ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an zwei gefangene Menschenrechtsaktivistinnen im IRAN
Die beiden Menschenrechtlerinnen Atena Daemi und Golrokh Ebrahimi Iraee sind beide im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Frau Iraee ist wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Beleidigung des Heiligen“ zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil sie einen Text zum Thema Steinigung schrieb, der jedoch nicht veröffentlicht wurde. Die Revolutionsgarden fanden ihn zufällig bei einer Hausdurchsuchung, die ihrem Mann, einem Bürgerrechtler, gegolten hatte. Zusammen mit Atena Daemi begann sie einen Hungerstreik und wurde in der Folge am 9. März auf die Krankenabteilung des Gefängnisss Shar-e Rey in Varamin verlegt. Frau Daemi demonstriert mit ihrem Hungerstreik dagegen, dass sie nicht die notwendigen Medikamente erhält und gegen die Haftbedingungen, z.B. unsauberes Trinkwasser. Das verunreinigte Wasser führt bei vielen Gefangenen zu Nierenproblemen. Die Beiden erhalten auf der Krankenstation nur salziges Wasser. Frau Iraee, die zeitweise das Bewußtsein verloren hatte, wurden gegen ihren Willen Flüssigkeiten intravenös verabreicht. Beide haben ausschließlich die Kleidung zur Verfügung, mit der sie gekommen sind. Auf der Krankenstation gibt es nur männliche Pfleger, weshalb alle kranken Frauen dort „aus religiösen Gründen“ unbehandelt bleiben.
Gebet:Die Misshandlung der beiden Frauen empört uns, Herr. Wir hoffen sehr, dass ihre Forderungen Gehör finden. Wir bitten für diejenigen, die darüber zu entscheiden haben, dass die Gefangenen sauberes Wasser und die notwendigen Medikamente erhalten: Lass sie die Not der Gefangenen spüren und handeln.

 

Denken wir an Menschenrechtsverteidiger in TANSANIA
Seit John P. Magafuli 2015 zum Präsidenten gewählt wurde, sind Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Oppositionsführer in Tansania zunehmend der Verfolgung, Einschüchterung, Gewalt und Ermordung ausgesetzt. Am 22. Februar 2018 wurde der Menschenrechtsverteidiger Godrey Luena in Morogoro angegriffen und getötet. Am 17.02. wurde ein weiterer Student auf einer Kundgebung getötet. Der Student und Menschenrechtsverteidiger Abdul Nono kritisierte die Behörden wegen dieser außergerichtlichen Hinrichtung. Er ist Vorsitzender der Tanzania Students’ Networking Programme (TSNP). TSNP ist eine NGO, die Studenten in Programmen ausbildet, die ihnen ermöglichen, sich wirksam auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene für Demokratie und Menschenrechte zu engagieren. Nachdem er sich kritisch geäußert hatte, wurde er am 7. März von Unbekannten verschleppt und in eine einsame Gegend, 500 km südlich von Dar Es Salaam, gebracht. Dort wurde er zwei Tage festgehalten. Inzwischen ist er offiziell verhaftet. Noch liegt keine Anklage gegen ihn vor. Weder seine Familie noch seine Anwälte können ihn besuchen. Weitere Mitglieder der TSNP wurden am 14. März verhört.
Gebet:Guter Gott, wir sind besorgt über die zunehmende Gewalt gegenüber Menschenrechtsverteidigern in Tansania und bitten dich um Ermutigung für die Betroffenen, um Unterstützung und Stärkung für sie.

 

Denken wir an zwei von Folter bedrohte Männer im SÜD-SUDAN
Dong Samuel Luak, ein bekannter südsudanesischer Anwalt und Menschenrechtler, wurde zuletzt am 23. Januar 2017 im Zentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi gesehen, als er gerade in einen Bus nach Hause einsteigen wollte. Er kam jedoch nie dort an. Aggrey Ezbon Idri ist Regierungskritiker und leitet das Komitee für Humanitäre Angelegenheiten der südsudanesischen Partei Sudanesische Volksbefreiungsbewegung in Opposition (SPLM-IO). Er wurde zuletzt am 24. Januar 2017 im Stadtteil Kilimani von Nairobi gesehen. Später wurde bekannt, dass sich beide Ende Januar 2017 in einer Hafteinrichtung des südsudanesischen Geheimdienstes NSS in Juba befanden – sie wurden also offenbar rechtswidrig aus Kenia abgeschoben und in den Südsudan gebracht, wo ihnen Folter und andere Misshandlungen drohen. Doch sowohl die südsudanesischen als auch die kenianischen Behörden bestreiten, etwas mit ihrem „Verschwinden“ zu tun zu haben. Die UN-Arbeitsgruppe zur Frage des Verschwindenlassens von Personen hat die Regierungen von Kenia und Südsudan aufgerufen, den Verbleib der beiden Männer zu klären.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind in Sorge um Aggrey Ezbon Idri und Dong Samuel Luak. Schütze du ihr Leben und ihre Gesundheit. Hilf uns, im Einsatz für die Menschenrechte aktiv und hoffnungsvoll zu bleiben.

 

Denken wir an einen inhaftierten Blogger in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Ahmed Mansoor ist ein bekannter Menschenrechtsverteidiger und Blogger. Er ist verheiratet und Vater von vier kleinen Kindern. Er ist Mitglied des Beratungsausschusses der NGO Human Rights Watch für den Nahen Osten und Nordafrika und gehört dem Beirat der Organisation Gulf Centre for Human Rights an. Er dokumentiert die Menschenrechtslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten seit 2006 und spricht sich im Internet und in Interviews mit internationalen Medien öffentlich für die Durchsetzung internationaler Menschenrechtsstandards aus. Vor einem Jahr wurde er bei sich zuhause festgenommen. Er ist ein politischer Gefangener. Sein Verbleib ist nach wie vor unbestätigt, obwohl im Februar zwei irische Rechtsbeistände in Abu Dhabi versuchten, ihn aufzufinden. Ahmed Mansoor hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Er wird in verlängerter Einzelhaft gehalten. Seit seiner Festnahme hat man ihm lediglich zwei Familienbesuche gestattet.
Gebet: Guter Gott, wir sind dankbar für die mutige Arbeit von Ahmed Mansoor. Wir bitten für ihn und für seine Familie um Schutz in der Haft und Kraft in der Ungewissheit. Wir bringen auch die Verantwortlichen für diese Haft vor dich und hoffen auf ein Umdenken und die Freilassung von Ahmed Mansoor und anderer politischer Gefangener.

 

Denken wir an einen zum Tode verurteilten Mann in Ohio/USA
Am 8. März 1986 wurde Cynthia Tincher tot in ihrem Auto gefunden. Seit dem gleichen Tag vermisst wurde ihre Mitbewohnerin Debra Ogle, sie wurde 4 Tage später ebenfalls tot aufgefunden. Für die beiden Morde wurde William Montgomery zum Tode verurteilt. Ein 6 Jahre später aufgetauchter Polizeibericht lässt jedoch erhebliche Zweifel an dem von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Tathergang aufkommen. Im März diesen Jahres empfahl nun der Begnadigungsausschuss von Ohio dem Gouverneur von Ohio, das Todesurteil von William Montgomery in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Die Entscheidung darüber steht aus, als Hinrichtungstag ist der 11. April 2018 geplant.
Gebet: Guter Gott, immer wieder werden Menschen auf Basis höchst zweifelhafter Verfahren zum Tode verurteilt. Es ist Unrecht, dass Menschen sich zu Richtern über Leben und Tod aufschwingen. Wir bitten dich um ein Umdenken bei den politisch Verantwortlichen, die immer noch für die Todesstrafe eintreten. Wir bitten dich um eine Umwandlung der Todestrafe von William Montgomery in eine Haftstrafe, um Wiederaufnahme des Falles und ein faires Verfahren.

Denken wir an eine inhaftierte Frau in ERITREA      
Aster Yohannes ist seit 15 Jahren inhaftiert. Sie hatte bis zur Unabhängigkeit Eritreas 1991 in der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) gekämpft, war seitdem jedoch an keinen politischen oder öffentlichen Aktivitäten mehr beteiligt. Während sich Aster Yohannes 2001 zu einem Studienaufenthalt in den USA befand, wurde ihr Mann Petros Solomon – ein Sprecher der demokratischen Reformbewegung – in Eritrea inhaftiert. Als sie zwei Jahre später zurückkehrte, um bei ihren vier Kindern zu sein, wurde sie am Flughafen der Hauptstadt Asmara festgenommen. Seitdem wird sie ohne Anklage oder Gerichtsverfahren und ohne offizielle Erklärung in Asmara in einer geheimen Sicherheitsabteilung (Wenjel Mirmera) festgehalten. Ihre vier Kinder hat sie seit 2003 nicht mehr gesehen. Da Aster Yohannes an Asthma und einer Herzerkrankung leidet, ist sie besonders gefährdet. Sehr wahrscheinlich wird sie wegen der friedlichen regierungskritischen Äußerungen ihres Ehemannes festgehalten.
Gebet: Gott, für Aster Yohannes und ihre Familie erbitten wir ein baldiges Wiedersehen und die Freilassung von Aster Yohannes und Petros Solomon. Wir bringen die politische Situation in Eritrea vor dich: Hilf den Mächtigen im Land, ihre Verantwortung zu erkennen und sich für die Freiheit und das Wohlergehen der Bevölkerung einzusetzen.

Denken wir an einen von der Polizei Geschlagenen in VIETNAM        
Die Menschenrechtsverteidigerin Nguyen Thuy Hanh wurde am 14. März willkürlich verhaftet und für mehrere Stunden von der Polizei verhört. Als ihr Kollege Truong Van Dung – ebenfalls ein Menschenrechtsverteidiger – zu der Polizeistation kam, in der Nguyen festgehalten wurde, wurden ihm alle seine persönlichen Gegenstände abgenommen, und er wurde ebenfalls befragt. Als er verweigerte, den Polizisten Zugang zu seinem Handy zu gewähren, wurde er von den Polizisten heftig geschlagen und später schwer verletzt auf der Straße in der Nähe seines Zuhauses freigelassen. Schon 2013 waren Truong Van Dung bei einem ähnlichen Vorfall auf einer Polizeistation von Polizisten drei Rippen gebrochen worden. Beide Menschenrechtler unterstützen die Familien von anderen Menschenrechtsverteidigern, die im Gefängnis sind und organisieren Besuche der Gefangenen durch ihre Familien. Weiterhin unterstützen sie Opfer von Enteignung von Grundbesitz durch staatliche Behörden.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für die mutige Arbeit von Menschenrechtsaktivisten wie Nguyen Thuy Hanh und Truong Van Dung. Wir bitten dich, stärke uns und hilf uns, dass wir nicht träge werden im Einsatz für Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Wir vertrauen darauf, dass du bei den beiden Genannten bist und ihnen beistehst. Schenke ein Umdenken der Polizisten in Vietnam zu einem gewaltlosen Umgang mit den Bürgern des Landes.

 

 

„Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.“     (Psalm 30, 12f)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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