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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Mai 2016

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an 17 jugendliche Gefangene in ANGOLA
17 jugendliche Gefangene, darunter der Rapper Luaty Beirao, wurden am 28. März 2016 wegen Rebellion gegen den Präsidenten José Eduardo dos Santos, der seit 36 Jahren im Amt ist, zu Gefängnisstrafen zwischen 2 und 8 Jahren verurteilt. Sie waren im Juni 2015 während einer Zusammenkunft in einer privaten Wohnung festgenommen worden. Sie berieten über friedliche Strategien, die zu einer Änderung der politischen Verhältnisse führen könnten. Domingo da Cruz, der wegen seiner Übersetzung des Buches „Von der Diktatur zur Demokratie“ des amerikanischen Autors Sharp als Leiter der Gruppe angesehen wurde, ist zu 8 Jahren Haft verurteilt worden, Luaty Beirao wegen Rebellion gegen den Präsidenten zu 5 Jahren. Ein verurteilter Jugendlicher befindet sich im Hungerstreik und war zu schwach, um zum Prozess zu erscheinen. Zwei weiteren wurde der Zutritt verweigert, weil sie im Gerichtssaal mit Büchern der Rechtskunde erscheinen wollten. Die Angeklagten haben immer die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe bestritten. Sie wollen Berufung einlegen. Der für Afrika zuständige Vertreter von ACAT erklärte, dass die Jugendlichen nur von ihrem in der angolanischen Verfassung anerkannten Recht der Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hätten und ihre Verurteilung allein politische Gründe habe.
Gebet: Guter Gott, gib den jungen Männern, die sich zu Unrecht verurteilt fühlen, Kraft und Hoffnung auf eine Wiederaufnahme ihres Prozesses nach rechtsstaatlichen Grundätzen. Hilf, dass das Volk in Angola Veränderungen auf friedlichem Weg erreichen kann.

Denken wir an 29 aus KASACHSTAN ausgewiesene Asylbewerber
2012 wurde Kasachstan auf Grund einer von ACAT eingereichten Klage von der UNO verurteilt, weil es 29 Flüchtlinge aus Usbekistan, die in Kasachstan um Asyl baten, in ihr Land Usbekistan zurückgeschickt hat, obwohl ihnen dort Folter und Haft drohten. Die Regierung Kasachstans hat laut UN-Urteil diesen Menschen Entschädigungen zu zahlen und ihre Rückkehr zu ermöglichen. Auch 4 Jahre später hat Kasachstan keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen. Von den Abgewiesenen sind 25 immer noch in Usbekistan inhaftiert und zu langen Haftstrafen verurteilt. 2012 hat ein diplomatischer Vertreter Kasachstans 19 der Gefangenen in Usbekistan aufgesucht  und sie gezwungen, ein Dokument zu unterschreiben, in dem sie bestätigen, dass sie nie gefoltert worden seien. ACAT erfuhr jedoch einige Monate später von Zeugen, dass die Inhaftierten sehr wohl in der Haft gefoltert wurden.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, gib, dass den 29 inhaftierten Asylbewerbern bald die Möglichkeit gegeben wird, in ein freies Land auszuwandern. Hilf auch uns, dass wir die Not von Schutzsuchenden sehen.

Denken wir an einen Gefangenen in BELARUS, dem die Todesstrafe droht
Am 29. März hat der Oberste Gerichtshof von Belarus das Todesurteil gegen Ivan Kulesh bestätigt. Am 20. November 2015 wurde er vom Regionalgericht Hrodna im Westen von Belarus wegen "Mordes mit besonderer Grausamkeit", Diebstahls und Raubes zum Tode verurteilt. Das Gericht befand Ivan Kulesh für schuldig, drei Verkäuferinnen getötet zu haben. Außerdem soll er Waren und Geld aus den Geschäften, in denen die Frauen gearbeitet hatten, gestohlen haben. Während des Verfahrens hatte sein Rechtsbeistand beantragt, das Todesurteil in eine 25-jährige Haftstrafe umzuwandeln, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er vollständig bei den Ermittlungen kooperiert hatte. Der Staatsanwalt erklärte jedoch, dass er keinen Grund sehe, warum das Todesurteil umgewandelt werden solle, und der Richter bestätigte das erste Urteil. Ivan Kulesh ist nun in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden. Selbst wenn der Rechtsbeistand ein Gnadengesuch einreichen sollte, ist zu erwarten, dass Präsident Lukashenka dieses zurückweisen würde. Wie in Belarus üblich, könnte Ivan Kulesh kurz nach der Entscheidung des Präsidenten im Geheimen hingerichtet werden.
Gebet: "Bei Gott ist nichts unmöglich" hat der Engel Gabriel gesagt. Wir vertrauen, Herr, auf deine Zusage und hoffen auf die Begnadigung von Ivan Kulesh.

Denken wir an einen Gefangenen in USBEKISTAN
Mirsobir Khamidkariev, ein junger Filmproduzent aus Usbekistan, befand sich als Asylsuchender in Russland. Er wartete im Taxi an einer Apotheke, in der seine Frau Medikamente für den Sohn abholte. Plötzlich stiegen zwei Männer zu ihm ins Taxi und zwangen den Fahrer wegzufahren. Als das Taxi schließlich anhielt, nahmen die Männer - russische Sicherheitsagenten – Mirsobir Khamidkariev mit in einen Keller, stülpten ihm einen Sack über den Kopf und schlugen ihn für den Rest des Tages. Am nächsten Tag brachten sie ihn zum Flughafen, wo usbekische Sicherheitskräfte auf ihn warteten. Mirsobir Khamidkariev wurde zurück nach Usbekistan geflogen, wo er gefoltert wurde. Ihm wurden Zähne ausgeschlagen und Rippen gebrochen, um ein „Geständnis“ zu erpressen. Nachdem er das „Geständnis“ unterschrieben hatte, wurde er ins Remote Gefängnis gebracht, wo er sich noch immer befindet. Medizinische Versorgung wird ihm verweigert. Die russischen Behörden haben keine Untersuchung zu dieser Entführung veranlasst. Es gibt noch Dutzende andere Asylbewerber aus Usbekistan in Russland, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben.
Gebet: Herr, du unser Gott. Die absolute Willkür und Brutalität, mit der die russischen und usbekischen Sicherheitskräfte die Geflüchteten behandeln, erschrecken uns. Wir bitten dich: Gib denen, die foltern, ein mitfühlendes Herz, damit sie aufhören! Lass Mirsobir Khamidkariev und die anderen Betroffenen deine zärtliche Liebe spüren.

Denken wir an einen gefangenen Christen in ERITREA
Seit 12 Jahren sitzt der Pastorder freikirchlichen Gemeinde, Haile Naighzi, im Wongel Mermera Gefängnis in Asmara ein, das eher als Verlies bezeichnet werden muss. Die Regierung, seit 2002 unter Präsident Afewerki, erkennt nur vier Religionsgemeinschaften an: die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche, sowie den Islam. Für Christen von Freikirchen gibt es keine Gnade. Seit 2002 hat die Regierung tausende Christen verhaften lassen. Wie viele in der Haft an Folter, Krankheiten und Mangelernährung gestorben sind, ist nicht zu ermitteln. Die Frau des Gefangenen, Frau Awet Naighzi und ihre drei Kinder Armani (19), Woldu (17) und Tesfay (13) sind 2013 in ein sicheres Land geflohen, da auch sie verhaftet werden sollten. Die ganze Familie zeichnet ein tiefer Glaube aus. Die älteste, Armani, spricht für alle: “Ich freue mich, dass ich die Tochter eines Vaters bin, der für seinen Glauben sogar ins Gefängnis ging. Gott wird alles gut machen. Ich vertraue ihm von ganzem Herzen.“
Gebet: Gott, wir wollen uns dem Gebet von Armani anschließen und das Schicksal des Vaters und der Familie hoffnungsvoll in deine Hände legen. Gib ihnen Trost durch deine Nähe und deine Liebe.

Denken wir an einen verurteilten Christen in NORDKOREA
Der in Südkorea geborene Pastor der “Light Korean Presbyterian Church“ Hyeon Soo Lim war Ende Januar 2015 wegen einer humanitären Aktion nach Nordkorea eingereist. Seit 1997 betreut er dort ein Waisenhaus und eine Kinderkrippe und hat deswegen inzwischen schon rund 100 Reisen nach Nordkorea unternommen. Im Februar 2015 verschwand Pastor Hyeon Soo Lim. Dann wurde er im Juni auf einer Pressekonferenz vorgeführt, wo er öffentlich “gestand“, einen Regimesturz und die Errichtung eines religiösen Staates geplant zu haben. Aufgrund dieses erzwungenen Geständnisses wurde er zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Nordkorea gilt als das Land mit der schärfsten Christenverfolgung.
Gebet: Gott, wir danken dir, dass Pastor Hyeon Soon Lim in deinem Dienst und unter deinem Schutz so viele Jahre lang für die leidenden und hungernden Menschen in Nordkorea tätig sein konnte. Wir wissen, dass du im Gefängnis bei ihm bist und hoffen, dass sich sein Schicksal wendet und er frei für die Menschen da sein kann.

Denken wir an gefolterte Gefangene in ÄGYPTEN
Eine Gruppe von 28 Männern steht wegen terrorismusbezogenen Anklagen in Kario vor Gericht. 18 der Männer wurden mehrere Wochen ohne Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten. Sie geben an, in der Haft gefoltert worden zu sein. Sie nannten dabei unter anderem das Schlagen mit brennenden Lappen und Elektroschocks an den Genitalien. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung der Foltervorwürfe wurde abgelehnt. Die Männer wurden gefoltert, damit sie Geständnisse über terroristische Aktivitäten ablegen. Acht Männer der Gruppe stehen in unmittelbarer Gefahr, vom Militärgericht zum Tod verurteilt zu werden: AHMAD GHAZALI, MOHAMMED FAWZI ABD AL-GAWAD, AHMED MUSTAFA AHMED MOHAMMED, REDA MA'TAMAD, MAHMOUD AL-SHARIF, ABDUL BASIR ABDUL RAUF, ABDULLAH NOUREDDIN und AHMED ABDUL BASET.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für das Leben der acht Männer, die im Zuge der Terrorismusbekämpfung zum Tod verurteilt werden sollen. Wir bitten dich auch für die Folterer, deren brutales Vorgehen uns schockiert. Begegne ihnen und ändere ihr Denken und Handeln. Gib den Folteropfern Heilung und Hoffnung.

Denken wir an inhaftierte Studenten im SUDAN
Die Studenten der Universität Khartum Bader Al Deen Salah Mohamed, Ahmed Zuhair Dawd, Mohamed Al-Mujtaba, Ibrahim Yahya Omer und Mohamed Adam Shahtallah wurden am 13. und 14. April 2016 in Khartum von Angehörigen des Geheimdienstes NISS (National Intelligence and Security Service) festgenommen. Mit ihnen wurden weitere Studenten festgenommen, die nach ihrer Freilassung von Misshandlungen berichteten. Die fünf oben genannten Männer werden nach wie vor ohne Anklage an einem unbekannten Ort in Haft gehalten. Sie sind in Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Vater, wir beten zu dir für die Studenten Bader Al Deen Salah Mohamed, Ahmed Zuhair Dawd, Mohamed Al-Mujtaba, Ibrahim Yahya Omer und Mohamed Adam Shahtallah. Lass sie deine Gegenwart spüren und schenke ihnen und ihren Familien Kraft, Mut und Hoffnung in der schwierigen Ungewissheit.

Denken wir an strafrechtlich verfolgte Menschenrechtsverteidiger in Ägypten
Ermittlungen ägyptischer Behörden gegen Menschenrechtsgruppen und -verteidiger nehmen immer mehr zu. Zur Zeit läuft ein Gerichtsverfahren gegen Bahey el-Din Hassan, Vorsitzender des Cairo Institute for Human Rights ("Kairoer Institut für Menschenrechtsstudien"), zwei seiner Angehörigen und zwei Mitarbeiter des Instituts. Mit ihm stehen Mostafa al-Hassan, Vorsitzender eines Anwaltsbüros und Abdel Hafez Tayel, Vorsitzender der Organisation Egyptian Center for the Right to Education ("Ägyptisches Zentrum für das Recht auf Bildung"),  Hossam Bahgat, Investigativjournalist und Gründer der Menschenrechtsgruppe Egyptian Initiative for Personal Rights („Ägyptische Initiative für Persönlichkeitsrechte“), Gamal Eid, Gründer und Leiter der Organisation Arabic Network for Human Rights Information („Arabisches Netzwerk für Menschenrechtsinformationen“), sowie dessen Frau und Tochter vor Gericht. Die ägyptischen Behörden gehen zurzeit auf beispiellose Weise gegen Menschenrechtsorganisationen vor, und Menschenrechtsverteidiger befürchten, aufgrund von repressiven Gesetzen bezüglich ausländischer Finanzierung angeklagt und zu Haftstrafen von bis zu 25 Jahren verurteilt zu werden. Die Regierung hat zudem die Schließung des bekannten El-Nadeem-Zentrums für die Rehabilitation von Gewaltopfern angeordnet.
Gebet: Guter Gott, wir sind dankbar für die wertvolle Arbeit der ägyptischen Menschenrechtsverteidiger. Wir bitten für sie um Gerechtigkeit. Hilf uns, in unserem Einsatz für die Menschenrechte nicht nachzulassen, gib uns Ausdauer und Geduld für diese Arbeit.

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/