ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an gefolterte Menschen in der UKRAINE
Die Anti-Folter Organisation OMCT (Organisation contre la torture) hat glaubwürdige Informationen über mutmaßliche Folter von zivilen Häftlingen in der Stadt Cherson erhalten. Häftlinge werden schwer geschlagen und Scheinhinrichtungen unterzogen. Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Trinkwasser und Nahrung wird verweigert. Im Dorf Stara Zbur’ivka (Region Cherson) wurden Menschen willkürlich entführt und in der Haft Folter ausgesetzt. Der Vorsteher dieses Dorfes, Viktor Maruniak, wurde am 21. März entführt und am 23. März kurz nach Hause gebracht. Er war in extrem schlechten Zustand, konnte sich nicht bewegen und nicht essen. Er durfte nicht mit seiner Frau sprechen. Am 24. März wurde er vom russischen Geheimdienst wieder abgeholt. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Enerhoda in der Region Saporischschja, Ivan Samoidiuk, wurde am 19. März Opfer von Verschwindenlassen, nachdem er das russische Militär kritisiert hatte. Am gleichen Tag verschwand ebenso der protestantische Pfarrer Dmytro Bodyu. Die Namen zahlreicher weiterer Opfer sind der OMCT bekannt.
Gebet: Wütend und fassungslos erleben wir, wie Präsident Putin und seine Armee die Freiheit und das Leben so vieler Menschen gefährden. Wir bitten dich für die vom russischen Geheimdienst in der Ukraine Gefolterten, gib ihnen Kraft und Trost und Hoffnung.
https://www.omct.org/en/resources/statements/ukraine-concern-over-the-abduction-and-torture-of-civilians-in-territories-under-russian-control


Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Über das Schicksal des Geschäftsmannes Fang Bin aus Wuhan hat man 2 Jahre lang nichts gewusst. Nun sind wenige Informationen bekannt geworden. Im Januar 2020 war er einer der ersten, der im Internet beunruhigende Bilder über die Lage in den Krankenhäusern, hervorgerufen durch Covid 19, verbreitet hat. Trotz der Drohungen der chinesischen Behörden zeigte er Bilder über den Transport der vielen Toten. Am 9. Februar 2020 wurde er von Polizisten in Zivil verhaftet. Seinen Angehörigen wurde erst im März mitgeteilt, dass er Unruhe gestiftet habe. Dies ist die immer wieder gebrauchte Formulierung bei der Verhaftung von Menschenrechtlern. Es ist weder etwas über seinen Gesundheitszustand noch über eine Möglichkeit des juristischen Beistands bekannt. Im Februar 2022 haben chinesische Journalisten und Menschenrechtler herausgefunden, dass er in dem Gefängnis des nahe bei Wuhan gelegenen Distrikts Jiang’an inhaftiert ist, was ACAT als Zeichen wertet, dass er lebt. Die Behörden haben immer noch nicht offiziell über seinen Fall, also eine Untersuchung der Anklage berichtet. ACAT fordert, dass die Behörden bald offiziell Auskunft geben, dass Fang Bin mit seinen Angehörigen kommunizieren darf, dass er einen juristischen Beistand erhalten kann und dass er unverzüglich freigelassen wird.
Gebet: Guter Gott, gib Fang Bin Kraft, die Haftbedingungen zu überstehen, schütze ihn vor Folter und Krankheit. Lass die Verantwortlichen einsehen, dass Inhaftierte ein Recht auf eine Anklage und juristischen Beistand haben, dass staatliche Willkür auch dem Staat letztlich schadet.
https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/je-demande-la-liberation-immediate-de-fang-bin


Denken wir an 13 Gefangene in der DEMOKRATISCHEN REPUBLIK KONGO
12 junge Männer und eine Frau, Mitglieder der friedlichen Bewegung der „Lucha“ (Kampf für Veränderung) wurden im April 2022 durch das Militärgericht von Béni zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Sie hatten am 11. November friedlich von ihrem Demonstrationsrecht in ihrer Provinz Nord-Kivu Gebrauch gemacht. Sie verlangten, dass das Notstandsrecht aufgehoben werde. Es sei nicht geeignet, die Provinz zu befrieden. Sie wurden vom Gericht für schuldig befunden, zu Aufstand und Ungehorsam gegen die Staatsgewalt aufgefordert zu haben. Die beiden nördlichen Provinzen Nord-Kivu und Ituri waren 2021 von dem Präsidenten Felix Tshisekedi für 30 Tage zu Notstandsgebieten erklärt worden, um die seit 25 Jahren dort schwelenden Konflikte zu beenden, in denen es immer um die Kontrolle der Erzvorkommen (Gold, Coltan, ...) ging. Dadurch konnten u.a. von der eingesetzten Militärbehörde Wohnungen durchsucht, Versammlungen verboten, Einzelne verfolgt werden. Obwohl das Notstandsrecht immer wieder verlängert worden war, wurde immer mehr Gewalt ausgeübt.
Gebet: Guter Gott, schütze die jungen Menschen in der Haft. Gib ihnen Hoffnung, dass Ruhe und Sicherheit in ihren Provinzen einkehren und von der Staatsmacht keine weiteren Übergriffe ausgehen.
https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/condamnation-inique-de-13-militants-de-la-lucha


Denken wir an misshandelte Geflüchtete an der türkisch-griechischen Grenze
Nach wie vor finden an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland illegale Pushbacks statt. Human Rights Watch befragte 26 afghanische Migrant*innen, von denen 23 angaben, dass sie nach Überquerung des Grenzflusses (Evros) von der griechischen Polizei festgehalten worden waren. Diese schlug sie, nahm ihnen ihre Kleidung ab, stahl Geld und Telefone und übergab sie maskierten Männern, die sie in kleine Boote drängten und dann zwangen, in der Mitte des Flusses in das eiskalte Wasser zu steigen und an Land in Richtung Türkei zu waten. Ein 28-jähriger Kommandeur der afghanischen Armee, der auf diese Weise Ende Dezember in die Türkei zurückgedrängt wurde, sagte, dass er mit dem maskierten Bootsführer habe sprechen können. Er sei Pakistani gewesen, und man habe ihm in Aussicht gestellt, ein Dokument für den Aufenthalt in Griechenland und vielleicht auch die Weiterreise in ein anderes Land zu erhalten, wenn er diese Arbeit einige Monate lang macht.
Gebet: Gott, wir schreien zu dir angesichts dieser völlig menschenunwürdigen Behandlung von Geflüchteten! – Wir glauben, dass du dich berühren lässt, wir glauben, dass du bei den so ohnmächtig Ausgelieferten bist. Wir bitten dich um Schutz für die Geflüchteten.
https://www.hrw.org/de/news/2022/04/10/griechenland-benutzt-migranten-fuer-pushbacks-von-asylbewerberinnen


Denken wir an einen Journalisten in LIBYEN
Der Journalist und Blogger Mansour Atti wurde am 3. Juni 2021 verschleppt. Dies geschah in der Nähe seiner Arbeitsstelle im Nordosten Libyens. Mansour Atti hatte sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, die am 24. Dezember stattfinden sollten, gegen staatliche Repressionen eingesetzt. Die Wahl wurde verschoben. Vor dem 3. Juni, dem Tag, an dem er von bewaffneten Männern festgenommen wurde, wurde er mehrfach über seine Aktivitäten befragt. Seit diesem Tag weiß man nichts über seinen Verbleib. Im August 2021 soll ein Kommandeur einer bewaffneten Gruppe, die den selbsternannten Libysch-Arabischen Streitkräften nahesteht, inoffiziell zugegeben haben, dass Mansour Atti sich in ihrem Gewahrsam befindet. Er äußerte sich aber nicht über den Aufenthaltsort.
Gebet: Guter Gott, wir rufen dich an und bringen das Schicksal von Mansour Atti vor dich. Schütze du sein Leben und seine Gesundheit. Wir bitten dich auch für die Menschen, die für das Verschwinden von Mansour Atti verantwortlich sind: Berühre du ihr Herz mit deiner Liebe.
https://www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/libyen-mansour-atti-maerz-2022-02-18

 
Denken wir an von Hinrichtung bedrohte Menschen in SINGAPUR
Die Behörden von Singapur vollstrecken nach einer zweijährigen Unterbrechung wieder Todesurteile. Am 30. März 2022 wurde Abdul Kahar bin Othman hingerichtet. Am Tag zuvor wurden die noch anhängigen Rechtsmittel von Nagaenthran Dharmalingam abgewiesen; seine Hinrichtung wurde für den 29. April geplant. Am gleichen Tag ist der Termin für Datchinamurthy Kataiah. Auch bei zahlreichen anderen Verurteilten wurden die Rechtsmittel abgelehnt. Es ist zu befürchten, dass weitere Menschen hingerichtet werden.     
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Gefangenen in Singapur, die zum Tod verurteilt wurden: Schütze sie vor der Vollstreckung der Todesstrafe. Wir sind überzeugt, dass wir Menschen andere Menschen nicht töten dürfen, weder unschuldige noch schuldige. Wir bitten darum, dass die Regierung die Strafen der genannten Gefangenen umwandelt und die Todesstrafe abschafft.  
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/singapur-singapur-weitere-hinrichtungen-stoppen-2022-04-08

 
Denken wir an einen misshandelten Gefangenen in MAROKKO
Der sahaurische Aktivist Mohamed Lamine Haddi wird seit dem 17. September 2017 in Isolationshaft gehalten. Seit März 2020 darf er seine Familie und seinen Rechtsbeistand nicht sehen. Nun kündigte er aus Protest gegen seine Haftbedingungen einen Hungerstreik an. Daraufhin kamen zunächst am 15. März fünf Gefängniswärter in seine Zelle und verprügelten ihn mit Schlagstöcken und schnitten ihm mit einer Zange gegen seinen Willen den Bart ab. Auch an drei weiteren Tagen im März kamen die Wärter und schlugen ihn. Die Misshandlungen stehen vermutlich in Zusammenhang mit seiner Ankündigung des Hungerstreiks.
Gebet: Gott, die Schilderungen der Haftbedingungen und Misshandlungen machen uns traurig. Wir bitten für Mohamed Lamine Haddi für ein Ende der Isolationshaft, für medizinische Versorgung, ein faires Verfahren und Zugang zu Rechtsbeistand und Familie. Manchmal fühlen wir uns ohnmächtig, wenn wir mit den Schilderungen der Misshandlungen in den Gefängnissen der Welt konfrontiert werden. Hilf uns, aufmerksam und aktiv zu bleiben im Einsatz für die Menschenrechte.
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/marokko-marokko-waerter-verpruegeln-gefangenen-2022-04-20

 

 

 

1. Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf. Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. 
Wir rufen: Herr, wie lange? / Hilf uns, die friedlos sind.

2. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr. Die Horizonte grollen, der Glaube spinnt sich ein.
Hilf, wenn wir weichen wollen, und lass uns nicht allein.
3. Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten, in Ängsten und doch frei, und jedem Freude gönnten, wie feind er uns auch sei.                                                                                                                                                          EG 430, 1-3

(Text: Jürgen Henkys nach dem niederländischen „Geef vrede, Herr, geef vrede“ von Jan Noter)



Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

f logo RGB Blue 58Twitter Social Icon Circle Color 130px

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter

Was Sie tun können


01 Logo NDV ALL100x38
Logo bearbeitet 200px

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.
 
 

 

Katholische Akademie Schwerte Logo Website

SAVE THE DATE  
Herbst-Tagung
„Menschenwürde im Schatten von Armut und Neoliberalismus – mit Blick auf Lateinamerika“
ACAT-Tagung in der Katholischen Akademie Schwerte vom 30.09. bis 01.10.2022 mit anschließender Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag

Weitere Informationen


Drachenjahre - 7 Jahre und 7 Monate im chinesischen Gefängnis


Buchvorstellung am 17. Mai 2022, 19.00 Uhr, Nikolaikirche Eisenach
Weitere Informationen

 

DKTS Logo RGB Website
Bericht vom Katholikentag
Weiterlesen...