ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an drei gefangene junge Frauen in KAMERUN
Marie Dawandala, Damaris Doukouya und Martha Weteya waren erst 17 Jahre alt, als sie im Oktober 2014 in ihrem Dorf im Norden Kameruns festgenommen wurden. Sie wurden der Komplizenschaft mit der dschihadistischen Gruppe Boko Haram beschuldigt, die in dem Grenzgebiet ihr Unwesen trieb. Die drei jungen Frauen hatten ein Jahr zuvor in Nigeria Arbeit gesucht, waren dann aber vor den gewaltsamen Überfällen von Boko Haram wieder zurück nach Kamerun geflohen. Die Regierung in Kamerun hatte begonnen, verstärkt gegen die auch grenzüberschreitenden Überfälle der Dschihadisten vorzugehen. Die Regierung ließ die Frauen festnehmen und beschuldigte sie des Terrorismus. Während der 4 Monate langen Untersuchungshaft hatten sie keinen Kontakt mit einem Anwalt oder Übersetzter. Die Verhandlungen wurden in französischer Sprache geführt, die die Frauen in Ermangelung jeglicher Schulbildung nicht verstanden. Während dieser Zeit haben Marie und Damaris ein Kind geboren. Die Frauen wurden dann in das zentrale Gefängnis von Maroua gebracht, wo sie unter extrem schlechten Bedingungen lebten und ihre Kinder aufzogen. Im April 2016 wurden sie durch das Militärgericht von Maroua wegen „Spionage und Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande“ zum Tod durch Erschießen verurteilt. Der Prozess war in mehrfacher Hinsicht ungerecht. Die Frauen waren zum Zeitpunkt der Verhaftung minderjährig, ein Militärgericht darf nicht Zivilpersonen zum Tod verurteilen, es gab keine Beweise und Zeugenaussagen, keine Übersetzer. 2019 hat das Militärgericht die Todesstrafe aufgehoben, weil es sich als nicht kompetent ansah, über Minderjährige die Todesstrafe zu verhängen. Das Ministerium hat entschieden, die Sache vor ein Zivilgericht zu bringen. Die drei Frauen sind nun in einem kleineren Gefängnis in Mokolo. Sie hoffen, dass es bald zu einem Urteilsspruch kommt, nachdem der Prozess schon dreimal verschoben wurde. Und sie hoffen, dass die 6 Jahre, die sie schon in Gefängnissen verbracht haben, zu einem milden Urteil führen.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, dass es bald zu einem fairen Prozess und einem gerechten Urteil kommt. Hilf, dass auch das Schicksal der unschuldigen Kinder bedacht wird. Gib, dass die Frauen und ihre Kinder das Nötige zum Leben haben.

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in BAHRAIN
Zuhair Ebrahim Jasim Abdullah, Vater von 5 Kindern, wurde im November 2017 verhaftet und 55 Tage im Geheimen inhaftiert. Während dieser Zeit wurde er vielfach misshandelt durch Schläge, Elektroschocks und sexuelle Bedrängnis. Nach 13 Tagen hat er ein unter Folter erzwungenes Geständnis unterschrieben, in dem er u.a. die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe, die Teilnahme an dem Mord von Sicherheitsbeamten und der Herstellung von Sprengstoffbomben zugegeben hat. Obwohl sein Anwalt im Prozess 2018 vorgebracht hat, dass es keine physischen Beweise gebe, dass Zuhair mit diesen Beschuldigungen zu tun habe, wurde er 2018 zum Tod verurteilt. Der Richter hat es zudem abgelehnt, die Vorwürfe der Folter untersuchen zu lassen. Nun wurde auch in der Berufungsinstanz des Obersten Gerichts die Todesstrafe für Zuhair bestätigt, und er muss befürchten, sehr bald hingerichtet zu werden. Obwohl die Regierung von Bahrein die Vollstreckung der Todesstrafe ausgesetzt hat, wurden 2017 zwei Männer hingerichtet, nachdem 7 Jahre lang keine Hinrichtung stattgefunden hatte. Infolge der Aufstandsbewegung von 2011 wird schärfer gegen oppositionelle Bewegungen vorgegangen.
Gebet: Gott, lass Zuhair auch in dieser ausweglosen Situation Deine Nähe spüren. Wir bitten Dich, dass die Verantwortlichen einsehen, dass Todesurteile nicht auf unter Folter erpressten Geständnissen beruhen dürfen.

 

Denken wir an einen Hochschullehrer im IRAN
Die Verantwortlichen des Evin-Gefängnisses sondern Gefangene, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, nicht sorgsam gegen gesunde Gefangene ab. So geschehen mit Esmail Abdi und einigen weiteren Gefangenen. Er war am 4. August auf das Coronavirus getestet worden. Am 9. August hieß es, das Ergebnis sei positiv. Er wurde in Quarantäne in die Gefängnis-Klinik gebracht und erneut getestet. Am 12. August wurde ihm mitgeteilt, dass das Ergebnis dieses zweiten Tests negativ war. Dennoch wurde er weiterhin in Quarantäne mit infizierten Gefangenen in der Klinik belassen, seine Ansteckung wurde also wissentlich in Kauf genommen. Esmail Abdi ist vorerkrankt mit Asthma, dadurch besteht ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Esmail ist Hochschullehrer und Ausbilder bei der Lehrergewerkschaft ITTA. Teil seiner Aktivitäten bei ITTA war die Unterstützung von Kampagnen für Arbeitnehmerrechte durch Organisation friedlicher Demonstrationen. Esmail Abdi war zu fünf Jahren Haft verurteilt worden u.a. wegen „Propaganda gegen den Staat“, im Mai 2020 wurde die Haftstrafe um weitere 10 Jahre verlängert.
Das Ansteckungsrisiko ist im Evin Gefängnis durch überbelegte Zellen und unhygienische Verhältnisse ohnehin sehr hoch.
Gebet: Die Tatsache, dass gesunde Gefangene nicht ausreichend vor Ansteckung mit Covid-19 geschützt werden, empört uns, Gott. Wir bitten dich um ein Einsehen der iranischen Autoritäten, damit sie ausreichende Behandlung der erkrankten und Schutz der gesunden Gefangenen sicherstellen.

 

Denken wir an inhaftierte Journalisten in VIETNAM
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Verhaftung des Journalisten Le Huu Minh Tuan in Vietnam verurteilt und die Behörden dazu aufgefordert, ihn umgehend freizulassen. Der Journalist, der in seiner Heimat unter dem Alias „Le Tuan“ schreibt, war am 12. Juni in Ho-Chi-Minh-Stadt festgenommen worden. Damit sind in Vietnam in den vergangenen Monaten insgesamt vier Mitglieder der Independent Journalists Association of Vietnam (IJAVN) verhaftet worden. Erst vor einem Monat hatte die Polizei auch den IJAVN-Vizepräsidenten Nguyen Tuong Thu und den Journalisten Pham Chi Thanh festgesetzt. Bereits im November 2019 war zudem der Präsident der Organisation, Pham Chi Dung, verhaftet worden.
Laut Medienberichten erhielt Le Huu Minh Tuan vor seiner Verhaftung über Monate hinweg Drohnachrichten durch den vietnamesischen Geheimdienst. Nun soll er sich wegen der „Verbreitung von Falschnachrichten“ vor Gericht verantworten. Sollte der Journalist verurteilt werden, dann droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich für Le Huu Minh Tuan und die vielen anderen Journalisten und Blogger, die in Vietnam inhaftiert und an ihrer freien Berufsausübung gehindert sind. Wir sind dankbar für ihr Engagement und hoffen auf Entwicklungen hin zu mehr Meinungs- und Pressefreiheit in Vietnam.

 

Denken wir an Geschädigte des Abbaus von Konfliktmineralien in der DR KONGO
In unseren Handys und Laptops werden Rohstoffe wie Tantal, Zinn und Gold verbaut. Diese Rohstoffe kommen aus Ländern wie der DR Kongo, Indonesien und China, wo die Rohstoffe unter teilweise unmenschlichen Bedingungen abgebaut werden.
Die DR Kongo hat das größte Vorkommen von Tantal weltweit. Das Land hat auch viele weitere mineralische Rohstoffe. Dieser Rohstoffreichtum hat jedoch nicht dazu geführt, das Land aus der Armut und der sich drehenden Gewaltspirale zu befreien. Seit 1996 wird das Land von Bürgerkriegen überschattet und bis heute finanzieren sich diverse Rebellengruppen mit den Erlösen aus dem Rohstoffabbau und -export. Ca. 2 Millionen Kleinschürfer bestreiten ihren Lebensunterhalt im Ostkongo durch den Mineralabbau, doch die Bedingungen sind teilweise katastrophal: Ohne Arbeitskleidung, in ungesicherten Tunneln und Gruben und mit minimalen Löhnen arbeiten dort teilweise auch Kinder, um ihre Familien zu unterstützen. Immer wieder sterben Menschen durch Minenunfälle oder Erdrutsche. Hinzu kommt, dass sie der ständigen Gewalt ausgesetzt sind. Zwangsarbeit, Massaker, Vergewaltigungen und andere schwere Formen von Menschenrechtsverletzungen wurden und werden in den Minen verübt.
Gebet: Himmlischer Vater, durch unsere Lebensweise und den Gebrauch von modernen Medien sind wir stark mit dem Elend von Menschen in anderen Ländern verbunden. Diese Verstrickung belastet uns. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass unser Konsum zu weniger Elend in den rohstoffreichen Ländern wie der DR Kongo führt. Hilf uns, die nötigen Zusammenhänge zu erkennen und Lösungen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in den Abbauländern zu finden. Gib uns die nötige Weisheit und Standhaftigkeit, unseren Konsum – hier besonders im elektrotechnischen Bereich – bescheiden, bewusst und fair zu gestalten.

 

Denken wir an drei inhaftierte Schüler und Studenten in KAMERUN
Im Herbst 2014 hatte Fomusoh Ivo Feh, kurz Ivo genannt, gerade sein Studium in Limbe in Kamerun begonnen. Doch dann schrieb er eine sarkastisch gemeinte SMS an einen Freund. In der SMS hieß es, selbst Boko Haram würde einen nur aufnehmen, wenn man die Prüfung in mindestens fünf Schulfächern bestanden habe. Die SMS war eine Anspielung darauf, dass es selbst mit einem guten Abschluss für junge Menschen in Kamerun sehr schwer ist, eine gute Stelle zu finden. Ivos Freund Azah Levis Gob leitete die SMS an den Schüler Afuh Nivelle Nfor weiter. Dessen Lehrer sah die SMS und alarmierte die Polizei. Alle drei wurden verhaftet und von einem Militärgericht zu zehn Jahren Haft wegen „Straftaten“ in Verbindung mit Terrorismus verurteilt. Im Rechtsmittelverfahren hielt ein Militärgericht am 15. März 2018 die Urteile gegen Ivo und seine beiden Freunde aufrecht. Im Juli 2018 reichte Ivos Rechtsbeistand Rechtsmittel beim Obersten Gerichtshof von Kamerun ein. Doch der hat sich bislang weder zu dem Fall geäußert noch einen Termin für eine Anhörung angesetzt.
Gebet: Gott, wir sind in Sorge um die drei jungen Männer und ihre zahlreichen Mitinsassen in den überfüllten Gefängnissen in Kamerun. Die ohnehin unmenschlichen Haftbedingungen werden durch die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, noch verschärft. Wir hoffen darauf, dass die juristischen Autoritäten in Kamerun auf diese Situation mit großzügigen Amnestien und mit schnellen Verfahren reagieren.

 

Denken wir an die Situation von Christen und Demokratie-Aktivisten in HONGKONG
Die frühere britische Kolonie Hongkong verfügt nach dem Prinzip „ein Land – zwei Systeme“ über eine eigene Regierung, steht aber unter chinesischer Kontrolle. Seit Monaten gibt es in Hongkong massive Demonstrationen gegen Bestrebungen der chinesischen Zentralregierung, die Sonderverwaltungszone stärker zu kontrollieren und die dort geltenden demokratischen Freiheiten einzuschränken. Im Juni diesen Jahres wurde das neue „Sicherheitsgesetz“ erlassen. Dieses neue Gesetz sieht vor, dass alle Aktivitäten, die die nationale Sicherheit Chinas gefährden, unter Strafe gestellt werden können. Das kann starke Auswirkungen auf die Aktivitäten von Gruppen der Demokratiebewegung einerseits, aber auch von Religionsgruppen wie den Christen in Hongkong haben. So könnten Teilnahmen an Demonstrationen, aber auch Predigten oder Verwendung von Bibelzitaten bestraft werden. Es besteht die Gefahr, dass Religionsgemeinschaften zukünftig viel mehr in ihren Freiheiten beschränkt werden als bisher.
Gebet: Gott, wir bringen die Situation der Menschen in Hongkong vor dich. Die Menschen allgemein und auch die christlichen Gemeinden sind in Sorge um ihre Zukunft. Gib ihnen Stärke und Hoffnung und die Weisheit, sich auf sinnvolle Weise für ihre Überzeugungen und ihren Glauben einzusetzen.

 

Herr Jesus Christus, bleibe bei uns
als das Licht in unserer Finsternis
als die Macht in unserer Ohnmacht
als das Leben in unserem Tod
als der Trost in unserem Leid
als die Kraft in unseren Versuchungen
als das Erbarmen in unserer Friedlosigkeit
als die Hoffnung in unserem Sterben
als das Leben unseres Lebens.                                   (Margret Schäfer-Krebs; Gotteslob 5,5)

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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