ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen in der Haft verstorbenen Gefangenen in CHINA
Am 23. September 2019 bekam die Frau des prodemokratischen Aktivisten Wang Meiyu die Nachricht, dass ihr Mann in einem Militärhospital der Provinz Hunan gestorben sei. Es wurde ihr keine Todesursache genannt. Sie durfte den Leichnam ihres Mannes sehen und hat festgestellt, dass sein Gesicht durch blaue Flecken und Blutspuren an Augen, Mund und Nase entstellt war. Sie wurde sodann unter Druck gesetzt, einen Polizeibericht zu unterschreiben und damit zu bestätigen, dass er eines natürlichen Todes gestorben sei. Dies hat sie abgelehnt. Sie wurde danach unter Hausarrest gestellt. Auch andere Personen, die mit ihrer Familie in Kontakt standen, wurden eingeschüchtert. Die Mutter von Wang Meiyu hat bald darauf erklärt, dass ihre Familie 255 000 € als Ausgleichshilfe bekommen habe. Wang Meiyu, 38 Jahre, war im Juli 2019 im Zuge verstärkter Repressionen in Zusammenhang mit den Feierlichkeiten des 70. Jahrestages der Gründung der kommunistischen Partei Chinas verhaftet worden. Er wurde der Unruhestiftung gemäß einem vage formulierten Paragraphen des Strafrechts beschuldigt. Einen Anlass für seine Verhaftung bot eine Aktion Wang Meiyus aus dem Jahr 2018. Er hatte auf einem Plakat die Entlassung Xi Jinpings und freie Wahlen gefordert. Wang Meiyu war schon einmal im Juli 2018 für kurze Zeit inhaftiert und auch gefoltert worden. Er hatte frei seine Meinung in sozialen Netzwerken geäußert. Daraufhin war auch sein Haus zerstört worden.
Gebet: Guter Gott, wir sind bestürzt über die Unmenschlichkeit der Repressionen des chinesischen Staates gegen Andersdenkende, über die grausame Folter, die zum Tod in der Haft führt. Wir bitten Dich, nimm Wang Meiyu in Dein Reich auf und gib seiner Familie Kraft. Hilf, dass die Verantwortlichen dieser Taten zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Denken wir an einen Gefangenen in KAMERUN
Am 3. Oktober 2019 hat der Präsident der Republik Kamerun 333 Personen freigelassen, die in Zusammenhang mit den separatistischen Bestrebungen der anglophonen Bevölkerung in Nordkamerun inhaftiert worden waren. Mancho Bibixy, Journalist, hat von dieser Geste des Präsidenten nicht profitiert, obwohl eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen im August 2019 darum gebeten hatte, ihn freizulassen. Mancho Bibixy wurde im Januar 2017 vom Militär ohne Haftbefehl inhaftiert. Er war einer der Führer der anglophonen Minderheit, die friedlich gegen die wirtschaftliche und soziale Benachteiligung der anglophonen Regionen durch die Zentralregierung demonstriert hatte. Mancho Bibixy hatte Menschenrechtsverletzungen, die im Nordwesten Kameruns begangen worden waren, dokumentiert und im November 2016 eine Rede in Bamenda gehalten, die zu seiner Verhaftung geführt hat. Obwohl das internationale Recht den Einsatz eines Militärgerichts gegen Zivilpersonen verbietet, wurde er durch das Militärgericht im Mai 2018 zu 15 Jahren Haft und einem Bußgeld von umgerechnet 409.000 € verurteilt u.a. wegen Terrorismus, Verbreitung falscher Informationen und Friedensbruchs. Gegen das Urteil des Militärgerichts gibt es keine Möglichkeit der Berufung. Mancho Bibixys Gesundheit hat sich durch die miserablen Haftbedingungen verschlechtert. Er muss aus der Haft heraus beobachten, dass sich inzwischen aus den friedlichen Protesten eine bürgerkriegsähnliche Situation in Kamerun entwickelt hat.
Gebet: Guter Gott, wie groß muss die Enttäuschung des politischen Gefangenen Mancho Bibixy sein, nicht die erhoffte Freilassung bekommen zu haben. Hilf, dass alle Gefangenen, die nur wegen des Gebrauchs der freien Meinung in Kamerun inhaftiert und Opfer ungerechter Urteile sind, die Freiheit erhalten.

 

Denken wir an einen in der Haft Misshandelten in MAROKKO
Waleed Al-Batal ist ein Menschenrechtsverteidiger und Blogger, der Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara dokumentiert. Am 7. Juni 2019 wurde Waleed Al-Batal von der marokkanischen Polizei gewaltsam verhaftet, während er mit einem Kollegen in der Stadt Samara in seinem Auto unterwegs war. Er wollte an der Veranstaltung zur Freilassung von Salah Lebsir aus dem Gefängnis teilnehmen und diese dokumentieren. Während seiner Verhaftung wurde er von mehreren Polizisten brutal geschlagen und für mehrere Stunden an einen damals nicht genannten Ort gebracht. Er wurde 48 Stunden lang auf einer örtlichen Polizeistation in Samara verhört. Während des Verhörs wurde er körperlich misshandelt, er durfte keinen Kontakt zu Anwälten und zu seiner Familie haben. Nach dem Verhör wurde Waleed Al-Batal ins Gefängnis von Laayoune überführt, 217 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Anwalts- und Familienbesuche blieben stark eingeschränkt. Nach vier Monaten in Untersuchungshaft wurde Waleed Al-Batal am 9. Oktober 2019 zu sechs Jahren Haft wegen Behinderung der öffentlichen Ordnung, Beleidigung öffentlicher Mitarbeiter und Ungehorsam verurteilt. Vermutlich ist der eigentliche Grund seiner Verurteilung sein Einsatz für das Recht auf Selbstbestimmung in der Westsahara.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten um Gerechtigkeit für Waleed Al-Batal und für das Volk der Sahrauis generell. Wir sind dankbar für die Menschenrechtsarbeit von Waleed Al-Batal und vielen anderen Aktiven. Schenke uns Kraft und Ausdauer in unserem Gebet und unserem Einsatz für die Opfer auch in langanhaltenden Konflikten.

 

Denken wir an einen misshandelten Gefangenen in VIETNAM
Der Wasserbauingenieur Nguyen Ngoc Anh wurde am 30. August 2018 festgenommen, nachdem er auf Facebook einen Gesetzentwurf kritisiert hatte, mit dessen Hilfe Sonderwirtschaftszonen im Land entstehen sollen. Im Juni 2019 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zurzeit sitzt er im Gefängnis Ben Tre und berichtet über regelmäßige psychische Misshandlung durch Mitgefangene, z.B. in Form von Morddrohungen. Bei dem letzten Besuch seiner Frau erzählte er, dass sein Zellengenosse ihn so brutal angegriffen habe, dass er blutend und bewusstlos am Boden gelegen habe. Er erlitt Verletzungen am Kopf und am Bein. Eine medizinische Behandlung wird ihm verweigert. Es ist beunruhigend, dass das Gefängnispersonal nicht disziplinarisch gegen den Angreifer vorgegangen ist. Auch die formelle Beschwerde, die Nguyen Ngoc Anh nach dem Angriff eingereicht hat, ist noch nicht bestätigt worden. Stattdessen wurde Nguyen Ngoc Anh in Einzelhaft verlegt.
Gebet: Guter Gott, Nguyen Ngoc Anh leidet an Schmerzen. Wir bringen seine Situation vor dich und bitten für seine Gesundheit und um die nötige medizinische Behandlung. Wir bringen auch das Gefängnispersonal und die Verantwortlichen für seine Misshandlungen vor dich: Hilf ihnen, die Würde der Gefangenen zu erkennen und sie dementsprechend zu behandeln.

 

Denken wir an zwei inhaftierte Männer in ÄGYPTEN
Am 29 September wurde der Aktivist Alaa Abdel Fattah auf einer Polizeiwache in Kairo festgenommen. Er war dort, weil er aufgrund einer früheren Verurteilung täglich von 18 Uhr bis 6 Uhr auf der Polizeiwache sein musste. Seiner Mutter wurde mitgeteilt, dass er zur Staatsanwaltschaft der Staatssicherheit (SSSP) gebracht worden sei. Noch am selben Tag wurde auch einer seiner Rechtsbeistände, Mohamed el-Baqer, festgenommen, als er zur SSSP kam. Er wurde zu dem Fall Alaa Abdel Fattah befragt. Beiden Männern wird vorgeworfen, „einer illegalen Organisation beigetreten“ zu sein, „ausländische Finanzmittel erhalten“ zu haben, „falsche Nachrichten verbreitet“ und „die Sozialen Medien missbraucht“ zu haben. Zwei Tage lang war der Aufenthaltsort der beiden Männer den Familien unbekannt. Ab dem 1. Oktober waren sie im Hochsicherheitsgefängnis Tora 2 untergebracht. Nach Aussage von Alaa Abdel Fattah erhielt er keinen Zugang zu seiner Familie. Auf dem Weg zum Gefängnis wurde er bei verbundenen Augen getreten und geschlagen. Auch später in der Zelle wurde er immer wieder bedroht und beleidigt. Es kam auch zu tätlichen Angriffen durch Polizisten. Es wird vermutet, dass Alaa Abdel Fattah wegen seiner Kritik an der Regierung festgenommen wurde und Mohammed el-Bager wegen seiner Arbeit als Menschenrechtsanwalt.
Gebet: Gott, wir vertrauen darauf, dass du den beiden Männern Mohamed el-Baqer und Alaa Abdel Fattah in der Haft nahe bist. Lass sie deine Kraft und deine Gegenwart spüren. Ebenso bitten wir für alle anderen, die in den Gefängnissen in Ägypten gefangen sind, schütze sie vor Misshandlung und Folter.

 

Denken wir an einen gefolterten Menschenrechtsverteidiger in KUWAIT
Abdulhakim Al Fadhli ist Menschenrechtsverteidiger für die Rechte der Bedoon. Der Begriff aus dem Arabischen heißt „ohne“ und bezeichnet die in Kuwait lebenden Staatenlosen ohne offizielle Dokumente. Diese Gruppe erhält keine offiziellen Staatsdokumente wie Geburts-, Sterbe- oder Heiratsdokumente und ist insofern vielfach benachteiligt. Z.B. ist es für sie schwer, eine Beschäftigung zu erhalten oder Zugang zu Gesundheits-, Bildungs-, und anderen sozialen Dienstleistungen. In Kuwait gehören rund 180.000 Menschen zu den Bedoon. Herr Al Fadhli gehört auch selbst zu dieser Gruppe und machte mit anderen auf die eigene Benachteiligung öffentlich aufmerksam. Er wurde zusammen mit anderen Menschenrechtsverteidigern am 22. Juli willkürlich verhaftet und befindet sich inzwischen im Zentralgefängnis von Kuwait. Seine Anhörung wurde bisher dreimal verschoben, das letzte Mal am 17.10.2019. Menschenrechtsverteidigern zufolge werden häufig Gefangene vor der Anhörung und in der Einzelhaft gefoltert.
Gebet: Wir bitten dich, Gott, für die gefangenen Mitglieder der Bedoon, dass sie nicht mutlos werden. Und wir bitten für die Machthaber in Kuwait, dass sie erkennen, dass Folter kein angemessenes Mittel ist, um Informationen von Gefangenen zu erhalten und ihre Vorbehalte gegen die vollständige Annahme der UN-Anti-Folter-Konvention aufgeben.

 

Denken wir an einen Gefolterten in den VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN
Der Menschenrechtsverteidiger Ahmed Mansoor wurde am 17. Oktober im Al-Sadr-Gefängnis gefoltert und ist nun wieder im Hungerstreik. Er gehört zu den wenigen Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die eine glaubwürdige, unabhängige Einschätzung der Menschenrechtsentwicklungen im Land geben. Er machte regelmäßig auf Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Verhaftungen, unfaire Gerichtsverhandlungen, Folter und andere Misshandlungen aufmerksam. Im Mai 2018 wurde er wegen seiner Veröffentlichungen in den sozialen Medien zu 10 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 1 Million Dirham (ca. 236.000 €) verurteilt mit der Begründung, er habe das Ansehen des Landes und seiner Vertreter durch Verbreitung falscher Informationen im Internet beschädigt. Nach seiner Berufung bestätigte das Staatssicherheitsgericht diese Strafe am 31.12.2018. Aus Protest gegen die Einzelhaft und die am 17.10.2019 erlitten Folter setzt Ahmed Mansoor nun seinen Hungerstreik fort, den er Anfang September 2019 begonnen hatte.
Gebet: Du Gott, hast den Namen eines jeden Menschen in deine Hand eingeschrieben. Wir bitten dich für Ahmed Mansoor und die vielen uns unbekannten Gefolterten in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Lass sie trotz aller Gewalt spüren, dass sie gehalten sind.

 

Gebet eines verfolgten Christen

Wir bitten dich, Herr, wir, die wir in Schmerzen umherirren, ohne Gnade verfolgt in unserem eigenen Land.
Unsere Tage ohne ein Zuhause, ohne Heimat, haben viel zu lange gedauert.
Zu lange dauern all die Leiden, die man nicht lindern kann!
Gott, unser Herr, hab Erbarmen mit uns!

Wir bitten dich, Herr, für die zerstörten Familien.
Wir bitten dich, Herr, für alle, die verleumdet werden, die - ohne Furcht - ihre Leidenschaft
für uns bezeugen.
Gott, unser Herr, hab Erbarmen mit uns!
Wir bitten dich, Herr, für alle, die erschossen wurden und für alle, die gefoltert werden durch ein
Zuviel an harter Arbeit, die sich in den Bergwerken aufreiben, im Morast, in den Kanälen,

die schon immer gläubig waren oder dich erst gefunden haben.
Gott, unser Herr, hab Erbarmen mit uns!
Wir bitten dich, Herr, für die Verfolger, sieh ihnen alles nach, Herr, denn sie sind verblendet!
Setze ihrer Verfolgung einfach ein Ende und gib den Erschöpften Ruhe.
Denn deine Hand ist voller Güte, denn alle Macht ist deine Kraft!
Ehre sei dir, jetzt und immer dar in Ewigkeit.

                                                                                                                               
Père Michel Evdokimov
(französischer Theologe und orthodoxer Erzpriester)


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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