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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet März 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3



Wir dürfen wissen, dass Gott weiß, was wir bedürfen, ehe wir darum bitten. Das gibt unserem Gebet größte Zuversicht und fröhliche Gewissheit.
Dietrich Bonhoeffer

 

Denken wir an einen Gefangenen in Einzelhaft in MAROKKO
Am 10. Oktober 2016 wurde der belgisch-marokkanische Gefangene Ali Aarrass vom Gefängnis Salé II in das Gefängnis Tifelt II etwa 60 km von Rabat entfernt verlegt. Seither halten ihn die Gefängnisbehörden in einem fast leeren Gefängnistrakt in Einzelhaft fest und haben seinen Hofgang auf eine Stunde täglich begrenzt. Er schläft auf einer Betonplatte mit wenig Polsterung, darf nur einmal in der Woche duschen und erhält unangemessenes Essen. Kontakt zu seiner Familie hat er kaum, die meisten Familienmitglieder wohnen in Belgien oder Spanien, telefonieren darf er nur einmal in der Woche. Diese harten Haftbedingungen haben Ali Aarrass' Gesundheits-zustand stark verschlechtert. Er erbricht sich häufig und verliert das Bewusstsein.
Verschiedene Menschenrechtsorganisation, darunter Amnesty International, haben sich schon für bessere Haftbedingungen eingesetzt, bisher jedoch ohne Erfolg. Ali Aarrass war in einem unfairen Prozess zu 12 Jahren Haft verurteilt worden, von denen er sechs Jahre schon in Haft verbracht hat. Nach eigenen Angaben sind seine Geständnisse, die zu seiner Verurteilung führten, unter Folter erzwungen worden. Diese Foltervorwürfe sind bisher nicht untersucht worden.
Gebet: Vater, wir bringen die Situation von Ali Aarrass vor dich. Wir hoffen auf Gerechtigkeit für seinen Fall, eine Untersuchung der Foltervorwürfe und vor allem eine menschenwürdige Unterbringung bis zu seiner Freilassung. Wir wollen in unserem Einsatz gegen solche harten Haftbedingungen und gegen Unrecht hartnäckig bleiben und vertrauen dabei auf deine Kraft und Hilfe.

Denken wir an acht gefangene Mitglieder einer Umweltschutzorganisation in MALAWI
Acht Mitglieder einer Umweltschutzorganisation (TUAM) aus Tansania wurden bereits Ende Dezember verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, in die Uranmine von Kayekera in Malawi eingedrungen zu sein, um dort „eine Aktion ohne Erlaubnis durchzuführen“. Die Aktivisten sind im Gefängnis Misshandlungen ausgesetzt: sie erhalten zu wenig Nahrung und Trinkwasser, außerdem dürfen sie ihre Familien und Anwälte nur in Anwesenheit von bewaffneten Wärtern sprechen. Der Prozess wurde am 14. Februar bereits zum achten Mal verschoben. Die Anwälte erklärten, dass die Aktivisten die dreimonatige Strafe, die für diesen Tatbestand vorgesehen ist, bereits in Haft verbracht haben und daher sofort freizulassen sind.
Gebet: Gib du diesen Gefangenen Kraft und Stärke, Herr, damit sie die Misshandlungen überstehen und nicht gebrochen werden.


Denken wir an eine in Gefangenschaft misshandelte Landrechtsaktivistin in VIETNAM
Trần Thị Thúy setzt sich für Landrechte ein. Sie verbüßt eine achtjährige Haftstrafe, zu der sie 2010 wegen "Aktivitäten, die den Sturz der Regierung zum Ziel haben" verurteilt wurde. Bereits 2015 wurde ein Gebärmuttertumor diagnostiziert ohne angemessen behandelt zu werden. Nach einem Besuch bei Trần Thị Thúy hat ihre Familie kürzlich mitgeteilt, dass der Gebärmuttertumor größer geworden sei und sie aufgrund der starken Schmerzen nicht mehr alleine gehen könne. Trần Thị Thúy hat zudem ständig schmerzhafte Geschwüre am ganzen Körper, die anwachsen und dann aufplatzen, bluten und eitern. Trần Thị Thúy schläft auf dem bloßen Zellenboden, weshalb sie Gefahr läuft, dass sich ihre Wunden infizieren. Dennoch weigern sich die Gefängnis-behörden, ihr die medizinischen Pflaster auszuhändigen, die ihre Familie bereitgestellt hat. Trần Thị Thúy befürchtet, ohne medizinische Behandlung und aufgrund der schlechten Haftbe-dingungen nicht mehr lange zu leben.
Gebet: Die Brutalität der Mitarbeiter in der Gefängnisbehörde erschrickt uns, Gott. Wir glauben daran, dass du die Herzen der Menschen wandeln kannst, deshalb bitten wir dich: Lass sie Mitleid empfinden können, damit Tran Thi Thúy angemessene medizinische Behandlung erhält und Linderung durch die Pflaster erfährt.

Denken wir an einen inhaftierten Journalisten in ISRAEL
Der palästinensische Journalist Mohammed al-Qiq wurde am 21. November 2015 verhaftet und 2 Wochen lang verhört und dabei gefoltert. Er wurde stundenlang in schmerzhaften Positionen gefesselt, mit sexueller Aggression bedroht, beschimpft und unerträglichem Gebrüll ausgesetzt. Nach 4 Tagen Verhör begann Mohammed einen Hungerstreik. Am 17. Dezember 2015 haben ihn die Militärbehörden in Administrationshaft ohne Anklage oder Urteil versetzt auf der Grundlage von geheimen, ihm nicht gezeigten Beweisen. Mohammed hat Einspruch erhoben und konnte am 24. Dezember im Militärgericht seinen Anwalt sehen. Das militärische Berufungsgericht und das Höchste Gericht haben die Versetzung in Administrationshaft bestätigt. Am 30. Dezember verschlechterte sich sein Gesundheitszustand so, dass er in das Krankenhaus von Afula gebracht wurde. Er wurde gegen seinen Willen am Bett festgebunden und zwangsernährt. Diese Behandlung ist nach Einschätzung der UN inhuman und verletzend. Die israelischen Behörden nehmen so die einzige Möglichkeit, die den Gefangenen bleibt, um die Wahrung ihrer grundlegenden Rechte einzufordern.
Gebet: Guter Gott, schütze Mohammed al-Qiq vor unmenschlicher Behandlung. Hilf den verantwortlichen Politikern und Beamten in Israel, trotz aller Terrorgefahr die Menschenrechte einzuhalten.

Denken wir an die verfolgte Gruppe der Tutsi in BURUNDI
“Die Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV) berichtet über systematische Verhaftung von Militärs, die der Bevölkerungsgruppe der Tutsi angehören. Zuletzt waren nach einem Angriff auf ein Militär-Camp am 24. Januar 25 Tutsi-Soldaten in fünf Militärbasen im ganzen Land festgenommen worden. Nur zwei Tage später wurden sieben Soldaten nach einem unfairen Prozess zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Der GfbV-Afrikareferent Ulrich Dibelius warf der Regierung Burundis vor, die führenden Menschenrechtsorganisationen des mehrheitlich von Hutu bewohnten Landes systematisch mundtot gemacht zu haben und den Konflikt zwischen Hutu und Tutsi zu schüren, um die eigene Macht zu sichern. In den letzten zwei Jahren sind bereits 380.000 Menschen, darunter hunderte Oppositionspolitiker und Menschenrechtler, ins Ausland geflohen, weil Proteste brutal niedergeschlagen wurden.
Gebet: Gott, wir wollen wachen und beten für die Menschen in Burundi, die verfolgt und unterdrückt werden und aus Angst um ihr Leben oft ihre Heimat verlassen müssen. Wir hoffen und beten darum, dass ein Umdenken der Machthaber zu besserer Regierung zum Wohle aller führt.

Denken wir an einen inhaftierten Anwalt in CHINA
Xie Yang, 44 Jahre, wurde im Juli 2015 zusammen mit Hunderten von Rechtsanwälten verhaftet. Er konnte im Januar 2017 zum ersten Mal seine Verteidiger sprechen, ohne dass Polizisten anwesend waren. Er hat den Verteidigern einen detaillierten Bericht über die erlittenen Folterungen gegeben und auch die Namen seiner Peiniger nennen können. Folterungen wie Schlaf- und Nahrungsentzug, Schläge, Todesandrohungen und tagelanges Sitzen mit herabhängenden Beinen, so dass die Blutzirkulation unterbrochen wurde, brachten ihn dazu, vorgefertigte Geständnisse zu unterschreiben. Seine Peiniger gaben ihm zu verstehen, dass sie völlige Straffreiheit genießen und dass sie von hohen Verantwortlichen in der Regierung geschützt würden. Xie Yangs Verteidiger haben Klage gegen die Vollzugsbeamten eingereicht. Sie verlangen auch eine Untersuchung und gerichtliche Verfolgung der Verantwortlichen.
Information: In China finden z.Zt. beispiellose Repressionen gegen Anwälte, die sich für Menschenrechte einsetzen, statt. Im Januar 2017 wurden gegen 319 Anwälte Repressionen angewendet: Verbot, das Haus zu verlassen, Unterbindung von Kontakten, geheime Verhaftungen, Verhöre. Ihnen wird u.a. Untergrabung der staatlichen Autorität vorgeworfen.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Xie Yang bald freigelassen wird und die psychischen und physischen Verletzungen heilen. Gib, dass ihm und den vielen anderen, die sich für Menschenrechte einsetzen und deswegen verfolgt werden, Gerechtigkeit widerfährt.

Denken wir an einen verschleppten Journalisten in SIMBABWE
Am Morgen des 9. März 2015 wurde der Journalist und Demokratieverfechter Itai Dzamara in Harare, der Hauptstadt Simbabwes, verschleppt. Während eines Frisörbesuchs im Vorort Glen View beschuldigten ihn fünf Männer, Vieh gestohlen zu haben. Sie legten ihm Handschellen an und fuhren ihn in einem weißen Lieferwagen davon. Sein Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt.
Itai Dzamara hatte am 7. März 2015 an einer Demonstration der Oppositionsbewegung Movement for Democratic Change in Harare teilgenommen, bei der er dazu aufrief, in einer Massenaktion auf die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation Simbabwes aufmerksam zu machen. Als Leiter der Protestbewegung Occupy Africa Unity Square hatte er im Oktober 2014 eine Petition beim simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe eingereicht, die ihn aufforderte, zurückzutreten und den Weg für Neuwahlen freizumachen. Für sein Engagement zugunsten der Demokratie wurde Itai Dzamara bereits in der Vergangenheit willkürlich festgenommen und brutal geschlagen. Die Versuche seiner Familie und von Menschenrechtsanwälten, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln, schlugen bislang fehl.
Gebet: Vater, wir bitten dich um Schutz für das Leben und die Gesundheit von Itai Dzamara.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Karfreitagsaktion 2017

- Essen-Byfang: Friedensgang mit Erfahrungsbericht
- Recke, St. Dionysius: Gründonnerstagsgebet


Kirchentag 2017

Deutscher Evangelischer Kirchentag Wittenberg-Berlin vom 24. - 28. Mai 2017

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Die ACAT Deutschland ist vertreten, und zwar mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten sowie zusammen mit Amnesty International beim Politischen Nachtgebet. Einzelheiten zu den Dingen später, vorab informieren Sie sich gern auf der Homepage des Kirchentages:
 

Dritter Ökumenischer Kirchentag 2021

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