ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an zwei Gefangene in CHINA
Seit dem 6.2.2020 ist der Rechtsanwalt und Journalist Chen Qiushi verschwunden, einige Tage später auch der Geschäftsmann Fang Bin aus Wuhan. Beide haben das Leben in Wuhan seit dem Ausbruch der Epidemie des Coronavirus dokumentiert. Chen, 34 Jahre alt, aus der Provinz Heilongjiang im Norden Chinas, ist angesichts des Ausmaßes der Krise am 23.1. mit dem Zug nach Wuhan gefahren, kurz vor dem Verhängen der Quarantäne. Er hat sich vor Ort in den Krankenhäusern informiert und darüber in den sozialen Netzwerken berichtet. In seinem letzten Video vom 4.2.20 interviewte er einen Mann, dessen Vater am Coronavirus gestorben war. Seit dem 6. Februar haben die Angehörigen von Chen keine Nachricht mehr von ihm erhalten. Sein Twitter-account wurde gelöscht.
Fang Bin hat ebenfalls ohne Rücksicht auf die von den Behörden verhängte Zensur offen über die Zustände in den überfüllten Krankenhäusern berichtet. Er verschickte am 25.1.20 Bilder von einem Bus, der als Leichenwagen umfunktioniert war und in dem die Toten aufgestapelt waren. Einige Tage später wollten Polizisten ihn in Quarantäne nehmen. Als er sich weigerte, nahmen sie ihm seine elektronische Ausrüstung weg. Am 9. Februar wurde er ohne Haftbefehl festgenommen. Seitdem gibt es keine Nachricht von ihm.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der beiden Männer, die den Mut hatten, trotz staatlichen Verbots ihre Mitbürger zu informieren und sie so vor der Gefahr der Krankheit schützen wollten. Hilf, dass sie bald ungebrochen an Leib und Seele freigelassen werden.

 

Denken wir an eine misshandelte und kranke Aktivistin in MAROKKO
Die Aktivistin für die Selbstbestimmung der Sahraoui und Mitglied des Kollektivs Gdeim Izik, Frau Mahfouda Bamba Lefkir, befindet sich aufgrund ihres Engagements seit dem 15.11.2019 im Gefängnis von Lakhal in willkürlicher Haft. Sie war festgenommen worden, nachdem sie die ungerechte Verurteilung derjenigen anprangert hatte, die an Protesten in Laayoun teilgenommen hatten, in denen die Selbstbestimmung der Sahraoui und ein Referendum über die Westsahara gefordert worden war. Sie wurde während mehrerer Stunden verhört wegen ihrer angeblichen Verbindung zur Front Polisario. Während des Verhörs hatte sie gefesselte Hände und wurde körperlich von den Polizisten misshandelt. Sie leidet unter chronischer Nebenhöhlenentzündung, unter Asthma und einer Hautkrankheit. Seitdem sie in Haft ist, konnte sie keinen Arzt konsultieren. Ihr psychischer Zustand verschlechtert sich ebenso kontinuierlich, weil andere Inhaftierte vom Gefängnispersonal ermutigt werden, sie verbal zu misshandeln.
Gebet: Wir hoffen, Gott, auf ein gerechtes Verfahren für Frau Mahfouda Bamba Lefkir, und wir bitten darum, dass ihre Bitte um ärztliche Behandlung gehört wird. Mögen die Verantwortlichen und die Mitgefangenen Mitgefühl für sie entwickeln und sie menschenwürdig behandeln.

 

Denken wir an einen von der Hinrichtung bedrohten Mann in BELARUS
Am 25. Oktober 2019 befand das Regionalgericht von Brest Viktar Serhil für schuldig, ein acht Monate altes Mädchen ermordet zu haben, und verurteilte ihn zum Tode. Am 31. Januar wurde sein Schuldspruch und das Todesurteil vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Die Mitangeklagte und Mutter des Kindes wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil in Belarus Frauen nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Es kann nun ein Gnadengesuch beim Präsidenten gestellt werden. Wird diesem nicht stattgegeben, so droht Viktar Serhil die Hinrichtung.
Gebet: Himmlischer Vater, wir Menschen haben nicht das Recht, anderen das Leben zu nehmen. Das gilt nach unserem Verständnis für Privatpersonen wie für den Staat. Die Todesstrafe erscheint uns daher als keine Strafe, die wir anderen Menschen auferlegen dürfen, egal, wie schwer ihre Schuld ist. Wir bringen die Situation der betroffenen Menschen vor dich: den zum Tod verurteilten Viktar Serhil, die zu langer Haftstrafe verurteilte Frau, das ermordete Mädchen und die politischen Entscheidungsträger in Belarus, die noch immer an der Todesstrafe und den Hinrichtungen festhalten.

 

Denken wir an einen angeschossenen Indigenen in COSTA RICA
Mainor Ortíz Delgado ist ein indigener Menschenrechtsverteidiger der Gruppe der Bribri und Mitglied der Rio-Azul-Gemeinde, die auf dem Gebiet der Salitre-Indianer im Südosten Costa Ricas lebt. Er ist ein aktives Mitglied des traditionellen Rates der Bribri, dessen Aufgabe der Schutz der Rechte der Indigenen ist. Er vertritt sein Volk auch in der Kommission für Landrückgewinnung, die zusammen mit den staatlichen Behörden eingerichtet wurde, um gegen die illegale Besetzung indigener Gebiete durch nicht-indigene Eindringlinge vorzugehen.
Am 9. Februar 2020 wurde er bei der Bearbeitung seines Landes von einem Mann auf einem Motorrad ins Bein geschossen. Der Mann wurde verhaftet, aber schon am nächsten Tag wieder frei gelassen. Andere Anwohner berichten, dass die Familie des Täters das Land der Eingeborenen illegal besetzt hat. Mit Hilfe von Dokumenten, die fälschlicherweise ihre indigene Identität bestätigen, haben sie versucht, das Land zu erwerben, auf dem die Familie von Mainor Ortíz Delgado lebt. Es ist ca. die Hälfte des Landes der Bribri illegal von Nicht-Indigenen besetzt.
Gebet: Guter Gott, immer wieder lesen wir von Ungerechtigkeiten und straffrei bleibenden Gewalttaten gegen Indigene. Durch zahlreiche Angriffe wird versucht, sie ihrer Rechte zu berauben. Wir bitten dich für die Gesundheit von Mainor Ortíz Delgado. Für die Angehörigen der indigenen Volksgruppen bitten wir um Gerechtigkeit und Schutz vor den Angriffen ihrer Gegner.

 

Denken wir an 5 Gefangene in der REBUBLIK KONGO
Celeste Niemco Makela, Mitglied der Bürgerbewegung „Ras-le-bol“ (Mir reicht’s), Parfait Mabiala, Franck Donald Saboukoulou, Guil Ossebi und Meldry Dissavoulou, Sympathisanten der Bewegung „Incarner l’Espoir“ (Hoffnung verkörpern) werden seit zwei Monaten im Gefängnis in Brazzaville inhaftiert, weil sie friedlich für die Meinungsfreiheit demonstriert haben. Erst am 30. Januar wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Sie werden beschuldigt, die „innere Sicherheit des Staates gefährdet“ zu haben. Diese vage Formulierung der Anklage wird häufig bei Dissidenten gebraucht. Die jugendlichen Aktivisten waren schon seit langem im Visier der Behörden wegen ihrer Aktivitäten in den sozialen Medien. Sie setzten sich im Vorfeld der Präsidentenwahl von 2021 für den oppositionellen Andrea Ngamabet ein, der von Frankreich aus die Bewegung „Incarner l’Espoir“ gegründet hatte. Der Präsident Denis Sassou Nguenesso, 76 Jahre alt und seit 35 Jahren an der Macht, will sich im Wahljahr 2021 wiederwählen lassen. Daher soll die Verhaftung der 5 Aktivisten ein negatives Signal an alle in der kongolesischen Zivilgesellschaft setzten, die Kritik an der Regierung üben oder oppositionelle Bewegungen gründen wollen. Seit der nicht verfassungskonformen Wiederwahl Nguenessos im Jahr 2016 wurden Dutzende von Oppositionellen inhaftiert und bis heute nicht freigelassen.
Gebet: Guter Gott, schütze die jugendlichen Aktivisten in der Haft vor Misshandlung. Hilf, dass ihnen ein fairer Prozess gemacht wird. Hilf auch dem Volk, der Republik Kongo, dass es frei seine Meinung äußern darf.

 

Denken wir an einen von Auslieferung bedrohten Mann in BAHRAIN
Der 24-jährige Hazrat Naeem Abdul Qayum, auch bekannt als Geelaman Pashteen, ist ein in Bahrain lebender Dichter und Menschenrechtler. Er ist Unterstützer der Bewegung für den Schutz der Paschtunen. Er hat sich über Twitter friedlich für die Gleichbehandlung von Paschtunen ausgesprochen und Gerechtigkeit gefordert für Menschenrechtsverletzungen, die gegen diese Gemeinschaft verübt wurden. Am 6. Februar 2020 wurde Geelaman Pashteen von Sicherheitskräften in Bahrain festgenommen. Vorausgegangen war eine „Red Notice“ durch Interpol, mit der Pakistan seine Auslieferung beantragt hatte. Die Auslieferung des Menschenrechtlers an Pakistan würde gegen das Völkerrecht verstoßen, da ihm dort Folter und Verschwindenlassen drohen.
Gebet: Gott, wir hoffen darauf, dass Geelaman Pashteen die Auslieferung nach Pakistan erspart bleibt. Schütze du sein Leben und seine Gesundheit. Wir bitten dich auch für die Verantwortlichen in Pakistan und Bahrain, dass sie von der Auslieferung absehen und die Menschenrechte achten.

Denken wir an angeklagte Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in BURUNDI
Am 4. Februar hatte das oberste Gericht in Burundi eine Anhörung im Prozess gegen 12 angeklagte Menschenrechtsaktivisten angesetzt. Zu den Angeklagten gehört auch Armel Niyongere, ehemals Präsident von ACAT-Burundi und Koordinator der Organisation SOS-Torture in Burundi. Sie sind angeklagt wegen der „Organisation eines Putsches“, sie sollen für „Aufwiegelung der Bevölkerung gegen die Regierung“ gesorgt und für „Ermordung von Polizisten, Militärs und Zivilisten“ verantwortlich sein. Alle Angeklagten befinden sich im Exil. Die Anklage dient dazu, sie zu enteignen.
Nachdem der Präsident P. Nkurunziza im April 2015 für eine dritte Amtszeit kandidierte, obwohl in der Verfassung nur zwei erlaubt sind, wurde der politische Widerstand dagegen mit Gewalt unterdrückt. Menschen werden Opfer des Verschwindenlassens. Einschüchterungen, willkürliche Verhaftungen und Folter sind an der Tagesordnung. Verurteilungen aufgrund falscher Anschuldigungen wie z.B. auch beim ehemaligen ACAT-Mitglied Germain Rukuki sind übliche Praxis. Sehr viele Menschenrechtsverteidiger sahen sich deshalb gezwungen ins Exil zu gehen.
Gebet: Wir sind empört, Gott, über die gnadenlose Gewalt und Brutalität, mit der die Machthaber in Burundi ihre politischen Gegner behandeln. Wir bitten dich um Mut und Kraft vor allem für die inhaftierten Menschenrechtsaktivisten, besonders für Germain Rukuki.

 

Das vierte Lied vom Gottesknecht
„Seht mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen. … Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt …. Doch der Herr lud auf ihn, die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt … Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? ... Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht). Er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab“.

Jesaja 52, 13+14; 53, 1-4, 6b-8,10

 

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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