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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Juni 2016

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an einen gefangenen Journalisten in Bangladesch
Herr Mahmudur Rahman, Journalist und stellvertretender Herausgeber der Zeitung Amar Desh wird seit 2013 immer wieder aus politischen Gründen willkürlich inhaftiert. Am 4. Mai 2016 wurde er wiederum in Untersuchungshaft genommen. Bei der Gerichtsverhandlung erschien Herr Rahman sehr gebrechlich und sagte, dass er für längere Zeit spät in der Nacht verhört worden war und mit Schlafentzug misshandelt wurde. Seit dem 11. April 2013 wurde er fast durchgängig in Untersuchungshaft gehalten. Da die Strafprozessordnung jedoch nur max. 180 Tage Untersuchungshaft vorsieht, wurden immer wieder neue Anschuldigungen gesucht. Insgesamt wurden ihm in diesen drei Jahren 73 Strafsachen angehängt. Herr Rahman befindet sich aktuell im Kashimpur Gefängnis 2 in Gazipur, und es ist zu befürchten, dass er weiteren Folterungen und Misshandlungen ausgesetzt wird, wenn er sich nicht zu den gegen ihn vorgebrachten kriminellen Anschuldigungen bekennt. Herr Rahman wurde bereits in den Jahren 2010 und 2013 in Polizeigewahrsam gefoltert. Er leidet noch heute an den Folgen der Verletzungen an seinem Gesicht und der Schulter.
Gebet: Guter Gott, wir haben Hochachtung vor Menschen, die so standhaft Informationen veröffentlichen, die die Mächtigen des Landes fürchten. Wir bitten dich: Gib Herrn Mahmudur Mut und beschütze ihn vor weiteren Anschuldigungen und Haft.

Denken wir an eine Frau in KOLUMBIEN, die um ihr Recht kämpft
Blanca Nubia Díaz wurde von der Gewalt des Bürgerkriegs in Kolumbien schwer getroffen. Ihr Ehemann wurde im Jahr 2000 getötet. Ein Jahr später wurde ihre Tochter von Paramilitärs gefoltert, vergewaltigt und erschossen. Seit mittlerweile 14 Jahren verlangt Blanca Nubia Díaz Gerechtigkeit für diese Verbrechen. Aber niemand sucht nach den Mördern ihrer Tochter und ihres Mannes. Stattdessen wurde sie selbst zum Ziel ständiger Drohungen. Ihr Enkel wurde beinahe entführt, ihre zweite Tochter wurde im Juni 2014 vergewaltigt. Anfang Januar 2015 drangen zwei Männer in ihr Haus ein, in dem sie glücklicherweise aber nicht mehr wohnte. Das ACAT-Netz setzt sich seit vier Jahren dafür ein, dass Blanca Nubia Díaz Gerechtigkeit widerfährt und die Drohungen aufhören.
Gebet: Herr Jesus, wir hoffen auf Schutz und Gerechtigkeit für Blanca Nubia Cíaz und wollen uns auch selber dafür einsetzen. Gib uns die nötige Kraft dazu. Begegne du den Verantwortlichen für diese Gewalt und dieses Unrecht und lass sie andere friedlichere Wege für ihr Leben erkennen.

Denken wir an einen Gefangenen in ISRAEL
Der minderjährige Mohamed Amarnek, 17 Jahre, ist seit zwei Monaten widerrechtlich in einem israelischen Gefängnis inhaftiert. In der Nacht des 2. März 2016 brachen israelische Soldaten die Tür des Elternhauses von Mohamed in Jenin auf und nahmen den Jungen zum Verhör beim Militärgerichtshof mit. Er wurde 96 Stunden ohne Kontakt zu seinen Eltern oder einem Anwalt verhört. Er wurde beschuldigt, auf seiner Facebook-Seite dazu aufgefordert zu haben, Widerstand gegen die israelischen Sicherheitskräfte zu leisten. Mohamed hat bestritten, dass er überhaupt eine Facebook-Seite habe. Die Militärrichter befanden am Ende des Verhörs, dass es nicht genug Beweise für eine Schuld Mohameds gebe. Sie gaben den Soldaten 72 Stunden Zeit, um eindeutigeres Belastungsmaterial vorzulegen. Stattdessen hat die Militärbehörde Administrationshaft verhängt - auf der Basis von Beweisen, die als geheim eingestuft sind und weder ihm noch seinem Anwalt mitgeteilt werden. Der Richter des Militärgerichts bestätigte dann diese Anordnung, weil der Junge eine Gefahr für die Sicherheit des Staates sei. Diese gegen Mohamed verhängte 3-monatige Administrationshaft kann immer wieder verlängert werden. Falls Mohamed am Ende der 3 Monate freigelassen wird, wird er das letzte Jahr auf dem Gymnasium wiederholen müssen.
Information: Seit Oktober 2015 geht das israelische Militärgericht wieder verstärkt gegen Minderjährige vor, indem sie gegen sie Administrationshaft verhängt.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass es zu einem Miteinander von Palästinensern und Israelis kommt, in dem Terror und Administrationshaft keinen Raum mehr haben.

Denken wir an einen bedrohten jungen Mann in PAKISTAN
Mit 15 Jahren wurde Ali Sher Zeuge der Ermordung seiner Geschwister. Seinen Eltern gelang es, das Geld für ein Flugticket nach Frankreich aufzubringen. Dort kam er in die Obhut der Jugendfürsorge. Einige Monate später erfuhr er, dass auch seine Eltern tot sind. Nach seiner Volljährigkeit 2015 verlor er das Recht, in Frankreich zu bleiben. Deshalb beantragte er Asyl und gab an, warum er nicht in sein Heimatland zurückkehren könne. Er glaubte sich sicher. Doch am 20. April 2015 kam er in ein Abschiebelager. Am 23. April erhob Ali Sher mit Hilfe von ACAT-Frankreich beim Nationalen Asylgericht Beschwerde gegen den Rückzug seines internationalen Schutzes. Zwei Tage später, bevor er dem Haftrichter vorgeführt werden sollte, wurde Ali im Morgengrauen geweckt und in ein Flugzeug verfrachtet. Seither gibt es keinerlei Nachrichten von Ali Sher. Das Innenministerium in Paris gibt keinerlei Antwort auf die Fragen von ACAT.
Gebet: Herr, du nimmst dich der Verfolgten an, dir wird das Waisenkind anvertraut. Du hörst das Weinen und das Gebet der Verwaisten. Wir vertrauen darauf, dass auch Ali Sher in deiner Obhut sicher ist.

Denken wir an die zahl- und namenlosen Gefangenen in den nordkoreanischen Straflagern
Nach UN-Angaben befinden sich etwa 200.000 Nordkoreaner in Strafgefangenenlagern. Die Lebensbedingungen der Gefangenen sind katastrophal. Selbst Kinder werden in den Gefangenenlagern zu Schwerstarbeit gezwungen und leiden an Mangelernährung. Die Wächter haben jederzeit das Recht, die Häftlinge zu foltern und zu töten. Diejenigen, die flüchten konnten, berichten von Folter, Vergewaltigungen und öffentlichen Hinrichtungen. Die meisten der Gefangenen sterben an den Folgen von chronischem Hunger und Überarbeitung, bevor sie das 50. Lebensjahr erreicht haben. Tausende Nordkoreaner wagen jedes Jahr die Flucht in das benachbarte China, um Hunger und Verfolgung zu entkommen. Doch die Volksrepublik liefert alle aufgegriffenen Flüchtlinge aus. In Nordkorea erwarten sie Folter und Tod.
Gebet: Die Beschreibungen des Leides der unzähligen Menschen in den nordkoreanischen Straflagern machen uns sprachlos. Du aber, Herr unser Gott, hast den Namen eines jeden und einer jeder von ihnen in deine Hand geschrieben, und du kennst ihr Schicksal. Wir bitten dich: Lass diejenigen, die fliehen konnten, Schutz erfahren

Denken wir an einen Gefangenen in ANGOLA
Der Menschenrechtsaktivist José Marcos Mavungo hatte im März 2015 eine Demonstration in seiner Heimatprovinz Cabinda organisiert, mit der gegen schlechte Regierungsführung und Missachtung der Menschenrechte in dieser Provinz protestiert wurde. Daraufhin wurde er verhaftet und im September 2015 nach einer Justizposse ohne Beweise wegen angeblicher Rebellion zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. ACAT-Frankreich hat mit drei weiteren Organisationen die “UN-Arbeitsgruppe zu willkürlicher Haft“ zur Mithilfe aufgerufen. Diese hat, ebenso wie die Europäische Union, die angolanischen Behörden aufgefordert, den willkürlich verurteilten José Marcos Mavungo sofort freizulassen. In der Provinz Cabinda bringen die Behörden wegen eines schwelenden Konflikts sämtliche regimekritischen Stimmen zum Verstummen.
Gebet: Gott, dir befehlen wir die Menschen in Rechtlosigkeit und unter schlechter Regierung an. Wir bitten dich für José Marcos Mavungo, dessen Rechte mit Füßen getreten werden. Gib ihm Kraft von deiner Kraft, damit er die Hoffnung auf Freiheit nicht verliert.

Denken wir an einen gefolterten Gefangenen in ALGERIEN
Am 17. September 2009 wurde der algerisch-luxemburgische Geschäftsmann Medjdoub Chani bei seiner Ankunft in Algier von Beamten in Zivil des algerischen Geheimdienstes (DRS) abgeführt und an einem geheimen Ort festgehalten. Dort wurde er solange gefoltert, bis er ein Geständnis ablegte, mit dem er sich der Korruption bezichtigte. Am 7. Mai 2015, mehr als fünf Jahre nach seiner Verhaftung, wurde Medjdoub Chani nach einem grotesken Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilt. Seine Anwälte hatten vor Gericht die Anhörungen von Zeugen gefordert, darunter der Beamten des Geheimdienstes und des Arztes, der ihn nach den Verhören untersuchte. Die Richter haben es abgelehnt, diese Zeugen anzuhören. Medjdoub hat Anzeige wegen Folter erstattet, allerdings erfolglos. Seine Anwälte haben daraufhin in Luxemburg Klage eingereicht, bisher ebenfalls ohne Erfolg.
Gebet: Herr Jesus, du bist den Weg von Misshandlung und Folter gegangen. Stärke alle, die Folter erleiden, so auch Medjdoub Chani und wecke in ihnen die Hoffnung zu neuem Leben.

Denken wir an einen Inhaftierten in CHINA
Der Menschenrechtler Yang Maodong, der unter dem Künstlernamen Guo Feixiong bekannt ist, befindet sich seit August 2013 in Haft, nachdem er an einer Demonstration gegen Medienzensur teilgenommen hatte. Am 9. Mai 2016 wurde er von Behördenpersonal untersucht, gegen seinen Willen wurde eine Darmspiegelung durchgeführt. Ihm wurde damit gedroht, ein Video der Darmspiegelung ins Internet zu stellen. Weiterhin wurde ihm gegen seinen Willen der Kopf rasiert. Seit diesem Tag befindet er sich im Hungerstreik, um gegen seine erniedrigende Behandlung und Bedrohung zu protestieren. Sein gesundheitlicher Zustand ist schlecht, und er benötigt dringend eine angemessene medizinische Versorgung.
Gebet: Vater, wir sind dankbar für mutige Menschen wie Yang Maodong. Hilf uns, dass auch wir nicht nachlassen in dem Einsatz für Gerechtigkeit, sondern in Hoffnung und Ausdauer Menschenrechtsverletzungen öffentlich machen.

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/