ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an zwei verschwundene junge Männer in der DR KONGO
Bienvenu Matumo und Marc Heritier Capitaine, zwei Aktivisten der Jugendbewegung LUCHA, wurden am 16. Februar 2016 in Kinshasa festgenommen. Von den Behörden wurde die Festnahme nicht bestätigt, bei einer letzten Kommunikation mit einer Kontaktperson gaben die beiden aber an, verhaftet worden zu sein. Die Verhaftung erfolgte wenige Stunden vor einem Generalstreik, zu dem die politische Opposition und die Zivilgesellschaft aufgerufen hatte. Der Streik war als Protest gegen Verzögerungen bei den Vorbereitungen zu den Präsidentschaftswahlen 2016 in der DR Kongo  geplant. Es ist nicht bekannt, wo die beiden sich befinden, es wird befürchtet, dass die Opfer des Verschwindenlassens wurden. 
Gebet: Himmlischer Vater, schütze das Leben und die Gesundheit von Bienvenu Matumo und Marc Heritier Capitaine. Steh ihnen und ihren Familien in der Ungewissheit dieser Situation bei. Wir hoffen auf eine Änderung des Denkens bei den Machthabenden, so dass freie Meinungsäußerung und der Einsatz für mehr Demokratie im Kongo gefahrlos möglich sind.

Denken wir an einen inhaftierten Journalisten in ISRAEL
Der palästinensische Journalist Mohammed al-Qiq wurde am 21. November 2015 verhaftet und 2 Wochen lang verhört und dabei gefoltert. Er wurde stundenlang in schmerzhaften Positionen gefesselt, mit sexueller Aggression bedroht, beschimpft und unerträglichem Gebrüll ausgesetzt. Nach 4 Tagen Verhör begann Mohammed einen Hungerstreik. Am 17.Dezember 2015 haben ihn die Militärbehörden in Administrationshaft ohne Anklage oder Urteil versetzt auf der Grundlage von geheimen, ihm nicht gezeigten Beweisen. Mohammed hat Einspruch erhoben und konnte am 24.Dezember im Militärgericht seinen Anwalt sehen. Das militärische Berufungsgericht und das Höchste Gericht haben die Versetzung in Administrationshaft bestätigt. Am 30.Dezember verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er wurde in das Krankenhaus von Afula gebracht. Er wurde mit Hilfe der Wärter am Bett festgebunden und zwangsernährt, obwohl er es abgelehnt hatte. Diese Behandlung ist nach Einschätzung der UN inhuman und verletzend. Die israelischen Behörden nehmen so die einzige Möglichkeit, die den Gefangenen bleibt, um die Wahrung ihrer grundlegenden Rechte einzufordern.
Gebet: Guter Gott, schütze Mohammed vor unmenschlicher Behandlung. Hilf den Verantwortlichen Politikern und Beamten in Israel, trotz aller Terrorgefahr die Menschenrechte einzuhalten.

Denken wir an einen Gefolterten in USBEKISTAN
Der usbekische Fischzüchter Aramais Avakian wurde am 4. September 2015 inhaftiert und am 19. Februar 2016 in einem unfairen Gerichtsverfahren zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, „verfassungsfeindliche Aktivitäten geplant“ zu haben. Er bestreitet die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe. Er wurde in der Haft gefoltert. Zu einer Anhörung im Januar 2016 wurde er auf einer Bahre in den Saal getragen, er konnte nur mit Mühe stehen und hatte Verletzungen an den Händen. Seine Frau durfte bei der Anhörung nicht anwesend sein, seinem Rechtsbeistand wurde drei Tage vor dem Termin die Anwaltslizenz entzogen. Ein Angehöriger eines Zeugen sagte aus, der Zeuge sei geschlagen und dazu gedrängt worden, den Angeklagten zu belasten. Freunde und Angehörige vermuten, dass die lokalen Behörden Avakians gut laufende Fischfarm übernehmen möchten und ihn deshalb strafrechtlich verfolgen.
Gebet: Herr, wir sind betroffen von der Grausamkeit und der Ungerechtigkeit, mit der dieser Mann behandelt wird. Wir bitten dich für ihn um Gerechtigkeit, Schutz und ein faires Verfahren. Hilf uns, uns immer wieder gegen Unrecht zu stellen und uns für Gerechtigkeit einzusetzen.

Denken wir an einen politischen Gefangenen in KUBA
Am 21. Januar 2016 wurde Geovanys Izaguirre Hernández im Gefängnis Aguadores in der Provinz Santiago de Cuba brutal vom Wachpersonal misshandelt. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, versuchte Herr Hernández die Sicherheitskräfte darauf aufmerksam zu machen, dass sein Mitgefangener dringend medizinische Hilfe benötigte. Daraufhin verletzte der Aufseher Izaguirre Hernández mit einem Schlagstock am Kopf, schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und brach ihm einen Finger.
Der Aufseher behauptete danach, Izaguirre sei in der Zelle hingefallen, aber die Frau des Mitgefangenen erzählte den wirklichen Tathergang. Herr Hernández gehört der Oppositionsgruppe Orlando Zapata Tamayo an. Er wurde am 5. November 2015 festgenommen, bereits am folgenden Tag vor Gericht gestellt und zu fünf Monaten Haft verurteilt, weil er mehrere Geldstrafen nicht beglichen haben soll. Nach Aussagen seiner Ehefrau wurden die Gelstrafen verhängt, weil ihr Mann für regimekritische Graffiti verantwortlich gemacht wurde.
Gebet: Gott, wir wollen wachen und beten für alle gefolterten Gefangenen, denen man ärztliche Hilfe versagt, für die unschuldigen Opfer von Gewalt in unzähligen Gefängnissen.
Gib Herrn Hernández Kraft und sei ihm nahe.

Denken wir an drei zum Tod Verurteilte in SAUDI-ARABIEN
Die drei jungen Männer Ali al-Nimr, Abdullah al-Zaher und Dawood al-Marhoon befinden sich seit vier Jahren in Haft. Bei ihrer Festnahme waren sie 16 und 17 Jahre alt. Ali al-Nimr hatte vor seine Verhaftung an Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen. Alle drei wurden im Oktober 2014 vom Sonderstrafgericht in Riad, das für terrorismusbezogene Fälle zuständig ist, zum Tode verurteilt. Während der Haft hatten sie keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand, und sie wurden nach eigenen Angaben gefoltert und misshandelt und so zu Geständnissen gezwungen. Da die Urteile schon vom Obersten Gerichtshof bestätigt wurden, stehen sie in Gefahr, hingerichtet zu werden, sobald auch der König die Urteile bestätigt.
Gebet: Guter Gott, du schenkst uns das Leben, und wir Menschen haben nicht das Recht, es anderen zu nehmen. Wir bitten dich für Ali, Abdullah und Dawood um Gerechtigkeit, faire Verfahren und Schutz vor der drohenden Hinrichtung.

Denken wir an bedrohte Menschen in PAKISTAN
Die in Pattoki (Kasur) verschleppte und mit einem Muslim zwangsverheiratete Christin Nabila Bibi wird von dem christlichen Anwalt Sardar Mushtaq Gill vertreten, der zur Organisation “LEAD“ gehört, die Christen kostenlosen Rechtsbeistand garantiert. Am 17. Februar wurde die von der Polizei zunächst abgelehnte Anklage registriert. Daraufhin wurde sowohl die Familie der jungen Frau wie auch der Anwalt massiv bedroht, die junge Frau im Falle der Rückführung auch mit dem Tod bedroht. In das Büro des Anwalts in Lahore wurde eigebrochen und wertvolle Kameras, wichtige Dokumente und der Computer gestohlen.
Gebet: Herr, wir sind mit unseren Gebeten bei der jungen Frau Nabila Bibi und bitten dich, sei du mit deiner Hilfe bei ihr und lass sie deine Liebe und Güte erfahren. Dein Schutz möge auch bei ihren Angehörigen und ihrem Anwalt Sardar Mushtaq Gill sein.

Denken wir an die Christen der Bethel-Gemeinde und ihre Mitmenschen in SYRIEN
Haroutune Selimian, Pastor der Bethel-Gemeinde in Aleppo und Vorsitzender der Armenisch-evangelischen Gemeinden in Syrien, ist einer, der trotz aller schrecklichen Angriffe in dem Land bleibt, aus dem Schätzungen zufolge 50.000 der einst 60.000 armenischen Christen geflohen. Er ist sich sicher: nie war es wichtiger, dass Kirchenleiter in dem vom Krieg zerrütteten Land bleiben, um sich um ihre Gemeindemitglieder sowie die Armen, Alten und Verletzten in ihrer Umgebung kümmern, die nicht fliehen können. Die meisten evangelischen Gemeinden befinden sich in dem von der Regierung gehaltenen Gebiet im Zentrum der Stadt, das immer wieder von den Rebellen beschossen wird.  Selimian betreut mit seiner Gemeinde die Menschen, die geblieben sind. Nach dem Zusammenbruch der medizinischen Versorgung hat er eine Poliklinik eingerichtet, die für alle da ist, Christen und Muslime. Die Gemeinde teilt alles was sie hat, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser.
Gebet: Gott, wir sind gewiss, dass du mit deiner Kraft bei Pastor Selimian und seiner Gemeinde bist. Segne diese Menschen, die sich in Treue an dein Gebot der Liebe halten und für deine Menschen sorgen.

Denken wir an einen im Gefängnis getöteten Menschen in KOLUMBIEN
Hosman Polo Carillo, für den sich ACAT schon mehrfach während seiner Haftzeit eingesetzt hatte, ist im Gefängnis gestorben. Er wurde von einem Mithäftling mit einer Stichwaffe getötet. Hosman war mit 17 Jahren zu einer Haftstrafe von 29 Jahren verurteilt worden. Seine Haftbedingungen waren extrem hart. Er wurde mehrfach schwer gefoltert, so dass er schizophren wurde. Die Familie hat jedes Mal Klage gegen die Folterungen erhoben. Die Aktionen von ACAT haben dazu geführt, dass er aus dem besonders berüchtigten Gefängnis von Valledupar in ein anderes Gefängnis in Jamudi verlegt wurde, das allerdings weit entfernt vom Wohnort seiner Familie war. Die Vorgeschichte von Hosman hätte eine erhöhte Wachsamkeit der Wärter gegenüber seiner Person verlangt. Die Familie von Hosman fordert eine Aufklärung darüber, in welcher Weise die Gefängnisverwaltung verantwortlich für die Aggression ist, die zu Hosmans Tod geführt hat. Sie fordert auch, dass die, die für die Folterungen verantwortlich sind, endlich zur Rechenschaft gezogen werden.
Gebet: Guter Gott, nimm Hosman, der in der Zeit der Haft so geschunden wurde, auf in Dein Reich. Wir bitten Dich, dass die für seine Peinigungen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und dass seine Familie so einen gewissen Trost erfährt.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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