ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an die Opfer von Massenvergewaltigungen in der DR KONGO
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo tobt seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Systematisch setzen dabei Rebellen Vergewaltigung als Kriegswaffe ein. In der Erzdiözese Bukavu wurde ein Traumazentrum errichtet, in dem jährlich bis zu 600 Opfer behandelt werden. Zu den seelischen Schmerzen kommen Krankheiten wie Aids. Die Therapeutin Thérèse Mema Mapenzi klärt auf und hört sich Geschichte um Geschichte an. So wie die von Nakatia, die von brutalen Rebellen sechs Monate lang festgehalten wurde. "In der ganzen Zeit haben sie uns kaum etwas zu Essen gegeben. Sie haben uns geschlagen und morgens und abends vergewaltigt. Wenn einer fertig war, kam der nächste und dann der nächste, immer so weiter. Ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich davon erfahren", erzählt Nakatia M’Kabarhula.
Gebet: Nur du, Gott, kennst das unvorstellbare Leid dieser Frauen. Wir klagen über die Täter, die den Frauen so viel unerträgliche Gewalt angetan haben. Du aber hast zugesagt, die Tränen „in einem Krug zu sammeln und zu verwandeln“, und so bitten wir dich um Heilung für jede einzelne Frau, um Heilung ihrer seelischen und körperlichen Schmerzen. Und wir bitten dich auch für die Täter, dass sie die Würde der Frauen und ihre eigene erkennen.

Denken wir an zahlreiche festgenommene Frauenrechtlerinnen in SAUDI-ARABIEN
Im Mai und Juni diesen Jahres wurden zahlreiche Frauenrechtlerinnen festgenommen. Dazu zählt Madiha al-Ajroush, die u.a. als Psychotherapeutin Opfer häuslicher Gewalt behandelt hat. Frau Aziza al-Youssef wurde im gleichen Zusammenhang verhaftet. Sie ist eine prominente Frauenrechtlerin, die sich seit langem für Frauen- und Arbeitnehmerrechte einsetzt und einen Zufluchtsort für misshandelte Mädchen und Frauen gründete. Ebenso wurde Frau Aisha al-Mana inhaftiert, eine der ersten Feministinnen Saudi Arabiens, die sich gegen das Verbot für Frauen Auto zu fahren, engagiert. Frau Nouf Abdulaziz berichtete als Journalistin über diese Verhaftungswelle. Sie wurde am 6. Juni festgenommen und wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Nach dieser Verhaftung kritisierte Frau Mayya Al-Zahrani die Verhaftung der Journalistin in ihrem Blog und wurde drei Tage später, am 9. Juni, selbst eingesperrt. Alle werden Berichten zufolge in Einzelhaft und ohne Kontaktmöglichkeiten zu ihren Anwälten festgehalten. Manche konnten ihre Familie ein- oder zweimal seit der Verhaftung sprechen. Es gibt keine Anklage, nur vage Beschuldigungen wie “verdächtige Kontakte zu ausländischen Unternehmen“ zu haben und „finanzielle Unterstützung von Feinden aus Übersee“ erhalten zu haben.
Gebet: Die zahlreichen Festnahmen der Frauenrechtlerinnen empören uns, Gott. Wir bitten dich für sie um Mut, darum, dass sich weder die Festgenommenen noch die anderen aktiven Frauen einschüchtern lassen mit ihrem Engagement Erfolge erzielen.

Denken wir an einen Inhaftierten in MAROKKO
Herr Naama Asfari kämpft für die Selbstständigkeit der Westsahara, die heute zum großen Teil zu Marokko gehört. Vor ca. 8 Jahren wurde er in einem Zeltlager verhaftet, das die Oppositionellen errichtet hatten, um gegen die wirtschaftlichen und sozialen Diskriminierungen seitens der marokkanischen Regierung zu demonstrieren. Am Tag darauf kam es bei der Räumung des Lagers zu Auseinandersetzungen, bei denen – lt. Angaben der Behörden – 9 marokkanische Soldaten getötet wurden. Daraufhin wurden weitere ca. 100 Personen verhaftet. Herr Asfari und viele andere wurden gefoltert. Obwohl Naama Asfari bereits vor Beginn der Auseinandersetzungen verhaftet worden war und es Beweise gegen ihn nicht gab, wurde er von einem Militärgericht zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der internationale Druck hat schließlich dazu geführt, dass vor knapp einem Jahr ein Berufungsverfahren durchgeführt wurde, welches jedoch geradezu grotesk war; und obwohl der Anti-Folter-Ausschuss der Vereinten Nationen aufgrund einer Klage von ACAT-Frankreich noch kurz vor dem Beginn des Verfahrens Marokko für die Folter an Naâma Asfari verurteilt hatte, ist die erstinstanzliche Haftstrafe bestätigt worden.
Gebet: Herr, stärke Naama Asfari und die Menschen, die sich für ihn einsetzen, und lass die Bemühungen um Freiheit und Gerechtigkeit letztlich von Erfolg gekrönt sein.

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in den U.S.A.
Daniel Gwynn wurde 1995 in Pennsylvania zum Tode verurteilt. Er soll in einem Obdachlosenheim ein Feuer gelegt haben, bei dem eine Frau ums Leben kam. Herr Gwynn hatte die Tat gestanden, allerdings unter Zwang und im Zustand des Entzugs von harten Drogen, weshalb er sein Geständnis später widerrief. Außerdem hatten Heimbewohner den Behörden gesagt, dass ein gewisser "Rick" ihnen kurz vor dem Brand mit dem Tod gedroht habe, weil sie bei einem Mordfall gegen ihn ausgesagt hatten. Trotzdem hat die Polizei keinerlei weitere Ermittlungen angestellt. Daniel Gwynn ist heute 48 Jahre alt. Knapp die Hälfte seines Lebens hat er im Todestrakt verbracht - die meiste Zeit in Isolationshaft.
Gebet: Herr, wir können nicht ermessen, was es heißt, unter solchen Umständen leben zu müssen, wie sie Daniel Gwynn seit über 20 Jahren ertragen muss. Verwandle seine Verzweiflung in Hoffnung und lass ihm Gerechtigkeit widerfahren, damit er menschenwürdig weiterleben kann.

Denken wir an eine verschwundene Frau in LESOTHO
Makarabo Mojakhomo ist die Leiterin eines Treuhandfonds, der von der Ehefrau des Präsidenten gegründet wurde. Die Frau des Präsidenten zeigte Frau Mojakhomo wegen Betrugs und Diebstahls an. Sie warf ihr vor, Personen und Unternehmen um Spenden für den Fond gebeten und diese dann veruntreut zu haben. Als Frau Mojakhomo daraufhin am 29. Mai 2018 zur Befragung zur Polizeiwache kam, wurde sie verhaftet. Am 31. Mai „verschwand“ sie aus dem Polizeigewahrsam. Die Polizei sagt, sie sei weggelaufen. Die Familie von Makarabo Mojakhomo befürchtet allerdings, dass sie dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen ist. In Lesotho kommt es häufig zu Fällen des Verschwindenlassens durch die Sicherheitskräfte. Sie ist daher in Gefahr, misshandelt oder sogar getötet zu werden.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich für Makarabo Mojakhomo und ihre Familie. Schütze ihr Leben und ihre Gesundheit. Gib der Familie Hoffnung und Kraft in dieser Zeit großer Ungewissheit.

Denken wir an zwei inhaftierte Menschenrechtler in MAURETANIEN
Abdellahi Matalla Saleck und Moussa Bilal Biram sind zwei Menschenrechtler. Sie engagieren sich in der Anti-Sklaverei-Organisation (IRA), deren Mitglieder seit mehreren Jahren einer anhaltenden Welle von Einschüchterungen, Verhaftungen und juristischen Schikanen ausgesetzt sind. So wurden auch diese beiden Aktivisten Ende 2016 ohne Beweise zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, davon ein Jahr auf Bewährung. Vorher wurden sie gefoltert. Sie sollen an einer Demonstration teilgenommen haben, die eskalierte. Die beiden Männer haben ihre Teilnahme an dieser Demonstration stets bestritten. Trotzdem werden sie seit ihrer Verurteilung in einer Hochsicherheits-Strafanstalt festgehalten, die sich ganz isoliert mitten in der Wüste befindet, mehr als 1200 km von ihrem Wohnort entfernt. Sie bekommen nie Besuch.
Gebet
:
Herr, das Engagement von Abdellahi Matalla Saleck und Moussa Bilal Biram und der anderen Mitglieder der Anti-Sklaverei-Organisation beeindrucken uns. Wir bitten dich für sie um Kraft zum Durchhalten, trotz aller Ungerechtigkeiten und Widerstände.

Denken wir an einen Mann aus Honduras, der in MEXIKO inhaftiert ist
Roberto Carlos Ruíz Hernández stammt aus Honduras. Vor 5 Jahren wurde er auf seinem Weg in die USA in Mexiko festgenommen. Angeblich hatte er andere Migranten erpresst. Um ein Geständnis zu erzwingen, wurde er beleidigt, bedroht und geschlagen. Es folgten Erstickungsversuche mit einer Plastiktüte und simuliertes Ertränken. Er musste seine Fingerabdrücke auf Dokumenten abgeben, die er nicht lesen konnte. Dann folgte die Verurteilung: 5 Jahre Gefängnis. Eine 2015 durchgeführte medizinische Untersuchung hat die Foltervorwürfe bestätigt, dennoch gab es keine weiteren Ermittlungen. Herr Ruíz Hernández hätte eigentlich im Februar 2017 vorzeitig entlassen werden müssen, doch dies ist nicht passiert. Er ist mehrfach in Hungerstreik getreten, damit seine Unschuld anerkannt und seine Rechte gewahrt werden. Dies hat seinen Gesundheitszustand beeinträchtigt, aber die Gefängnisverwaltung lässt ihm die notwendige Versorgung nicht zukommen.
Gebet: Guter Gott, bewahre Roberto Carlos Ruíz Hernández vor weiteren Misshandlungen und lass ihn nicht vergeblich um Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen.

Als Christen folgen wir dem Auftrag Jesu unsere Nächsten zu lieben und auch für die Feinde zu beten. Heute könnten dies, ohne Terroristen und Extremisten aller Art zu vergessen, im übertragenen Sinn einfach Menschen sein, die anders sind als wir: jene, die z.B. nicht die gleichen politischen, religiösen, moralischen oder staatsbürgerlichen Ansichten vertreten. Menschen, die zu Tätern geworden sind. Jesus erinnert uns eben gerade an den außergewöhnlichen Charakter der christlichen Liebe (Mt 5,44). Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. (Zitat aus der „Nächtlichen Gebetswache 2018“)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen