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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Dezember 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen gefolterten Menschenrechtsverteidiger in Kirgisistan
Der Menschenrechtsverteidiger Azimjan Askarov verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Er war 2010 in einem Prozess, der nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren entsprach, wegen Munitionsbesitzes und Beihilfe zum Mord angeklagt worden. Er ist Direktor einer Menschenrechtsorganisation. Damals filmte und fotografierte er Gewalttaten, die während einer mehrtägigen Gewaltwelle – hauptsächlich gegen Usbeken – verübt wurden. Anschließend wurde ihm der Mord an einem Polizisten vorgeworfen, er weist diesen Vorwurf zurück. In den ersten Tagen der Haft wurde er nach eigenen Angaben brutal geschlagen, um ein Geständnis für den Mord an dem Polizisten abzulegen. Die Foltervorwürfe sind bis heute nicht zielführend untersucht worden. Der UN-Menschenrechtsausschuss hat dagegen anerkannt, dass Azimjan Askarov gefoltert wurde, dass seine Inhaftierung willkürlich ist, seine Haftbedingungen zeitweise unmenschlich waren und dass ihm kein faires Verfahren gewährt wurde. Er wurde zu lebenslanger Haft und zur Beschlagnahmung seines Hauses, in dem seine Frau immer noch lebt, verurteilt.
Gebet: Gott, schon sieben Jahre erträgt Azimjan Askarov die Haft unter unmenschlichen Bedingungen, ein Ende ist für ihn nicht in Sicht. Wir hoffen auf ein faires Verfahren, die Aufklärung seiner Misshandlungen und menschenwürdige Behandlung. Wir bitten um Einsicht und Umkehr der Verantwortlichen und der Täter dieser Misshandlungen. Berühre du ihre Herzen.

Denken wir an einen misshandelten Menschenrechtsanwalt in der Türkei
Seit dem 12. September ist der Menschenrechtsverteidiger Engin Gökoğlu in Polizeigewahrsam. Er wurde gemeinsam mit 13 anderen Anwälten verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, Verbindungen zu DHKP ( Revolutionary People's Liberation Party) zu haben, die vom Staat als terroristisch eingestuft wird. In der Haft kam es am 30. Oktober zu einem Vorfall: Einige Gefangene protestierten lautstark gegen ihre Verlegung in andere Zellen und die daraus resultierende Aufteilung ihrer Gruppe. Darauf reagierte das Gefängnispersonal mit Gewalt. Die Fenster zu den Zellen wurden zerschlagen und dann mit Wasserwerfern in die Zellen gezielt. Die Gefangenen wurden brutal geschlagen und durch die Scherben gezogen. Engin Gökoğlu wurde ein Arm gebrochen, während seine Hände auf dem Rücken gefesselt waren. Anschließend an die Misshandlungen erhielt er keinen Zugang zu medizinischer Versorgung seiner Verletzungen. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass seine Misshandlung in direktem Zusammenhang zu seiner Arbeit als Anwalt steht.
Gebet: Guter Gott, wir sind dankbar für die mutige Arbeit von Engin Gökoğlu und seinen Anwalts-Kollegen, die sich mit ihrer Arbeit für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen. Schütze sie vor weiterer Gewalt. Wir bitten dich auch für die Ausführenden dieser Gewaltakte: Hilf du ihnen, die Würde ihrer Gefangenen zu erkennen und gewaltlos zu handeln.

Denken wir an einen misshandelten Menschenrechtsverteidiger in Ägypten
Am 10. September wurde der Menschenrechtsverteidiger Ibrahim Metwally Hegazy am Flughafen in Kairo verhaftet. Er wolle in die Schweiz fliegen, um an einem Treffen der UN-Arbeitsgruppe gegen „Verschwindenlassen“ teilzunehmen. Seine Haft wurde begründet mit den Vorwürfen, er habe eine illegale Organisation gegründet, er kommuniziere mit fremden Organisationen und gefährde dadurch die ägyptische Staatssicherheit und er verbreite falsche Nachrichten. Er wird zur Zeit im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses gefangen gehalten. Er sagte gegenüber seinem Anwalt, dass er in Einzelhaft untergebracht und in der Haft gefoltert und misshandelt worden sei.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind in Sorge um Ibrahim Metwally Hegazy. Schütze sein Leben und seine Gesundheit. Gib ihm Kraft und Hoffnung in der Isolation der Einzelhaft.

Denken wir an bedrohte Menschen in KOLUMBIEN
Ein Jahr nach dem Friedensschluss werden Menschenrechtler in Kolumbien von paramilitärischen Gruppen bedroht. Am 12. Oktober 2017 hat die paramilitärische Gruppe „Selbstverteidigung der Gaitanisten von Kolumbien“ (AGC) ein Flugblatt veröffentlicht mit Morddrohungen gegen Jahel Quiroga und Pablo Arenales. Letzterer ist Leiter der Union Patriotique (UP). Die Partei UP ist entstanden aus dem seit 1984 einsetzenden Friedensprozess. 3000 bis 5000 ihrer Mitlieder sind von paramilitärischen Gruppen ermordet oder gefoltert worden oder sind spurlos verschwunden. Jahel Quiroga und Pablo Arenales werden als „militärisches Ziel“ bezeichnet und aufgefordert, auf ihre Teilnahme an den Wahlen im Frühjahr 2018 zu verzichten. Ansonsten dürften sie bald „ihr Grab bestellen“.
Gebet: Guter Gott, hilf dem leidgeprüften Volk Kolumbiens, den Weg zu einem wahren Frieden zu finden. Befreie die Herzen von Rachsucht und Intoleranz und hilf, dass das Volk aus der Armut findet.

Denken wir an eine Gefangene in RUANDA
Victoire Ingabire, 49 Jahre alt, Präsidentin der oppositionellen demokratischen Bewegung Inkingi (FDU Inkingi) ist seit 2010 inhaftiert. Auf Grund von Zeugenaussagen wurde sie 2013 durch den obersten Gerichtshof zu 15 Jahren Haft verurteilt. Human Rights Watch kann inzwischen belegen, dass damals Zeugen unter Folter zu der Aussage gebracht worden waren, Victoire habe mit der bewaffneten und verbotenen Befreiungsfront (FDLR) zusammengearbeitet und habe an Attentaten teilgenommen. Victoire wurde bereits 2012 zu 8 Jahren Haft verurteilt, im Dezember 2013 jedoch vom Obersten Gericht in Kigali zu 15 Jahren Haft wegen Terrorismus und Anstachelung der Bevölkerung zu Gewalt. Zeugen, die im Prozess 2012 Victoire belastet haben, haben dies 2013 widerrufen. Ihre Aussagen seien gefälscht worden. Das fand bei der Justiz keine Beachtung. Victoire hofft nun, dass wegen der neuen Enthüllungen von Human Rights Watch ihr Antrag auf Berufung vom Gericht geprüft werden wird.
Gebet: Guter Gott, stehe Victoire Ingabire in ihrer Haft bei. Hilf, dass die Richter den Mut haben, ein einmal gefälltes Urteil angesichts neuer Erkenntnisse zu überprüfen und so der Verurteilten Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Denken wir an einen Politikwissenschaftler in Bangladesch
Dr. Mubashar Hasan, Politikwissenschaftler an der Universität von Dhaka und bekannt für seine wissenschaftlichen Arbeiten zu Gewalt durch Extremisten, wurde Opfer von Verschwindenlassen, als er am 7.11. an einem Treffen mit der UN anlässlich eines Entwicklungsprogramms teilnehmen wollte. Seine Familie hat Anzeige erstattet. Das Verschwindenlassen unliebsamer Personen ist in Bangladesch eine häufig vorkommende Menschenrechtsverletzung. Nach Recherchen verschiedener Menschenrechtsgruppen (NGO Odhikar u.a.) wurden von Mai 2013 bis September 2017 300 Menschen Opfer von Verschwindenlassen. 44 von ihnen wurden tot aufgefunden, 172 freigelassen. Der Verbleib von 84 Personen ist unbekannt. Im Oktober allein wurden 7 Menschen Opfer. Die Menschenrechtsgruppen dokumentierten ebenfalls, dass die Täter in fast allen Fällen straflos blieben.
Gebet: Es empört uns, Gott, dass sich die Mächtigen in Bangladesch so leicht kritischer Menschen entledigen, und das in einem so großen Ausmaß. Wir bitten dich vor allem um Schutz und Sicherheit für Dr. Mubashar Hasan und für alle weiteren Opfer von Verschwindenlassen in diesem Land. Wir bitten, dass ihr Aufenthaltsort bekannt gegeben wird und sie ein gerechtes Verfahren erhalten.

Denken wir an einen verschwundenen taiwanesischen Aktivisten in CHINA
Li Mingh-Cheh ist Direktor der taiwanesischen Nichtregierungsorganisation Wenshan Community College, die Organisationen der Zivilgesellschaft und Aktivisten in China unterstützt, die ein Mehrparteiensystem und demokratische Werte für China fordern. Als er im März diesen Jahres in China einreiste um Freunde zu besuchen, wurde er Opfer von Verschwindenlassen. Trotz häufiger Nachfragen seiner Ehefrau bei den Behörden wird sein Aufenthaltsort nicht bekannt gegeben. Am 11. September erschien Li Mingh-Cheh zum ersten Mal in der Öffentlichkeit anlässlich seines Prozesses. Er hatte keine Möglichkeit, einen Rechtsanwalt zu nehmen. Bei dem Prozess verlas er einen vorbereiteten Text, ein „Geständnis“ seiner subversiven Tätigkeit, und wurde verurteilt. Seine Frau konnte ihn nicht sprechen. Danach ließ man Li Mingh-Cheh wieder verschwinden. Es ist zu befürchten, dass er gefoltert wird. Es ist dies das erste Mal seit Einführung des Gesetzes zum Umgang mit ausländischen Nichtregierungsorganisationen im Januar diesen Jahres, dass ein Aktivist einer ausländischen Organisation in China nach diesem Gesetz verurteilt wird.
Gebet: Du siehst, Gott, die Angst von Li Mingh-Cheh und seiner Familie. Wir bitten dich, dass der internationale Protest gegen sein Verschwindenlassen bewirkt, dass die Verantwortlichen seinen Aufenthaltsort bekannt geben und er in einem ordentlichen Verfahren Berufung einlegen kann.

„Ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wolf und Lamm weiden zusammen, der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der Herr“                            Bibel. Jesaja 65, 17; 25f

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.