ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in VIETNAM
Ho Duy Hai wurde 2008 wegen eines Doppelmordes zum Tod verurteilt. Er war 23 Jahre alt. In der Untersuchungshaft wurde ihm unter Folter ein Geständnis entlockt. Seine Verurteilung wurde von der Berufungsinstanz 2009 bestätigt. Seitdem ist er unter extrem schwierigen Bedingungen inhaftiert: fast vollständige Isolierung, Unterernährung, keine medizinische Versorgung. Er muss jeden Moment damit rechnen, hingerichtet zu werden. Sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert. Seine Mutter kämpft für eine Wiederaufnahme des Verfahrens. 2015 wurde seine Akte durch den Ausschuss der Nationalversammlung für Rechtsfragen überprüft. Es wurde festgestellt, dass sein Schuldspruch das Ergebnis schwerer Verfahrensfehler war. So wurden Alibis und entlastende Beweise nicht gewertet, Fingerabdrücke stammen nicht von ihm, es gibt keinen Beweis für seine Anwesenheit am Tatort. Dessen ungeachtet hat der leitende Staatsanwalt gefordert, dass das Todesurteil möglichst bald zu vollstrecken sei.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Ho Duy Hai aus der unmenschlichen Situation des Harrens in der Todeszelle befreit und dass sein Prozess wieder aufgenommen wird und ihm Recht widerfährt.

 

Denken wir an einen Verschwundenen in KAMERUN
Franklin Mokwa, Präsident der Menschenrechtsvereinigung Frontline Fighters for Citizen Interest (FFCI), wird seit dem 6. August 2018 vermisst. Er war im Begriff, Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang mit der sozialpolitischen Krise in den anglophonen Gebieten Kameruns in der Gemeinde Kumba zu dokumentieren. Am 6. August verließ er das Hotel und rief seine Frau und seine Kollegen an. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Am 4. September haben seine Familie und der FFCI eine Klage beim Gericht wegen Verschwindenlassens von Franklin Mowha eingereicht. Er war den lokalen und nationalen Autoritäten in Kamerun bekannt, weil er in den letzten Jahren mehrfach für kurze Zeit inhaftiert gewesen war. Seit Juni 2018 fühlte er sich bedroht. Hintergrund seiner Festnahme sind die friedlichen Proteste der Bevölkerung in den anglophonen Gebieten gegen die wirtschaftliche Benachteiligung, z.B. in der Infrastruktur, und gegen die Frankophonisierung in den Schulen. Der Staat reagierte darauf mit Entzug des Internets und Verhaftungen von gemäßigten Führern der Protestbewegung. Dies führte zur Radikalisierung der Protestierenden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Angehörigen von Franklin Mokwa nicht mehr in Unklarheit über sein Schicksal sind, dass er körperlich unversehrt bleibt und bald freigelassen wird. Hilf auch, dass die Spaltung der Gesellschaft in Kamerun in anglophone und frankophone Teile auf friedliche Art und Weise überwunden wird.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen in KAMERUN
Am 23. Oktober wurde der Journalist Michel Biem Tong im Büro des Verteidigungsministeriums in Yaoundé festgenommen. Vorausgegangen war, dass er von Oberst Joel Émil Bamkoui am Vortag per SMS beschuldigt worden war, die Separatistenbewegung im englischsprachigen Teil des Landes zu unterstützen. Michel Biem Tong hat ihm erklärt, dass er niemals die Separatisten unterstützt habe. Der Oberst beschuldigte ihn zu lügen und dass er ihn auffinden und verletzen würde. Herr Biem Tong ging am nächsten Tag ins Ministerium. Er wurde im Moment seines Erscheinens festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Es ist zu befürchten, dass er Misshandlungen ausgesetzt ist.
Menschenrechtsverteidiger im anglophonen Teil Kameruns werden zunehmend Opfer von staatlicher Unterdrückung.
Gebet: Wir sind in Sorge, Gott, über die wahrscheinliche Misshandlung von Michel Biem Tong und einiger anderer Menschenrechtsverteidiger in Kamerun. Und wir bitten dich für die Täter: dass sie empathisch werden können und spüren können, was sie den Opfern antun und dadurch von ihrem gewalttätigen Tun lassen.

 

Denken wir an einen misshandelten Menschenrechtler in INGUSCHETIEN
Der Mitarbeiter von Amnesty International, Oleg Kozlovsky, war am 5. Oktober in die Hauptstadt Inguschetiens, Magas, gereist, um friedliche Kundgebungen gegen ein Grenzabkommen zu beobachten. Er wurde dort von Männern, die sich als Sicherheitsagenten vorstellten, verschleppt, trotz eines hohen Polizeiaufgebotes und unter den Videokameras des Hotels. Er wurde brutal misshandelt, sodass eine Rippe brach, und mehrfach mit dem Tod durch Erschießen bedroht. Er sollte seine auf seinem Handy gespeicherten Videos und Fotos preisgeben, was Herr Kozlovsky ablehnte. Am 7. Oktober wurde er in der Republik Ossetien in der Nähe des Flughafens von Vladikavkaz freigelassen - ohne sein Handy. Zuvor war ihm gedroht worden, dass seine Frau und seine Kinder getötet würden, wenn er diese Misshandlungen veröffentlichen würde.
Die Situation für Menschenrechtler im Nordkaukasus hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Juristische Verfolgung mit falschen Anklagen, physische Gewalt und inszenierte Unfälle sollen verhindern, dass die Menschenrechtler ihre friedliche und legitime Arbeit ausüben.
Gebet: Die Brutalität, mit der die Menschenrechtsverteidiger eingeschüchtert werden sollen, erschüttert uns. Dank sei dir, dass Oleg Kozlovsky frei gelassen wurde. Wir beten für die, die nach wie vor grausamer Folter ausgeliefert sind. „Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. Befreie die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!“ (Psalm 79)

 

Denken wir an einen inhaftierten Mann in CHINA
Der Polizist Dong Guangping wurde 1999 aus dem Dienst entlassen, nachdem er Artikel verbreitet hatte, in denen des 10. Jahrestags der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking gedacht wurde. Er wurde einige Male wegen friedlicher politischer Aktivitäten verhaftet und floh daher im September 2015 nach Thailand. Dort wurde sein Flüchtlingsstatus bestätigt. Kanada bot ihm an, sich dort niederzulassen. Er wurde allerdings trotz seines Flüchtlingsstatus in Thailand verhaftet und im November 2015 zurück nach China abgeschoben. Dort wurde er für schuldig befunden wegen „Anstiftung zum Umsturz“ und „illegaler Überquerung der Staatsgrenze“. Staatlichen Medienberichten zufolge basierte sein Schuldspruch wegen „Anstiftung zum Umsturz“ auf seiner Teilnahme an zwei Versammlungen in Thailand, die nach Ansicht der chinesischen Regierung auf die „Untergrabung der Staatsmacht“ und den „Sturz des sozialistischen Systems“ abzielten. Am 13. Juli 2018 wurde er zu 42 Monaten Haft verurteilt. Seit seiner Festnahme gibt es keine offiziellen Informationen zu seinem Gesundheitszustand und zu seinem Aufenthaltsort. Da er ohne Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten wird, steht er in großer Gefahr, misshandelt und gefoltert zu werden.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um Dong Guangping. Schütze ihn vor Folter. Schenke ihm und seiner Familie Kraft in dieser Situation der Ungewissheit und Sorge. Begegne du den Menschen, die für seine Haft und seine Behandlung in der Haft verantwortlich sind. Lass sie erkennen, dass die Misshandlung Gefangener Unrecht ist.

 

Denken wir an einen Landrechtsverteidiger in NICARAGUA
Medardo Mairena Sequeira ist der nationale Koordinator einer Organisation, die sich für Landrechte einsetzt. Die Organisation versucht, die Zurücknahme des Gesetzes zu erreichen, das Land-Konzessionen an die Firma vergibt, die den Nicaragua-Kanal bauen will, die Hong Kong Nicaragua Canal Development Inverstment Company. Weiterhin hat Medardo Mairena Sequeira am Nationalen Dialog teilgenommen, der sich mit der gegenwärtigen politischen Krise des Landes beschäftigt. Er hat sich sehr kritisch über die Regierung von Präsident Daniel Ortega geäußert. Diese schütze die Bedürfnisse der armen Landarbeiter und Bauern zu wenig. Er forderte Ortegas Rücktritt.
Am 13. Juli wurde er verhaftet. Am 15. August fand eine Anhörung statt. Bis dahin hatten sein Anwalt keine Gelegenheit, mit ihm allein zu sprechen. Gegen ihn werden 7 Anklagepunkte erhoben. Der Richter ordnete die Sicherheitsverwahrung an. Sein Anwalt berichtet, dass er Opfer von grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung in der Untersuchungshaft geworden ist. Die Verhandlung wurde ohne ersichtlichen Grund vom 9. Oktober auf den 6. November verschoben.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Gesundheit von Medardo Meirena Sequeira. Wir hoffen, dass er die bisherigen Misshandlungen verkraftet und dass er schnell einen fairen Prozess erhält. Wir sind dankbar für den Einsatz für Gerechtigkeit, den er und etliche weitere Landrechtsverteidiger bringen. Auch wir wollen uns weiterhin für Menschenrechte einsetzen, stärke du uns dafür.

 

Denken wir an eine bedrohte Frau in ECUADOR
Am 29. September wurde das Haus der Umweltschützerin Margoth Escobar vorsätzlich in Brand gesetzt. Das Haus liegt in der Provinz Pastaza im Amazonasgebiet. Margoth Escobar ist Mitglied des Kollektivs „Mujeres Amazónicas“, einer Organisation überwiegend indigener Frauen, die sich für den Schutz des Landes, des indigenen Territoriums und der Umwelt im ecuadorianischen Amazonasgebiet einsetzen. In diesem Jahr wurden bereits drei andere indigene Menschenrechtsverteidigerinnen desselben Kollektivs bedroht und angegriffen. Am 2. Oktober erstattete Margoth Escobar Strafanzeige. Bisher wurden ihr jedoch keine Schutzmaßnahmen angeboten. Auch wurden die Täter bisher nicht identifiziert. Daher steht sie weiterhin in Gefahr, angegriffen zu werden.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für den mutigen Einsatz der Frauen, die sich trotz der Gefahren für Land-Rechte und die Umwelt einsetzen. Schütze du ihr Leben und ihre Gesundheit.

 

Mit deinem Erbarmen, Gott, komme uns eilends entgegen!   
Denn wir sind sehr erniedrigt! 
…Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. 
Befreie die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!


Psalm 79, 8;11


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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