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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Februar 2016

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an Gefangene in CHINA
In der Provinz Guangdong wurden die chinesischen Bürger Zeng Feiyang, Zhu Xiomei, Deng Xioming He Xiabo, Peng Jiayong, Meng Han und Chen Huihuhai am 3.Dezember 2015 inhaftiert. Sie werden beschuldigt, durch Organisieren eines Volkauflaufs die öffentliche Ordnung gestört zu haben und öffentliche Gelder entwendet zu haben. Sie konnten noch keinen Anwalt kontaktieren. Zeng Feiyang,  He Xiabo und Chen Huihuhai leiten die drei einflussreichsten Nichtregierungsorganisationen zur Verteidigung der Rechte der Arbeiter. Als ehemalige Wanderarbeiter setzen sie sich für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und für die Zulassung von Gewerkschaften in den Betrieben ein, damit Konflikte durch Verhandlungen friedlich gelöst werden können. Die Festnahmen bedeuten, dass der Spielraum für die Zivilgesellschaft durch die Staatsmacht immer mehr eingeschränkt wird und dass sich die Menschenrechtslage in China verschlechtert. Im Juli hatte die Regierung die Maßnahmen zur Einschüchterung und Verfolgung der Bürger, die sich für die Menschenrechte einsetzen, erheblich verschärft.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Verhafteten in einem rechtmäßigen Prozess ihre Anliegen vertreten können. Schütze sie vor jeder Art von Misshandlung.

Denken wir an einen christlichen Rechtsanwalt in CHINA
Der Rechtsanwalt Zhang Kai aus Peking wurde am 25. August 2015 festgenommen zusammen mit seinem Kollegen Liu Peng, der im Dezember freikam. Sie vertraten 100 evangelische Gemeinden, deren Kirchenkreuze abmontiert wurden. Seit zwei Jahren werden auf Betreiben der Provinzregierung von Zhejiang die Kreuze abgenommen. Evangelische und katholische Kirchen sind gleichermaßen davon betroffen. Viele protestierten, die Sicherheitskräfte gingen wiederholt mit Gewalt gegen die Demonstrierenden vor, viele wurden festgenommen. Anfang Dezember lenkten die örtlichen Justizbehörden ein und setzten einige der Häftlinge auf freien Fuß. Zhang Kai war nicht darunter.
Gebet: Gott, wir bitten dich, sei mit deinem Schutz und deiner Kraft bei den Menschen, die mit Zhang Kai im Gefängnis sind. Stärke sie durch deine Nähe.

Denken wir an zwei Gefangene in MEXIKO
Die Geschwister Eick Ivan und Veronica Razo Casales sind seit viereinhalb Jahren in Vorbeugehaft. Sie wurden schwer gefoltert, Veronica wurde zudem vergewaltigt. Sie wurden gezwungen, ein Geständnis zu unterschreiben, dass sie an zwei Entführungen beteiligt gewesen seien. Als Beweisgrundlage dienen einzig die Anschuldigungen von Mithäftlingen, die wahrscheinlich ebenfalls gefoltert worden waren, und die Aussage von Polizisten. Die fünf Klagen, die die Mutter der Inhaftierten gegen die Folterungen eingereicht hat, werden nicht bearbeitet. Der seit dem Regierungsantritt des Präsidenten Felipe Calderon verstärkt geführte Kampf gegen die organisierte Kriminalität führt zu immer mehr Folterungen der Festgenommenen.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die seelischen und körperlichen Wunden der Gefangenen heilen. Gib ihnen die Chance auf einen fairen Prozess. Hilf, dass die Menschen in Mexiko vor krimineller und staatlicher Gewalt bewahrt werden.

Denken wir an benachteiligte und verfolgte Christen in MYANMAR
Etwa 51 Millionen Menschen leben in Myanmar, von denen 89 % Buddhisten sind. Neben anderen Minderheiten gibt es ca. 4 % Christen, die im Norden Myanmars leben. Hier liegt das Gebiet der Kachin, etwa so groß wie Bayern. Die zu 90 % christlichen Kachin sind de facto Bürger zweiter Klasse und werden in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens diskriminiert. Sie fordern Autonomie für ihr Gebiet, damit sie Leben und Glauben in Freiheit führen können. Dafür kämpft auch die bewaffnete “Kachin Independence Army“ (KIA), doch die burmesische Armee geht mit großer Brutalität gegen sie vor. Kirchen und religiöse Gebäude sind zerstört. Gegenwärtig leben seit 2011 mehr als 100.000 Kachin, die vor den Kämpfen geflohen sind, in Binnenflüchtlingslagern, wo die Zustände menschenunwürdig sind. Bisher sind alle Friedensverhandlungen gescheitert. Das gleiche grausame Schicksal erleiden die etwa 5% muslimischen Rohingya.
Gebet: Herr, allmächtiger Gott, dir befehlen wir die Menschen in Rechtlosigkeit und unter schlechter Regierung an, die Heimatlosen auf der Flucht und in Lagern. Gib allen, die Verantwortung tragen, Kraft zum Umdenken und Mut zur Umkehr zu verantwortlichem Handeln für den Weltfrieden.

Denken wir an  bedrohte Christen in SYRIEN
Bei einer Reihe von Attentaten des islamistischen Terrors im christlichen Viertel der Stadt Qamischlie im Nordosten von Syrien kamen innerhalb eines Monats, zuletzt am Sonntag, dem 24. Januar, 19 Menschen ums Leben, fast 50 wurden schwer verletzt. Die Vertreter der Kirchen der syrischen Tradition riefen auf zum Gebet für die Opfer aber auch für die Menschen der Region, die alle vom Terror betroffen seien. Viele Christen im Nahen Osten, die unter den schwierigsten Bedingungen in ihrer Heimat ausharren, fühlen sich als Verlierer der Flüchtlingskrise in ihrem
Überlebenskampf, so berichtet der Bischof der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Ralf Meister, nach seinem Besuch in Beirut vom 13. -15. Januar. Man habe, so der Bischof selbstkritisch, bei der Erklärung der leitenden Geistlichen der 20 Landeskirchen zur Flüchtlingssituation die Zurückbleibenden, die in ihren Gemeinden ausharren, vergessen.
Gebet: Treuer Gott, wir gedenken im Gebet der Christen in Syrien und im gesamten Nahen Osten. Gib deinen Menschen die Gewissheit, dass du bei ihnen bist mit deiner Liebe und deiner Kraft. Sei ihr Tröster und segne sie für ihre Glaubensstärke.

Denken wir an eine verschwundene Frau in BURUNDI
Am 10.Dezember 2015 wurde Marie Claudette Kwizera, Schatzmeisterin der Menschenrechtsliga in Burundi, in der Stadt Bujumbura gezwungen, in ein Auto des Geheimdienstes zu steigen. Am 12.Dezember hat Herr Bigirimana, ein Agent des Geheimdienstes, die Familie von Frau Kwizera informiert, dass sie in den Räumen des Geheimdienstes festgehalten werde, bis eine Summe von 3.500.000 burundischen Francs (2500 €) gezahlt worden sei. Nach Zahlung der Lösegeldsumme wurde jedoch keine Auskunft über den Verbleib von Frau Kwizera gegeben. Die Familie hat dann eine Klage eingereicht. Daraufhin wurde der Agent Bigirimana am 4.Januar 2016 von den Behörden vernommen. Er soll in den Kerkern des Geheimdienstes inhaftiert worden sein. Am 13.Januar hat die Familie sich vergeblich beim Geheimdienst nach dem Verbleib von Frau Kwizera erkundigt. Sie wurde in dessen Kerkern nicht gefunden. Die Menschenrechtsliga bemüht sich, die Freilassung von Frau Kwizera zu erwirken. Deren Verschwinden fügt sich in den Kontext der immer stärkeren Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der Bürger, die für die Beachtung der Menschenrechte kämpfen.
Gebet: Guter Gott, gib Frau Kwizera Kraft und Hoffnung in ihrer Gefangenschaft. Schütze ihr Leben und hilf, dass sie bald wieder freigelassen wird und dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden.

Denken wir an einen Gefangenen in DJIBUTI
Ali Omar Ewado, aktives Mitglied der djibutischen Liga der Menschenrechte (LDDH), wurde am 29.Dezember 1015 vor einem Militärkrankenhaus in Gabode verhaftet. Er wollte darin einen Vertreter der Opposition besuchen, der durch die Polizei schwer verletzt worden war. Am 26.Dezember hatte die LDDH die Einrichtung einer internationalen Untersuchungskommission gefordert, weil 5 Tage zuvor eine religiöse Feier verhindert worden war. Einige Hundert Personen hatten sich in Buldhuago versammelt, um des Scheichs Youis Moussa vom Clan der Issas zu gedenken. Die Polizei, unterstützt von der Präsidentengarde, ging mit Schusswaffen gegen die Menschen vor. Dabei wurden 28 Menschen getötet, 52 verletzt, 34 entführt und 13 gefangen genommen. Ali Omar Ewado hat am 27. Dezember in der Antenne Radio France Internationale darüber berichtet. Die Aktivitäten der LDDH kommen der Regierung in Djibuti ungelegen, weil im April 2016 Präsidentenwahlen sind. Jede Opposition wird unterdrückt. Ali Omar Ewado ist im Gefängnis von Gabode inhaftiert. Er darf keinen Besuch empfangen. Am 10.Januar begann der Strafprozess in Gegenwart eines örtlichen Anwalts. Der Staatsanwalt forderte 12 Monate Haft wegen Verbreitung falscher Aussagen und Verleumdung des Staates. Das Urteil steht noch aus.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass der Forderung des Staatsanwalts nicht entsprochen wird und dass der Prozess gegen Ali Omar Ewado fair gestaltet wird. Hilf, dass die Menschen in Djiuti frei ihre Meinung äußern dürfen.

Denken wir an einen gefolterten Anwalt in CHINA
Am 2.1.2016 wurde der Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Shu Xiangxin verhaftet und zur Polizeistation gebracht. Als seine Anwälte ihn zwei Tage später sehen durften, hatte er Verletzungen. Er sagte aus, in der Haft geschlagen, gedemütigt und für mehrere Stunden in einer schmerzhaften Position befestigt worden zu sein, so dass er bewusstlos wurde. Im folgenden Gerichtsverfahren wurde er wegen Verleumdung angeklagt und zu 6 Monaten Haft verurteilt, seine Anwaltslizenz wurde widerrufen. Bei der Verhandlung war Shu Xiangxin so schwach, dass er nicht ohne Hilfe in den Verhandlungssaal gehen konnte. Seine Anwälte durften bei der Verhandlung nicht anwesend sein. Seine Anwälte gehen davon aus, dass die Verhaftung und Verurteilung als Vergeltung für seine Anwaltsarbeit gedacht sind. Er hatte mehrfach Menschen zu ihrem Recht verholfen, deren Eigentumsrechte verletzt worden waren. Seit Juli 2015 gehen die Behörden sehr hart gegen Menschenrechtsanwälte und Verteidiger vor. Über 30 sind in Haft, ohne dass schon ein Urteil gesprochen worden wäre, teilweise sind ihre Haftorte unbekannt.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für die wertvolle Arbeit von Menschen wie Shu Xiangxin. Sei bei ihm, schütze ihn vor weitere Folter und gib ihm die nötige Kraft. Hilf auch uns, dass wir nicht mutlos werden im Einsatz für die Menschenrechte und für Menschen in Not.

 

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/