ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an inhaftierte Jugendliche im KONGO
Sechs junge Kongolesen, Rebbecca Kavungo, Serge Sivya, Justin Kambale, John Anipenda, Ghislain Muhiva und Melka Kamundu, Mitglieder der „Bewegung für politische Veränderungen“ („Lucha“), wurden am 16. Februar 2016 um 4 Uhr in den Räumen der Bewegung inhaftiert. Sie waren dabei, Banner für die Aktion „tote Stadt“ vorzubereiten, eine friedliche Form des Protestes, in der Bürger dazu aufgerufen werden sollten, zuhause zu bleiben, um so gegen die Machthaber zu protestieren. „Lucha“ wurde 2012 von Jugendlichen gegründet und organisiert friedliche Aktionen wie Sit-ins und Mobilisierung in sozialen Netzwerken. Einer von den Jugendlichen wurde bei der Verhaftung schwer am Arm verletzt. Die 6 Jugendlichen wurden am 24. Februar 2016 vom obersten Gerichtshof in Goma auf Grund von fadenscheinigem Beweismaterial zu 2 Jahren Haft wegen „Aufruf zur Revolte“ verurteilt. Am 4. März wurden die Strafen auf 6 Monate reduziert. Die Vorgänge sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass der gegenwärtige Präsident Joseph Kabila eine Verfassungsänderung vorbereitet, damit er sich auch noch nach dem baldigen Ablauf seiner 2. Amtszeit an der Macht halten kann.
Gebet: Guter Gott, erhalte den 6 Jugendlichen, die sich friedlich für die Wahrung der Rechte und notwendige Veränderungen in ihrem Land einsetzten, die Hoffnung auf eine Demokratisierung ihres Landes. Hilf dem Land, den Weg von Veränderungen friedlich zu gestalten.

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger in Tschetschenien
Der russische Menschenrechtsverteidiger Igor Kalyapin, Leiter des „Komitees gegen Folter“ und Koordinator der „Gemeinsamen mobilen Gruppe“, wurde vor dem Hotel „Grosny City“ in Grosny zusammengeschlagen. Nur wenige Tage zuvor wurde ein Kleinbus der „Gemeinsamen Mobilen Gruppe“, eines Zusammenschlusses von Menschenrechtsorganisationen, die regelmäßig Opfern von Menschenrechtsverletzungen helfen, auf dem Weg von Inguschetien nach Tschetschenien auf freier Strecke angehalten. Die Insassen, sieben russische Menschenrechtler, ein Journalist aus Norwegen und eine Journalistin aus Schweden, wurden aus dem Wagen gezerrt und zusammengeschlagen. Ihre Handys und Computer wurden geraubt, der Kleinbus wurde angezündet. Vier Personen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Kalyapin schwebt in akuter Lebensgefahr. Er wurde schon in der Vergangenheit von dem tschetschenischen Autokraten Ramzan Kadyrow immer wieder namentlich beschimpft und war sogar für die Finanzierung von Terroristen in Tschetschenien verantwortlich gemacht worden. Kalyapin blickt auf eine lange Geschichte der Schikane zurück: 2015 wurde sein „Komitee gegen Folter“ auf die Liste der „ausländischen Agenten“ gesetzt. Am 3. Juli 2015 wurde das Büro der Organisation nach einer Demonstration gegen die NGO in Brand gesetzt. Die Feuerwehr schritt nicht ein. Zwei Rechtsanwälte, die für das Komitee arbeiteten, wurden zu Polizeiverhören mitgenommen und dann ausgewiesen.
Gebet:  Gott, wir danken Dir für die mutige Arbeit von Igor Kalyapin und seiner GefährtInnen. Ihre Misshandlung schreit zum Himmel. Hilf, dass ihre seelischen und körperlichen Wunden heilen können.

Denken wir an einen inhaftierten Verteidiger der Menschenrechte in ANGOLA
Bereits seit einem Jahr ist der Anwalt für Menschenrechte José Marcos Mavungo inhaftiert. Am 3. Dezember 2015 hat eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen erklärt, dass seine Haft willkürlich erfolgte und gegen internationales Recht verstößt. Die angolanischen Behörden werden zugleich aufgefordert, ihn umgehend freizulassen, leider ohne Erfolg. José Marcos Mavungo war Mitglied der Menschenrechtsorganisation Mpalabanda, die seit 2006 verboten ist. Am 14.März 2015 wollte er friedlich gegen die Verletzung von Menschenrechten und gegen fehlende Transparenz in der Verwaltung öffentlicher Gelder in der Provinz Cabinda demonstrieren. Die Demonstration wurde verboten und José Marcos Mavungo als Rebell gegen die staatliche Ordnung festgenommen. Am 14. September 2015 wurde er durch ein Gericht trotz fehlender Beweise zu 6 Jahren Haft verurteilt. Die Europäische Union hat die mangelnde Transparenz in der Prozessführung beklagt. Angola hat im März 2016 den Vorsitz des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen inne und fordert dazu auf, Frieden und Sicherheit in der Welt zu wahren. In Angola selbst aber werden die Menschenrechte nicht gewahrt.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass das auf einer undurchsichtigen Prozessführung beruhende Urteil gegen José Marcos Mavungo aufgehoben und er bald freigelassen wird.

Denken wir an inhaftierte Menschen in MAROKKO
Naâma Asfari und seine Mitgefangenen, die sich seit 2010 in Haft befinden, sind in Hungerstreik getreten. Naâma Asfari hatte 2010 an der Errichtung des Protestlagers in Gdeim Izik im Süden Marokkos, in dem von Marokko seit 1991 besetzten Gebiet der Sahrouis, mitgewirkt. Er wurde gemeinsam mit vielen anderen von marokkanischen Polizisten in Zivil festgenommen, verschleppt und gefoltert. Das Lager wurde danach zerstört. Es kam zu Unruhen, bei denen 9 marokkanische Soldaten getötet wurden. 3 Jahre später wurde Naâma als Organisator des Camps und mit ihm 24 weitere Sahrouis auf Grund eines unter Folter erpressten Geständnisses von einem Militärgericht zu 30 Jahren Haft verurteilt. ACAT unterstützt eine von Naâma Asfari beim UN-Ausschuss gegen Folter eingereichte Klage wegen Folterung.
Gebet: Guter Gott, steh den Sahrouis in ihrem Konflikt mit den Marokkanern bei. Hilf, dass sie ihre Rechte wahrnehmen können. Gib Naâma und den Mitgefangenen Hoffnung auf einen fairen Prozess, so dass sie ihren Hungerstreik beenden können.

Denken wir an einen gefangenen Journalisten in Saudi Arabien
Gegen den Journalisten Alaa Brinji läuft derzeit ein Verfahren vor dem Sonderstrafgericht in Riad. Die Anklagen stehen in Zusammenhang mit Nachrichten, die er über Twitter veröffentlicht hatte. Darin hatte er Religionsfreiheit gefordert und die Bewegung "Women to drive" unterstützt, die fordert, dass Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren dürfen. Außerdem hatte er mit einigen seiner Tweets Menschenrechtsverteidiger und gewaltlose politische Gefangene unterstützt. Am 12. Mai 2014 war Alaa Brinji zusammen mit seiner Frau auf dem Weg nach Bahrain, als er an einem Kontrollpunkt von Angehörigen der Sicherheitskräfte, von denen einige in Zivil gekleidet waren, festgenommen wurde. Man brachte ihn in das Gefängnis des Geheimdienstes des Innenministeriums in Dammam, wo er weiterhin festgehalten wird. Während der ersten 50 Tage seiner Haft hielt man ihn ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft fest. Erst danach durfte er seine Frau anrufen. Sein Gerichtsverfahren begann vermutlich im Dezember 2015. Alaa Brinji hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Alaa Brinji ist ein angesehener Journalist. Bei einem Schuldspruch droht ihm die Todesstrafe.
Gebet: Guter Gott, stärke du Alaa Brinji. Wir hoffen darauf, dass er einen Rechtsbeistand erhält und auf ein rechtsstaatliches Verfahren.

Denken wir an einen verschwundenen Journalisten in CHINA
Der Journalist Jia Jia ist seit dem 15. März verschwunden. Er war an dem Tag auf der Reise nach Hongkong. Am Flughafen Peking wurde er noch gesehen, er soll von dort aus auch noch mit seiner Frau telefoniert haben, seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Es wird vermutet, dass sein Verschwinden mit der Veröffentlichung eines kritischen offenen Briefes, in dem der Präsident zum Rücktritt aufgefordert wird, zusammenhängt. Jia Jia hat diesen Brief weder geschrieben noch veröffentlicht, kennt aber den Betreiber der Internetseite, die den Brief veröffentlichte und hatte mit diesem auch Kontakt aufgenommen. In der Woche vor seiner Abreise hatten Sicherheitsbeamte versucht, über Angehörige Informationen über Jia Jia zu erhalten. Sollte Jia Jia sich in chinesischem Gewahrsam befinden, ist er in Gefahr misshandelt zu werden.
Gebet: Vater, wir bitten dich für Jia Jia und seine Familie. Stärke sie in dieser ungewissen Situation. Schütze Gesundheit und Leben von Jia Jia. Wir hoffen darauf, dass er und seine Frau sich bald wiedersehen können.

Denken wir an ohne Urteil Inhaftierte in der DR Kongo
In Makala, dem größten Gefängnis der Hauptstadt Kinshasa, leben ca. 6000 Menschen, das Gefängnis ist allerdings nur für 1500 Personen ausgelegt. Die Häftlinge leiden unter Trinkwasser- und Nahrungsmangel und unter verschiedenen Krankheiten wie Tuberkulose und Malaria. Über die Hälfte der Inhaftierten wird dort ohne Urteil festgehalten, sie befinden sich auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft. Diese missbräuchliche Form der Untersuchungshaft wird teilweise durch die schlechte Ausbildung und die Überlastung der Justizbeamten und des Vollzugspersonals verursacht. Die ACAT-Kongo versucht nun, gemeinsam mit der internationalen FIACAT und verschiedenen europäischen ACATs, je nach Fall den Zugang zu Rechtsbeiständen, die Eröffnung von Prozessen oder die Freilassungen dieser Personen zu bewirken.
Gebet: Himmlischer Vater, du siehst die Situation der Menschen in den überfüllten Gefängnissen. Wir bitten dich für das Gelingen der Aktionen der ACAT-Kongo, für Freilassung und faire Verfahren für viele Gefangene. Stärke uns und schenke uns Ausdauer, uns immer wieder gegen Unrecht einzusetzen.

Denken wir an inhaftierte Menschenrechtsaktivisten auf KUBA
In den Stunden vor der Ankunft Barack Obamas auf Kuba am 20.03.2016 wurden mindestens 50 Menschenrechtsaktivisten verhaftet. In den letzten Wochen vor dem Besuch Obamas sollen sogar 180 Aktivisten verhaftet worden sein. Bei den  Verhaftungen kam es zur Ausübung von Gewalt, so wurden Aktivisten geschlagen und an den Haaren gezogen. Viele der Aktivisten wurden nach mehreren Stunden Gefangenschaft wieder frei gelassen. Aktivisten verschiedener Menschenrechtsorganisationen fordern regelmäßig Reformen hin zu mehr Demokratie und die Verbesserung der Menschenrechtslage auf Kuba. Die Regierung reagiert darauf mit Festnahmen.
Gebet: Gott, wir bitten dich für die Opfer der Misshandlungen und der Inhaftierungen. Stärke sie in ihrem so wichtigen Einsatz. Wir bitten dich auch für die Polizisten, die die Gewalt gegen die Aktivisten ausüben und die Verantwortlichen für dieses Vorgehen. Berühre ihr Herz und lass sie friedliche Wege erkennen.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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