ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen inhaftierten Anwalt in CHINA
Gao Zhisheng, ein in China sehr berühmter Menschenrechtsanwalt, ist am 13. August 2017 aus seiner Wohnung abgeführt worden. An diesem Tag meldete seine Familie ihn als vermisst, die Behörden gaben daraufhin jedoch nicht an, wo Gao Zhisheng inhaftiert ist. Seitdem ist seiner Familie sein Aufenthaltsort nicht bekannt. Zwischenzeitlich wurde der Familie durch einen Boten mitgeteilt, dass er in Peking sei. Weitere Informationen wurden aber weiterhin verweigert und auch diese Information nicht bestätigt. Auch gegenüber eingeschalteten Rechtsbeiständen gab es keine weiteren Informationen. Gao Zhisheng setzte sich früher als Anwalt für Menschenrechtsverteidiger ein und arbeitete an politisch heiklen Fällen mit. Gao Zhisheng wurde schon früher Opfer des Verschwindenlassens und berichtete nach seiner Freilassung von Misshandlungen und Folter. In einem Buch, das im Jahr 2016 erschien, berichtete er u.a. über seine Behandlung in der Haft. Es ist zu befürchten, dass er auch diesmal in der Haft gefoltert wird.       
Gebet: Gott, wir sind in großer Sorge um das Leben und die Gesundheit von Gao Zhisheng. Wir hoffen auf seine Freilassung und bitten um Hoffnung und Stärke für ihn und seine Familie.

 

Denken wir an einen getöteten Menschenrechtsverteidiger in MEXIKO
Luis Armando Fuentes, ein indigener Menschenrechtsverteidiger, wurde am 11. April in Oaxaca in einem Hinterhalt durch einen Kopfschuss getötet. Er war Mitglied in einer Organisation, die sich gegen Bergbau- und Energie-Mega-Projekte einsetzt, die die Rechte der Indigenen einschränken. Schon vor seiner Ermordung war Luis Armando Fuentes bedroht worden. Dieser Mord ist ein Vorfall innerhalb einer ganzen Serie von Angriffen gegen Anführer von Indigenen-Gruppen. In den ersten Monaten dieses Jahres haben Angriffe auf indigene Menschenrechtsverteidiger in der Region stark zugenommen. Insgesamt ist Mexiko ein sehr gefährlicher Ort für Menschenrechtsverteidiger. Es gibt übermäßig viele Angriffe, die meisten davon bleiben straflos.
Gebet: Gott, immer wieder hören wir von den Schwierigkeiten der Indigenen in Mexiko und wie sie um ihre Rechte gebracht werden. Wir bitten für die Menschen, die sich für die Rechte einsetzen, um Kraft, Mut und Ausdauer, aber auch um Schutz. Wir hoffen auf gerechte Lösungen und ein Umdenken derer, die die Rechte der anderen missachten.

 

Denken wir an einen inhaftierten Mann im JEMEN
Youssef al-Bawab, Professor und Politiker, ist seit dem 2. April im Büro für Politische Sicherheit in Sanaa ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert. Ihm wird unter anderem Spionage für die saudisch geführte Militärkoalition vorgeworfen. Bei einem Schuldspruch muss laut dem jemenitischen Strafgesetzbuch ein Todesurteil verhängt werden. Er befindet sich seit Oktober 2016 in Haft. Die ersten drei Monate seiner Haft war seinen Angehörigen der Haftort unbekannt. Im April 2017 wurde er angeklagt. Am 2. April 2019 erschien er mit anderen Gefangenen vor Gericht. Dort sagte er aus, dass er und andere Gefangenen gefoltert worden seien. Bei der nächsten Anhörung am 9. April war er nicht anwesend. Fragen nach seinem Verbleib wurden nicht beantwortet. Sein Prozess verstößt gegen internationale Standards: Youssef al-Bawab fiel dem Verschwindenlassen zum Opfer, wurde unangemessen lange in Untersuchungshaft gehalten und erhebt Folter- und Misshandlungsvorwürfe. Er hat weder Zugang zu einem Rechtsbeistand noch zu medizinischer Versorgung.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind entsetzt über die Behandlung von Youssef al-Bawab und vieler anderer Gefangener im Jemen. Wir bringen sowohl alle Verantwortlichen und die Täter der Misshandlungen vor dich als auch die zahlreichen Opfer, die in den Haftorten der verschiedenen Konfliktparteien festgehalten und vielfach misshandelt werden.

 

Denken wir an einen zum Tod verurteilten Gefangenen in VIETNAM
Hồ Duy Hải wurde bereits vor 11 Jahren wegen Diebstahl und Mord zum Tod verurteilt. Er sagt, er sei unter Folter dazu gezwungen worden, das Geständnis zu unterschreiben. Das Verfahren gegen ihn weist zahlreiche Fehler auf. Sein Alibi und andere wichtige Beweise wurden nicht berücksichtigt. Seine Mutter, Nguyễn Thị Loan, sagt: „Seit seiner Festnahme sind elf Jahre vergangen und unsere Familie wurde auseinandergerissen. Ich kann diesen Schmerz nicht länger ertragen. Allein an meinen Sohn zu denken, der hinter Gittern leidet, schmerzt mich so sehr. “
Obwohl ein parlamentarischer Ausschuss ein erneutes Verfahren fordert, droht Ho Duy Hải die Hinrichtung. Staatspräsident Trần Đại Quang könnte sein Todesurteil aufheben und ihm das Recht auf die Wiederaufnahme eines ordentlichen Verfahrens einräumen.
Gebet: Gott, wir hoffen so sehr, dass der Staatspräsident von seiner Möglichkeit Gebrauch macht, das Verfahren gegen Hồ Duy Hải wieder aufzunehmen, damit ihm endlich Recht widerfahren kann. Und wir bitten dich um Trost und Linderung der Schmerzen für ihn und seine ganze Familie.

 

Denken wir an zwei zum Tod verurteilte Christen in PAKISTAN
Die Brüder Qaisar und Amoon Ayub wurden im Jahr 2011 von einem muslimischen Geistlichen angezeigt. Sie wurden beschuldigt, im Internet auf ihrer Webseite den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Die Brüder versteckten sich daraufhin. 2014 wurden sie festgenommen. Am 13. Dezember 2018 wurden sie wegen Blasphemie zum Tod verurteilt. Vieles spricht dafür, dass die beiden Christen unschuldig Opfer einer Intrige geworden sind. Qaisar Ayub (44) - Lehrer für Informatik und dreifacher Vater - hatte schon vor der Anzeige im Jahr 2011 Morddrohungen erhalten.
Gebet: Gott, wir hören mit Schrecken, dass das Blasphemie-Gesetz in Pakistan immer wieder missbraucht wird, um unliebsame Christen hinter Gittern verschwinden zu lassen. Wir bitten dich für die Brüder Qaisar und Amoon Ayub und die anderen unbekannten Opfer dieser Verleumdung um Stärkung und dass sie die Hoffnung auf Wiederaufnahme ihres Verfahrens nicht verlieren.

 

Denken wir an einen Gefangenen in BURUNDI
4 Monate nach seiner Anhörung vor dem Berufungsgericht im November 2018 sind die Gerichtsakten von Germain Rukuki verschwunden. Er war 2017 in der 1. Instanz zu 32 Jahren Haft verurteilt worden, weil er für ACAT-Burundi gearbeitet hatte. Im Oktober 2017 und im Juni 2018 haben wir über seinen Fall berichtet. Herr Rukuki hoffte, dass ihm in der Berufung Gerechtigkeit widerfahren würde, weil das Urteil der 1. Instanz viele Unregelmäßigkeiten enthielt. Es beinhaltete die längste Haft, die je über einen Menschenrechtler verhängt worden war. Herr Rukuki wartet immer noch auf eine Entscheidung des Gerichts, obwohl sie spätestens 30 Tage nach der Anhörung erfolgen sollte. Das Verschwinden seiner Gerichtsakte bedeutet eine weitere Unregelmäßigkeit in dem Verfahren gegen Herrn Rukuki und lässt ihn an einer fairen rechtsstaatlichen Entscheidung zweifeln. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben seine Freilassung gefordert.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Rukuki Trost in seiner Haft und wende die Herzen der Verantwortlichen im Berufungsgericht. Lass sie eine gerechte Entscheidung treffen.


Denken wir an eine Gefangene in SAUDI-ARABIEN
Samar Badawi ist als Verteidigerin der Menschenrechte für die Freiheit der Frau in Saudi-Arabien eingetreten. Seit Juli 2018 ist sie inhaftiert, ohne dass ihr bisher ein Prozess gemacht wurde. Ihr Kampf für die Rechte der Frau in Saudi-Arabien begann 2008, als sie das elterliche Haus verließ und in einem Frauenhaus Zuflucht fand. Sie wurde wegen Ungehorsams angeklagt. Sie ihrerseits beschuldigte ihren Vater, ihr seit ihrer Jugend Gewalt angetan zu haben und sie daran zu hindern, selbst über eine Heirat zu entscheiden, obwohl sie 27 Jahre alt war. Samar Badawi wurde damals 7 Monate inhaftiert, dann unter dem Druck einer Kampagne in den sozialen Netzwerken, die ihr Verteidiger und späterer Ehemann Waleed Abdulkhair ausgelöst hatte, freigelassen. Nach ihrer Freilassung nahm sie an der Kampagne „Frau ans Steuer“ teil. Sie kämpfte ebenfalls für das Wahlrecht von Frauen. Der Minister für ländliche Angelegenheiten hatte sich geweigert, sie in eine Wahlliste einzutragen. 2014 kämpfte sie für die Freilassung ihres Bruder Raif Badawi und ihres Mannes Waleed Abdulkhair, ebenfalls Verteidiger der Menschenrechte, vor dem Rat für Menschenrechte in Genf. 2016 wurde sie erneut inhaftiert, aber bald wieder freigelassen. Im Juni 2018 ließ der neu an die Macht gekommene Prinz Mohammad Ben Salman zwar das Recht der Frauen, ein Auto zu fahren, zu, ließ aber vorher mehrere Frauen, die dieses Recht gefordert hatten, verhaften, unter ihnen im Juli 2018 Samar Badawi (siehe Gebetsblatt Februar 2019). Sie konnten bisher weder einen Anwalt noch ihre Familie kontaktieren. Es ist für sie Schlimmes zu befürchten. Für die erhobenen Vorwürfe drohen ihnen bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahren Haft.
Gebet: Guter Gott, steh Samar Badawi, die mutig für die Rechte der Frauen in Saudi-Arabien eingetreten ist, bei und hilf, dass ihr ein fairer Prozess gemacht wird. Schütze sie und die mitinhaftierten Frauen vor Misshandlung und drakonischen Strafen.

 

 

Wir wagen zu glauben

Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Sprache der Waffen, die Macht der Mächtigen.
Wir wollen an die Menschenrechte glauben,
an die offene Hand, an die Macht der Gewaltlosen.

Wir glauben nicht, dass wir uns nicht zu kümmern haben
um das, was weit entfernt geschieht.
Wir wollen daran glauben, dass die ganze Welt
unser gemeinsames Haus ist
und ein Acker, den wir zusammen bebauen.

Wir glauben nicht daran, dass wir die Unterdrückung im Süden bekämpfen können,
wenn wir hier Ungerechtigkeit tolerieren.
Wir wollen daran glauben, dass das Recht eins ist, hier wie dort,
dass auch wir nicht frei sind so lange noch ein Mensch versklavt wird.

Wir wagen es, an den neuen Menschen zu glauben, an den Traum, den Gott selbst träumt:
an den neuen Himmel und die neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Weil Gott will, dass wir in Liebe leben.

(Anonym. Das Gebet wurde auf der Generalversammlung von ACAT 1977 in Frankreich verlesen.)

 

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und über Ihre Unterstützung. Weiterlesen...

Weitere Informationen zum Kirchentag: www.kirchentag.de

Friedensgang mit Gebeten

Die Karfreitagskampagne 2019 wird in Essen-Byfang im Rahmen eines Friedensgangs mit Gebeten für den Frieden in Europa und die Opfer politischer Gewalt nach der Karfreitagsliturgie zusammen mit der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (Kfd) und der ACAT-Gruppe durchgeführt.

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gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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