ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an verurteilte Menschen aus BURUNDI
Am 21. Februar 2021 hat das Oberste Gericht von Burundi das Urteil von 12 im Exil lebenden Personen aus Burundi veröffentlicht. Das Urteil war bereits im Juni 2020 gefällt worden. Die Verurteilten sind Verteidiger der Menschenrechte und Journalisten, die 2015 gegen die verfassungswidrige dritte Wiederwahl des Präsidenten Pierre Nkurunziza protestiert hatten. Nach Gewaltanwendung, Einschüchterung und Drohungen sind sie aus Burundi geflohen.  Namentlich sind es Armel Niyongere, Präsident von Acat-Burundi, Pacifique Nininahazwe, Innocent Muhozi, Dieudonné Bashirahishize, Patrick Nduwimana, Bob Rugurika, Patrick Milabaro, Anne Niyuhire, Arcade Havyarimana, und Gelbert Niyonkuru. Sie alle wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, im Zuge der Protestveranstaltungen von 2015 an tödlichen Attentaten gegen Soldaten beteiligt gewesen zu sein mit dem Ziel, einen Umsturz des Staates zu bewirken. Die von den Verurteilten gegründeten Vereine wurden aufgelöst, ihr Vermögen eingezogen. Kein Rechtsanwalt aus Burundi wollte aus Angst vor Repressalien ihre Verteidigung übernehmen. Die Verurteilten können keinen Widerspruch gegen das Urteil einlegen, denn sie erhielten keine Kopie des Urteils, und die Frist des Widerspruchs ist bereits abgelaufen.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, tröste die unrechtmäßig Verurteilten, die jetzt im Exil leben müssen. Gib ihnen Halt und Hoffnung auf ein Ende der Rechtlosigkeit in ihrer Heimat. Gib den Verantwortlichen ein Bewusstsein für die Haltlosigkeit ihres Tuns.

 

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger in der Republik KONGO
Am frühen Morgen des 11. März wurde Dr. Alexandre Ibacka Dzabana entführt. Er gehört zu den Koordinatoren der kongolesischen Plattform für Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Er ist Präsident der M22-Bewegung und ist Mitglied der Koalition „Tournons la page“. Drei Personen in Zivil drangen in sein Haus in Brazzaville ein und führten ihn gegen seinen Willen ab. Einige Stunden später wurde er von seinem Anwalt in den Räumlichkeiten des Central Intelligence and Documentation Center ausfindig gemacht. Die diensthabenden Beamten bestätigten seine Anwesenheit auf dem Gelände, verweigerten jedoch seinem Anwalt, ihn zu sehen und zu sprechen.  Die Gründe für seine Festnahme sind nicht bekannt. Es gibt aktuell keine direkten Nachrichten von ihm. Herr Dr. Alexandre Ibacka Dzabana ist 77 Jahre alt und leidet unter behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Die Situation ist für ihn auch deshalb besorgniserregend.
Gebet: Gott, wir bitten um ein faires Verfahren für Herrn Dr. Alexandre Ibacka Dzabana. Wir hoffen sehr, dass die verantwortlichen Richter die von der Republik Kongo ratifizierten rechtlichen Standards beachten. Wir hoffen auch auf schnelle Behandlungsmöglichkeiten seiner Erkrankungen. Wir hoffen auf dich, Gott.

 

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA

Ding Jiaxi, 53 Jahre, wurde im Dezember 2019 in Peking verhaftet, für 6 Monate an einem geheimen Ort in „Überwachungshaft“ festgehalten und dann in ein Gefängnis in Linshu in der Provinz von Shandong gebracht. Er hatte sich als Rechtsanwalt besonders für Fälle von Menschenrechtsverletzungen eingesetzt und war aktives Mitglied der „Bewegung der neuen Bürger“, die sich vor allem für die Aufdeckung von Korruption einsetzten. Ding Jiaxi hatte kurz vor seiner Festnahme an einem Treffen von Rechtsanwälten in Xiamen teilgenommen. Er wurde anfangs beschuldigt, zu Umsturz aufgefordert zu haben. Am 20. Januar 2021 wurde sein Verteidiger vom Staatsanwalt informiert, dass die Anklage nun auf “Umsturz“ verschärft wurde. Damit droht Ding Jiaxi eine lebenslängliche Haftstrafe, wenn er als ein Rädelsführer eingestuft wird. Das Datum des Prozesses steht noch nicht fest. Am 3. Februar 2021 konnte Ding Jiaxi zum 1. Mal seit seiner Verhaftung in einem Videoanruf mit seinem Verteidiger sprechen. Ohne Rücksicht auf mögliche Repressalien zu nehmen hat er von den grausamen Folterungen, die er während der Haft an dem geheimen Ort erlitten hat, gesprochen. Seine Frau, die mit den Töchtern in den USA lebt, wohin er ihr nicht folgen durfte, hat danach einen Bericht über die Folterungen veröffentlicht: physische Schwächung durch Entzug von Schlaf, überlange und zahllose Verhöre, Dauerbeschallung durch einen staatlichen Sender und immerwährendes Licht in seiner Zelle, sowie Verbot von jeglicher Hygiene. 103 Tag lang hat Ding Jiaxi es abgelehnt, Informationen weiterzugeben. Aber nach besonders grausamen achttägigen Dauerverhören in unerträglicher Haltung hat er die geforderten Informationen gegeben. Er muss mehrmals das Bewusstsein verloren haben. Am Anfang musste er hungern, weil das Geld, das seine Familie ihm schickte, ihm nicht ausgehändigt wurde. Mitgefangene wurden bestraft, wenn sie ihm zu essen gaben.
Gebet: Guter Gott, wir sind erschüttert über das Böse, das Menschen ihren Mitmenschen antun können. Führe die, die so grausames Handeln anordnen, und die, die ihnen gehorchen und es ausführen, zu Einsicht und Umkehr. Gib Du mit Deiner Kraft Ding Jiaxi Halt.

 

Denken wir an bedrohte Menschenrechtsverteidiger*innen in AFGHANISTAN
Menschenrechtsverteidiger*innen sind in Afghanistan Einschüchterung, Schikanierung, Drohungen, tätlicher Gewalt und gezielter Tötung ausgesetzt. Angriffe und Drohungen gegen Menschenrechtler*innen werden nicht nach internationalen Gesetzen in fairen Gerichtsverfahren untersucht. Die Täter werden daher nicht zur Verantwortung gezogen.
Die Verschlechterung der Sicherheitslage von Menschenrechtsaktivist*innen gibt Anlass zur großen Sorge. Sie spielen schon lange eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung schwerer Menschenrechtsprobleme in Afghanistan. Die Zusage im Januar 2020, einen auf der Strategie zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen in Afghanistan basierenden Schutzmechanismus einzurichten, war eine vielversprechende Entwicklung. Doch auch wenn es ermutigend war zu erfahren, dass im Dezember 2020 eine GemeinsameKommission für den Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen eingerichtet wurde, sind Monate vergangen und noch immer hat die Kommission ihre Arbeit nicht effektiv aufgenommen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewaltrate im ganzen Land hat sich der zivilgesellschaftliche Handlungsspielraum für Menschenrechtsverteidiger*innen drastisch verkleinert.
Gebet: Gott, wir sind in großer Sorge um die Menschenrechtsverteidiger*innen in Afghanistan. Stärke die Mitglieder der Gemeinsamen Kommission für den Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen. Wir bitten um gute Ideen und Mittel und Kraft für einen wirksamen Einsatz.

 

Denken wir an eine verletzte Frau in ASERBAIDSCHAN
Rabiyya Mammadova ist eine prominente Menschenrechtsverteidigerin und Aktivistin für Geschlechtergleichheit. Am 8. März 2021 wurde sie von drei Personen in Zivil entführt und angegriffen, als sie auf dem Weg zum Frauenmarsch am Internationalen Frauentag in Baku war. Drei Männer zerrten sie aus ihrem Taxi und brachten sie zu einer Polizeistation. An der Polizeistation wurden sie geschlagen – auch auf das Ohr – und gewürgt. Ihr Anwalt wurde dann verständigt, und sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Infolge des körperlichen Angriffs erlitt sie Verletzungen am Hals und am rechten Ohr, die zu einer teilweisen Taubheit führten, sowie eine Verletzung am linken Arm. Seit diesem Vorfall erhält sie Drohungen und kritische Äußerungen zu Feminismus.
Gebet: Vater, Rabiyya Mammadova setzt sich so mutig und engagiert für die Rechte der Menschen in ihrem Land ein. Wir sind dankbar für ihren Einsatz und ihren Mut. Wir bitten für sie um Schutz und für Durchhaltevermögen, mit der Situation der aktuellen Bedrohungen und mit ihren erlittenen Verletzungen umzugehen. Wir bitten dich auch für uns, für die Aktiven der ACAT: Hilf uns, bei Unrecht die Augen offen zu halten und uns für Gerechtigkeit einzusetzen.

 

Denken wir an in der Haft gefolterte Männer in BANGLADESCH
Der Karikaturist Ahmed Kabir Kishore und der Schriftsteller Mushtaq Ahmed wurden im Mai 2020 wegen der Veröffentlichung satirischer Karikaturen und kritischer Kommentare zum Umgang der bangladeschischen Regierung mit der Corona-Pandemie inhaftiert. Mushtaq Ahmed starb am 25. Februar 2021 im Gefängnis. Ahmed Kabir Kishore, der eine Woche nach dem Tod von Mushtaq Ahmed gegen Kaution freigelassen wurde, erlitt in Haft Verletzungen, die seinen Angaben zufolge durch Folter verursacht wurden. Wie er berichtete, wurden sie beide im Gewahrsam eines oder mehrerer Inlandsgeheimdienste gefoltert, bevor ihre Inhaftierung am 5. Mai 2020 offiziell registriert wurde. Ahmed Kabir Kishore ist Diabetiker und erhielt in der Haft nicht die nötige medizinische Versorgung. Während der Folter trat Blut aus seinem rechten Ohr, und er ist seither auf dem rechten Ohr taub.
Aufgrund von Schmerzen im linken Knie und Knöchel kann er kaum gehen. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Familie und Freunde des verstorbenen Mushtaq Ahmed. Wir vertrauen darauf, dass du ihnen nahe bist. Genau wie Ahmed Kabir Kishore, der nun in der Ungewissheit über den Ausgang seines Prozesses und damit über sein weiteres Schicksal lebt. Wir bitten für ihn um Heilung seiner Verletzungen und ein faires Gerichtsverfahren.

 

Denken wir an einen verschwundenen und einen erschossenen Mann im IRAK
Ali Jaseb Hattab ist Menschenrechtsverteidiger und Anwalt. Seine Arbeit besteht darin, sich für die Rechte von politischen Gefangenen einzusetzen und Menschenrechtsverletzungen im Irak zu dokumentieren. Der Menschenrechtsverteidiger wurde am 8. Oktober 2019 von einer militanten Gruppe in der Stadt Maysan entführt, sein Verbleib ist weiterhin unbekannt.
Nun wurde sein Vater erschossen.
Am 10. März 2021 gegen 18:00 Uhr schoss ein maskierter Militanter auf einem Motorrad auf einer Straße in der Stadt Amarah im Südirak mehrfach auf Jaseb Hatteb und tötete ihn. Eine Stunde vor seiner Ermordung hatte er an einer Veranstaltung zum Jahrestag der Ermordung eines Aktivisten der Zivilgesellschaft teilgenommen. Die Polizei in Amarah hat eine Untersuchung zur Ermordung von Jaseb Hattab eingeleitet, doch die Familie glaubt nicht, dass die Untersuchung unabhängig oder unparteiisch ist.
Gebet: Gott, wir bitten dich: Schütze die Gesundheit und das Leben von Ali Jaseb Hattab. Wir bitten dich auch für liebevolle Versorgung der Kinder von Ali Jaseb. Vor der Erschießung hatte der Opa, Jaseb Hatteb, sich um sie gekümmert. Wir beten auch für die Verantwortlichen für die Entführung und die Erschießung. Wir hoffen auf ein Umdenken und den fairen Umgang mit Menschen, die ihnen ausgeliefert sind.

 

 

„Alle Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen, gleich und in Gottes und unseren Augen unendlich kostbar. Jesus Christus hat uns alle durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung miteinander verbunden, damit das, was einen von uns betrifft, uns alle betrifft.“

                                          Aus der Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen zur UN-Menschenrechtserklärung 2018

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 

 

 


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