Aktion der Christen
für die Abschaffung der Folter


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Gebetsblatt für Juni 2011

Gebets-Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie

Hebr. 13,3

Kongo   Syrien 1   Irak   Syrien 2   Mexiko   China 1   Sudan   China 2   Philippinen   Iran  



Kongo

Denken wir an einen wegen Misshandlungen erkrankten Mann im Kongo:
Am 6.Mai 2011 wurde Herr Pascal Rutunvimpuha Habingabwa, 42 Jahre alt, wohnhaft in Nyanmitaba, gefangen genommen auf Grund eines Haftbefehls, den der Chef der Verwaltungsbehörde ausgestellt hatte, weil er einem Installateur 35 US Dollar schuldete. Er hat 72 Stunden in Untersuchungshaft verbracht ohne angehört worden zu sein und ohne Beistand eines Anwalts. In dieser Zeit wurde er von den Polizisten gefoltert, indem sie ihm 450 Peitschenhiebe auf das Gesäß und die Fußsohlen und Ohrfeigen und Fußtritte gaben. Am 9.Mai haben die Polizisten ihn in das Gesundheitszentrum von Nyamitaba gebracht. Weil der Krankenpfleger seine Verletzungen nicht behandeln konnte, wurde er in das Krankenhaus der baptistischen Gemeinde in Goma gebracht. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend.
Der Chef der Verwaltungsbehörde hat sich bei ihm entschuldigt, indem er ihm eine Ziege, einen Kasten Bier und 10 US Dollar zusandte. Am 19.Mai hat Herr Pascal Rutunvimpuha Habingabwa Klage bei der Staatsanwaltschaft in Goma eingereicht.

Gebet
Guter Gott, steh Herrn Pascal Rutumvimpuha Habingabwa bei, damit er an Leib und Seele wieder gesunden kann. Hilf, dass ihm durch eine unparteiische Untersuchung Gerechtigkeit widerfährt. Führe die Polizisten zur Einsicht in die Unmenschlichkeit ihres Tuns, damit es keine weiteren Opfer von Misshandlungen gibt.


  

Syrien 1

Denken wir an ein zu Tode gefoltertes Kind in Syrien:
In Zusammenhang mit den Demonstrationen in Deraa, dem Epizentrum der syrischen Protestbewegung, wurde am 29.April 2011 Hamza Al-Khatib, ein Junge von 13 Jahren, gefangen genommen. Er wurde vom syrischen Sicherheitsdienst zu Tode gefoltert. Sein verstümmelter Leichnam wurde den Eltern am 27.Mai zurückgegeben. Sein ganzer Körper wies Spuren grausamster Misshandlungen, u.a. der Kastration auf.

Information
Die Protestwelle, die Syrien seit März erschüttert, begann in Deraa nach der Festnahme und Folterung von 15 Kindern zwischen 10 und 15 Jahren, die auf eine Schulmauer den in Ägypten und Tunesien verbreiteten revolutionären Spruch "Das Volk will den Sturz des Regimes" geschrieben hatten. Etwa 1200 Personen wurden seit Beginn der Unruhen getötet und etwa 10 000 durch den syrischen Sicherheitsdienst inhaftiert.

Gebet
Guter Gott, wir bitten Dich, nimm Hamsa Al-Khatib und die vielen Menschen, die in Syrien umgekommen sind, in Dein Reich. Bewahre die vielen Gefangenen vor Misshandlung. Lass uns nie aufhören, unsere Stimme gegen Folterung und Misshandlung zu erheben.


  

Irak

Denken wir an einen ermordeten Familienvater im Irak:
Irakische Polizisten fanden am 16.Mai in Kirkuk den entstellten Leichnam von Ashur Issa Yaqub. Beine und Arme waren gefesselt, sein Körper wies Bisswunden und übelste Foltermerkmale auf. Der Ehemann und Vater war Mitglied einer chaldäisch-katholischen Gemeinde. Tage zuvor hatte ihn der Arbeitgeber unter Druck von Al Qaida Anhängern wegen seines christlichen Glaubens entlassen. Diese entführten und ermordeten ihn, nachdem sie ein Lösegeld von 70.000 € gefordert hatten, das die Familie niemals hätte aufbringen können.

Information
Viele Christen im Irak leiden unter ähnlichen Umständen. Frauen und Kinder wie andere Hinterbliebene sind oft schwer traumatisiert. Immer mehr Christen verlassen das Land und fliehen in die Nachbarländer Syrien und Türkei.

Gebet
Herr Jesus, wir bitten um deine Hilfe für die Familie von Ashur Issa Yaqub. Lass sie Geborgenheit finden durch deine Nähe und Liebe. Stärke den Glauben der Christen im Irak, um gegen die Feindseligkeiten bestehen zu können.


  

Syrien 2

Denken wir an einen inhaftierten Anwalt in Syrien:
Der 60 Jahre alte Anwalt Sabri Mirza, verheiratet und Vater von neun Kindern, wurde am 13. Juni 2011 in der Stadt Qamishli im Norden Syriens verhaftet. Die örtliche Polizei hatte ihn vorgeladen, um über die Aufhebung seines anhaltenden Reiseverbotes zu sprechen, überstellte ihn aber gleich an Einsatzkräfte der politischen Sicherheit. Ein Freund, der ihm notwendige Medikamente bringen durfte, erfuhr, dass er nach Damaskus gebracht werden sollte. Seither wird er ohne Kontakt zur Außenwelt an einem unbekannten Ort in Haft gehalten. Sabri Mirza gehört zum Leitungsgremium der verbotenen kurdischen Partei Yeketi. Er ist ein bekannter Menschenrechtsanwalt, der regelmäßig kurdischen Menschenrechtsaktivisten, die zur Zielscheibe der Behörden wurden, Rechtsbeistand leistete. Ihm drohen Folter und andere Formen der Misshandlung.

Gebet
Gott, dir befehlen wir Sabri Mirza an, der wegen seines Einsatzes für seine Mitmenschen an einem unbekannten Ort leidet. Gib, dass er vor Folter und Misshandlungen bewahrt bleibt und bald zu seiner Familie zurückkehren kann.


  

Mexiko

Denken wir an einen verschwundenen Mann in Mexiko:
Augenzeugen berichteten, dass José Fortino Martínez Martínez am 5. Juni 2011 bei einer nächtlichen Razzia in seinem Haus in Nuevo Laredo im Norden Mexikos von Marineangehörigen festgenommen wurde. Seine Ehefrau Oralia Guadalupe Villaseñor erklärte, dass kein Durchsuchungs- oder Haftbefehl vorgelegt wurde. Sie und andere Familienangehörige konnten seinen Verbleib bisher nicht in Erfahrung bringen. Alle Behörden, an die sie sich wandten, bestritten, etwas über eine Inhaftierung des Vermissten zu wissen. Ein Vertreter des Marinestützpunktes wollte weder eine Anzeige aufnehmen noch Informationen über seinen Verbleib geben.

Inforamtion
Sicherheitskräfte, Marine- und Militäreinheiten und die Polizei nehmen im Norden, wo die Verbrechensrate hoch ist, ohne Haftbefehl routinemäßig Personen fest. Für die Festnahme von Herrn Martínez gibt es keinen ersichtlichen Grund.

Gebet
Guter Gott, schütze Herrn Martínez, wo er auch sei. Bewahre ihn davor, dem "Verschwindenlassen" endgültig zum Opfer zu fallen. Stärke in ihm die Hoffnung auf Befreiung und sei ihm und seiner Familie Trost und Halt.


  

China 1

Denken wir an einen verurteilten jungen Mann in China:
Am 2. Juni 2011 wurde der Schriftsteller Tashi Rabten vom Mittleren Volksgericht in Ngaba in Tibet wegen angeblicher "Aufhetzung zur Spaltung der Nation" zu vier Jahren Haft verurteilt. In dem Geheimverfahren waren die Angehörigen und Freunde nicht zugelassen. Er war bereits am 6. April 2010 verhaftet worden und galt danach lange Zeit als "verschwunden". Tashi Rabten war bis zu seiner Verhaftung Student der "Nordwest-Minderheiten-Universität" in Landzhou gewesen und ist Herausgeber des inzwischen verbotenen Literaturmagazins "Shar Dhungri" sowie Autor des Buches "Blutige Buchstaben", das von Peking ebenfalls unter Verbot gestellt wurde. Darin beschreibt er das brutale Vorgehen der chinesischen Polizei und das Leiden der Tibeter unter dem repressiven chinesischen Regime. Es ist zu befürchten, dass er im Gefängnis gefoltert und misshandelt wird.

Gebet
Gott, wir bitten dich für alle, deren Rechte mit Füßen getreten werden, die in den Kerkern zum Schweigen gebracht werden. Gib Tashi Rabten Kraft, das ihm zugefügte Unrecht zu ertragen. Stärke in ihm die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und Recht für alle Tibeter.


  

Sudan

Denken wir an eine bedrohte Christin im Sudan:
Anfang Mai nahmen Polizisten in der Provinz Darfur die Christin Hawa Abdalla Muhammad Saleh fest. Die Frau lebte im Flüchtlingslager Abu Shouk von Al-Fashir, wo sie Bibeln an die Bewohner verteilt haben soll. Die Polizisten brachten sie an einen unbekannten Ort in Khartum. Es wird befürchtet, dass man sie dort misshandelt. Vor fünf Jahren wurde sie schon einmal verhaftet und in der Haft gefoltert. Sollte sie vor Gericht gestellt werden, droht ihr wegen Abfall vom Islam die Todesstrafe.

Information
Unter den bedrohten Christen sind besonders diejenigen gefährdet, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind, weil in einigen islamisch geprägten Ländern der Abfall vom Islam mit dem Tod bestraft wird.

Gebet
Barmherziger Gott, wir sind voll Hochachtung vor dem Mut von Hawa Abdalla Muhammad Saleh, mit dem sie trotz aller Gefährdung zu ihrem Glauben steht. Wir danken dir, denn wir wissen sie in deiner Liebe geborgen.


  

China 2

Denken wir an einen uigurischen Gefangenen in China:
Kasachische Behörden übergaben am 30. Mai 2011 den 38 Jahre alten uigurischen Flüchtling und Lehrer Ershidin Israil an chinesische Sicherheitsbeamte. Dort muss er sich, wie viele uigurische Menschenrechtler, als "Hauptterrorverdächtiger" vor einem Gericht verantworten, wo ihm ein unfaires Gerichtsverfahren, eine lange Haftstrafe oder die Todesstrafe droht. Es ist zu befürchten, dass er in der Haft gefoltert und auf andere Weise misshandelt wird. Ershidin Israil war im September 2009 nach Kasachstan geflohen und bat dort offiziell um Schutz, weil er befürchtete, wieder verhaftet zu werden, nachdem er in einem Interview berichtet hatte, dass der junge Uigure Shohret Tursun im Gefängnis zu Tode geprügelt worden war. 1999 war er schon einmal wegen seines Engagements für die Rechte der Uiguren verhaftet und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Information
Die von der Bundesregierung angekündigte Rohstoffpartnerschaft mit Kasachstan wird von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) scharf kritisiert, da der zentralasiatische Staat Menschenrechte und internationale Konventionen verletzt.

Gebet
Gott, wir bitten um deinen Beistand für Ershidin Israil. Möge er vor Folter und Misshandlung bewahrt bleiben. Gib den Richtern Mut zu einem gerechten Urteil.


  

Philippinen

Denken wir an einen gefolterten Gefangenen auf den Philippinen:
Am 8. Mai 2011 wurde der 27-jährige Malik Daggung Abdurahman, ein Angehöriger der muslimischen Minderheit der Moros, in einem Einkaufszentrum in Manila von vier Polizeibeamten in Zivil verhaftet. Er wurde noch am gleichen Tag in ein Gefängnis in der Stadt Taguig gebracht, wo ihn seine Familie vier Tage nach seiner Verhaftung ausfindig machte. Malik Daggung Abdurahman wurde gefragt, ob sein Name "Sahirun" sei. Obwohl er dies verneinte, wurde er stundenlang verhört und schwer gefoltert, da die Polizei ihn für einen Mann namens Kirih Hamid Sahirun hielt. Dieser wird beschuldigt, Mitglied der ‚Moro Islamic Liberation Front' zu sein, die im Juli 2007 einen Anschlag auf die philippinische Marine verübt hat. Am 20. Mai 2011 wurde Malik Daggung Abdurahman in ein Gefängnis auf der im Süden der Philippinen gelegenen Insel Basilan verlegt.

Gebet
Gott, wir bitten dich, bewahre Malik Daggung Abdurahman vor weiterer Folter. Hilf, dass er seine wahre Identität beweisen kann und seine Freiheit wiedererlangt.


  

Iran

Denken wir an inhaftierte Menschenrechtlerinnen im Iran:
Am 12. Juni 2011 wurde die Menschenrechtlerin Mansoureh Behkish verhaftet und in das Evin-Gefängnis in Teheran gebracht. Mansoureh Behkisch setzt sich für politische Gefangene ein, die von der Hinrichtung bedroht sind, und ist Mitglied der "Mourning Mothers", einer Gruppe von Müttern, deren Kinder während der Proteste nach den iranischen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 getötet wurden. Die Frauenrechtlerin Maryam Bahreman, Mitglied der "Eine Million Unterschriften"-Kampagne für die Gleichberechtigung der Frauen im Iran, wurde am 11. Mai 2011 von Sicherheitskräften in Shiraz festgenommen und ist seither ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert. Weitere Mitglieder der "Mourning Mothers" und der "Eine Million Unterschriften"-Kampagne wurden in den letzten Monaten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie sind in der Haft von Folter und anderen Misshandlungen bedroht.

Gebet
Guter Gott, bewahre Mansoureh Behkish, Maryam Bahreman und alle Menschenrechtlerinnen im Iran, die wegen ihres Einsatzes für Gerechtigkeit inhaftiert sind, vor Folter und Misshandlungen und sei ihnen nahe mit deiner Kraft.