ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an inhaftierte junge Menschen im KONGO
18 junge Männer und Frauen, Anhänger der Bürgerbewegungen Filimbi und Lucha, wurden am 29. und 30. Dezember 2017 verhaftet und in verschiedenen Städten des Landes in Gefängnissen inhaftiert. Ihnen wird zur Last gelegt, die Bevölkerung zur Teilnahme an einem friedlichen Marsch aufgerufen zu haben, der von der katholischen Kirche initiiert worden war. Dadurch wollte man auf den Missstand hinweisen, dass das Versprechen der Regierung Kabila, bis Ende 2017 neue Präsidentenwahlen vorzunehmen, nicht eingelöst worden war. Die 7 Gefangenen von Filimbi werden der Beleidigung des Präsidenten und der Anstachelung zur Revolte beschuldigt. Sie sind in Kinshasa inhaftiert. Die 11 Gefangenen von Lucha sind in Kananga inhaftiert. Ihnen drohen drei Jahre Haft wegen Ungehorsams gegenüber dem Gesetz. Dabei beruft man sich auf einen Erlass des Bürgermeisters von Kananga, der im Widerspruch zu der Verfassung jede öffentliche Demonstration verboten hatte. Die Jugendlichen sind in einen Hungerstreik getreten. Sie haben am 5. Januar Klage gegen den Bürgermeister erhoben wegen willkürlicher Inhaftierung, Folter und Schlägen.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die jungen Menschen, die friedlich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht haben, bald wieder frei gelassen werden. Schütze das kongolesische Volk vor Missbrauch der staatlichen Gewalt.

Denken wir an einen Gefangenen in GABUN
Der Oppositionspolitiker Bertrand Zibi Abeghe wurde im August 2016 festgenommen und ist im Zentralgefängnis von Libreville inhaftiert. Er gibt an, am 15. Januar 2018 in der Haft geschlagen worden zu sein, nachdem in seiner Zelle ein Mobiltelefon gefunden wurde. Im Anschluss an diesen Vorfall verlegte man ihn in einen Zellenblock, der für seine Überbelegung berüchtigt ist. Dort werden die Insassen in Dunkelheit gefangen gehalten und haben keinen Zugang zu Sonnenlicht.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten für Bertrand Zibi Abeghe: Schütze sein Leben und seine Gesundheit. Wir bitten für das Gefängnispersonal und die Verantwortlichen für die Misshandlungen der Gefangenen: Berühre ihre Herzen, lass ihnen die menschliche Würde ihrer Gefangenen bewusst werden.

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Am 26.12.2017 wurde der Menschenrechtsverteidiger Wu Gan, 44 Jahre, zu 8 Jahren Haft wegen subversiver Tätigkeit verurteilt. Er war im Mai 2015 verhaftet worden. Er arbeitete für eine Anwaltskanzlei in Peking und nahm an einer Demonstration teil, auf der gegen ein Fehlurteil der Justiz protestiert wurde, in dem es um die Verhängung der Todesstrafe ging. Wu Gan wurde nach seiner Festnahme wegen umstürzlerischer Aktivitäten angeklagt. Er ist seit 2009 in China bekannt, weil er über das Internet Menschenrechtsverletzungen öffentlich machte und Spenden für seine Aktivitäten sammelte. Gleich nach seiner Verurteilung im Dezember hat Wu Gan eine Erklärung veröffentlicht, in der er 13 Wärter bezichtigt, ihn gefoltert zu haben. Vor seinem Prozess hinter verschlossenen Türen war er 28 Monate inhaftiert gewesen, ohne mit seiner Familie Kontakt haben zu dürfen.
Information: Seit 2015 herrscht eine noch nie dagewesene Unterdrückung der Zivilgesellschaft. Hunderte von Anwälten und Menschenrechtsverteidigern sind inhaftiert. Viele Freigelassene weisen schwere psychische Störungen auf.
Gebet: Guter Gott, stehe dem Verurteilten Wu Gan in der Haft bei und schütze ihn vor weiterer Misshandlung. Wende die Herzen der Wärter, dass sie in den Gefangenen ihre Mitmenschen erkennen und die Herzen der Regierenden, dass sie ihre Macht nicht missbrauchen.

Denken wir an einen gefangenen religiösen Lehrer in SAUDI-ARABIEN
Am 7. September 2017 wurde der reformorientierte Geistliche Salman al Awda verhaftet. Er hatte wenige Stunden zuvor einen Tweet veröffentlicht, als Reaktion auf einen Artikel, in dem es um die mögliche Versöhnung zwischen Saudi-Arabien und Katar ging. Er hatte geschrieben: „Möge Gott ihre Herzen in Übereinstimmung bringen zum Wohl ihrer Völker.“ Zuvor hatte er es verweigert, Tweets zu veröffentlichen, die die saudische Regierung in der Krise mit Katar unterstützen sollten. Kurz nach der Festnahme veröffentlichte sein Bruder, Khalid al Awda, einen Tweet, in dem er die Verhaftung Salmans verurteilte. Er wurde kurz darauf selbst inhaftiert. Seit fünf Monaten wird Salman al Awda in Isolationshaft gehalten, ohne Anklage und Verurteilung. Die Familie durfte keinen Kontakt zu ihm aufnehmen und erhielt zunächst keinerlei Information über ihn. Am 16. Januar erfuhr sie von seiner Verlegung in ein Krankenhaus in Djedda. Über den Grund der Verlegung erfuhren sie allerdings nichts. Es ist zu befürchten, dass er gefoltert wurde.
Seit September letzten Jahres wurden 20 weitere Geistliche, Schriftsteller, Journalisten und Aktivisten festgenommen. Die Gründe für die Festnahmen blieben bei allen unklar.
Gebet: Gott, wir sind erschüttert darüber, dass ein Mensch, der eine Versöhnungsbotschaft veröffentlicht, ganz offensichtlich schwer misshandelt wird. Und wir bitten dich, dass er befreit wird und seine körperlichen und seelischen Verwundungen heilen. Wir nehmen seine Botschaft auf und bitten dich: Bringe die Herzen der für den Vermittlungsprozess zwischen Saudi-Arabien und Katar verantwortlichen Diplomaten in Übereinstimmung - zum Wohl ihrer Völker.


Denken wir an einen gefangenen Fotografen in ÄGYPTEN
Der Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid wurde am 14. August 2013 von der ägyptischen Polizei festgenommen, als er einen Sitzstreik von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo fotografierte. Der 29-Jährige steht gemeinsam mit 738 weiteren Angeklagten vor Gericht. Gegen den Fotografen wurden neun konstruierte Anklagepunkte erhoben, darunter „Mord“. Bei einem Schuldspruch könnte der gewaltlose politische Gefangene daher zum Tode verurteilt werden. Mahmoud Abu Zeid wird von den ägyptischen Behörden seit über vier Jahren in Haft gehalten, seine Anhörung vor dem Kairoer Strafgericht wurde bereits mehr als 40 Mal vertagt. Mehrere Inhaftierte, darunter auch Mahmoud Abu Zeid, haben Foltervorwürfe gegen die Gefängnisverwaltung erhoben. Er leidet an Hepatitis C, und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich im Gefängnis zusehends.
Gebet: Guter Gott, wir bringen Mahmoud Abu Zeid vor dich: Schütze ihn vor Folter. Wir hoffen auch auf seine Freilassung oder ein faires Verfahren. Wir sind dankbar für die Arbeit von Menschen wie Mahmoud Abu Zeid. Auch wir wollen im Einsatz für Recht und Gerechtigkeit nicht nachlassen und vertrauen dabei auf deine Kraft.


Denken wir an einen Gefangenen auf Guantánamo (USA)
Seit über 16 Jahren wurden insgesamt 779 Terrorismusverdächtige völkerrechtswidrig auf dem US-Militärstützpunkt Guantanamo-Bay inhaftiert. Sie wurden gefoltert, jahrelang in Isolationshaft festgehalten und unter anderem mit lauter Musik, Unterkühlung und Schlafentzug gequält. Mehrere Männer überlebten die Strapazen nicht. Zur Zeit befinden sich noch immer 41 Häftlinge dort. Dazu gehört Toffiq al-Bihani aus dem Jemen. Er ist seit über 15 Jahren ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in US-Militärhaft. Ursprünglich wurde er im Iran von den dortigen Behörden festgenommen und im März 2002 an die US-Truppen in Afghanistan übergeben. Im Oktober desselben Jahres wurde er an die CIA überstellt und zehn Wochen lang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. In dieser Zeit wurde er gefoltert und misshandelt. Anfang 2003 wurde er schließlich nach Guantánamo gebracht. Schon damals war klar, dass die US-Behörden nichts gegen ihn in der Hand hatten. Bereits 2010 entschied eine von US-Präsident Barack Obama zur Schließung Guantánamos eingerichtete Arbeitsgruppe, dass Toffiq al-Bihani entlassen werden könne. Trotzdem ist er bis heute in Haft. Er muss dringend in ein sicheres Drittland ausreisen können, das seine Menschenrechte achtet.
Gebet: Wir klagen darüber, dass Toffiq al-Bihani und so viele andere Männer auf Guantanamo gefoltert wurden und dort so unbeschreiblich viel Unrecht geschieht. Wir bitten dich, Gott, darum, dass er die Möglichkeit erhält, in ein Drittland auszureisen: Vertreibe die Angst aus dem Denken der Unterhändler, die über seine Aufnahme entscheiden können.

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in BAHRAIN
Maher Abbas Ahmad wurde erstmals 2014 zum Tod verurteilt. Er wird beschuldigt 2013 einen Polizisten ermordet zu haben. Er gibt an, in der Haft gefoltert worden zu sein, und auch sein „Geständnis“ sowie die Aussagen von Zeugen sollen unter Folter erzwungen worden sein. Im Dezember 2015 war das Todesurteil aufgehoben worden, da es auf Geständnissen beruht, die unter Zwang entstanden sein könnten. Am 29. Januar 2018 hat nun das bahrainische Kassationsgericht die gegen Maher Abbas Ahmad verhängte Todesstrafe aber wieder bestätigt. Ratifiziert nun der König das Urteil, so droht ihm unmittelbar die Hinrichtung.
Gebet: Gott, wir sind in Sorge um Maher Abbas Ahmad. Schütze du sein Leben. Wir beten für ein Umdenken der Behörden und Politiker in Bahrain: Lass sie Abstand von der Verhängung von Todesstrafen nehmen und hilf ihnen, sich für faire Verfahren und menschliche Haftbedingungen einzusetzen.

 

Selig sind die, die verfolgt werden, weil sie die Gerechtigkeit lieben, denn ihnen gehört Gottes Welt.
                                                                                                                                       (Mt 5,10 Bibel in gerechter Sprache)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen