ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an inhaftierte Menschenrechtler in MAURETANIEN
Am 30. Juni und 9. Juli 2016 wurden 13 Personen verhaftet, die gegen die Sklaverei in Mauretanien eintreten. Sie sind Mitglieder der Initiative IRA Mauretanien, einer Menschenrechtsorganisation gegen Sklaverei. Der Verhaftung ging eine Demonstration in der Stadt Nouakchott von Bewohnern eines Slums voraus, die befürchteten, aus ihrer Stadt vertrieben zu werden, weil der Gipfel der Arabischen Liga dort tagen sollte. Die 13 Aktivisten hatten nicht an der Demonstration teilgenommen, wurden aber dessen beschuldigt. Sie konnten seither nur einmal mit ihren Familien und ihrem Anwalt Kontakt aufnehmen. Sie müssen sich vor einem Gericht in der Hauptstadt Nouakchott wegen bewaffneter Rebellion, Gewaltanwendung gegen öffentliche Behörden und Mitgliedschaft in einer nicht genehmigten Organisation verantworten. Wenn sie schuldig gesprochen werden, drohen ihnen eine hohe Geldstrafe und bis zu 10 Jahren Haft. Ziel der Verhaftungen ist es, die Menschenrechtsvertreter einzuschüchtern, obgleich auch in Mauretanien kürzlich ein Gesetz verabschiedet wurde, das Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit definiert.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die 13 Personen, die nur für das grundlegende Recht des Menschen auf Freiheit seiner Person eintreten, bald wieder frei kommen und dass der mauretanische Staat ernsthaft gegen jede Form von Sklaverei vorgeht.

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger in KUBA
Der kubanische Menschenrechtsverteidiger und Sacharow-Preisträger des Europäischen Parlaments Guillermo Farinas befindet sich seit dem 20. Juli in einem Hungerstreik. Er ist nach Aussage seiner Mutter in einem besorgniserregenden Zustand und verliert immer wieder das Bewusstsein. In einem Brief an Raúl Castro erklärte er, er werde seinen Hungerstreik erst beenden wenn dieser öffentlich erklärt, dass seine Gegner nicht länger gefoltert, geschlagen und mit dem Tode bedroht werden. Der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin, fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Forderungen des Sacharow-Preisträgers zu unterstützen. Erst kürzlich erhielt die IGFM die Meldung, dass im Juli 2016   845 Bürgerrechtler aus politischen Gründen verhaftet wurden.
Gebet: Herr, allmächtiger Gott, gib, dass alle, die Verantwortung tragen, erfüllt werden mit Weisheit und Kraft, damit sie ihre Aufgaben vollbringen zum Leben und nicht zum Verderben der Welt. Gib Guillermo Farinas Kraft für seinen unermüdlichen Einsatz für die Gefolterten. Bewahre ihn vor gesundheitlichem Schaden.

Denken wir an einen gefolterten Mann in ÄGYPTEN
Islam Khalil wurde im Mai 2015 von Angehörigen des ägyptischen Geheimdiensts aus seinem Haus im Gouvernement al-Gharbiyya verschleppt. Die Behörden stritten seine Inhaftierung ab und sein Verbleib wurde erst 122 Tage später bekannt. In dieser Zeit folterten Angehörige des Geheimdiensts ihn, um ihn dazu zu zwingen, Straftaten zu "gestehen", die er eigenen Angaben zufolge nie begangen hat. Anschließend wurde er u.a. wegen "Zugehörigkeit zur verbotenen Muslimbruderschaft" angeklagt. Im Laufe seiner Inhaftierung ist Islam Khalil wiederholt gefoltert und anderweitig misshandelt worden. Man hat ihn geschlagen, ihm Elektroschocks versetzt und ihn in schmerzhaften Positionen an seinen Gliedmaßen an die Decke gehängt. Darüber hinaus drohten Angehörige des Gefängnispersonals ihm mehrfach damit, ihn zu töten. Im Juli 2016 kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Islam Khalil und den Vollzugsbeamten, weil weitere Häftlinge in die nur vier mal sechs Meter große Zelle verlegt werden sollten, in der bereits 25 Gefangene festgehalten wurden. Daraufhin schlugen Angehörige des Gefängnispersonals 30 Minuten lang mit Schlagstöcken auf ihn ein, zerrissen seine Kleidung und verlegten ihn vom 21. bis 29. Juli in Einzelhaft. Er hatte in dieser Zeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Familienbesuchen und frischer Luft. Aus Protest gegen seine Einzelhaft trat er in den Hungerstreik und beendete diesen erst, als er am 29. Juli zurück in seine Zelle gebracht wurde. Sein Gesundheitszustand hat sich aufgrund des Hungerstreiks stark verschlechtert. Er muss sich noch immer regelmäßig übergeben und leidet an Schwindel. Man verweigert ihm den Zugang zu einem Arzt.
Gebet: Vater, wir sind immer wieder erschrocken über die Grausamkeit, zu der wir Menschen fähig sind. Wir bitten dich für die Folterer, dass sie den Mitmenschen in den Gefangenen erkennen. Begegne ihnen, verändere ihr Herz. Wir vertrauen darauf, dass du uns die Kraft und Geduld gibst, uns weiterhin gegen Folter und gegen Unrecht einzusetzen.

Denken wir an einen gefangenen Oppositionspolitiker in der REPUBLIK KONGO
Paulin Makaya ist der Vorsitzende der Oppositionspartei Unis pour le Congo. Er war am 23. November 2015 festgenommen worden, nachdem er im Oktober 2015 an einem Protest gegen ein Referendum zur Änderung der kongolesischen Verfassung teilgenommen hatte. Man hielt ihn sieben Tage lang ohne Anklage oder Gerichtsverfahren auf der zentralen Polizeiwache in Brazzaville fest. In dieser Zeit wurde er mehrfach in Abwesenheit seines Rechtsbeistands verhört. Später wurde er wegen "Teilnahme an einem nicht genehmigten Protest", "Brandstiftung in öffentlichen Gebäuden in Mittäterschaft" und "rechtswidrigen Besitzes von Kriegswaffen" angeklagt. Ausschließlich die Anklage wegen "Teilnahme an einem nicht genehmigten Protest" blieb jedoch bestehen. Dafür wurde er am 25.7. zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet 3800 € verurteilt. Zwei von ihm gestellte Anträge auf Freilassung gegen Kaution wurden abgelehnt.
Gebet: Der du uns das Leben geschenkt hast und willst, dass wir es in Frieden leben können: wir bitten dich um Stärkung aller Menschen, die sich für Demokratie und eine gerechte Verteilung des Reichtums in der Republik Kongo einsetzen.

Denken wir an einen inhaftierten Studenten in der DR KONGO
Jean de Dieu Kilima, Mitglied des Front Citoyen 2016, hat am 6. Juli 1016 eine Pressekonferenz initiiert, um die Bevölkerung über die Verfassungsartikel, die die Wahl des Präsidenten der Republik betreffen, aufzuklären. Dabei wurde er von Agenten des Geheimdienstes verhaftet, weil er angeblich Mitglied einer nicht genehmigten Organisation sei und „subversive Dokumente“ besitze. Es handelte sich um Blätter, auf denen Auszüge aus der Verfassung standen. Nach 4 Tagen Haft an einem geheimen Ort wurde er zum Sitz des Geheimdienstes in Kinshasa gebracht und ist dort inhaftiert. Er kann keinen Besuch empfangen. Jean de Dieu ist Student im 2. Studienjahr an der internationalen technischen Universität in Kinshasa. Er tritt für friedliche politische Veränderungen auf dem Boden der Verfassung ein. Der Front Citoyen 2016 wurde 2015 gegründet, um eine dritte Amtszeit des Präsidenten Kabila auf friedliche Weise zu verhindern. Die Verfassung sieht nur 2 Amtszeiten vor. Im November endet die 2. Amtszeit von Kabila. Die Regierung hat vergeblich versucht, die Verfassung zu verändern. Sie übt nun besonderen Druck auf Oppositionelle aus.
Gebet: Guter Gott, steh Jean de Dieu Kilima in seiner Haft bei. Schütze ihn vor Misshandlungen. Gib ihm Hoffnung, dass sein Eintreten für friedliche Veränderungen in seinem Land nicht umsonst ist.

Denken wir an einen verschwundenen Aktivisten in PAKISTAN
Augenzeug zufolge wurde der Menschenrechtsverteidiger Wahid Baloch, der der ethnischen Gruppe der Belutschen angehört, am 26. Juli von maskierten Männern in Zivil an einer Mautstelle außerhalb von Karatschi verschleppt. Örtliche Polizisten sagten der Familie, dass sie keinerlei Informationen darüber hätten, wer ihn entführt hätte und wo er sich befinde. Wahid Baloch nahm regelmäßig an öffentlichen Protesten teil, bei denen Aufklärung in Fällen gefordert wurde, in denen Belutschen von Sicherheitskräften entführt und Opfer des Verschwindenlassens geworden sind.
Aktivisten, die sich für eine Ausweitung der Selbstbestimmung der belutschischen Bevölkerungsgruppe einsetzen oder Gerechtigkeit für Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Akteure fordern, werden von den pakistanischen Behörden als "staatsfeindlich" betrachtete und besonders häufig zum Opfer solcher Menschenrechtsverletzungen. Die Entführung von Wahid Baloch passt zu einem Muster von Fällen des Verschwindenlassens von Personen, die der Gemeinschaft der ethnischen Belutschen in der Provinz Belutschistan und in und um Karatschi angehören.
Gebet: Vater, wir sind in Sorge um Wahid Baloch, schütze seine Gesundheit und sein Leben. Gib ihm und seiner Familie Kraft in dieser ungewissen Situation.

Denken wir an eine Aktivistin in UGANDA, die in der Haft geschlagen wurde
Sandra Ntebi ist eine Aktivistin für die Rechte sexueller Minderheiten. Sie berichtet täglich über Übergriffe auf Kollegen und betreibt eine Hotline für Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen oder bedroht werden. Sie vermittelt als Hilfe z.B. alternative sichere Unterkünfte. Während einer Veranstaltung am 4. August für Schwule, Lesben und andere sexuelle Minderheiten stürmte die Polizei den Veranstaltungsraum, erniedrigte und bedrohte Anwesende und nahm mehrere Menschen, darunter auch Sandra Ntebi, fest. Auf der Polizeistation wurde sie geschlagen. Seit ihrer Freilassung am nächsten Tag wird sie immer wieder von Polizisten bedroht.
Gebet: Herr, wir wissen, dass du alle Menschen liebst und wertschätzt. Hilf auch uns Menschen, andere Menschen zu achten und wertzuschätzen, unabhängig von Eigenschaften wie sexueller Orientierung oder Geschlecht. Wir hoffen auf Gerechtigkeit für Sandra Ntebi und die anderen Betroffenen in Uganda.

Denken wir an einen ermordeten Jugendlichen im IRAN
Hassan Afshar war 17 Jahre alt, als er festgenommen wurde. Zwei Monate später wurde er zum Tod verurteilt, weil er einen anderen Jugendlichen vergewaltigt haben soll. Er konnte für den Prozess keinen Rechtsanwalt nehmen. Zwar hatte das oberste Gericht das Urteil zunächst aufgehoben, weil die Beweislage unzureichend war, im März aber doch das Todesurteil bestätigt. Hassan Afshar selbst wurde das Urteil gar nicht mitgeteilt, um Unruhe im Gefängnis zu vermeiden. Im Gegenteil wurde seiner Familie versprochen, dass seine Sache am 15. September neu verhandelt werden solle. Am 18. Juli wurde Hassan Afshar im Gefängnis in Arak gehängt.
Gebet: Dass die Gerichte im Iran sogar vor der Tötung eines Jugendlichen nicht zurückschrecken, erschüttert uns. Gott, der du die Menschen liebst, wir bitten dich: tröste seine Familie und seine Freunde und gib denen, die sich für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran einsetzen, Mut und Tatkraft.

Denken wir an verschwundene Männer in KAMERUN
Am 27. Dezember 2014 riegelten kamerunische Sicherheitskräfte im Rahmen einer Fahndungsoperation zwei Ortschaften in der Region Extrême-Nord ab und nahmen mehr als 200 Männer und Jungen willkürlich fest. Grund für den Einsatz waren mehrere vorausgegangene Angriffe der bewaffneten Gruppe Boko Haram. In der Nacht starben mindestens 25 Männer in einer provisorischen Zelle der Gendarmerie. Ihre Namen sind der Öffentlichkeit nicht bekannt. Zu diesen Todesfällen soll bald ein Verfahren vor einem Militärgericht stattfinden. Der Aufenthaltsort von mindestens 130 Männern und Jungen ist bis heute ungeklärt. Es ist davon auszugehen, dass sie Opfer des Verschwindenlassens geworden sind. Die Familien der Betroffenen appellieren seit langem an die Behörden, den Verbleib der "Verschwundenen" preiszugeben, die Identität der im Gewahrsam gestorbenen Männer öffentlich zu machen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Gebet: Guter Gott, wir hoffen auf Aufklärung der Fälle und Freilassung der verschwundenen Männer. Wir hoffen auf Trost für die Familien der Verstorbenen. Wir glauben, dass du ihnen nah bist.

 

 

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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