ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen Gefangenen in KAMERUN
Der Journalist Tsi Conrad, 35 Jahre, wird seit 5 Jahren in dem Zentralen Gefängnis von Yaounde gefangen gehalten. Er hatte friedliche Demonstrationen in Bamenda gefilmt, in denen die Menschen gegen die staatliche Diskriminierung der anglophonen Teile der Bevölkerung protestiert hatten. Durch seine Filme konnte man sich ein Bild machen von dem Ausmaß der Unterdrückung: exzessiver Gebrauch von Schusswaffen, massenhafte Verhaftungen, Anwendung von Folter. Tsi Conrad hatte die Filme in sozialen Medien veröffentlicht. 2016 wurde er, während er filmte, vom Militär verhaftet. Er hat unter Folter gestanden, er sei einer der Führer der sezessionistischen Bewegung. Sein Prozess fand vor einem Militärgericht statt, obwohl das gegen das internationale Recht verstößt. Er hatte keinen freien Zugang zu einem Anwalt, dieser konnte keine Zeugen benennen. Tsi Conrad wurde 2018 zu 15 Jahren Haft verurteilt wegen „Sezession, Verbreitung von Falschaussagen, Aufstand und Terrorismus.“ Sein Anwalt hat am 25. Mai 2018 Berufung eingelegt, diese wurde aber nicht geprüft. Der Präsident der Republik hat im Oktober 2019 333 Personen, die im Zusammenhang mit den Protesten der anglophonen Bevölkerung verhaftet worden waren, begnadigt. Tsi Conrad war nicht dabei.
Gebet: Guter Gott, sieh die Not von Tsi Conrad, der nur von seinem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht und dafür eine überlange Haftstrafe zu verbüßen hat. Hilf, dass auch er eine baldige Begnadigung oder einen fairen Prozess erfährt.
https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/la-place-de-tsi-conrad-nest-pas-en-prison

 

Denken wir an einen Gefangenen in ISRAEL
Salah Hamouri, 36 Jahre, Sohn einer französischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, wurde am 7. März 2022 in seiner Wohnung im Norden Jerusalems von israelischen Sicherheitskräften festgenommen und vor das Militärgericht von Ofer geführt. Am 9. März hat der Kommandant der Sicherheitskräfte eine 3-monatige Administrativhaft angeordnet, die immer wieder verlängerbar ist. Salah Hamouri ist Anwalt und setzt sich für die Menschenrechte und für die Erhaltung der Grundbesitzrechte der Palästinenser ein. Im Oktober 2021 hatte das israelische Innenministerium angekündigt, ihm das Wohnrecht in Jerusalem zu entziehen. Er kann somit jederzeit aus seinem Geburtsland ausgewiesen werden. Seine französische Frau hat bereits ein Einreiseverbot und lebt mit zwei Söhnen in Frankreich. Nach einem Aufenthalt 2016 in Frankreich wurde ihr die Rückkehr nach Jerusalem verwehrt.
Seit 20 Jahren verfolgen die israelischen Behörden Salah Hamouri. Er war von 2005 bis 2011 inhaftiert, weil man ihm vorwarf, Mitglied der verbotenen PLO zu sein und an der Vorbereitung des Mordes eines ultraorthodoxen Rabbi beteiligt gewesen zu sein. Salah Hamouri bestreitet beide Vorwürfe. Es gab auch keine Beweise. Er wurde mehrfach in Administrativhaft genommen und wieder freigelassen, ohne dass ein Prozess stattgefunden hätte, zuletzt 2017 nach einer 13-monatigen Administrativhaft. Die Administrativhaft ist für die Betroffenen besonders folgenschwer. Sie erlaubt es dem Staat Israel, Personen ihrer Freiheit zu berauben ohne Anklage oder Prozess und ohne Gründe bekannt zu geben.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass der israelische Staat auf diese willkürliche Maßnahme der Administrativhaft verzichtet und die Bewohner seines Landes unter Respektierung rechtsstaatlicher Prinzipien behandelt. Hilf, dass Salah Hamouri bald freigelassen wird oder sein Verhalten in einem Prozess in einem ordentlichen Gericht überprüft wird.
https://www.acatfrance.fr/appel-urgent/salah-hamouri-a-nouveau-place-en-detention-administrative

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in den U.S.A.
Rocky Myers, ein geistig behinderter dunkelhäutiger Mann, befindet sich seit 27 Jahren im Todestrakt eines Gefängnisses in Alabama. Das Gericht, das ihn verurteilte und das sich fast ausschließlich aus weißen Männern zusammensetzte, erklärte ihn des Mordes an seiner weißen Nachbarin für schuldig. Die Anklage forderte lebenslange Haft ohne Bewährung. Der Richter verurteilte ihn zum Tod. Solche Verurteilungen sind inzwischen in Alabama illegal.
Es gibt nichts, was seine Schuld beweisen würde, einziges Indiz ist ein Videorecorder, der dem Opfer gestohlen wurde. Ihn belastende Zeugenaussagen wiesen Unstimmigkeiten auf und entstanden offenbar zum Teil auf polizeilichen Druck hin. Eine Aussage wurde als falsch entlarvt und abgewiesen. Die Hinrichtung von Rocky Myers war erstmals 2004 geplant und ein zweites Mal 2012.
Gebet:Das Todesurteil gegen einen geistig behinderten Mann aus offenbar rassistischen Gründen empört uns, Gott! Wir bitten dich um Recht-Sprechung für Rocky Myers. Wir bitten dich um Einsicht und um Umkehr der Herzen der Richter*innen, die eine Freilassung ermöglichen können.
https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/vereinigte-staaten-von-amerika-rocky-myers-juni-2021-2021-05-28

 

Denken wir an die zahllosen inhaftierten Kriegsgegner*innen in Russland
Allein am 24. Februar wurden Hunderte von friedlichen Demonstranten in ganz Russland festgenommen, die bei Kundgebungen gegen den Krieg auf die Straße gegangen waren. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine wurden unabhängige, regierungskritische Medien blockiert, unabhängige Radiosender wurden geschlossen. Seit dem 1. März sind fast alle ukrainischen Medien für Internetnutzer in Russland nicht mehr zugänglich. Kritische Journalist*innen erhalten Morddrohungen, sind körperlichen Angriffen ausgesetzt, eingeschüchtert, als „ausländische Agenten“ zu Haft verurteilt. Folter ist in russischen Gefängnissen weit verbreitet. Die Androhung und Durchführung strafrechtlicher Verfolgung hat viele fliehen lassen.
Gebet: Gott, wir klagen Unrecht an! Wir klagen hier den Umgang der russischen Behörden mit Menschen an, die ihr Leben als Journalist*innen für freie Meinungsäußerung einsetzen. Wir bitten dich, Gott: stärke sie, besonders diejenigen, die der Folter in den Gefängnissen ausgesetzt sind.
https://www.amnesty.fr/liberte-d-expression/actualites/ukraine-guerre-russie-le-kremlin-censure-les-medias-et-reprime-les-manifestants-antiguerre 

 

Denken wir an einen im IRAN
Jamshid Sharmahd, ein Deutsch-Iraner und politischer Dissident, ist dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen und in großer Gefahr, Folter und anderen Formen der Misshandlung ausgesetzt zu sein. Seit September 2021 haben die Behörden seinen Familienangehörigen jeglichen Kontakt mit ihm verboten und seinen Aufenthaltsort geheim gehalten. Aktuell ist er wegen "Verdorbenheit auf Erden" angeklagt. Er könnte jederzeit in einem grob unfairen Verfahren vor einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt werden. Weiterhin leidet er an Diabetes und Parkinson. Die nötigen Medikamente und fachärztliche Behandlung werden ihm verwehrt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind in Sorge um das Leben und die Gesundheit von Jamshid Sharmahd. Wir bitten dich um Schutz! Wir vertrauen darauf, dass du ihm und auch seinen Familienangehörigen nahe bist. Tröste ihn und seine Familie.
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/iran-Jamshid-Sharmahd-in-Foltergefahr-2022-03-10

 

Denken wir an drei getötete Menschenrechtler im SUDAN
Youseif Yagoub Ahmed, Mohamed Ibrahim Yahya und Mohamed Eldai Musa, drei Menschen-rechtsverteidiger aus West-Dafur, wurden am 5. und 6. März getötet. Sie waren zwischen 27 und 35 Jahren alt. Alle drei waren Mitglieder des Darfur Human Rights Monitors Network, eines Netzes von Menschenrechts-Beobachtungsgruppen. Am 5. März griffen bewaffnete Milizen Gebiete in West-Dafur an. Die drei Männer waren in der Nähe unterwegs, um die humanitäre Situation und die Menschenrechtslage zu bewerten. Dabei wurden zwei von ihnen direkt erschossen, der dritte starb an am nächsten Tag an seinen Verletzungen. Sie wurden sehr wahrscheinlich getötet, weil sie während der Ausübung ihrer Menschenrechtsarbeit Zeuge einer gewaltsamen Auseinandersetzung wurden.
Gebet: Gott, wir bitten dich für die Familien und die Freunde von Youseif Yagoub Ahmed, Mohamed Ibrahim Yahya und Mohamed Eldai Musa. Schenke ihnen Trost in ihrer Trauer.
https://www.frontlinedefenders.org/en/case/killing-three-human-rights-defenders-darfur

 

Denken wir an einen Verschwundenen in der UKRAINE
Oleh Baturin ist ein ukrainischer Journalist und Menschenrechtsverteidiger. Seit 2014 berichtet er ausführlich über Menschenrechtsverletzungen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim und in den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine. Seit Beginn der russischen Militärinvasion und des Krieges gegen die Ukraine hat er Menschenrechtsverletzungen durch das russische Militär dokumentiert.
Am 12. März 2022 meldeten ukrainische Menschenrechtsorganisationen, dass Oleh Baturin verschwunden ist. Vermutlich hängt sein Verschwinden mit seiner Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen zusammen, die das russische Militär während seiner Invasion in der Ukraine begangen hat. Es wird vermutet, dass das russische Militär für sein Verschwinden verantwortlich ist.
Gebet: Wir bitten dich um ein baldiges Ende des Krieges und der Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine. Bitte hilf den Völkern und ihren Regierungen, zu einem friedlichen Miteinander. Besonders bitten wir dich für Oleh Baturin: Schütze sein Leben und seine Gesundheit.
https://www.frontlinedefenders.org/en/case/disappearance-human-rights-defender-oleh-baturin

 

 

 

Ich glaube an Gott, der die Liebe ist und der die Erde allen Menschen geschenkt hat.
Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung.
Ich glaube an Jesus Christus, der gekommen ist, uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.

Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidbar sind, dass Friede unerreichbar ist.
Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss, dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will, die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen gleichberechtigte Menschen sind.
Ich glaube an Gottes Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.

Ich glaube an die Schönheit des Einfachen, an die Liebe mit offenen Händen, an den Frieden auf Erden.
Amen.

Friedensbekenntnis der Ökumenischen Weltversammlung in Seoul (1990)



Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.
 
 

 

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Herbst-Tagung
„Menschenwürde im Schatten von Armut und Neoliberalismus – mit Blick auf Lateinamerika“
ACAT-Tagung in der Katholischen Akademie Schwerte vom 30.09. bis 01.10.2022 mit anschließender Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag

Weitere Informationen


Drachenjahre - 7 Jahre und 7 Monate im chinesischen Gefängnis


Buchvorstellung am 17. Mai 2022, 19.00 Uhr, Nikolaikirche Eisenach
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Bericht vom Katholikentag
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