ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an die Flüchtlinge auf der Insel Lesbos in GRIECHENLAND
Das größte europäische Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos, Moria, ist durch Feuerflammen in der Nacht vom 8. zum 9. September zerstört worden. Den schutz- und asylsuchenden Menschen ist in dieser Nacht alles genommen worden. Seit langem haben wir Einblick in die katastrophalen Bedingungen, unter denen Menschen dort leben müssen. Einige Kommunen und Bundesländer haben seit Monaten Bereitschaft zur Aufnahme gezeigt. Andere verantwortliche Politiker in Deutschland und anderen EU-Ländern entscheiden sich dagegen bisher gegen eine Aufnahme.
Gebet:Jesus Christus, zu dir rufen wir für die Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen auf Asyl hoffen. Monate, Jahre sind für viele schon vergangen. Gemeinsam bitten wir für sie. Uns gib Herz und Verstand dazu, als deine Stimme für Gerechtigkeit und Frieden laut zu werden.

 

Denken wir an Gefangene in VIETNAM
Am 9. Januar 2020 überfielen fast 3.000 Bereitschaftspolizisten mitten in der Nacht den Weiler Hoanh in der Gemeinde Dong Tam als Reaktion auf eine seit langem bestehende Mobilisierung der Dorfbewohner gegen Zwangsräumungen in der Gegend. Die äußerst gewaltsame Polizeirazzia führte zum Tod des 80-jährigen Gemeindevorstehers Le Dinh Kinh und zur Verhaftung von  28 Dorfbewohnern. In den folgenden 9 Monaten konnten die Inhaftierten weder ihre Familie noch einen Anwalt kontaktieren. Ihre Anwälte hatten nur begrenzten Zugang zu den Untersuchungsakten. Obwohl das Gericht angekündigt hatte, dass der Prozess, der am 7. September beginnen sollte, öffentlich sei, haben die Familien der Angeklagten keine Erlaubnis, am Prozess teilzunehmen. Die Aktivistin für Bodenrecht Can Thi Then und ihre beiden Söhne wurden im Juni verhaftet. Obwohl die Regierung den Medien die Berichterstattung über den Fall von Dong Tam untersagt hatte, hatte Can Thi Them über soziale Medien darüber berichtet.
11 internationale Organisationen appellieren nun an den Präsidenten des Menschenrechtsrats der UNO, Beobachter nach Vietnam zu schicken, um sicherzustellen, dass die Angeklagten einen fairen Prozess erhalten.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Regierung in Vietnam ein Einsehen hat und der Prozess unter fairen Bedingungen stattfinden kann. Gib den Gefangenen Hoffnung, dass die Wahrheit ermittelt wird.

 

Denken wir an bedrohte und einen erschossenen Aktivisten in PERU
Am 11. September 2020 wurde der Menschenrechtsverteidiger Roberto Carlos Pacheco von unbekannten Angreifern erschossen. Er hatte schon seit 2012 Morddrohungen erhalten, weil er sich gegen den illegalen Bergbau im Tambopata-Reservat in der Region Madre de Dios im Amazonas eingesetzt hat. Obwohl die Familie schon begrenzte Schutzmaßnahmen von den Behörden erhält, fühlen sich die Familienangehörigen nicht sicher. Besonders um das Leben und die Gesundheit von Demetrio Pacheco, dem Vater von Roberto Carlos Pacheco, ist die Familie sehr besorgt. Er ist Vizepräsident des Führungskomitees des Tambopata-Reservats.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bringen den erschossenen Roberto Carlos Pacheco vor dich. Wir bitten für seine Familie um Trost, Hoffnung und Kraft in dieser Zeit der Trauer, die aber auch von Angst um das eigene Leben durchzogen ist. Wir bitten dich auch für die Täter, begegne du ihnen, berühre ihre Herzen und hilf zu Veränderung.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen in der DR KONGO
Der Menschenrechtsaktivist Olivier Muhubiri, Mitglied der Menschenrechtsorganisation „Lutte pour le changement“ (LUCHA), unterzeichnete zusammen mit einigen anderen Aktivisten am 2.9.2020 einen Brief an das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen, in denen er die Tötung von Zivilisten in den Dörfern Bilalombili und Ngezi in der Region Nord-Kivu am 31.8. anprangerte. LUCHA forderte darin den Schutz der Bevölkerung und die Durchführung von Ermittlungen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Am 10.9. erhielten er selbst und Christine Mugabo - ebenfalls Mitglied bei LUCHA - drei anonyme Anrufe, in denen ihnen ihre Tötung angedroht wurde. Die beiden reichten am selben Tag eine Beschwerde auf der Polizeistation von Uvira ein. Am 15.9. verließ Herr Muhubiri um 16 Uhr sein Haus, um einen Freund zu besuchen. Ab diesem Zeitpunkt blieb er für mehrere Tage verschwunden. Am frühen Abend des 20. September wurde er 20 km vom Ort seines Verschwindens gefunden. Er weist viele Verletzungen auf, die von Schlägen aus der Gefangenschaft stammen. Ihm wurde angedroht, ihn zu töten, wenn die Organisation LUCHA den oben genannten Brief an die die Vereinten Nationen nicht zurückziehe.
Gebet: Gott, wir bedauern, dass Olivier Muhubiri geschlagen und bedroht wurde. Gleichzeitig sind wir dankbar, dass er lebend aufgefunden wurde. Wir hoffen weiterhin auf Kraft und Durchhaltevermögen für ihn und die anderen Mitglieder von LUCHA, die schon seit vielen Jahren für eine gewaltlose politische Veränderung in der DR Kongo kämpfen.

 

Denken wir an zum Tod Verurteilte in BAHREIN
2014 wurden nach einem tödlichen Attentat auf einem Polizisten zwei Männer verhaftet, die verdächtigt wurden, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein und dazu Geständnisse abgeben sollten. Im Februar 2014 wurde der Hotelangestellte Hussein Ali Moosa verhaftet und im März Mohamed Ramadan, Sicherheitsbeamter am Flughafen von Bahrein. Sie wurden in der Untersuchungshaft mit Schlägen und Elektroschocks gefoltert. Mohamed weigerte sich, den Polizistenmord zu gestehen. Hussein unterschrieb ein Geständnis, nachdem er mehrere Tage geschlagen und an den Gliedmaßen aufgehängt worden war. Im Dezember 2014 verurteilte sie ein Strafgerichtshof zum Tode, weil sie einen Polizisten getötet hätten, der in einem Bombenattentat im Februar 2014 umgekommen war. Das Urteil wurde 2015 vom Berufungsgericht bestätigt. 2018 wurde das Todesurteil durch den Kassationsgerichtshof aufgehoben, nachdem eine besondere Untersuchungsgruppe auf ein medizinisches Gutachten verwiesen hatte, das Folterspuren bestätigte. Das Gericht forderte, dass der Fall erneut durch ein neues Richtergremium aufgerollt würde. Nun wurden im Juli 2020 die beiden Angeklagten und mit ihnen 10 weitere Personen durch das Oberste Gericht endgültig und unwiderruflich zum Tod verurteilt.
Gebet: Guter Gott, wir sind entsetzt über die Grausamkeit der Todesstrafe, insbesondere wenn sie auf erpressten Geständnissen beruht. Sei Du den Menschen, die auf die Vollstreckung der Strafe warten, ganz nahe und tröste sie. Lass ihre Hoffnung nicht erlöschen.

 

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger aus dem TSCHAD
Bewaffnete maskierte Personen haben am 24. Januar 2020 den Menschenrechtsverteidiger Baradine Berdei Targuio in seinem Haus in N'Djamena festgenommen. Er soll zum nationalen Geheimdienst gebracht worden sein. Danach war er fast sieben Monate lang "verschwunden". Er hatte keinen Kontakt zur Außenwelt, daher ist die Gefahr groß, dass er in dieser Zeit misshandelt worden ist. Obwohl Baradine Berdei Targuio bereits im Januar verhaftet wurde, wurden erst im August Vorwürfe der Gefährdung der Staatssicherheit, des illegalen Waffenbesitzes, des tätlichen Angriffs und der Körperverletzung gegen ihn erhoben. Zwei Tage vor seiner Verhaftung hatte er sich in Sozialen Medien über den Gesundheitszustand des Präsidenten geäußert, der ernsthaft erkrankt sein und sich im Ausland aufhalten solle. Es ist zu befürchten, dass Baradine Berdei Targuio wegen seiner Arbeit als Menschenrechtsverteidiger festgehalten und strafrechtlich verfolgt wird.
Gebet: Die Willkür und Grausamkeit mit der gegen Menschenrechtsverteidiger/innen im Tschad vorgegangen wird, entsetzt uns, Gott. Wir bitten dich für die Richter, die über Baradine Berdei Targuio zu urteilen haben: Möge ihr Gewissen sie auffordern, dass bestehende Recht einzuhalten.

 

Denken wir an Menschen, die mittels Technik aus Europa überwacht werden
Laut Amnesty International wird Technik, die dazu verwendet wird, Menschen zu überwachen und auszuspionieren, aus der EU exportiert und gelangt in Länder wie Bahrain, Türkei, Ägypten oder Myanmar. Mittels solcher Technologie ist es möglich, Telefonate abzuhören, Kameras einzuschalten, Nachrichten mitzulesen, selbst wenn sie verschlüsselt gesendet werden und Bewegungen per GPS zu verfolgen. Die dadurch erlangten Daten werden u.a. auch gegen politisch Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtler eingesetzt. Sogar Gesichtserkennungstechnologie soll laut Amnesty International aus der Europäischen Union nach China exportiert worden sein. Bisher gibt es kaum wirksame Gesetze und Kontrollen, die einem solchen Handel entgegenwirken. Einer der Gründe ist, dass mit der gelieferten Technik auch andere – nicht negativ besetzte – Aktivitäten durchgeführt werden können. So können sich die liefernden Firmen damit freisprechen, dass sie nicht für die Art der Verwendung in den Empfängerländern verantwortlich sind. Im Namen der Menschenrechte ist es wünschenswert, dass es gegen diese Praxis wirksame Regeln und Kontrollen gibt. So fordern Menschenrechtsorganisationen schon seit Jahren, dass EU-weit Exporte von Überwachungstechnologie und anderen „Dual Use-Gütern“ verboten werden, wenn ein Risiko besteht, dass sie zu Menschenrechtsverletzungen beitragen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sehen die Interessenkonflikte zwischen Handelsinteressen und lukrativen Gewinnen einerseits und Mitschuld an der Überwachung zahlreicher Menschen andererseits. Stärke das Menschenrechtsbewusstsein bei uns in Europa, hilf uns, innerhalb der EU zu faireren Regeln zu gelangen. Unterstütze auch uns und andere Menschenrechtsorganisationen, für Freiheit und Menschenrechte in der Welt einzustehen.

 

 

Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten.
Seine Ohren hören ihr Schreien.
Er entreißt sie all ihren Ängsten.
Psalm 34, 16;18



 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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