ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM
Le Dinh Luong, Journalist und prodemokratischer Aktivist, hat sich seit vielen Jahren für die Befreiung von politischen Gefangenen eingesetzt und deren Familien unterstützt, die unter Drohungen leiden. 2016 hat er sich für die Fischer der Provinz Nghe An eingesetzt. Das taiwanesische Stahlwerk Formosa hatte Tonnen von Giftmüll ins Meer entsorgt, wodurch auf einem Streifen von 200 km Fische und Muscheln starben. Luong hat bei dem Gericht von Nghe An die Gesuche der Fischer auf Entschädigung vertreten. Die Antwort der vietnamesischen Behörden war, die Klagenden zu verprügeln. Am 24.7.2017 wurde Luong verhaftet, weil Luongs Aktivitäten den Umsturz des Staates zum Ziel hätten. Im August 2018 hat ihn das Gericht von Nghe An auf Grund des Artikels 79 des vietnamesischen Strafrechts zu der Höchststrafe von 20 Jahren Haft und 5 weiteren Jahren Hausarrest verurteilt. Der Prozess war nicht rechtmäßig. Die Anwälte von Luong konnten ihn nur einige Wochen vor dem Prozess kontaktieren, und als Urteilsbegründung diente die Aussage eines anderen Aktivisten, die aber unter Folter zustande gekommen war. Im Oktober 2018 hat ein Berufungsgericht das Urteil bestätigt. Le Dinh Luong hat vor dem versammelten Gericht erklärt, dass er froh sei, ins Gefängnis zu gehen, wenn dies seinem Volk helfe, Freiheit und Demokratie kennenzulernen.
Gebet: Guter Gott, gib Le Dinh Luong Deinen Schutz und die Kraft, die unvorstellbar lange Haft zu überstehen. Lass uns nicht müde werden, derartige Verfahren und Urteile anzuprangern.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen im SUDAN
Der Menschenrechtsverteidiger und Blogger Yasir Elsir Ali wurde am 5.1. vom sudanesischen Geheimdienst (NISS) aus der Wohnung in Omdurnam entführt. Zwölf bewaffnete Männer stürmten das Haus der Familie und nahmen Yasir Elsir Ali fest, ohne einen Haftbefehl vorzuweisen. Der Menschenrechtsverteidiger war aus den Vereinigten Arabischen Emiraten am 20. Dezember in den Sudan gereist, um seinen sterbenden Vater zu besuchen. Am 25.12. versuchte ein Scharfschütze ihn zu erschießen, dabei wurde Yasir Elsir Ali schwerst verletzt, die Kugel blieb im Rückenmark stecken. Im Krankenhaus wurde ihm die Operation verweigert. Er blieb neun Tage auf der Intensivstation und wurde am 3.1. entlassen. Es ist nicht bekannt, wohin der Menschenrechtsverteidiger verschleppt wurde. Er bedarf dringend ärztlicher Hilfe.
Gebet: Wir sind in Sorge, Gott, um das Leben von Yasir Elsir Ali. Wir bitten dich für diejenigen, in deren Gewalt er sich befindet: Lass in ihren Herzen Mitgefühl entstehen und sie so handeln, dass der Gefangene die so dringend notwendige Hilfe erhält.

 

Denken wir an einen Gefangenen in GABUN
Bertrand Zibi Abeghe, ehemaliger Abgeordneter der demokratischen Partei in Gabun und Unterstützer des oppositionellen Jean Ping, wartet in dem zentralen Gefängnis von Libreville seit August 2016 auf ein gerichtliches Verfahren. Er war im Zuge des Wahlkampfes des Präsidenten Ali Bongo 2018 demonstrativ als Abgeordneter zurückgetreten, um auf den undurchsichtigen Wahlkampf des Präsidenten Ali Bongo und dessen Missachtung des wahren Wahlausgangs aufmerksam zu machen, wonach Jean Ping die Wahl gewonnen habe. Zibi Abeghe wurde am Tag der Verkündigung des umstrittenen Wahlergebnisses verhaftet, mit ihm etwa 100 Unterstützer der Opposition. Er wurde 4 Tage an einem geheimen Ort inhaftiert und misshandelt, dann in das Gefängnis von Libreville gebracht. 8 Monate später wurde er des illegalen Waffenbesitzes und des Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung beschuldigt. Er ist nun seit 28 Monaten in Untersuchungshaft, obwohl die Verfassung verlangt, dass die Untersuchung nach 18 Monaten abgeschlossen sein muss.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Bertand Zibi Abeghe bald ein fairer Gerichtsprozess gemacht wird. Wir beten auch dafür, dass in Gabun die Freiheit der Meinung respektiert wird.

 

Denken wir an gefolterte Menschen in den Gefängnissen in ÄGYPTEN
In Ägypten werden unter der Herrschaft des Staatspräsidenten Abd al-Fattah Said Husain Chalil as-Sisi seit längerer Zeit Menschen willkürlich unter Terrorismusverdacht festgenommen. Insgesamt 60.000 politische Gefangene gibt es inzwischen im Land. Für sie wurden in den letzten Jahren 19 neue Gefängnisse gebaut. Zwei davon fassen allein 30.000 Gefangene. Die Häftlinge werden regelmäßig misshandelt und gefoltert. Besonders das Gefängnis al-Aqraab ist für die brutale Behandlung der Gefangenen bekannt. Für liberale Aktivisten gibt es eine spezielle Haftverschärfung: eine gemeinsame Zelle mit radikalen Islamisten. Ehemalige Häftlinge berichten, dass Menschen durch die Misshandlung in ihren Zellen starben.
Gebet: Du, Gott, liebst jeden Menschen, und du kennst jeden einzelnen Gefangenen mit Namen. Wir hoffen so sehr auf Gerechtigkeit für sie.

 

Denken wir an einen entführten Menschenrechtsverteidiger in MEXIKO
Am Abend des 20. Januar wurde der Menschenrechtler und Indigenen-Anführer Carlos Mendoza Ramos in seinem Haus in Oaxaca überfallen und entführt. Während des Überfalls wurden mehrere Schüsse auf ihn abgegeben. Die Tat wurde von einer örtlichen bewaffneten Gruppe verübt, die für Tötungen und Raubüberfälle bekannt ist und deren Taten bisher straffrei blieben. Carlos Mendoza Ramos wird bedroht, seit er im Jahr 2015 eine Führungsrolle unter den Indigenen einnahm, nachdem sein Bruder erschossen worden war – von derselben Gruppe, die nun Carlos überfallen und entführt hat. Bisher fehlt von Carlos Mendoza Ramos jede Spur, sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Sein Verschwinden wurde den Behörden gemeldet, sein Verbleib ist aber nach wie vor unbekannt. Die Situation für Menschenrechtler ist in Oaxaca sehr gefährlich. Es kommt häufig zu Entführungen und Tötungen, die von den Behörden nicht ausreichend verfolgt werden und somit straffrei bleiben.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um Carlos Mendoza Ramos. Wir bringen sein Schicksal und das der vielen anderen verfolgten, entführten und getöteten Menschenrechtsverteidiger vor dich. Wir vertrauen darauf, dass du ihnen nahe bist und ihnen und ihren Familien Kraft und Hoffnung schenkst.

 

Denken wir an fünft inhaftierte Frauen in SAUDI-ARABIEN
Die Frauen Loujain al-Hathloul, Iman al-Nafjan, Aziza al-Yousef, Samar Badawi und Nassima al-Sada sind seit Mai bzw. Juli 2018 inhaftiert. Sie setzten sich für ein Ende der Diskriminierung der Frauen in Saudi-Arabien ein, so z.B. für die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen. Sie wurden bisher nicht verurteilt. Sie sollen bei den Verhören gefoltert und sexuell belästigt worden sein. Immer wieder erhalten Menschenrechtsorganisationen Berichte darüber, dass in Saudi-Arabien inhaftierte Menschen mit Elektroschocks und Stockschlägen misshandelt werden. Die Gefangenen werden nach vorliegenden Berichten unter Drohungen aufgefordert, über die Misshandlungen nicht zu sprechen.
Gebet: Gott, der du uns Menschen liebst, wir bitten dich: Begegne den Verantwortlichen und den Tätern der Misshandlungen in den saudi-arabischen Gefängnissen. Lass sie die Würde der Menschen, die sich in ihrer Gewalt befinden, erkennen. Wir hoffen und beten für einen menschlichen und fairen Umgang in den Polizeistationen, Gefängnissen und Gerichten.

 

Denken wir an eine bedrohte Frau in KOLUMBIEN
Auf die Menschenrechtsverteidigerin Alfamir Castillo Bermúdez wurden am 11. Januar gegen 8 Uhr abends zwei Schüsse abgegeben. Dies geschah, als sie in einem Fahrzeug unterwegs war. Die Geschosse schlugen durch ein Fenster auf Höhe der Rücksitze, es wurde niemand verletzt. Alfamir Castillo Bermúdez wird bereits seit 2012 bedroht. In den letzten Monaten des Jahres 2018 stieg die Anzahl der Drohungen an, und es kam zu einem Einbruchs-Versuch in ihre Wohnung. Nun folgte im Januar der Angriff mit Schusswaffen. Die Drohungen und Angriffe stehen im Zusammenhang mit gerichtlichen Anhörungen von Armee-Mitgliedern, die im kolumbianischen bewaffneten Konflikt an außergerichtlichen Tötungen beteiligt waren. Alfamir Castillo Bermúdez startete ihre Menschenrechtsarbeit, nachdem ihr Sohn Opfer einer außergerichtlichen Tötung wurde. Seitdem setzt sie sich für Gerechtigkeit und Wahrheitsfindung ein und versucht, Fälle solcher Tötungen aufzuklären. Dadurch kommt es zu Anhörungen von mutmaßlichen Tätern, die aus dem Bereich des Militärs und anderer bewaffneter Gruppen kommen. In Kolumbien bleiben Taten gegen Menschenrechtsverteidiger oft straflos, teilweise geschehen sie unter Beteiligung staatlicher Akteure oder werden zumindest von ihnen toleriert.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind dankbar für den Mut von Alfamir Castillo Bermúdez. Schütze sie und schenke ihr weiterhin Hoffnung, Mut und Kraft für ihren Einsatz für die Menschenrechtsarbeit.

 

 

Gott, Du bist gerecht, nicht indem du bestrafst,
sondern dadurch, dass Du treu bist,
dass Du zum Recht verhilfst, dass du den liebst,
der für Recht und Gerechtigkeit eintritt.
Gott,
viele Menschen erwarten nicht so sehr Liebe, sondern Recht und Gerechtigkeit.
Denn Ungerechtigkeit verletzt mehr als Lieblosigkeit.
Weil Du, Gott, gerecht bist, hast Du auch uns
ein starkes Gerechtigkeitsgefühl ins Herz gelegt.
Lass uns aber nicht nur ein Gefühl für Gerechtigkeit haben,
lass uns vor allem auch gerecht sein.
Lass uns den Schrei nach Gerechtigkeit neben uns nicht überhören.
Dann dürfen wir sicher auch Deine Gerechtigkeit erfahren
als Gerechtigkeit - in Güte und Liebe.

Vgl. Theo Schmidkonz, In deiner Hand, St. Ottilien, 1991


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und über Ihre Unterstützung. Weiterlesen...

Weitere Informationen zum Kirchentag: www.kirchentag.de

Friedensgang mit Gebeten

Die Karfreitagskampagne 2019 wird in Essen-Byfang im Rahmen eines Friedensgangs mit Gebeten für den Frieden in Europa und die Opfer politischer Gewalt nach der Karfreitagsliturgie zusammen mit der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (Kfd) und der ACAT-Gruppe durchgeführt.

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gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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