ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an zwei Gefangene in VIETNAM
Nguyen Van Hoa ist Journalist und Verteidiger der Menschenrechte. Er arbeitete für Radio Free Asia, einem unabhängigen Sender für Informationen. Er wurde 2017 im Alter von 22 Jahren festgenommen, weil er ein Video über Demonstrationen in Zusammenhang mit dem Giftmüllskandal auf Formosa veröffentlicht hatte. Er wurde in einem Schnellgerichtsverfahren zu 7 Jahren Haft verurteilt. Seither ließ die Gefängnisverwaltung ihn mehrfach verprügeln, um aus ihm Informationen über weitere Menschenrechtsverteidiger herauszuholen. Seine unter Folter gemachte Aussage wurde benutzt, um eine weitere Person, Le Dinh Luong, anzuklagen. Während dessen Prozess im August 2018 wurde Van Hoa als Zeuge befragt. Er hat dem Richter erklärt, dass seine Aussagen unter Folter zustande gekommen seien und er sie zurücknehme. Daraufhin wurde er sofort in einem anderen Raum erneut so sehr geprügelt, dass man erklärte, er könne wegen Bauchbeschwerden nicht weiter am Prozess teilnehmen. Le Dinh Luong wurde dennoch zu 20 Jahren Haft verurteilt. Im Oktober 2018 hat Nguyen Van Hoa in einem Brief an seine Familie geschrieben, dass er mehrfach in der Haft geprügelt worden sei und deshalb eine Beschwerde an die Gefängnisleitung gerichtet habe. Nach vietnamesischem Recht müsse diese sie innerhalb von 10 Tagen an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Das sei aber nicht geschehen.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, diese beiden Männer vor weiteren Misshandlungen zu schützen. Lass sie nicht die Hoffnung auf einen fairen Prozess verlieren. Lass uns nicht nachlassen, die Verfolgungen von Menschenrechtsverteidigern öffentlich zu machen.

 

Denken wir an einen Gefangenen in RUANDA
Deogratias Mushayidi, der seit 9 Jahren inhaftiert ist, droht in Vergessenheit zu geraten. Er ist immer friedlich für Demokratie und Frieden in Ruanda eingetreten. Als Tutsi hat er seine Familie im Genozid von 1994 verloren. Paul Kagame, der heutige Präsident der Republik, war damals Leiter des Front Patriotique Ruandais (FPR), der eine bewaffnete Rebellion durchführte. Mushayidi war damals Generalsekretär des Front Patriotique und erlebte, dass seine Organisation Menschen ohne Gerichtsurteil ungestraft hinrichtete. Er gab daraufhin seinen Posten in der Partei auf und kritisierte fortan als Journalist die Übergriffe des FPR und das Abdriften in einen autoritären Staat. Angesichts von Drohungen floh er 2000 nach Belgien und versuchte, Tutsi und Hutu von dort aus zusammen zu bringen und damit einen politischen Kurswechsel in Ruanda vorzubereiten. 2008 gründete er in Belgien die Partei Pacte de défense du peuple (PDP). 2009 kehrte er auf den afrikanischen Kontinent zurück. Er wurde in Tansania wegen eines gefälschten burundischen Passes festgenommen und nach Ruanda ausgeliefert. 6 Monate später wurde er in einem Schnellverfahren ohne Zeugenbefragung zu lebenslanger Haft verurteilt wegen des gefälschten Passes, wegen Aufforderung zu zivilem Ungehorsam und wegen Ausheben einer Armee, um die Regierung zu stürzen. 2012 wurde seine Berufung abgelehnt und die Strafe bestätigt. Als 2018 mehr als 2000 politische Gefangene freigelassen wurden, war Mushayidi nicht dabei, obwohl er niemals Gewalt ausgeübt hat und für den inneren Frieden in Ruanda eingetreten ist.         
Gebet: Guter Gott, zeige Deogratias Mushayidi Deine Nähe. Lass uns nicht müde werden, auf sein Schicksal aufmerksam zu machen. Lass es die Welt nicht hinnehmen, dass jemand ohne einen fairen Prozess seine Freiheit für ein ganzes Leben verliert.

 

Denken wir an nicht-heterosexuelle verfolgte Menschen in TSCHETSCHENIEN
In Tschetschenien werden homosexuelle, bisexuelle, transgender und intersexuelle Menschen (LGBTI) verfolgt. 2017 wurden mehr als 100 schwule Männer im Rahmen einer von örtlichen Behörden koordinierten Kampagne entführt und gefoltert. Seit Dezember 2018 wurden mindestens 40 weitere Personen willkürlich inhaftiert und gefoltert. Berichten zufolge starben mindestens zwei Menschen an den Folgen der Folterungen.
Gebet: Diese brutale Behandlung von Menschen, die nicht heterosexuell sind, ruft unseren scharfen Protest heraus. Öffne du, Gott, die Herzen und das Denken derer die sie misshandeln und weite sie, damit sie empathisch werden und endlich aufhören mit ihrem Tun.

 

Denken wir an die Bevölkerung im Nordosten NIGERIAS
Die Bevölkerung im Norden Nigerias wurde jahrelang von der Gruppe Boko Haram brutal beherrscht. Im Zuge der militärischen Wiedereroberung des Gebietes durch die nigerianische Armee wurden die Überlebenden in Flüchtlingslager vertrieben, die die Armee für sie vorbereitet hatte. Jungen, die für „alt genug um zu kämpfen“ gehalten werden, werden nun von dort entführt, weil man sie verdächtigt, in der Armee Boko Harams gekämpft zu haben. Dadurch werden Familien auseinander- gerissen. Frauen werden dort Opfer sexueller Gewalt, weil sie Nahrungsmittel erhalten wollen. Tausende Menschen sind in den Lagern bereits an Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben.
Gebet: Gott, diese Flüchtlinge leben in einer nicht enden wollenden Zeit schweren Leidens. Wir hoffen auf dauerhaften Frieden im Norden Nigerias. Richte die Menschen auf, stärke du sie mit Trost und Mut im überreichen Maß, du, „der du den Elenden rettest vor dem Stärkeren“ (Ps 35). Wir geben diese Hoffnung nicht auf.

 

Denken wir an bedrohte Indigene in BRASILIEN
Rosivaldo Ferreira da Silva, besser bekannt als Cacique Babau, ist ein Anführer der Gruppe der Tupinamba. einer Volksgruppe im Gebiet Bahia. Die Tupinamba kämpfen für ihre Landrechte. Deswegen werden sie immer wieder von Großgrundbesitzern und von Staats-Vertretern angegriffen. Es kommt zu Drohungen, Diffamierungen, Kriminalisierung und Tötungs-Versuchen. Ende Januar hat Rosivaldo Ferreira da Silva von glaubwürdigen Quellen von einer Verschwörung gegen ihn und 5 Mitglieder seiner Familie erfahren. An der Verschwörung sollen Farmer, Politiker, Mitglieder des Militärs und der Polizei beteiligt gewesen sein. Hintergrund dieses geplanten Mordanschlags und der anderen Schikanen gegen Mitglieder und besonders Anführer der Tupinamba ist vermutlich deren Einsatz für die Rechte an dem Land, das ihre Vorfahren seit langer Zeit bewohnten. Der Prozess, in dem die genauen Grenzen des für die Tupinamba vorgesehen Landes definiert werden sollten, ruht seit 2016.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sorgen uns um die Rechte der indigenen Volksgruppen in Brasilien. Schütze das Leben von Rosivaldo Ferreira da Silva und seiner Familie und verhilf ihnen zu ihren Rechten. Hilf uns, zu sehen, wo Menschenrechtler unsere Unterstützung brauchen und wie wir sie unterstützen können.

 

Denken wir an eine Gefangene in BAHRAIN
Die 50-jährige Hajer Mansoor Hassan, die im Frauengefängnis in Madinat Isa festgehalten wird, erhält dort keine angemessene medizinische Versorgung. Sie wurde im März 2017 verhaftet, kurz nachdem auch ihr Sohn und ihr Cousin verhaftet worden waren. Sie ist die Schwiegermutter des bekannten Menschenrechtsverteidigers Sayed Ahmed Alwadaei, der in Großbritannien lebt. Er und seine Familie werden von den bahrainischen Behörden verfolgt. Es wird vermutet, dass die Inhaftierungen von Hajer Mansoor Hassan und anderen Verwandten bewirken sollen, dass Sayed Ahmed Alwadaei sich nicht öffentlich äußert. Im August 2018 entdeckte sie einen Knoten in ihrer Brust und befürchtet, dass es sich um ein Krebsgeschwür handeln könnte. Sie wurde daraufhin zwar untersucht, jedoch wurde ihr niemals das Ergebnis der Untersuchung mitgeteilt.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Schutz für die Gesundheit von Hajer Mansoor Hassan. Wir bitten weiterhin für faire Prozesse und Gerechtigkeit für die Familie. Wir bringen auch die Verantwortlichen für die unfairen Inhaftierungen und die Behandlung im Gefängnis vor dich.

 

Denken wir an einen erschossenen Indigenen in KOLUMBIEN
Am 7. Dezember 2018 wurde Edwin Dagua erschossen. Er war 28 Jahre alt, gehörte zur Gruppe der Nasa und setzte sich für Selbstbestimmung und Landrechte der Indigenen ein. Edwin Dagua wurde auf dem Rückweg von einer Gemeindeversammlung auf einer einsamen Landstraße erschossen. Allein von August bis Dezember 2018 wurden mindestens 35 Indigene in Brasilien umgebracht. Die Morde bleiben in der Regel straflos.
Gebet: Gott, wir hoffen auf Gerechtigkeit für die Menschen aller Völker in Kolumbien. Wir vertrauen darauf, dass du bei den Familien der Ermordeten und bei den Menschen, die um ihre Rechte gebracht werden sollen, bist. Stärke in uns den Wunsch, uns immer wieder für Gerechtigkeit einzusetzen.

 

Streite, HERR, gegen die, die gegen mich streiten, kämpfe mit denen, die mich bekämpfen und stehe auf zu meiner Hilfe. Versperre den Weg gegenüber meinen Verfolgern; sprich zu meiner Seele: "Ich bin deine Hilfe!" Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die nach meinem Leben trachten; es sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Unheil ersinnen! Lass sie sein wie Spreu vor dem Wind, und der Engel des HERRN stoße sie!  Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz heimlich gelegt, ohne Grund meiner Seele eine Grube gegraben. Sein Netz, das er heimlich gelegt hat, fange ihn; ins Verderben falle er hinein! Und meine Seele wird jauchzen über den HERRN, wird sich freuen über seine Hilfe. Alle meine Gebeine werden sagen: "HERR, wer ist wie du! Der du den Elenden rettest vor dem Stärkeren und den Elenden und Armen vor seinem Räuber."           

Psalm 35, 1-10 (Elberfelder Bibel, leicht verändert)

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und über Ihre Unterstützung. Weiterlesen...

Weitere Informationen zum Kirchentag: www.kirchentag.de

Friedensgang mit Gebeten

Die Karfreitagskampagne 2019 wird in Essen-Byfang im Rahmen eines Friedensgangs mit Gebeten für den Frieden in Europa und die Opfer politischer Gewalt nach der Karfreitagsliturgie zusammen mit der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (Kfd) und der ACAT-Gruppe durchgeführt.

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gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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