ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an einen inhaftierten Menschen in VIETNAM
Dang Xuan Dieu ist im Juli 2011 inhaftiert worden, weil er in Bangkok an einem Treffen der in Vietnam verbotenen Organisation Viet Tan teilgenommen hat. Die Organisation hatte in den 80er Jahren eine Widerstandsbewegung gegen die kommunistische vietnamesische Regierung ins Leben gerufen, sich dann aber auf friedliche Weise für politische Reformen und Wahrung der Menschenrechte in Vietnam eingesetzt. Dang Xuan Dieu wurde im Januar 2013 mit anderen Oppositionellen zu 13 Jahren Haft wegen des Versuchs eines Regierungsumsturzes verurteilt. Kürzlich wurde einer seiner Mithäftlinge freigelassen. Er berichtete, wie unmenschlich Dan Yuan Dieu im Gefängnis behandelt wurde, nachdem er sich beschwert hatte. Er musste in seiner Zelle unter unmenschlichen hygienischen Bedingungen leben, er erhielt kein Trinkwasser und nur unzureichende Ernährung und wurde regelmäßig von den Wärtern geschlagen. Dang Xuan Dieu ist daraufhin in einen längeren Hungerstreik getreten, was aber zur Folge hatte, dass er noch mehr gequält wurde. Seine Familie darf ihn nicht besuchen. Seit 2014 ist er ohne Kontakt zur Außenwelt.
Gebet: Guter Gott, ändere das Denken und Tun der Wärter von Dang Xuan Dieu, damit er nicht länger gequält wird. Hilf, dass ihm und allen Gequälten Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an verschwundene Journalisten im JEMEN
Die Journalisten Abdelkhaleq Amran, Hisham Tarmoom, Tawfiq al-Mansouri, Hareth Humid, Hasan Annab, Akram al-Walidi, Haytham al-Shihab, Hisham al-Yousefi, Essam Balgheeth und Salah al-Qaedi wurden am 9. Juni 2015 an verschiedenen Orten von Angehörigen der bewaffneten Gruppe der Huthi festgenommen und befinden sich seither willkürlich in Haft. Sie arbeiten jeweils für verschiedene Medien; einige dieser Medien wenden sich offen gegen die bewaffnete Gruppe der Huthi, während andere der sunnitisch-islamistischen Oppositionspartei al-Islah nahestehen. Am 23. Mai 2016 wurden sie aus der Untersuchungshafteinrichtung al-Habra in der Hauptstadt Sanaa geholt und an einen unbekannten Ort gebracht. Ihnen drohen Folter und andere Misshandlungen.
Gebet: Himmlischer Vater, schütze das Leben und die Gesundheit der inhaftierten Journalisten. Schenke ihnen und ihren Familien Hoffnung und Trost in dieser furchtbaren Ungewissheit. Wir bitten auch für die Wärter und die Verantwortlichen, lass sie erkennen, dass alle Menschen deine Geschöpfe sind und wir ihnen mit Achtung begegnen können, auch wenn sie andere Ansichten vertreten.

Denken wir an einen gefolterten Mann in KUBA
Der kubanische Bürgerrechtler Mario Alberto Hernández Leiva wird seit Anfang Mai 2016 im Provinzgefängnis von “El Pre“ in Villa Rica festgehalten und gefoltert. Unter anderem musste er stundenlang stehen und durfte seine Notdurft nicht verrichten. Er ist rund um die Uhr mit Handschellen gefesselt und kann inzwischen nicht mehr gehen. Hernández Leiva ist Vizepräsident der “Oppositionellen Bewegung für eine neue Republik“. Schon zuvor war er immer wieder kurzzeitig verhaftet worden. Von der Polizei und von der Staatssicherheit wird er mit einer langjährigen Gefängnisstrafe bedroht, wenn er nicht bereit ist, seinen regierungskritischen Aktivismus aufzugeben.
In Kuba wird die gesamte Demokratie – und Bürgerrechtsbewegung verfolgt. Folter und unmenschliche Haftbedingungen in Kubas Gefängnissen sind an der Tagesordnung.
Gebet: Gott, du Quelle des Lebens, wir sehen den rücksichtlosen Kampf um die Macht und die Ohnmacht derer, die um den Frieden kämpfen. Dennoch vertrauen wir auf deine Hilfe. Gib Hernández Levia Kraft, weiterhin für das Recht zu kämpfen. Steh ihm bei in Not und Leid durch deine Hilfe.

Denken wir an zwei Menschen, die in MEXIKO verschwunden sind
Adrian Favela Marquez und Adriel Avila Barrios sind seit 3 Jahren verschollen. Am 2. Oktober 2012 sind mit Gewehren bewaffnete Männer in Zivil in das Haus von Adrian in Ciudad Juarez eingedrungen. Sie haben die schlafenden Freunde geschlagen und gezwungen in ein Auto zu steigen. Nach den Aussagen der Tante von Adrian waren die Männer als Agenten der Kriminalpolizei von Chihuahua zu erkennen. Sie hatten keinen Haftbefehl. Die Polizei und das Ministerium von Chihuahua behaupten, die beiden Männer nicht in ihrem Gewahrsam zu haben. Ihr Verschwinden wurde zu Protokoll genommen, aber die Aussage der Tante, dass es sich um eine gewaltsame Entführung gehandelt habe, wurde nicht beachtet. Die Untersuchung wurde der örtlichen Polizei anvertraut. Im Dezember 2015 hat das Ministerium von Chihuahua zugelassen, dass Recherchen im Süden der Stadt vorgenommen wurden, hat aber die Beteiligung der Menschenrechtsorganisation Paso del Norte, Partner von ACAT, die die Familien juristisch vertritt, verboten. Angesichts der Parteilichkeit der Behörden von Chihuahua verlangen die Familien, dass sich die Bundesstaatsanwaltschaft um den Fall kümmert.
Information: Zwischen 2006 und 2015 wurden 27638 Personen offiziell als Verschwundene registriert. ACAT ist bereits mehrfach für die beiden Männer aktiv geworden.
Gebet: Guter Gott, sei Du mit Deiner Kraft bei den beiden Männern, deren Schicksal ungeklärt ist. Schütze ihr Leben. Hilf, dass die verantwortlichen Behörden sich mit aller Kraft dafür einsetzen, sie aufzuspüren und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Denken wir an eine inhaftierte Professorin im IRAN
Dr. Homa Hoodfar verfügt über die kanadische, iranische und irische Staatsbürgerschaft und ist eine renommierte Anthropologie-Professorin an der Concordia University in Montreal. Sie war am 11. Februar 2016 in den Iran gereist, um ihre Familie zu besuchen und historische Forschungen über die Beteiligung von Frauen an den Wahlen im Iran seit 1906 durchzuführen. Am Abend vor ihrer geplanten Rückreise nach Kanada durchsuchten Angehörige der Spionageabwehreinheit der Revolutionsgarden ihre Wohnung und beschlagnahmten persönliche Gegenstände, darunter ihre drei Reisepässe. Sie wurde zu etlichen Verhören geladen und zu Themen wie Feminismus befragt. Am 6. Juni wurde sie in Teheran festgenommen. Seitdem wird sie ohne Zugang zu ihrer Familie oder ihrem Rechtsbeistand im Evin-Gefängnis festgehalten, möglicherweise in Einzelhaft. Seit ihrer Festnahme hat man nichts mehr von ihr gehört. Dr. Homa Hoodfar leidet an Myasthenia gravis, einer seltenen Erkrankung, die zu Muskelschwäche führt. Am stärksten betroffen sind die Muskeln zur Kontrolle der Augen, Augenlider und des Gesichtsausdrucks sowie die Kau-, Schluck- und Sprechmuskulatur. Man hat ihrer Familie bisher nicht gestattet, ihr die Medikamente zu bringen, die sie benötigt.
Gebet: Liebender Gott, wir sind bestürzt über die Grausamkeit gegenüber einer kranken Frau. Begegne mit deiner Liebe dem Gefängnispersonal und den Verantwortlichen im Iran, lass sie Mitgefühl empfinden. Hilf auch uns, uns immer wieder neu gegen solches Unrecht zu stellen.

Denken wir an nordkoreanische Flüchtlinge in CHINA
Die “Demokratische Volksrepublik Korea“ liegt durch Misswirtschaft und Korruption am Boden. Mehrmals gab es Hungersnöte, wobei Millionen Menschen verhungerten.
Zehntausende Menschen werden als Arbeitssklaven in Lagern gefangen gehalten. Flüchtlinge berichten von Folter, Vergewaltigungen und öffentlichen Hinrichtungen. Die meisten sterben vor dem 50sten Lebensjahr. Deshalb fliehen viele Menschen nach China. Ihre genaue Zahl ist unbekannt, in den vergangenen Jahren waren es nach Schätzungen ca. 40-50.000 Menschen. Viele von ihnen werden von Menschenhändlern aufgegriffen, in Bordellen unter sklavenartigen Bedingungen ausgebeutet oder als Ehefrauen verkauft. Dennoch fliehen die Menschen nach China, um dort Arbeit und Essen zu finden. Ihre Verzweiflung ist so groß, dass sie Ausbeutung und Sklavenarbeit in Kauf nehmen. Aber die Volksrepublik China liefert alle aufgegriffenen Flüchtlinge wieder nach Nordkorea aus, wo sie in einem Arbeitslager enden. Damit bricht China Völkervertragsrecht, China ratifizierte die Abkommen der Genfer Flüchtlingskonvention.
Gebet: Gott, wir bitten dich für die Menschen, die überall in der Welt auf der Flucht sind. Gib ihnen menschenfreundliche Gastgeber und Nachbarn, die sie beschützen. Du siehst das Elend und die Not der nordkoreanischen Menschen; erbarme dich ihrer.

Denken wir an eine gefangene Landrechtsaktivistin in Vietnam
Am Morgen des 10. Juni 2016 wurde die Landrechtsverteidigerin Can Thi Theu mit der Begründung verhaftet, die öffentliche Ordnung zu stören. Can Thi Theu engagiert sich als Landrechtsverteidigerin in Hanoi und den umliegenden Provinzen, seitdem 2007 der Hof der Familie konfisziert wurde. Die Inhaftierung ist eine Folge ihrer Forderung nach einem angemessenen Ausgleich für das enteignete Land. In Vietnam gehört das Land offiziell dem Staat und die Bürger dürfen es nutzen. Das hat dazu geführt, dass Tausenden das Land ohne Ausgleich genommen wurde, das sie seit langem bewirtschafteten. Grund für die aktuelle Festnahme ist Can Thi Theus federführende Rolle bei der Organisation einer friedlichen Demonstration im Januar. Sie kann vier Monate von der Polizei in Untersuchungshaft gehalten werden. Sollte sie in dem Verfahren  schuldig gesprochen werden, drohen ihr sieben Jahre Haft. Frau Can Thi Theu wurde bereits im April 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, nachdem sie eine Enteignung im Distrikt Ha Dong gefilmt hatte. Dabei war sie auch mit Stöcken geschlagen worden. Nach ihrer Entlassung aus der Haft im Juli 2015 engagierte sie sich weiter. Als ihre Söhne Trinh Ba Tu und Trinh Ba Phuong sich für ihre Entlassung einsetzen wollten, wurden auch sie am 13. Juni kurzfristig verhaftet.
Gebet: Herr Jesus, du Freund der Armen: Steh denen bei, die ihr Land und damit ihre Existenzgrundlage verloren haben. Lass sie neue Lebensperspektiven finden.
Und wir bitten dich auch für die, die die Enteignungen zu verhindern versuchen. Lass Frau Can ein faires Verfahren erhalten.

Denken wir an einen Ermordeten in Guatemala
Am 17. Juni wurde der Menschenrechtler und Leiter der Gemeinschaft San Juan Trés Rios, Daniel Choc Pop ermordet. Er war außerdem der Sprecher der indigenen Q’eqchi. Er hatte sich in verschiedenen sozialen Angelegenheiten engagiert und arbeitete seit mehreren Jahren im „Komitee friedlicher Bauern im Hochland von Guatemala“ (CCDA, diese Organisation engagiert sich seit 34 Jahren dafür, dass der Staat Guatemala den Indigenen Recht verschafft gegenüber denen, die deren Land rauben), um in Landstreitigkeiten mit den Eigentümern der benachbarten Rancho Alegre zu friedlichen Lösungen zu kommen.
Am 30. März diesen Jahres kam eine Gruppe bewaffneter Männer im Auftrag des Eigentümers der benachbarten Farm, Germán Sierra Sorio, die die Mitglieder der Gemeinschaft aufforderte zu verschwinden und sie mit dem Tod bedrohte.
Im vergangenen Jahr wurden sechs Menschenrechtler in Guatemala umgebracht, die sich für die Landrechte der indigenen Völker einsetzten.
Gebet: Herr, wir bitten dich um Trost für die Familie und die Mitglieder der Gemeinschaft von Daniel Choc Pop. Und wir bitten dich darum, dass weder sie noch die Verantwortlichen des Staates, die in den Landstreitigkeiten vermitteln sollen, sich einschüchtern lassen von diesem Mord. Gib du ihnen Kraft und Mut.

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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