ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Monatsgebete 2016 Monatsgebet Oktober 2016

Monatsgebet Oktober 2016

Drucken
Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Herr, Du bist kein toter Gott.
Du bist kein gelähmter Gott.
Du bist der Unvorhersehbare.
Du bist der Lebendige.
Du bist der Geist, der da weht, wo man ihn nicht mehr erwartete.
Du bist Atem und Liebe, die niemals enden.
Deshalb bitten wir dich:
Halte das kleine bedrohte Licht der Hoffnung in unseren Herzen am Brennen!

Text nach: Pastor Michel Bottier           Quelle: ACAT-France

 

Denken wir an Asylbewerber in FRANKREICH
ACAT-Frankreich weist auf die menschenunwürdige Situation von Asylbewerbern in Frankreich hin. Seit Anfang August 2016 sind Tausende von ihnen - mehrheitlich Sudanesen, Eritreer und Afghanen - gezwungen, auf der Straße zu leben, unter unerträglichen hygienischen Bedingungen und ohne jede Hilfe. Sie warten Wochen, oft sogar Monate darauf, ihren Asylantrag stellen zu können. Die Polizei unternimmt Kontrollen und versucht, improvisierte Lager aufzulösen, hilft aber nicht, eine Unterkunft zu finden. Innerhalb eines Monats haben 130 Flüchtlinge die Ausweisung erhalten, nachdem sie in kleinen Gruppen – nicht einzeln - angehört worden waren. 46 von ihnen wurden in administrative Auffanglager eingewiesen. Selbst nach der Registrierung des Asylantrags bekommt nur die Hälfte der Asylbewerber eine Unterkunft.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass wir in Europa Wege finden, den Menschen, die zu uns fliehen, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, auch in der Zeit der Antragstellung und der Überprüfung der Anträge.

Denken wir an inhaftierte Menschen in MAURETANIEN
Im Gebetsblatt September wurde bereits auf die Inhaftierung von 13 Mitgliedern der Initiative für die Wiederbelebung der Antisklavereibewegung (IRA) hingewiesen. Inzwischen hat das Gericht von Nouakchott sie wegen „Rebellion“, „Angriff auf die öffentlichen Behörden“ und „Bildung einer Widerstandsgruppe“ zu Gefängnisstrafen zwischen 3 und 15 Jahren verurteilt. Am 29. Juni 2016 hatten Bewohner eines Slums von Nouakchott eine spontane Demonstration veranstaltet, weil sie fürchteten, vertrieben zu werden. Bei dem Einsatz gegen die Demonstranten wurden 10 Polizisten verletzt. Diese Vorgänge wurden den 13 Mitgliedern der Antisklavereibewegung angelastet, obwohl sie bei der Demonstration weder anwesend waren noch sie organisiert hatten. Amadou Tidiane Diop, Abdellahi Abdou Diop, Abadalli Seck, Moussa Biram und Jemal Bleyil wurden zu 15 Jahren Haft verurteilt, Balla Toure und Hamady Lehbouss zu 5 Jahren, Mohamed Daty, Mohamed Jarroulah, Khrtzy Rahel, Ousmane Lo, Ousmane Anne und Ahmaed hamar Vail zu 3 Jahren. Außerdem müssen sie 94000 € Strafe zahlen. Ziel der politisch motivierten Verurteilung war, die Antisklavereibewegung als die am besten strukturierte Widerstandsgruppe zum Schweigen zu bringen.
Gebet: Guter Gott, steh den zu Unrecht verurteilten Männer in ihrer Haft bei. Hilf, dass ihr mutiges Eintreten für die Freiheit aller Stämme in Mauretanien letztlich zu einem Sinneswandel in der Gesellschaft und einem Umdenken in der Regierung führt. Hilf auch, dass die Gefangenen die Chance für einen erneuten, fairen Prozess bekommen.

Denken wir an die Abschaffung der Todesstrafe und Folter in der MONGOLEI
In der Mongolei war das Inkrafttreten eines neuen Strafrechtes für September 2016 vorgesehen, in dem sowohl die Folter als auch die Todesstrafe verboten werden sollten. Im Dezember 2015 hatte das Parlament dieses neue Recht angenommen. Die Neuerungen waren eine klare Botschaft des Landes, die die Mongolei in den Rang der Länder erhob, in denen diese Menschenrechte gesetzlich verankert sind. Am 30. August stimmte das Parlament kurzfristig dennoch gegen sein Inkrafttreten. Stattdessen wurde für sechs Monate ein neues Strafrecht eingeführt. Als  Begründung für die Verzögerung wurde gesagt, dass das ursprünglich vorgesehene Recht in seinen Ausführungsbestimmungen überarbeitet werden und die Strukturen der Rechtsprechung gefestigt werden müssten.
Gebet: Du, unser Gott, wir bitten Dich für die Parlamentarier in der Mongolei: Lass sie erkennen, dass es sich bei der Abschaffung der Todesstrafe und dem Verbot der Folter um unverbrüchliche Menschenrechte handelt, die allen Menschen zustehen, allein weil sie Menschen sind, und dass jegliches Aufschieben der entsprechenden Gesetze, die sie wahren sollen, gegen die menschliche Würde verstößt.

Denken wir an gefolterte Gefangene in NIGERIA
Ein neuer Amnesty-Bericht vom September diesen Jahres deckt die Machenschaften einer nigerianischen Polizeieinheit auf, die sich durch die Folterung von Gefangenen bereichert. Die Sondereinheit SARS foltert systematisch Gefangene in ihrem Gewahrsam, um so "Geständnisse" oder Schmiergelder von Verwandten zu erpressen. In einem dieser Fälle wurde in Onitsha im Bundesstaat Anambra ein 25-jähriger Tankwart von der SARS festgenommen, nachdem sein Arbeitgeber ihn des Diebstahls bezichtigt hatte. Der Tankwart beschrieb das Vorgehen der SARS-Einheit: "Die Polizisten forderten mich auf, ein unbeschriebenes Blatt Papier zu unterschreiben. Nachdem ich es unterzeichnet hatte, erklärten sie, dass ich damit mein Todesurteil unterschrieben habe. Sie hängten mich an einer Eisenstange auf. Mein Körper stellte alle Funktionen ein. Ich wurde ohnmächtig. Als ich schon fast tot war, nahmen sie mich runter und gossen Wasser über mich, um mich wiederzubeleben." Wie vielen anderen Gefangenen der SARS wurde ihm während der zweiwöchigen Haft der Zugang zu einem Rechtsbeistand, zu medizinischer Betreuung und zu seiner Familie untersagt. In vielen Fällen, in denen Opfer von Folter und anderen Misshandlungen durch die Polizei Anzeige erstattet haben, haben die Behörden nicht reagiert.
Gebet : Die Grausamkeit, die Menschen wehrlosen Gefangenen zufügen, erschreckt uns wieder, Gott, und auch, dass die nigerianischen Behörden dem Treiben dieser Sondereinheit kein Ende machen. Bitte gib denen, die foltern, ein mitfühlendes Herz! Lass sie eine Arbeit finden, bei der sie auf redliche Weise genügend Geld verdienen. Und, Gott, wir bitten dich: Heile die seelischen und körperlichen Wunden betroffener Gefangener.

Denken wir an willkürlich verhaftete Menschen in WESTPAPUA
Nach der Verhaftung von 96 indigenen Papua im September forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einem Schreiben an Präsident Joko Widodo ein Ende der willkürlichen Verhaftungen. Nachdem die Niederlande Westpapua in die Unabhängigkeit entlassen haben, wurde das Gebiet von Indonesien ohne UN-Mandat willkürlich annektiert. Seither fordern die Papua ihre Unabhängigkeit. Etwa 100.000 Papua wurden im Lauf der Jahre vom indonesischen Militär nach Demonstrationen verhaftet, in den Gefängnissen gefoltert und getötet. Da Indonesiens Behörden immer stärker auf die Proteste und Demonstrationen der Papua mit Verboten und Massenverhaftungen reagieren, wird eine Eskalation der Gewalt befürchtet. Zwischen Ende April und Mitte Juni 2016 waren bereits mehr als 2.700 Papua willkürlich festgenommen worden. Das schafft ein Klima der Einschüchterung und Willkür, weil den Papua signalisiert wird, dass sie kein Recht auf Meinungsfreiheit haben. 
Gebet: Herr, sei deinen leidenden Menschen nahe. Wir wollen wachen und beten für die Menschen, die verfolgt und unterdrückt werden, denen ihre Menschenrechte auf Freiheit und Unabhängigkeit verwehrt werden, die gefangen und gefoltert werden. Lass sie spüren, dass wir im Gebet bei ihnen sind.

Denken wir an bedrohte christliche Konvertiten im IRAN
Die drei christlichen Konvertiten Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie und Mohammad Reza Omidi wurden am 10. September in der Stadt Rasht angeklagt, Wein getrunken zu haben. Sie hatten beim Abendmahl Wein getrunken. Nichtmuslime dürfen zwar im Iran Alkohol trinken, Übertritte vom Islam zum Christentum werden aber nicht anerkannt und sind verboten. Ein Urteil wird noch in diesem Monat erwartet. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Auspeitschung. Omidi war schon einmal 2012 wegen der Teilnahme am christlichen Abendmahl zu 80 Peitschenhieben verurteilt worden. Seit 2015 haben die iranischen Behörden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 200 Christen wegen Teilnahme am Abendmahl festgenommen.
Gebet: Herr, sende den drei Gefangenen deinen Engel, wenn Ängste und Not sie gefangen halten. Lass sie deine Nähe spüren, wenn die Dunkelheit droht. Führe sie mit sicherer Hand und schenke ihnen neuen Mut.

Denken wir an getötete Menschen auf den PHILIPPINEN
Seit dem Amtsantritt von Präsident Rodrigo Duterte am 30. Juni 2016 sind auf den Philippinen mehr als 3.000 Personen getötet worden. Mindestens 1.105 sollen von der Polizei erschossen worden sein. Weitere 2.035 wurden von unbekannten "Bürgerwehren" getötet. In verschiedenen Reden und Stellungnahmen hatte Duterte Belohnungen versprochen für die Tötung von Menschen, die Drogen konsumieren, mit Drogen handeln, sich der Festnahme widersetzen oder von allgemein Tatverdächtigen. Dies hat zu einer hohen Zahl von "Bestrafungen" geführt, die ohne Beteiligung der Justizbehörden und ohne faire Rechtsverfahren durchgeführt werden. Nicht nur Drogendealer und -konsumenten sind so zu Opfern  geworden, sondern auch viele unbeteiligte Personen, darunter sogar Kinder im Alter von nur fünf Jahren. Nach Völkerrecht sind die Philippinen dazu verpflichtet, das Recht auf Leben jederzeit zu respektieren und zu schützen. Die rechtswidrigen Tötungen, die auf Anweisung von Beamten oder mit dem Wissen oder der Einwilligung des Staates ausgeführt werden, stellen außergerichtliche Hinrichtungen und somit ein Verbrechen unter dem Völkerrecht dar. Die Philippinen sind verpflichtet, glaubhafte Vorwürfe über rechtswidrige Tötungen zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen. Zudem müssen die mutmaßlichen Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.
Gebet: Vater, du schenkst uns Menschen das Leben, wir haben nicht das Recht, es anderen zu nehmen. Wir bringen im Gebet die vielen Opfer dieser Gewaltwelle, ihre Familien, aber auch die Polizisten, die Mitglieder der Bürgerwehren und Präsident Duterte vor dich. Schenke mitfühlende Herzen. Lass uns Menschen erkennen, dass wir nicht Recht durch Unrecht erreichen können. Wir vertrauen darauf, dass du uns Wege zeigst, gegen diese Gewalt vorzugehen und uns Kraft schenkst, weiter gegen Unrecht einzustehen.

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


csm DKTM Logo RGB Datum 99c9ad5196
ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:

Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein. Einmal mit einem Stand auf der Kirchenmeile und zum anderen mit einem Morgengebet am 11.05. Weitere Einzelheiten zum Auftritt der ACAT werden in Laufe der nächsten Wochen bekannt und entsprechend kommuniziert. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/