern. Einige der Vertreter mussten ins Ausland flüchten.
Gebet: Gott, wir sind mit unseren Gedanken bei den Menschenrechtlern in Burundi, die unter schwierigsten Umständen aktiv sind. Wir bitten Dich: stärke sie und uns, damit wir nicht nachlassen, für die Würde des Menschen einzutreten.

Denken wir an Christen in INDIEN
Im Dorf Balanagar (Bundesstaat Telangana) hatten sich Christen in einer Privatwohnung zu einem Gebetstreffen versammelt, als plötzlich etwa 60 Hindu-Extremisten das Haus stürmten und auf die Männer, Frauen und Kinder einprügelten. Dadurch starb das ungeborene Kind einer 24-jäh­rigen Frau und ein junger Mann ist schwer am Kopf verletzt worden. Die Christen erstatteten Anzeige. Die Polizei nahm sieben Verdächtige fest, ließ sie aber noch am selben Tag frei. William Stark, Regionaldirektor des ICC (Internationa­les Christliches Hilfswerk), nannte den Vorfall ein weiteres Zeichen für die  wachsende Intoleranz gegenüber Christen. Die Situation hat sich seit der Machtübernahme durch die Hindupartei BJP 2014 weiter verschlechtert. Von den 1,25 Milliarden Einwohnern Indiens sind etwa drei Prozent Christen, sie bekommen kein  Land für den Bau von Kirchen oder für Friedhöfe und keine Erlaubnis für öffentliche Versammlungen.
Gebet: Gott, wir wollen beten für die Christen in Indien, die unterdrückt werden und  nur in steter Angst ihren christlichen Glauben ausüben können. Wir vertrauen diese deine verfolgten Menschen deiner Liebe und deinem Schutz an.

Denken wir an drei gefangene junge Menschen in ANGOLA
Afonso Matias, Albano Bingo und Benedito Jeremias sind Aktivisten der jugendlichen „Revolutionären Bewegung von Angola“, die demokratische Reformen in Angola anstrebt. Sie wurden am  20. Juni zusammen mit 11 weiteren Kameraden ohne Haftbefehl festgenommen, als sie über friedliche Protestaktionen gegen das Regime von Präsident José Eduardo dos Santos, der seit 1979 regiert, debattierten. Nachdem sie 90 Tage in vorläufiger Haft waren, wurden sie beschuldigt, an der Vorbereitung eines Staatsstreichs beteiligt gewesen zu sein, was eine Haftstrafe von 3 Jahren bedeuten würde. Am 9.Oktober wurden Benedito Jeremias und Albano Bingo in dem Gefängnis Cadeia de Sao Paulo schwer misshandelt, weil sie dagegen protestiert haben, dass sie sich im Gefängnishof nicht mit den anderen Häftlingen unterhalten dürften. Sie wurden entkleidet und von 15 Wärtern mit elektrisch geladenen Stöcken geschlagen. Ihre Wunden haben sich z.T. entzündet, weil sie nicht ärztlich versorgt wurden. Die Beiden sind in das Gefängnis Comarca Central in Luanda überstellt worden. Als Afonso sich über seine neue überbelegte Zelle und die hygienischen Zustände beschwerte, wurde er verprügelt.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die physischen und seelischen Wunden der 3 misshandelten jungen Männer heilen. Gib ihnen die Hoffnung auf einen fairen Prozess und dass die Gewaltherrschaft von dos Santos bald zu Ende geht und die Menschen sich auch in Angola frei äußern dürfen.

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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