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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen Gefangenen in MEXIKO
Yonny Ronay, 22 Jahre, Student in der Provinz Chiapas, wurde auf der Grundlage von unter Folter erpressten Geständnissen zu einer sehr langen Haftstrafe verurteilt. Er wurde am 13. März 2019 bei einer Polizeikontrolle in Tuxtla Gutierréz, wo er studierte, ohne Grund festgenommen und in das Gebäude der Spezialeinheit der staatsanwaltlichen Untersuchungsbehörde gebracht. Dort wurde er nach seinen Aussagen ersten Folterungen unterzogen. Schläge, Vortäuschen von Ertränken und Elektroschocks sollten ihn dazu bringen, einen Diebstahl zu gestehen. Am nächsten Tag erschien ein Foto von ihm in der Presse, auf dem er von schwer bewaffneten Polizisten eingerahmt war. Er sollte wie das Mitglied einer Verbrecherbande erscheinen. Danach wurde er zur Untersuchungshaft in das Gefängnis von Villaflores gebracht und des Mordes und schweren Diebstahls beschuldigt. Die Folterungen u.a. durch Ersticken in einem Plastiksack gingen weiter, diesmal um ihn dazu zu bringen, einen Mord einzugestehen. Es gibt für die Beschuldigungen keine Beweise. Yonny Ronay konnte sogar nachweisen, dass er an dem Tag des Mordes an einem anderen Ort war, und durch ein medizinisches Gutachten konnte er dem Richter zeigen, dass er gefoltert worden war. Dennoch hat das Gericht von Chiapas ihn am 6. September 2021 zu 31 Jahren Haft verurteilt. Nachdem er mehrere Monate wegen Corona in Isolationshaft verbracht hatte, darf er nun alle 15 Tage den Besuch von nur einer Person erhalten.
Gebet: Guter Gott. Wir sind erschüttert über die grausame Folter und das entsetzliche Urteil. Wir bitten Dich, lass Yonny Ronay Deine Nähe spüren. Lass uns nicht müde werden, uns für die Wiederaufnahme seines Verfahrens einzusetzen, dass er ein faires Urteil erhält.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/yonny-ronay--dans-lengrenage-de-linjustice-

 

Denken wir an einen Gefangenen in MAROKKO/ WESTSAHARA
Mohamed Lamine Haddi, Journalist und Menschenrechtsverteidiger, ist seit 2010 in Haft, wie auch viele andere Gefangene von Gdeim Izik: Dort hatten sich im Oktober 2010 viele Saharouis versammelt, um gegen ihre Diskriminierungen zu protestieren. Ihr Lager wurde von der Regierung gewaltsam aufgelöst, wobei Polizisten ums Leben kamen. Obwohl Mohamed Lamine Haddi nicht an den Protesten teilgenommen hatte, wurde er im November 2010 gemeinsam mit Hunderten anderer Saharouis inhaftiert. Er wurde mit 25 weiteren des Mordes an den Polizisten beschuldigt. Er wurde unter Folter zu Geständnissen gezwungen und im Juli 2017 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Seither befindet er sich in Isolationshaft und darf nur für eine Stunde am Tag aus der Zelle gehen. Als ihm 2020 alle persönlichen Dinge weggenommen wurden, begab er sich in den Hungerstreik, der nach 69 Tagen durch Zwangsernährung beendet wurde, ohne dass ihm ärztliche Hilfe gewährt wurde. Er leidet seitdem unter einer teilweisen Lähmung in der linken Körperhälfte, an Magen- und Rückenbeschwerden und Gedächtnisverlust. Als ihn im März 2021 seine Mutter und Schwester aus Sorge um seine Gesundheit im Gefängnis in Tiflis besuchen wollten, wurden sie kurzfristig festgenommen wegen Unruhestiftung vor dem Gefängnis. Danach ist Mohamed jeder Kontakt nach außen verboten worden.
Gebet: Guter Gott, wir verstehen nicht, wie Behörden so unmenschlich handeln können. Wir bitten Dich, schütze das Leben von Mohamed Lamine Haddi und gib ihm Kraft, die Hoffnung nicht zu verlieren. Lass die Regierung nach einer friedlichen Lösung des Konfliktes mit den Saharouis suchen.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/actualite/jagis-pour--que-mohamed--lamine-haddi--soit-libere

 


Denken wir an außergerichtlich Hingerichtete in ÄGYPTEN
Die NGO Human Rights Watch hat einen 101-seitigen Bericht herausgegeben, der belegt, dass die ägyptische Polizei und Nationale Sicherheitsbehörde in den letzten Jahren Dutzende mutmaßliche „Terroristen“ im ganzen Land durch unrechtmäßige und außergerichtliche Hinrichtungen getötet und diese als „Schusswechsel“ bezeichnet hat. Die angeblich bewaffneten Kämpfer, die bei den vermeintlichen Schusswechseln getötet wurden, stellten zum Zeitpunkt der Tötung keine unmittelbare Gefahr für die Sicherheitskräfte oder andere Personen dar. Das Innenministerium gab den Tod von 755 Menschen bei 143 angeblichen Schusswechseln zwischen Januar 2015 und Dezember 2020 bekannt. (Bei den Sicherheitskräften gab es kein Opfer.) Nur 141 der getöteten Personen wurden in den Erklärungen des Innenministeriums identifiziert, die Erklärungen enthielten viele kopierte Passagen. Die Behörden behaupten, dass alle Getöteten wegen „Terrorismus“ gesucht wurden und die meisten der Muslimbrüderschaft angehörten. Die Muslimbruderschaft ist den härtesten Repressionen im Rahmen der landesweiten Unterdrückung von Regierungskritiker:innen ausgesetzt.
Gebet: Gott, wir sind entsetzt über diese Tötungen und klagen darüber! Du, der Du jeden Menschen ins Dasein rufst und ihn liebst: Wir bitten dich um internationale Aufmerksamkeit für diesen Missstand, damit die ägyptische Regierung unter Druck gerät und dieses willkürliche Töten beendet wird.

 

Denken wir an Menschenrechtsaktivist:innen in ALGERIEN
Said Boudour ist Journalist, Menschenrechtsverteidiger, Hochschullehrer und Vizepräsident der Algerischen Liga für Menschenrechte (LADDH). Er gehörte mit zu den Organisatoren friedlicher Demonstrationen und setzte sich für die Rechte von Migranten und politischen Gefangenen ein.  Jamila Loukil ist ebenso Journalistin, Menschenrechtsverteidigerin und Mitglied der LADDH. Schwerpunkt ihrer Berichterstattung waren die friedlichen Hirak-Demonstrationen in Oran. Zusammen mit dem Menschenrechtsverteidiger Kaddour Chouicha wurden sie am 21. April diesen Jahres festgenommen. Am 29. April erhob die Staatsanwaltschaft von Oran Anklage, die den „Vorwurf der Einbindung in eine im Ausland oder in Algerien aktive terroristische oder subversive Organisation“ beinhaltet. Die friedliche und legitime Arbeit der Aktivist:innen wird dadurch mit Terrorismus in Verbindung gebracht. Am 17. September übergab der Ermittlungsrichter des Regionalgerichtes in Oran die Fälle an das nationale Anti-Terror-Gericht (Sidi Mohammed-Gericht) in Algier. Es ist davon auszugehen, dass die willkürliche Verhaftung und drohende Verurteilung ein Versuch der Regierung Algeriens darstellt, die Menschenrechtsaktivitäten der Hirak-Bewegung falsch darzustellen, indem sie sie mit Terrorismus in Verbindung bringen.
Gebet: Gott, wir sind in Sorge um die algerischen Menschenrechtsaktivist:innen. Wir hoffen für sie auf einen fairen Prozess, in dem wirklich Recht gesprochen wird.
Quelle: https://www.frontlinedefenders.org/en/case/terrorism-charges-brought-against-human-rights-defenders-oran-constitute-dangerous-escalation

 

Denken wir an einen von Hinrichtung bedrohten Mann in den U.S.A.
Ernest Johnson soll am 5. Oktober wegen der Ermordung von drei Personen im Jahr 1994 hingerichtet werden, obwohl er nachweislich geistig behindert ist. Dies verstößt gegen internationales Recht. Ernest Johnson hat eine geistige Behinderung und wurde mit dem fetalen Alkoholsyndrom diagnostiziert. Durch fehlerhafte Anweisungen der Geschworenen bei der dritten Wiederaufnahme des Verfahrens wurde ihm fälschlicherweise die Last auferlegt, seine Behinderung nachzuweisen. Eigentlich müsste jedoch der Staat beweisen, dass er keine hat.     
Darüber hinaus wurde bei Ernest Johnson ein Hirntumor operativ entfernt, was bei ihm Krampfanfälle auslöste. Die Substanzen, die im US-Bundesstaat Missouri bei Hinrichtungen verwendet werden, könnten solche Krampfanfälle wieder auslösen und starke Schmerzen verursachen.          
Gebet: Guter Gott, wir sind bestürzt davon, dass ein Mensch als Strafe sein Leben verlieren soll. Dass Ernest Johnson auch noch Gefahr läuft, wegen seiner Vorerkrankungen durch die Methode der Hinrichtung starke Schmerzen und Krämpfe zu erleiden, schockiert uns zusätzlich. Gott, du liebst die Menschen. Schütze Ernest Johnson vor einer Hinrichtung. Wir bitten darum, dass das Gericht die Strafe umwandelt, auch wenn bisher die Anträge dafür abgelehnt wurden.             
Quelle: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/usa-ernest-johnson-drohende-hinrichtung-stoppen-2021-09-13

 


Denken wir an inhaftierte Asylsuchende in DÄNEMARK
In Dänemark haben mindestens 39 aus Syrien geflüchtete Menschen einen endgültigen Ablehnungsbescheid erhalten und sind in Rückführungszentren untergebracht. Dort haben sie weder Kontakt zu ihren Familien, noch ist es ihnen erlaubt, zu arbeiten oder ihrer Ausbildung nachzugehen, bis sie nach Syrien abgeschoben werden. Hintergrund ist die „Null-Asylsuchende-Politik“ der dänischen Regierung. Seit 2019 wurden die Aufenthaltsgenehmigungen von ca. 900 geflüchteten Syrerinnen und Syrern im Eilverfahren überprüft. Zur Zeit können keine Abschiebungen von Dänemark nach Syrien stattfinden, da es keine diplomatischen Beziehungen zu Syrien gibt. Trotzdem werden die Menschen in den Rückführungszentren festgehalten und dort auch unter Druck gesetzt, einer „freiwilligen“ Ausreise zuzustimmen. Syrer, die in ihre Heimat zurückkehren, laufen Gefahr, bei „Sicherheitsüberprüfungen“ bei der Ankunft getötet, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.          
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die dänische Regierung, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber Schutzsuchenden nachkommt, keine Ausreisen nach Syrien erzwingt und die Menschen ein möglichst normales Leben in Freiheit führen lässt. Wir bitten dich: Schütze das Leben und die Freiheit der Syrer in Dänemark.       
Quelle: https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/daenemark-daenemark-schutzsuchende-syrerinnen-september-2021

 

Denken wir an verschwundene indigene Aktivisten in HONDURAS
Am 18. Juli 2020 entführten Unbekannte in Polizeikleidung 4 Aktivistinnen und Aktivisten der afro-honduranischen Garífuna-Gemeinschaft. Sie gehören einer Organisation an, die sich für den Schutz von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten der Garífuna-Gemeinschaft einsetzt. Trotz des Einsatzes internationaler und lokaler Menschenrechtsorganisationen ist bisher der Verbleib der folgenden 4 Menschen nicht bekannt: Alberth Centeno Tomas, Suami Mejía García, Gerardo Rochez Cálix und Milton Martínez Álvarez. Grundsätzlich stehen Menschen, deren Aufenthaltsort nicht bekanntgegeben wird und die dadurch keinen Kontakt zu Rechtsbeiständen und ihren Familien haben, in der Gefahr, misshandelt zu werden.   
Gebet: Jesus, wir bringen das Schicksal der vier verschwundenen Aktivistinnen und Aktivisten vor dich. Wir bitten dich, ihr Leben und ihre Gesundheit zu schützen. Wir bitten dich für die gesamte Garífuna-Gemeinschaft in Honduras, dass ihnen ihre Rechte gewährt werden.            
Quelle: https://www.amnesty.de/honduras-aktivist_innen-nach-wie-vor-verschwunden-2021-09-02

 

 

 

Da wandte sich der Herr ihm [Gideon] zu und sagte:
«Geh in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Sende ich dich nicht hiermit?»
Er entgegnete ihm: «Mit Verlaub, Herr, womit könnte ich Israel retten? Sieh doch, meine Tausendschaft ist die schwächste in Manasse und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters.»

Der Herr sagte zu ihm: «Ich werde ganz gewiss mit dir sein und du wirst Midian schlagen, als wäre es nur ein Mann.»   (Ri 6,14-16)