ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an gefangene und vom Tod bedrohte Menschen in BAHRAIN
Am 27. Dezember 2017 hat das oberste Militärgericht von Bahrain 13 Männer verurteilt, weil sie eine terroristische Gruppe gebildet und versucht hätten, einen hohen Vertreter der bahrainischen Streitkräfte zu töten. Allen wurde die Staatsangehörigkeit entzogen. Fünf von ihnen sind auf der Flucht ins Ausland. Von den Verhafteten wurden vier zum Tod verurteilt: Sayed Alavi, Sayed Fadhel Abbas, Mubarak Adel Muhanna und Mohamed Abdulhassan Al Mutaghawi. Die vier anderen wurden zu 7 Jahren Haft verurteilt. Nach Aussage des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain wurden die Verurteilten nach ihrer Verhaftung gefoltert. Einige wurden mehrere Monate an geheimen Orten gefangen gehalten, zwei sogar ein Jahr lang - trotz vieler Versuche ihrer Familien, Kontakt aufzunehmen. Keiner der Verurteilten konnten vor dem Prozess einen Anwalt sehen. Ihren Familien wurden Repressalien angedroht, wenn sie öffentlich etwas über die Folterungen sagen würden. Die Verurteilten haben Berufung eingelegt. Am 21. Februar 2018 soll das Berufungsgericht eine Entscheidung fällen.
Gebet: Guter Gott, steh den Verurteilten bei und wende die Herzen der Richter, dass sie die Unrechtmäßigkeit ihrer Urteile sehen und einen erneuten, fairen Prozess anstrengen.

Denken wir an bedrohte und einen getöteten Menschen in KOLUMBIEN
Im Departement Valle del Cauca war der Monat Januar 2018 besonders gefährlich für Menschenrechtler, Gewerkschaftler und Führer von sozialen Gruppen. Obwohl die Regierung im Friedensvertrag mit der FARC von 2016 all diesen Gruppen Schutz versprochen hat, schreitet sie nicht ein, wenn jemand bedroht wird. Am 15. Januar 2018 hat die paramilitärische Gruppe Autodéfense gaitaniste de Columbien (AGC) etwa 12 Führern von Nichtregierungsorganisationen gedroht, sie werde sie verschwinden lassen wie viele andere vor ihnen. Zu den Bedrohten gehört auch Walter Agredo Munoz, der sich um politische Gefangene kümmert, gegen Folter eintritt und mit ACAT zusammenarbeitet.
Am 27. Januar 2018 wurde Temiscoles Machado von 2 Männern auf einem Motorrad erschossen. Er widersetzte sich Megaprojekten im Hafen von Buenaventura und den illegalen bewaffneten Gruppen. Er wollte die Rechte der afrostämmigen Gemeinschaften der Region schützen, die oft von Erpressung und Übergriffen bedroht sind. Die Morddrohungen gegen ihn waren den staatlichen Behörden bekannt. Anstatt effektive Schutzmaßnahmen zu ergreifen, verunglimpften sie den Menschenrechtler.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der Menschen, die Morddrohungen erhalten. Hilf dem kolumbianischen Volk, dass der Weg der Gewaltlosigkeit nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch von den Verantwortlichen gewollt und durch geeignete Maßnahmen gesichert wird.

 

Denken wir an getötete und verwundete Menschen in ÄTHIOPIEN
Im Laufe des Februar 2018 wurden mindestens 22 Mitglieder der äthiopischen Oromo-Community in zwei separaten Vorfällen von Militärs getötet oder verwundet.
Am 11. Februar 2018 trafen sechs Lkw mit Lebensmitteln und Soldaten im äthiopischen Hamaressa-Camp für Binnenvertriebene ein. Die im Camp befindlichen binnenvertriebenen Oromo umringten die Lkw, als diese in das Camp einfuhren. Einige Oromo versuchten, sich Zugang zu den Fahrzeugen zu verschaffen. Während der darauffolgenden Auseinandersetzung zwischen den Militärangehörigen, die den Konvoi begleiteten, und den binnenvertriebenen äthiopischen Oromo begannen die Militärs, auf die um die Lkw versammelten Menschen zu schießen. An den Folgen starben mindestens vier Menschen.
Als es am 12. Februar 2018 auf einem Markt in der Stadt Madawalabu in der Oromia-Region zu Spannungen zwischen jugendlichen Angehörigen der Oromo und der Somali-Hirten kam, eröffneten Militärangehörige das Feuer. Bei dem Vorfall wurden vier Menschen getötet und 14 verletzt. Alle Opfer waren Mitglieder der Gemeinschaft der äthiopischen Oromo.
Auch zuvor gab es wiederholt ähnliche Vorfälle, bei denen zahlreiche Oromo getötet und verletzt wurden. Mitte Februar 2018 verhängte die Regierung erneut für sechs Monate den Ausnahmezustand.
Gebet: Guter Gott, wir sind besorgt und erschüttert über den Einsatz von Gewalt von Seiten der staatlichen Sicherheitskräfte und des Militärs. Wir beten für die Verantwortlichen und Entscheidungsträger in Äthiopien, dass sie diesem Handeln ein Ende setzen und ihre Macht zum Schutz und zum Wohl aller Volksgruppen einsetzen. Wir beten für die Familien, die durch diese Vorfälle einen geliebten Menschen verloren haben und bitten für die Verletzten um Heilung.


Denken wir an das ehemalige ACAT-Mitglied Germain Rukuki aus BURUNDI
Gegen Germain Rukuki sind neue Vorwürfe erhoben worden. Er ist Mitarbeiter der Vereinigung der katholischen Juristen Burundi (AJCB), Vorsitzender der Hilfsorganisation „Njabutsa Tujane“ und war Mitglied in der ACAT Burundi, bevor diese durch das Innenministerium aufgelöst wurde. Er wurde bereits im Juli 2017 ohne Haftbefehl inhaftiert. Neben den bekannten Vorwürfen „Verletzung der inneren Sicherheit des Staates“ und „Rebellion“ wird er nun zusätzlich beschuldigt, Polizisten und Militärs ermordet zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. In dem Verfahren gab es zahlreiche Unregelmäßigkeiten. So wurde dem Verteidiger die Akteneinsicht fast vollständig verwehrt, Herr Rukuki wurde erst am Tag seiner Vernehmung vorgeladen u.a.m. Die Verteidigung intervenierte wegen dieser Unregelmäßigkeiten. Daraufhin wurde das Verfahren verschoben.
Gebet: Gott, wir hoffen sehr auf ein Verfahren nach rechtsstaatlichen Kriterien für Herrn Rukuki. Möge auch er selbst die Hoffnung darauf bewahren können.

Denken wir an Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung im KONGO
Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, dessen Regierungszeit eigentlich im Dezember 2016 endete, hatte Wahlen bis Ende 2017 angekündigt, aber nicht durchgeführt. Daraufhin wurden Protestmärsche am 31.12.17 und 23.1.2018 durchgeführt. Danach wurden zahlreiche Aktivisten aus verschiedenen Organisationen (z.B. LUCHA, Filimbi und Compte à Rebours) quasi systematisch in Untersuchungshaft genommen, weil sie die Protestmärsche mit organisiert hatten. Viele der Festgenommenen werden ohne Anklage an geheimen Orten versteckt gehalten. Es ist zu befürchten, dass sie gefoltert werden. Acht Mitglieder der katholischen Organisation „Comité Laïc de Coordination“ (CLC) wurden eingeschüchtert und diffamiert. Kabila macht sie für die gewalttätigen Ausschreitungen verantwortlich. Aus Angst vor Verhaftung sind sie in den Untergrund gegangen. Angehörige von ihnen verloren ihre Arbeit.
Gebet: Gott, wir klagen über die Gewalt, mit der die kongolesische Regierung gegen friedliche Demonstranten vorgeht. Wir bitten für alle Aktivisten, die aus diesem Grund schon inhaftiert sind oder es befürchten, dass sie die Hoffnung nicht verlieren. Wir beten um deinen Schutz für sie.


Denken wir an einen von Auslieferung und Folter bedrohten Mann in der SLOWAKEI
Aslan Yandiev stammt aus der Republik Inguschetien im Nordkaukasus in der Russischen Föderation. Von dort floh er in die Slowakei und beantragte dort am 14. Mai 2008 Asyl. Er befürchtete die Verfolgung durch Mitglieder der Strafverfolgungsbehörden in Inguschetien und Nordossetien (ebenfalls im russischen Nordkaukasus), die ihn wegen unterschiedlicher Verbrechen angeklagt hatten. Er gibt an, keine dieser Verbrechen begangen, aber sie unter Folter „gestanden“ zu haben. Aslan Yandiev wurde am 20. Januar 2011 von den slowakischen Behörden festgenommen. Kurz danach stellte die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation einen Auslieferungsantrag. Nachdem die slowakische Justizministerin diesem am 7. Februar 2018 stattgegeben hat, droht Aslan Yandiev nun unmittelbar die Auslieferung nach Russland. Dort würden ihm Folter und andere Misshandlungen drohen. Eine solche Auslieferung verstößt gegen das Völkerrecht.
Gebet: Gott, wir sorgen uns um Aslan Yandiev. Wir hoffen und beten darum, dass die Behörden der Slowakei ihn nicht an die Russische Föderation ausliefern und damit in Gefahr bringen, gefoltert zu werden. Schütze du sein Leben und seine Gesundheit.


Denken wir an öffentlich gedemütigte Transgender-Frauen in INDONESIEN
Am 27. Januar hat die Polizei in Nord-Aceh zwölf vermeintliche Transgender-Frauen willkürlich festgenommen, gedemütigt und gefoltert. Dabei wurden sie von Polizisten in einen Park geführt und vor Zuschauern gezwungen, sich halbnackt auszuziehen, sich die Haare abzuschneiden, sie wurden angebrüllt, in den Rücken getreten und weiteren Schikanen ausgesetzt. Diese öffentlichen Demütigungen dauerte insgesamt zwei Stunden. Sie wurden zwar am folgenden Tag wieder freigelassen, sind jedoch schwer traumatisiert, einige haben ihre Arbeit verloren und andere sahen sich aus Angst um ihre Sicherheit zur Flucht gezwungen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten für die Täter dieser Misshandlungen und Demütigungen. Lass sie erkennen, dass alle Menschen – egal welche sexuelle Identität oder Orientierung sie haben – Menschenwürde besitzen, und keiner das Recht hat, diese zu verletzen. Für die Opfer bitten wir um die Kraft, die Erlebnisse zu verarbeiten und für die Geflohenen um Menschen, die sie auf der Flucht aufnehmen.

Gott, der Herr spricht: „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.“ (Bibel, Jesaja 58,6f)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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