ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an eine bedrohte Menschenrechtsverteidigerin in PAKISTAN
Die 35-jährige Juristin Aneeqa Maria Anthony arbeitet seit 2003 als Strafverteidigerin am Lahore High Court. Sie ist auch Leiterin der Kinderhilfs- und Menschenrechtsorganisation “The Voice Society“ in Lahore (Punjab), bei der auch ihr Mann, Shahid Anthony, tätig ist. Wiederholt geriet sie wegen ihrer Arbeit in gefährliche Situationen und wird in ihrer anwaltlichen Tätigkeit von Polizei und sogar von Kollegen behindert. Bereits drei Mordanschlägen ist sie nur knapp entkommen. Vor einem Jahr verbreiteten Islamisten in Lahore eine Fatwa gegen sie, von einem Mufti unterzeichnet, die zu ihrer Tötung aufrief. Auch ihr Mann und ihre beiden Kinder werden mit dem Tod bedroht. Seither lebt sie mit ihrer Familie auf der Flucht in wechselnden Verstecken. Das pakistanische Strafgesetz kommt islamistischen Kräften weit entgegen und ist zum Instrument der Unterdrückung Andersdenkender geworden.
Gebet:Wir bitten dich, Gott, sei du mit deiner Hilfe der Familie Anthony nahe. Gib Aneeqa Anthony Kraft für ihre Arbeit, die sie für ihre Mitmenschen unter Lebensgefahr tut.

Denken wir an verfolgte und misshandelte Menschen in KAMERUN
Im Südosten Kameruns wurde seit den 60-er Jahren den dort im Wald und vom Wald lebenden Baka-Pygmäen ihr angestammtes Land weggenommen, indem immer mehr Gebiete zu Naturschutzgebieten ausgerufen wurden oder an Jagdsafari-Unternehmen verpachtet wurden. Dies ermöglicht es Touristen, für 55.000 € einen Waldelefanten zu schießen. Den Baka ist es nun verboten, in diese Gebiete zu gehen, um zu jagen oder Früchte und Pflanzen für ihren Lebensbedarf zu sammeln. Ihre Art zu leben wäre der beste Schutz für die Natur. Aber wenn Wildhüter oder Leute des Jagdunter-nehmens sie dort antreffen, drohen ihnen Festnahmen, Zerstörung ihrer Siedlungen, Misshandlungen, ja sogar Folter und Tod. Menschenrechtsorganisationen versuchen, die Verantwortlichen zur Einsicht zu bringen, dass es keinen besseren Naturschutz gibt als den durch die seit jeher dort lebenden Bewohner.
Gebet: Gott, wir bitten dich, stärke den Mut und die Kraft der Menschen, die gegen diese schweren Menschenrechtsverletzungen angehen. Gib den Verantwortlichen Einsicht in das Zerstörerische ihres Tuns, damit das Leid der hilflosen Baka-Pygmäen ein Ende nimmt.

Denken wir an einen inhaftierten Gewerkschafter im IRAN
Im Juni wurde dem Gewerkschafter Esmail Abdi – als er zu einer internationalen Gewerkschaftsversammlung nach Kanada reisen wollte – ein Ausreiseverbot erteilt. Eine Woche später wurde er verhaftet. Am 9. November wurde er wegen „Propaganda gegen den Staat“ zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Im Iran hat er keine Aussicht auf ein faires Verfahren. Sein Rechtsanwalt hatte keinen Zugang zu seinen Akten und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Esmail Abdi war schon 2011 für seine friedliche Arbeit für unabhängige Gewerkschaften angeklagt und damals zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt worden, von denen fünf auf Bewährung ausgesetzt worden waren.
Gebet: Wir bitten dich, Herr, um Kraft für Esmail Abdi und für alle Aktivisten, die sich für unabhängige Gewerkschaften im Iran einsetzen. Mögen sie standhaft bleiben können und sich nicht einschüchtern lassen, damit sich ihre Arbeit zum Wohl der Menschen  entfalten kann.

Denken wir an einen zum Tode verurteilten Schriftsteller in MAURETANIEN
Mohamed Cheikh Ould Mohamed veröffentlichte einen Artikel, in dem er das Kastensystem in Mauretanien kritisierte. Weiterhin stellte er fest, dass der Koran falsch interpretiert werde, wenn er zur Begründung der Aufrechterhaltung der Sklaverei benutzt wird. Er wurde daraufhin am 2.1.2014 festgenommen und u.a. angeklagt wegen „Beleidigung des Propheten Mohammed“. Seitdem ist er im Gefängnis von Nouhadhibou. Kurz nach seiner Verhaftung und später während der Haft sagte Herr Mohamed Cheikh Ould Mohamed, dass er den Inhalt seiner Schriften bereue. Nach einem Jahr fand ein Prozess mit vielen Unregelmäßigkeiten statt, in dem er zusätzlich wegen „Heuchelei“ zum Tod verurteilt wurde. Er legte im Oktober 2015 Berufung ein, die im April diesen Jahres zugelassen wurde. Am 15. November fand vor dem Obersten Gerichtshof eine Anhörung statt. Es sollte entschieden werden, ob die „Reue“ des Angeklagten glaubhaft sei. Die Entscheidung und Urteilsverkündung wurde aber auf den 20. Dezember vertagt.
Gebet: Du Gott, der du die Menschen „nach deinem Bild“ geschaffen hast und uns alle als deine Kinder so sehr liebst: Die Versklavung in Mauretanien widerspricht deinem Willen. Wir sind entsetzt darüber und bitten dich, dass den vielen Aktivisten, die sich in Mauretanien für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt haben und verhaftet wurden, und so auch Mohamed Cheikh Ould Mohamed, Recht widerfährt.

Denken wir an einen inhaftierten Blogger in ÄTHIOPIEN
Befeqadu Hailu, ein Blogger der Gruppe Zone 9, die einen regierungskritischen Blog betreibt, ist am 11. November willkürlich inhaftiert worden. Am 9. Oktober wurde von der Regierung ein Ausnahmezustand verhängt. Dies hatte Befeqadu Hailu am 30. Oktober in einem Medieninterview kritisiert. Daraufhin wurde er am 11. November festgenommen. Er wird in einer Polizeiwache in Addis Abeba festgehalten. Seine Twitter- und Facebook-Konten wurden gesperrt. Während seines Verhörs sagte ihm die Polizei, dass man ihn aufgrund seiner Regierungskritik festgenommen habe. Unter den Maßgaben des Ausnahmezustands kann er die Rechtmäßigkeit seiner Inhaftierung nicht anfechten. In der Vergangenheit sind Befeqadu Hailu und andere in der Untersuchungshaft gefoltert und in anderer Weise misshandelt worden. Auch jetzt besteht die Gefahr, dass er in der Haft gefoltert wird.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um Befeqadu Hailu. Schütze seine Gesundheit und sein Leben. Schenke den Verantwortlichen für die Misshandlungen Einsicht und Umkehr. Hilf uns, damit wir durch die vielen Berichte von Grausamkeit und Unrecht nicht abstumpfen und uns immer wieder für Gerechtigkeit einsetzen.

Denken wir an zwei Inhaftierte Männer in LAOS
Thongpaseuth Keuakoun und Seng-Aloun Phengphanh, zwei ehemalige studentische Aktivisten, verbüßen Gefängnisstrafen, weil sie 1999 versuchten, Transparente aufzuhängen, auf denen sie politische, soziale und wirtschaftliche Reformen im Land forderten. Sie gehörten damals zu der Studierendenbewegung für Demokratie. Sie wurden wegen Landesverrats zu 20-jährigen Haftstrafen verurteilt. Im Jahr 2001 starb ein Mithäftling, der zusammen mit den beiden Männern festgenommen worden war, an den Folgen von Misshandlungen. Thongpaseuth Keuakoun und Seng-Aloun Phengphanh werden im Samkhe-Gefängnis der Hauptstadt Vientiane festgehalten. Die Haftbedingungen dort sind sehr schlecht, die medizinische Versorgung und das Essen dürftig. Zudem werden Häftlinge gefoltert und misshandelt und erhalten Berichten zufolge Aufgaben, die kaum zu bewältigen sind. Wenn sie das gesetzte Arbeitsergebnis nicht erreichen, werden sie hart bestraft.
Gebet: Vater, wir vertrauen darauf, dass du Thongpaseuth Keuakoun und Seng-Aloun Phengphanh und den anderen Häftlingen nahe bist. Wir bitten dich für die Menschen, die die Häftlinge misshandeln und quälen: Berühre ihre Herzen und lass sie in den Häftlingen gleichwertige Mitmenschen erkennen.

Denken wir an einen jungen Mann, der in CHINA hingerichtet wurde
Am 15. November 2016 wurde Jia Jinglong, 29 Jahre, trotz vieler Gnadengesuche und Proteste aus China selbst und aus dem Ausland hingerichtet. Er hatte das elterliche Haus mühselig renoviert, wollte 2013 seine Verlobte heiraten und mit ihr dort einziehen. Der Ortsvorsteher ließ das Haus aber wenige Wochen vorher illegal zerstören. Jia und seine Familie leisteten Widerstand, konnten den Abriss aber nicht verhindern. Seine Braut wollte nun nicht mehr heiraten. Jia forderte Entschädigung für den Verlust des Hauses. Die Forderung blieb erfolglos. All das führt dazu, dass Jia Rache nahm und den Ortsvorsteher tötete, sich dann aber von sich aus der Justiz stellte. In China ist es Praxis, dass in einem solchen Fall die Todesstrafe mit zweijähriger Bewährung ausgesprochen, also nicht sofort vollstreckt wird. Nach zwei Jahren kann dann die Todesstrafe in eine Gefängnisstrafe umgewandelt werden. Jia wurde aber nach einem kurzen Prozess zum Tod ohne Bewährung verurteilt. Der oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil ungeachtet vieler Appelle und auch ungeachtet der Anteilnahme in der chinesischen Öffentlichkeit. Viele Bauern sehen in Jias Schicksal ihre eigene Rechtlosigkeit verkörpert.
Gebet: Erlittenes Unrecht und staatliche Willkür haben Jia Jingong zu einem schweren Verbrechen getrieben, für das er die Todesstrafe erlitt. Wir bitten Dich, dem erbarmungslos Hingerichteten Deine Barmherzigkeit und Nähe zu schenken. Wir bitten Dich auch, all denen beizustehen, die gegen die Todesstrafe kämpfen und für rechtsstaatliche Verhältnisse eintreten.


Am Ende
ganz am Ende

werden wir gefragt

ob wir das Leben
vermehrt haben
ob wir das Leben
vertieft haben
ob wir

die Li e b e
gelebt haben

mit unseren
je eigenen Möglichkeiten
mit unseren
je eigenen Fähigkeiten

Anette Feigs


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/